Drood

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2009, Titel: 'Drood', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Ein dramatisches Eisenbahnunglück führt Charles Dickens und Wilkie Collins an die Abgründe ihres Lebens

Buch-Rezension von Bettina Weiß Aug 2009

Kurzgefasst:

London im Juni 1865: Bei einem dramatischen Eisenbahnunglück finden etliche Menschen den Tod. Unter den Überlebenden ist der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit, Charles Dickens. Doch nach diesem Ereignis ist Dickens nicht mehr derselbe: Wie besessen macht er sich auf die Suche nach einem mysteriösen Mann namens Drood. Aber wer oder was ist Drood wirklich? Und kann es sein, dass Charles Dickens in seinen letzten Lebensjahren zum kaltblütigen Mörder wird?

 

Am 09. Juni 1865 entgleist in der Nähe der Stadt Staplehurst der Tidal Train, der London mit der Kanalküste verbindet. Bei diesem Unglück finden zahlreiche Menschen den Tod oder werden schwer verletzt. Unter den Reisenden ist auch Charles Dickens, der bekannteste Schriftsteller Englands. An der Unfallstelle begegnet Dickens einem mysteriösen Mitreisenden namens Drood, der ihm fortan nicht mehr aus dem Kopf geht. Wieder zurück in London ist Charles Dickens nicht mehr derselbe. Er unternimmt zahllose Ausflüge in die Londoner Unterwelt und verhält sich auch sonst ganz sonderbar. Sein Kollege und Freund Wilkie Collins, ebenfalls ein bekannter und geachteter Schriftsteller, vermag sich die Veränderungen seines Freundes nicht zu erklären. Er ist fasziniert und erschrocken zugleich. Dickens scheint wie besessen von diesem Drood und befindet sich auf der Suche nach ihm. Doch welche Anziehung geht von diesem Mann aus, und handelt es sich bei diesem Wesen tatsächlich um einen Menschen ?

Ein komplexer Roman über Freundschaft, das London des 19 Jahrhunderts, die Schriftstellerei und vor allem Charles Dickens und Wilkie Collins

Dieser Roman ist so vielschichtig wie umfangreich. Er ist eine Biographie, denn der Erzähler des Romans ist kein Geringerer als Wilkie Collins selbst, er vereint aber auch die Elemente eines Psychothrillers mit einem Schuss Mysterie einerseits und eines historischen Kriminal- oder Abenteuerromans andererseits. Im Mittelpunkt stehen zunächst das Eisenbahnunglück und Charles Dickens. Im Laufe des Romans verschiebt sich der Fokus aber immer mehr auf Wilkie Collins und die Freundschaft und die Zusammenarbeit zwischen den beiden herausragenden Schriftstellern.

Nach 959 Seiten taucht ein staunender Leser aus dem nebligen London auf

Der sehr umfangreiche Roman gewinnt seine Spannung aus der Suche nach Drood und der Beziehung der beiden Schriftsteller zueinander. Besonders aus letzterer entwickelt sich eine schleichende Spannung, die den Leser zu fesseln vermag. Der Spannungsbogen verliert durch viele Wendungen und immer neue Aspekte zu keiner Zeit an Dramatik. Die Schilderungen der unterschiedlichsten Lebensverhältnisse im England des 19. Jahrhunderts sind wunderbar authentisch, als käme der Autor geradewegs aus dieser Zeit.

Auch die Sprache des Romans ist in wunderbarer Weise an die damalige Zeit angepasst und macht den Ich-Erzähler Wilkie Collins umso glaubhafter. Der Leser wird an verschiedenen Stellen immer wieder direkt angesprochen und so ganz en passant in die Handlung eingebunden. Ein Miterleben der Geschehnisse mit den Protagonisten stellt sich wie selbstverständlich ein. Nach weit über 900 Seiten sind dann alle losen Enden der Geschichte zu einem stimmigen und faszinierenden Abschluss geführt und der Leser blickt beeindruckt auf ein wunderbares Leseerlebnis zurück.

Die Ausstattung des Buches ist sehr gelungen. Den vorderen Einband zieren ein Bild von Charles Dickens und verschiedene Zeitungsartikeln zu seinen Werken. Der hintere Einband ist Charles Dickens gewidmet. Abgerundet wird der Roman durch ein Glossar sowie ein Personen- und ein Werkverzeichnis.

Insgesamt ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis, das zwar anspruchvoll ist, aber auch wunderbare Unterhaltung bietet und ein Abtauchen in eine andere Welt ermöglicht.

 

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Letzte Kommentare:
27.05.2010 22:39:37
tuetennueggel

Anfangs war ich sehr zwiegespalten, habe dem recht dicken Schinken aber eine Chance gegeben und es wirklich nicht bereut.
Das Gasbeleuchtete London, die Kultur der Gentlemen mit ihren Clubs und das literarische Leben der Zeit werden einfach grossartig beschrieben.
Besonders die zwischenmenschlichen Geschichten um Wilkie Collins und Dickens, ihr Konkurrenzkampf, das Herabschauen von Dickens aus Collins hat mir sehr gut gefallen.
Und die Suche nach Drood fesselt einen bis zum Schluss. Gibt es ihn wirklich? Ist er Einbildung? Wer weiss das schon.

Ich kann Drood nur weiterempfehlen.

04.12.2009 09:13:56
arthez

wer sich für die viktorianische Literatur interessiert wird hier seine helle Freude haben: Aus der Perspektive von Wilkie Collins wird seine Freundschaft/Eifersüchteleien/Rivalitäten mit Charles Dickens erzählt mit vielen Anspielungen auf beider Werk und ihre Privatleben. (Während des schmökerns ist es fast unmöglich sich nicht mit den Biographien der beiden zu beschäftigen

Eine gehörige Portion Phantastik ist mit dabei (noch stärker als bei \'Terror\'), man kann den Roman schwer einordnen: Histo oder Phantastik-Krimi; oder gleich ein Sittengemäde damaliger Zeit ?

Trotz der Dicke schnell weg zu lesen, da die Sprache doch sehr einfach gehalten ist, mein einziger Minuspunkt an der Schwarte.