Die Nonne und die Hure

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2009, Titel: 'Die Nonne und die Hure', Originalausgabe

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Birgit Stöckel
Roman mit netter Idee schlecht umgesetzt

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Jun 2009

Kurzgefasst:

Venedig 1560: Nachdem ihre Eltern bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen sind, findet die lebenshungrige Celina in einem Kloster Zuflucht. Doch hinter den Mauern gehen merkwürdige Dinge vor. Rauschende Feste werden gefeiert, Morde geschehen. Mit Hilfe eines jungen Deutschen gelingt es ihr zu fliehen. Da taucht ein Mann mit einer Totenmaske auf, und ein erster Mordanschlag auf sie scheitert knapp ...

 

Der dritte Roman von Christa S. Lotz ist im Venedig des 16. Jahrhunderts zur Karnevalszeit angesiedelt. In dieser Zeit treffen die junge Nonne Celina und der Deutsche Christoph zufällig aufeinander, doch bald befinden sie sich mitten in einem Kriminalfall: Es werden junge Nonnen, denen alle ein Löwe irgendwo auf den Körper eingebrannt ist, ermordet aufgefunden. Celina, die nach dem vermeintlichen Tod ihrer Eltern von ihrem Onkel gegen ihren Willen in ein Kloster gebracht wurde, wird zudem von einer seltsamen Gestalt mit einer Totenmaske bedroht und flieht schließlich aus dem Kloster. Christoph hält sich in Venedig auf, um verbotene Bücher der Lutheraner und Calvinisten, die er aus Deutschland hierher geschmuggelt hat, verbreiten zu lassen. Gemeinsam machen sich die beiden daran, den Fall aufzuklären.

Blasse und konturlose Romanfiguren

Eigentlich hat dieser Roman alles, was einen historischen Krimi interessant macht: Einen potenziell spannenden Plot und zwei unterschiedliche, potenziell interessante Protagonisten. Leider ist die Umsetzung nur in Teilen gelungen.

Die Hauptpersonen bleiben, mit Ausnahme von Celina, alle ziemlich blass und konturlos. Man erfährt wenig bis gar nichts über ihre Hintergründe und die Motivation ihres Handelns. Hin und wieder entsteht sogar der Eindruck, dass manche der Figuren nur dann immer wieder auftauchen, wenn es ansonsten keine glaubwürdigen Gründe für die nächsten Ereignisse gäbe, ohne dass diese Figuren ansonsten eine große Rolle spielen.

Einzig über Christoph und seine Hintergründe erfährt man etwas mehr, aber auch hier sind die Informationen sehr knapp gehalten. Man weiß zum Beispiel zwar, warum er bereit ist, sein Leben aufs Spiel zu setzen, um die Bücher nach Venedig zu schmuggeln, aber man erfährt leider nicht, ob und warum er von den Lehren Luthers und Calvins überzeugt ist.

Celina ist die einzige der Protagonisten, von der man sich ein Bild machen kann, da ihr genügend Raum eingeräumt wird. Sie ist eine lebenslustige junge Frau mit wachem Verstand, die unter dem Tod ihrer Eltern und dem erzwungenen Leben im Kloster sehr leidet und die die Doppelmoral unter den Nonnen sehr abstößt. Mutig nimmt sie die Nachforschungen um das Rätsel der toten Mädchen auf, doch leider benimm sie sich manchmal zum Verzweifeln naiv und ungeschickt. Immer wieder handelt sie unüberlegt und bringt sich dadurch natürlich in große Schwierigkeiten, aus der sie sich meist nur mit der Hilfe anderer befreien kann.

Die ersten ein, zwei Mal ist das durchaus noch glaubwürdig, doch dann spätestens weiß man als Leser, dass wieder eine Gefahr für Celina bevorsteht, wenn sie anfängt, auf nichts und niemanden zu hören und auf Biegen und Brechen ihren eigenen Kopf durchzusetzen. Zudem laufen diese Gefahren und die Befreiung Celinas daraus oft nach dem gleichen Muster ab. Auf Dauer wirkt das etwas ermüdend, vor allem, da alle Anstrengungen, Celina zu helfen, stets rasch und glatt gelingen. Wenn die Flucht aus den berüchtigten Bleikammern Venedigs so locker und leicht wie ein Spaziergang geschildert wird, dann wirkt das wenig überzeugend.

Immer wieder Logikfehler

Das Lesevergnügen wird zudem durch einige logische Fehler getrübt. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, wie wenn aus vier plötzlich drei Leute werden, die wohl dem Lektorat - wenn es denn eines gegeben hat - durchgeschlüpft sind. Andere hingegen können den Leser richtig verwirren: Es tritt zum Beispiel ein Ereignis ein, dessen Tragweite Celina augenscheinlich sofort begreift, zumindest an ihren Reaktionen gemessen. Einige Zeit später fasst sie die Ereignisse zusammen und jemand anderes legt ihr die Schlussfolgerung dar und Celina ist darüber so erstaunt, als wäre ihr das alles völlig neu. Solche Dinge stören den Lesefluss und verwirren den Leser immer wieder.

Zudem zeigt sich immer wieder die Vorliebe der Autorin, mit Hintergrundinformationen sparsam zu sein. Ab und an wird man als Leser vor vollendete Tatsachen gestellt, die einen überraschen. Diese Tatsachen sind nicht direkt unlogisch, doch sie wurden vorher mit keinem Wort angedeutet und man fragt sich erstmal verwirrt, warum und wann das denn nun passiert sei.

Es gibt auch ein paar positive Aspekte

Der Kriminalfall an sich wäre spannend und interessant. Man erfährt einiges über die Bigotterie der Kirchenleute, die immer wieder vorkam und über das zum Teil sehr weltliche Leben, das einige von ihnen führten. Als Leser hat man genauso viele Informationen, wie sie auch Celina und Christoph haben, sodass man immer miträtseln kann, auch wenn einem die Zufälle, die den beiden weiterhelfen, manchmal sehr groß zu sein scheinen. Leider wird diesem Teil der Geschichte etwas wenig Platz eingeräumt, da sich das Buch viel mit Celina und ihrer persönlichen Geschichte befasst.

Die Liebesgeschichte zwischen Celina und Christoph zumindest ist gut umgesetzt. Obwohl sich beide von Anfang zueinander hingezogen fühlen, ist es bei Weitem keine kitschige oder allzu vorhersehbare Entwicklung. Die unterschiedliche Auffassung der beiden zum Thema Liebe führt zu einigen amüsanten Dialogen über die Schriften Tullia D'Arragonas, die sich mit der platonischen Liebe beschäftigte, bei denen der Leser mehr als einmal schmunzeln muss.

Insgesamt gibt es zwar durchaus gelungene Ansätze in diesem Roman, aber die Umsetzung und die Art der Autorin, mit Hintergrundinformationen zu geizen, nimmt den größten Teil des Lesevergnügens. Zudem dürfte der eigentliche Kriminalfall zu wenig Raum einnehmen um Krimifans wirklich begeistern zu können.

Schade, aber es gibt deutlich spannendere und besser umgesetzte historische (Kriminal)Romane.

Die Nonne und die Hure

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Letzte Kommentare:
07.06.2011 13:55:38
Minz

Anhand des Klappentextes und einiger positiver Rezensionen bei Amazon hatte ich einen spannenden historischen Roman mit einem geheimnisvollen Kriminalfall erwartet, der gleichzeitig die Umstände und Probleme der damaligen Zeit an den gewählten Schauplätzen beleuchtet.

Was ich gelesen habe, war ein durchgehend unglaubwürdiges und dermaßen oberflächliches Buch, dass ich mich nach gut einem Drittel vor lauter Enttäuschung Seite für Seite zwingen musste, weiterzulesen.

Die Charaktere wirken flach und absolut unglaubwürdig, für die wenigsten ihrer Handlungsweisen kann ich auch nur ein Mindestmaß an Verständnis aufbringen, sie ergeben sich weder aus der jeweiligen Situation noch aus irgendwelchen anderen nachvollziehbaren Gründen. Die ganze Geschichte wirkt überhastet und unlogisch, ein einziges, großes Durcheinander ohne erkennbaren roten Faden. Die Handlung scheint nur aus übereilten Taten ohne Sinn und Verstand, deren Motivation für jeden logisch denkenden Menschen ein Rätsel bleibt, und (un)glücklichen Zufällen zu bestehen.

Am glaubwürdigsten ist noch die Beschreibung der damaligen Zustände in Venedig sowie die Verfolgung von Anhängern Luthers und derjenigen, die seine Schriften verbreiten, und somit das einzige, was mir am Buch einigermaßen gefallen hat.

Eine große Enttäuschung, schade!

04.01.2010 21:22:17
michelle

dieses buch hat mich leider- nach diesem sehr spannend klingenden titel und klappentext- sehr enttäuscht. ich konnte mich so gut wie gar nicht in die geschichte einfühlen und vieles passiert einfach zu plötzlich und ist genau so schnell wieder vorbei,zb wird sie innerhalb von einer guten halben seite ins gefängnis gesperrt und wieder befreit. schade,hätte man mehr aus diesen themen machen können...

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