Das zweite Leben

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • , 2009, Titel: 'Das zweite Leben', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Vom Schicksal getrieben

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Jul 2009

Kurzgefasst:

1278: Die Macht des Kaiserreichs ist geschwächt, die Fürsten bestimmen die Richtlinien der Politik. Verbündete werden zu Feinden, Feinde zu Verbündeten. In dieser unruhigen Zeit verlobt sich Martin Chorus, ein junger Patrizier und Kriegsheld der Aachener standesgemäß mit der Tochter eines Aristokraten. Doch seine Liebe gehört einem Mädchen, das er noch nie gesehen hat. Als er Eva, der Frau seiner Träume, jedoch wider Erwarten eines Tages gegenübersteht, vergeht er sich in einem Rausch befremdlicher Gefühle an ihr. Von nun an wird Martin von schweren Schuldgefühlen geplagt, zumal er nachträglich noch erfährt, dass er in jener Nacht nicht nur ein Kind gezeugt, sondern Eva unwissentlich auch noch anderweitig schweres Leid zugefügt hat. Sowohl Martin als auch Eva heiraten, aber Martin verliert Eva niemals aus den Augen und folgt ihr wie ein Schatten. Bis er eines Tages eine zweite Chance erhält.

 

Günter Krieger wählt ein zugleich spannendes als auch schriftstellerisch heikles Thema für seinen neuen Roman Das zweite Leben aus.
Die Geschichte handelt um das Jahr 1278, als das Kaiserreich geschwächt ist und die Fürsten im Land mehr und mehr das Sagen haben. Sie versuchen, ihren Einfluss auf Kosten ihrer Nachbarn zu vergrößern, während der Kaiser selbst zu schwach ist, um wirkungsvoll einzuschreiten. Und so werden aus braven Aristokratensöhnen mit den besten Aussichten gefeierte Helden, die aber so gar nicht mit dieser Rolle zurecht kommen bzw. zurecht kommen wollen.

Martin Chorus ist einer von ihnen. Er heiratet standesgemäß eine Aristokratentochter, muss aber in den Krieg zwischen Erzbischof von Köln Siegfried von Westerburg und Herzog Johann I. von Brabant ziehen. Seine Liebe gehört aber nicht seiner Frau Irene, sondern einer schönen Unbekannten, die Martin noch nie in seinem Leben gesehen hat. Bei der Siegesfeier der Aachener über die Kölner lernt Martin aber seine Traumfrau kennen. Um sie vor dem Schicksal zu beschützen, als Kriegsbeute der Aachener zu enden, muss er sich jedoch an ihr vergehen. Eine Tat, die ihn selbst sehr bestürzt und die ihm ein Weiterleben in seinen gewohnten Bahnen unmöglich macht.
Martin will seiner Ehe entfliehen, sein Opfer wiederfinden und seine Tat sühnen. Als er eines Tages die Chance hat, seinen Tod vorzutäuschen, nutzt er das und beginnt so etliche Jahre später sein zweites Leben.

Eva, seinem Opfer von damals, begegnet er, verschweigt ihr zunächst aber, dass er damals ihr Peiniger war. Eine folgenschwere Entscheidung, die weiterhin einen Schatten auf seine Seele wirft und dafür sorgt, dass sich Martin nie sicher sein kann, ob ihn nicht irgendwann seine Vergangenheit einholt. Und dann gibt es noch die alte Wahrsagerin, die orakelt hatte, dass Martin von einer Pilgerfahrt nicht zurückkehren würde, obwohl er seinen Seelenfrieden doch so gerne durch eine Wallfahrt wiedererlangt hätte.

Der Autor begibt sich auf eine schmale Gratwanderung

Sicherlich ist es für keinen Autoren einfach, über eine Liebe zu schreiben, deren Anfang durch eine Schändung ihren Lauf nimmt. Eine Gratwanderung, im besonderen, wenn dann möglicherweise noch eine Rechtfertigung folgt. Dies unterlässt Günter Krieger aber dankenswerterweise, indem er einfach nur über die Empfindungen von Martin schreibt. Letztendlich wird dann jeder Leser selbst entscheiden müssen, ob dieser Vorfall und alle daraus resultierenden Ereignisse plausibel dargestellt sind oder nicht.

Ein gut ausgestatteter Roman mit allem, was man sich wünscht

Günter Krieger lässt seine Figuren gekonnt zum Leben erwachen. Die innere Zerrissenheit von Martin ist sehr überzeugend geschildert und mit den äusseren Parametern, die ihn zu seinen Handlungen veranlassen, ganz hervorragend verwoben. Auch die Gegenüberstellung der anderen erfundenen Figuren mit den historischen Persönlichkeiten und Fakten der damaligen Zeit, sind schlicht eindrücklich und wohlgeraten. Und so entsteht ein kolossales Werk, das primär durch sein Sittengemälde besticht, aber auch einiges an historischen Ereignissen widerspiegelt.

Der Verlag Fredebold und Fischer, jetzt Edition Fredebold, hat mit dem Roman Das zweite Leben als Hardcover für günstige 16,95 EUR inklusive einem Personenregister, einer Landkarte um Merode und einem toll gestalteten Buchcover gute Arbeit geleistet. Die Fans von Hardcover-Büchern wird es freuen.
Ein toller Roman, der sich vor den Genre-Größen nicht zu verstecken braucht und speziell jene Leser, die im Rheinland zu Hause sind, besonders ansprechen dürfte. Kein Wunder, ist doch der Autor Günter Krieger selbst in Langerwehe zu Hause. Das historische Merode, wo ein Großteil des Romans spielt, ist heute eine Teilgemeinde von Langerwehe.

 

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