Der Maler und das Mädchen

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2009, Titel: 'Der Maler und das Mädchen', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Madame Barbara de Blombergh und die unbekannte Schöne für des Kaisers Gemälde

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Jul 2009

Kurzgefasst:

Regensburg im Jahr 1546: Rätselhafte Todesfälle versetzen die Stadt in Angst und Schrecken. Immer sind es Mädchen, die tot aufgefunden werden. Plötzlich bekommt die junge Barbara Blomberg Hinweise, dass die Morde etwas mit ihr und dem Maler zu tun haben, dem sie Modell sitzt - und dass Kaiser Karl das nächste Opfer sein könnte.

 

Schwierige Zeiten für Kaiser Karl V.

Eine Zeit des Umbruchs, inmitten des erstarkenden Protestantismus - Streitigkeiten zwischen Kaiser Karl V., Franz I. von Frankreich, Heinrich VIII. von England um die Vorherrschaft in Europa - sowie die Bedrohung durch das osmanische Reich unter Süleyman I. Das ist das politische Szenario, das Angelina Bauer bei ihrem neuen Roman Der Maler und das Mädchen als Kulisse dient.
Die Autorin betrachtet das Leben der Barbara Blomberg, einer einfachen Schöngürtlerstochter von Regensburg aus einem ganz neuen Winkel. So ist sie nicht die - wie uns die Geschichtsschreibung berichtet - verführende, etwas verruchte Sängerin in einem Gasthaus, welches vom Kaiser zum Reichstag in Regensburg besucht wird und wo sich die beiden kennen und lieben lernen, sondern eine wohlbehütete und gut erzogene Bürgerstochter, die den Kaiser anhimmelt und vergöttert.

Dabei ist Barbara Blomberg und der Kaiser nur einer von mehreren gleichwertigen - aber der einzige geschichtlich wahre - Erzählstrang des Romans. Dazu kommt der titelgebende Maler, der ein Gemälde für den Kaiser schaffen soll: Ein Portrait eines hübschen jungen Mädchens, um das Auge und das Herz des Kaisers zu erfreuen, sowie eine Verschwörung protestantischer Anhänger, die zum Ziel hat, den Kaiser zu beseitigen.
Wie nun das alles zusammengeht, erzählt Angeline Bauer gekonnt und in farbenprächtigen Bildern.

Liebesgeschichte, Kriminalroman oder historische Erzählung?

Sehr ausführlich schildert Angeline Bauer das Leben ihrer Protagonisten in ihrem Umfeld. Ob es nun das Haus des Stadtkämmerers und Kaufmanns Winkler, die Bürger- und Handwerkerfamilie Blomberg oder auch das Handwerker- und Künstlerhaus Zacharias ist, es ist sehr lebhaft in Regensburg. Die freie Reichsstadt wartet gebannt auf die nahende Ankunft des Kaisers. Angeline Bauer lässt ihre Leserschaft teilhaben an diesem historischen Bild; und es ist mehr als ein Bild, das sie uns zeigt. Es ist fast wie ein Film, der vor dem inneren Auge abläuft, so detailliert und gleichzeitig prägnant auf den Punkt gebracht ist die szenische Darstellung des Lebens in der Großstadt.
Ganz langsam beginnt der Roman und nimmt bis zum furiosen Finale immer mehr an Fahrt auf. Dabei legt sich die Geschichte niemals zwischen einer schönen Liebesgeschichte, einem spannenden Kriminalroman oder auch nur einer einfachen historischen Erzählung, fest. Der Maler und das Mädchen ist von allem ein bisschen. Und das ist bei der gelungenen Zusammenführung der Erzählstränge eine runde und schöne Sache.

 

Mit Olrig träumte ich mich fort, mit Meister Zacharias habe ich mich durch sein dunkles Innerstes gekämpft, an Ansgars Seite habe ich mich [...] verliebt, und mit Frau Wiltrud [...] habe ich gelitten.

 (Angeline Bauer)

Ein toller kleiner Roman für Zwischendurch

Mit 375 Seiten ist der vorliegende Roman eher kurz gehalten. Dank sehr gut ausgehaltenem Spannungsbogen ist der vielleicht anfänglich (zu?) langsame Einstieg höchstens ein kleiner Schönheitsfehler. Und so lässt sich das Buch doch gut in einem Rutsch durchlesen, erst recht, wenn man mal die erste Hälfte durch hat. Denn spätestens dann wird man bestimmt nicht mehr aufhören wollen. Zu spannend die Frage, wie es letztendlich ausgehen wird.

Der Maler und das Mädchen

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Letzte Kommentare:
28.08.2009 19:48:25
Dieter Walter

Angeline Bauer:

Der Maler und das Mädchen

Regensburg im Jahr 1546. Karl V. hat zu einem Reichstag in die freie Reichsstadt gerufen. Vorher sollen Religionsgespräche zwischen den Anhängern Luthers und denen der katholischen Kirche stattfinden. Die protestantische Reichsstadt unterliegt zu dieser Zeit einer Blockade, was das Leben darin unerträglich macht. Als die Religionsgespräche ausfallen, hat der Kaiser Zeit, sich in der Stadt und ihrer Umgebung umzusehen. Ihm fällt die junge Barbara Blomberg auf, eine Bürgerstochter, die dem Charme des alternden Herrschers erliegt und ihm später ein Kind zur Welt bringt.
Während dieser Zeit hat der Magistrat als Geschenk an den Kaiser ein Gemälde bei einem berühmten Meister in Auftrag gegeben, zu dem die bildhübsche Sarina, Barbaras Freundin, Modell stehen soll. Im Haus des exzentrischen Künstlers begegnet Sarina der Liebe ihres Lebens. Doch das Glück ist für die beiden jungen Frauen nicht ungetrübt – es geschehen geheimnisvolle Morde in der Stadt. Barbara und Sarina geraten in den Strudel der Ereignisse und befinden sich unversehens im gefährlichen Brennpunkt eines unglaublichen Komplotts.
Mehr will ich nicht verraten. Wenden wir uns der Kulisse zu. Normalerweise bin ich nicht begeistert, wenn in Romanen allzu viele Straßennamen genannt werden (da sie meist nur den Fleiß des Autors oder der Autorin dokumentieren), aber hier dienen all die Gassen und Plätze, Hofdurchgänge, Straßen und Tore der Veranschaulichung eines Labyrinths, das dem Muster der Handlung entspricht und es unterstreicht. Wir erleben anschaulich das Leben in dieser Stadt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und fühlen uns hineingezogen in dieses äußere wie innere Wirrwarr an Intrigen, Schmutz, Tratsch, Konventionen, Rücksichten, Vorschriften, Sitten und familiären Beziehungen, und Angeline Bauer führt uns sicher hindurch wie Ariadne mit ihrem Wollfaden. Die Handlung ist spannend, mit immer wieder überraschenden Wendungen. Die Autorin hat sorgfältig recherchiert und sich auch mit modernen Quellen auseinandergesetzt, was z.B. ihr Eingehen (im Nachwort) auf Dr. Marita Panzers bekanntes Werk über die historische Figur der Barbara Blomberg beweist.
Ich habe bereits einige Bücher von Angeline Bauer gelesen und auch zwei oder drei davon rezensiert – "Der Maler und das Mädchen" ist bei Weitem ihr bisher schönster und spannendster Roman. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen – es lohnt sich schon, die ganze Nacht dafür zu "opfern".