Ein ganz besonderer Fall

Erschienen: Januar 1990

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 1985, Titel: 'An excellent mystery', Originalausgabe

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93

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Christina Wohlgemuth
Eine schwierige Vermisstensuche in den Wirren des Bürgerkrieges

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Aug 2009

England, August 1141. Seit einer gefühlten Ewigkeit tobt zwischen den Cousins König Stephen und Kaiserin Maud ein Krieg um die Krone - ein Krieg, der den englischen Adel zweiteilt und dem Grauen Tür und Tor öffnet. Denn inmitten eines kräftezehrenden Bürgerkrieges hat das Gesetz kaum Macht und je näher der Krieg kommt, desto mehr regiert das Chaos. Inmitten dieses Chaos verschwindet eine junge Frau, die ins Kloster eintreten sollte - und ein alter Mönch, mit dem Cadfael so einiges verbindet, kommt mit seinem Pfleger in die Abtei von Shrewsburry. Bruder Cadfael muss nicht nur die Wunden eines alten Kameraden versorgen und das Geheimnis um den schweigsamen Bruder an seiner Seite lüften, sondern auch das Rätsel um die verschwundene Frau lösen - ein in jeder Hinsicht besonderer Fall für den Detektiv in der Mönchskutte.

Ein ganz besonderer Fall ist der 11. Fall für Bruder Cadfael - sowohl Leser als auch Mönch haben also mittlerweile einige Routine. Doch der Fall ist tatsächlich besonders kompliziert, besonders in menschlicher Hinsicht - Cadfaels Spezialität. Und dann schwelt da noch immer der Bürgerkrieg - und nicht in ganz England regiert das Recht noch so stark wie unter der starken Hand von Sherrif Beringar. Es ist erneut diese Kombination aus spannendem Fall und informativer Darstellung der Historie, die auch diesen Cadfael-Krimi stark macht.

Ein etwas gemächlicher Beginn

Anders als in anderen Cadfael-Krimis kommt die Geschichte hier eher langsam in Gang - die Autorin hat hier erst den menschlich-spannenden Nährboden gelegt, auf dem der Konflikt um die verschwundene junge Frau gedeihen kann. Auch die großen und kleinen Probleme im Kloster und zwischen den Brüdern bekommen ihren Platz. Der Einstieg mag manch einem langwierig erscheinen, ist jedoch dank der tollen Erzählweise der Autorin schön zu lesen. Auch das Wiederkehren anderer Charaktere und das Aufgreifen ihrer Geschichte - so wird beispielsweise die Geschichte aus dem letzten Cadfael-Krimi "Pilger des Hasses" erwähnt - erhöht das Wohlgefühl für den Leser.

Starker historischer Hintergrund und eine faszinierende Auflösung

Erneut glänzt die Autorin mit ihrem historischen Fachwissen - sie hat sich jahrzehntelang mit dem dunklen Kapitel der Anarchy beschäftigt, sie bewegt sich sicher in dieser Phase des absoluten Chaos. Sie sind die perfekte Vorlage für einen ermittelnden Mönch, für die Fälle, die wohl ohne das begünstigende Chaos so nicht geschehen könnten. Es ist die große Stärke der Autorin, dass sie viel Information vermittelt, viel Wissen aufzeigt, ohne dass es dem Leser so richtig bewusst wird. Sie erzählt große Geschichte "im Vorbeigehen". Und dennoch ist der historische Hintergrund mehr als bloßes schmückendes Beiwerk, sondern elemantarer Bestandteil der Geschichte

So gemächlich die Geschichte beginnt, so beeindruckend ist die Auflösung. Menschliche Dramatik ist auch hier die Würze der Geschichte, und auch wenn der aufmerksame Leser die Lösung hier eventuell schon etwas früher erraten kann, bleibt Ein ganz besonderer Fall genau das - ein besonderer Cadfael-Krimi, der genau wie alle andere Bände besonders empfehlenswert ist!

Ein ganz besonderer Fall

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Letzte Kommentare:
17.08.2009 16:17:29
tassieteufel

Der Krieg um den Thron zwischen Kaiserin Maud und König Stephen ist wieder aufgeflammt und während der Kämpfe um die umlagerte Stadt Winchester, wird das Kloster Hyde Mead bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Mönche Humilis und Fidelis finden Zuflucht in der Abtei Shrewsbury. Bald schon wird klar, das Bruder Humilis, ein ehemaliger Kreuzfahrer wie BruderCadfael, nicht gesund ist und mit verheerende Verletzungen ringt, die ihm im heiligen Land zugefügt wurden und auch Bruder Fidelis gibt Rätsel auf, kümmert sich der stumme Bruder doch aufopferungsvoll um den schwer Verletzten. Das beschauliche Leben in der Abtei kommt vollends durcheinander, als ein ehemaliger Gefolgsmann von Bruder Humilis erscheint und den Mönch um die Hand seiner ehemaligen Verlobten bittet, denn wie sich herausstellt, ist die junge Frau verschwunden.
Nachdem Humilis das Verlöbis wegen seiner Verletzungen löste und ins Kloster eintrat, wollte die junge Frau ebenfalls ins Kloster eintreten. Nun stellt sich heruas, daß sie nie dort ankam und alle Beteiligten vermuten das Schlimmste.
Dieser Teil der Cadafel Reihe ist eher beschaulich, ein Krimi der so ganz ohne Mord auskommt und leider agiert Bruder Cadfael hier auch mehr im Hintergrund, erst im letzten Viertel kommt er dazu, sein unvergleichliches Gespür einzusetzen und den Fall mit Hilfe ihm Getreuer so aufzulösen, das es für alle Beteiligten gut ausgeht.
Als geübter Krimileser und nat. Cadfael-Kenner durchschaut man den Fall auch schon recht früh, trotzdem tut das der Geschichte keinen Abbruch, denn wieder einmal gelingt es Ellis Peters wunderbar, ihr Figuren und deren Gefühle und Beweggründe so hervorragend zu schildern, das man sich mitten im Geschehen fühlt.

Fazit: ein etwas anderer Cadfaelkrimi als bisher, etwas beschaulicher als die anderen Teile aber durch Ellis Peters unvergleichliches Erzähltalent ist die Geschichte wie immer ein Genuß.