Luise - Königin aus Liebe

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • C. Bertelsmann, 2008, Titel: 'Luise - Königin aus Liebe', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Ein gelungenes und facettenreiches Debüt über Königin Luise von Preußen

Buch-Rezension von Birgit Borloni Jul 2009

Kurzgefasst:

Berlin, 24. Dezember 1793. Als die blutjunge Prinzessin Luise den Kronprinzen Friedrich Wilhelm in einer prachtvollen Zeremonie heiratet, feiert ganz Preußen das große Ereignis. Denn es ist eine Liebesheirat und die künftige Königin von außergewöhnlicher Schönheit. Mit ihrem Liebreiz erobert sie nicht nur rasch die Herzen ihrer Untertanen, sondern nimmt auch entscheidenden Einfluss auf die bewegte Zeitgeschichte. Der junge russische Zar Alexander I. himmelt sie an. Und Napoleon zwingt sie zur Flucht aus Preußen.

 

Als die Prinzessinnen Luise und Frederike von Mecklenburg-Strelitz den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und seinen Bruder Louis kennen lernen, ist erstmal noch nicht klar, wer wen heiraten wird. Während sich Frederike sofort in den Kronprinzen verliebt, ist dieser hin und her gerissen zwischen den beiden Schwestern. Luise hingegen fühlt sich zu einem Cousin Friedrich Wilhelms am meisten hingezogen. Der Bruder des Kronprinzen, Louis, schließlich interessiert sich für überhaupt keine der beiden Schwestern. Doch schließlich heiratet Luise Friedrich Wilhelm und Frederike den Prinzen Louis und für Luise beginnt ein bewegtes, aufregendes und oft schwieriges Leben am preußischen Hof...

Hervorragend geschrieben

Bettina Hennig ist mit ihrem Roman Luise - Königin aus Liebe ein hervorragendes Debüt gelungen. Sehr farbenfroh und facettenreich schildert sie das Leben der preußischen Königin von deren ersten Begegnung mit ihrem späteren Mann bis hin zu ihrem Tod. Allein die Sprache der Autorin ist dabei ein Genuss. Eindringlich und humorvoll zugleich schreibt sie oft Sätze über mehre Zeilen, manchmal sogar einen ganzen Abschnitt lang. Anfangs muss man sich als Leser erst daran gewöhnen, doch wenn man einmal in den Bann gezogen wurde, möchte man am liebsten gar nicht mehr aufhören. Zusätzlich bereichert es das Buch, dass Bettina Hennig ihre Protagonisten oft in ihren Heimatdialekten sprechen lässt. Dabei hat sie eine geschickte Balance gefunden, so dass die Dialekte nie störend auf den Lesefluss wirken, dabei aber doch so deutlich ausgeprägt sind, dass sie den jeweiligen Sprechern Charakter geben. Somit kann man als Leser leichter einen Bezug zu diesen Personen herstellen und sie nehmen deutlichere Formen an.
Überhaupt ist die Portraitierung der ganzen Haupt- und Nebenfiguren Bettina Hennigs große Stärke. Trotz der Vielzahl der handelnden Personen kommt keine Verwirrung auf, denn jede ist einzigartig. Mit viel Humor hebt die Autorin die kleinen und großen Schwächen hervor, so dass man als Leser die diversen Charaktere einfach ins Herz schließen muss.

Keine Verherrlichung Luises von Preußen

Auch wenn Luise schon zu Lebzeiten, aber vor allem nach ihrem Tod von vielen verehrt und zu einer Kultfigur stilisiert wurde, so zeigt sich in diesem Roman ein differenzierteres Bild ohne Verherrlichung und Verklärung. Bettina Hennig zeichnet ein Bild von Luise, mit all ihren guten und schlechten Eigenschaften, ohne zu beschönigen. Natürlich verliert Luise dadurch einiges von ihrer Glorie, denn sie ist beileibe nicht immer eine sympathische Person gewesen, doch das macht das Buch glaubhaft und authentisch. Es entsteht vor dem Auge des Lesers das facettenreiche Bild einer lebenslustigen, ja lebenshungrigen Prinzessin, die fernab jeder Etikette erzogen wurde und sich zunächst schwer tut, dem strengen Protokoll am preußischen Hof zu folgen, was einige Schwierigkeiten nach sich zieht. Zudem ist sie sehr Ich-bezogen, auf ihren eigenen Vorteil und ihr eigenes Vergnügen bedacht und genießt die Wirkung, die sie auf Männer hat. Somit wird auch die Ehe zwischen Friedrich Wilhelm und Luise nicht als ungetrübte, unsterbliche Liebe hingestellt. Zwar ist Luise ihrem Mann zugetan, doch es fehlt ihr etwas in ihrer Ehe, so dass sie nicht nur einmal einem Mann begegnet, der in ihr Interesse bzw. Gefühle weckt, die sie eigentlich nicht haben dürfte.
Das Talent der Autorin, erzählen zu können ohne zu bewerten, ist ein weiterer Pluspunkt, denn so kann man sich über alle Protagonisten seine eigene Meinung bilden, ohne das Gefühl zu haben, man würde in eine Richtung gedrängt werden.

Ungleiche Gewichtung der Lebensabschnitte

Als einziger Minuspunkt ist allerdings anzumerken, dass das Buch eine sehr ungleiche Gewichtung der Lebensabschnitte Luises aufweist. Die Zeit von der ersten Begegnung bis hin zur Hochzeit beträgt ungefähr neun Monate, nimmt aber über die Hälfte des Buches ein, so dass die restlichen Jahre ihres Lebens im kürzeren zweiten Teil untergebracht werden müssen. Daher finden sich im ersten Teil ein paar kleinere Längen, in denen man das Gefühl hat, das gleiche schon einmal gelesen zu haben. Besonders die Gedanken und Gefühle Luises wiederholen sich in diesem Teil immer wieder. Der zweite Teil hingegen ist temporeich geschrieben und reißt den Leser förmlich mit, denn die Begegnung mit Zar Alexander, die Flucht quer durchs Land vor Napoleon und das Treffen Luises und Napoleons in Tilsit sind spannende Ereignisse, die keine Langeweile aufkommen lassen und für die Längen im ersten Teil entschädigen. Natürlich ist die Zeit des Kennenlernens, der Verlobung und der Hochzeit einen wichtige und aufregende Zeit in Luises Leben, doch eine etwas straffere Erzählweise wäre nicht von Nachteil gewesen. Hundert Seiten weniger hätten dem Buch sicher nicht geschadet, ganz im Gegenteil.

Lobenswerte Gestaltung des Buches

Bei der Ausstattung des Buches hat sich der Goldmann Verlag Mühe gegeben. Bereits das Cover der Taschenbuchausgabe ist sehr ansprechend gestaltet. Hinzu kommen ein Stammbaum am Anfang des Buches, sowie ein ausführliches Nachwort der Autorin und ein Literaturverzeichnis, in dem man viele Anregungen für weitere Lektüren über Luise bekommt.

Insgesamt ist Luise - Königin aus Liebe ein hervorragender historischer Roman abseits des Mittelalters mit einer schönen Sprache, liebevoll herausgearbeiteten Protagonisten und viel Humor. Somit verzeiht man der Autorin die Längen im ersten Teil gerne und es bleibt nur zu hoffen, dass es von Bettina Hennig noch mehr auf dem Gebiet der historischen Romane zu lesen geben wird.

 

Luise - Königin aus Liebe

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Letzte Kommentare:
15.11.2010 15:22:06
anath

Das Buch ist im Aufbau ein wenig merkwürdig. Ein ganz, ganz großer Teil beschäftigt sich intensiv damit, wie sich Luise und Kronprinz Friedrich Wilhelm kennen lernen ,wie sie heiraten und welche Probleme sie in den ersten Monaten /Jahren ihrer Ehe haben. Hier wird sensibel, mit viel Gespür für Nuancen und auch mit Humor eine junge Dame vorgestellt, die so ganz und gar nicht meine Kragenweite ist. Das mag daran liegen, daß ich die gute Luise schon immer reichlich überbewertet fand und in ihr keinesfall die holde Lichtgestalt sah, als die bürgerliche Geschichtsschreibung sie oft darstellte.
Die Autorin bestätigt mit ihrer Beschreibung eher die Eindrücke, die auch ich bisher von Luise hatte und es kommt nicht wirklich etwas Positives hinzu. Knackpunkt ist dann ein Streit zwischen Luise und ihrer Schwester Friederike, der doch eine Änderung im Denken der jungen Königin bewirkt. Und das ist dann auch der Punkt, an dem ich meine eigene Haltung zu Luise überdenken konnte und an dem ich bereit war, ihr Zugeständnisse zu machen.
Dabei finde ich es sehr angehm, daß Bettina Hennig nicht der Versuchung erlegen ist, sich eine heldenhafte Kämpferin gegen Napoleon zusammen zu bauen. Schade allerdings, daß der zweite Teil letztendlich nur noch episodenhaft durch Luises Leben huscht. Hier hätte ich mir mehr Ausführlichkeit gewünscht. Gerade dann, nach diesem Umschwung im eigenen Denken, wird aus der Modepuppe Luise eine interessante Frau. Und wenn es auch im Buch deutlich wird , trotzdem hätte ich über diese Frau gerne mehr gewußt als das Buch hergibt.
Trotzdem : ein wunderbares Buch, toll recherchiert, mit schöner Sprache geschrieben.

10.07.2009 17:04:59
arno

"Luise", die Königin der Herzen von allen Preußen. Eine Romanbiographie die zu lesen Spaß macht, für mich als Preuße besonders. Sie ist nicht die klügste, aber mit ihren Charme hat sie die Untertanen ihres Mannes im nu um den kleinen Finger gewickelt. Sie wurde vom Zaren verehrt und auch von Napoleon. Der sie als gefährlich einstufte als er sie kennen lernte.