Der Löwe und die Königin

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2009, Titel: 'Der Löwe und die Königin', Originalausgabe

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Sabine Bongenberg
Zu viele unwichtige Nebenhandlungen lenken vom eigentlichen Kern des Romans ab

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mai 2009

Kurzgefasst:

Berenguela, Prinzessin von Navarra, ist 25 Jahre alt, als sie erfährt, dass sie den englischen König Richard I. heiraten soll. Große Freude ruft diese Nachricht bei ihr nicht hervor, denn eigentlich hat sie nur einen Traum: Sie möchte als Ärztin kranken Menschen helfen. Doch das Schicksal will es anders und führt sie als Gattin des Königs bis ins Heilige Land. Ganz allmählich kommen sich die so unterschiedlichen Eheleute näher...

 

Berenguela von Navarra verfolgt ein großes Ziel: Die Gründung eines Hospitals, das nach dem Vorbild der Johanniter geführt werden und für erkrankte Pilger ein Ort der Heilung und Erholung werden soll. Leider schickt sich das für die Tochter eines Königs nicht, so dass sich diese Planung nur in der Verkleidung eines Medicus umsetzen lässt. Mittels dieser Rolle gelingt es ihr anfänglich, ihr ehrgeiziges Ziel voran zu treiben, doch ändert sich schlagartig alles, als sie bei einem verspäteten Heimritt ein Notquartier aufschlagen muss und dabei König Richard I. von England begegnet. Dieser durchschaut die Maskerade, verliebt sich schnurstracks in Berenguela, und da man die Wünsche eines Königs nicht ausschlagen kann, findet sich die widerstrebende Prinzessin alsbald auf dem Weg in das Heilige Land, um als Richards Braut diesem auf seinem Kreuzzug zu folgen. Auf dieser Reise muss Berenguela dann entdecken, dass die Liebe zur Medizin nicht das Maß aller Dinge ist, sondern dass auch ihr Mann Richard durchaus liebenswerte Züge aufweist. Einer harten Prüfung wird diese Liebe allerdings unterworfen, als Löwenherz bei der Rückkehr aus dem Heiligen Land plötzlich verschwindet und sich Berunguela - wieder in der Rolle des Medicus - auf die gefährliche Suche macht. Der Rest der Erzählung - nämlich Richards Befreiung und triumphale Heimkehr - ist natürlich Geschichte, aber auch hier halten das Schicksal, sowie die missgünstige Schwiegermutter, ein irrer Mörder, eine verlassene Verlobte und ein durchtriebener Bruder noch ein paar besondere Karten in der Hand, die das Glück des gebeutelten Paares gefährden können.

Weniger ist mehr

Hätte Susanne Stein sich darauf beschränkt, die Geschichte auf die abenteuerliche Entwicklung der 25jährigen Berenguela zu beschränken, deren Lebensziel durch den plötzlichen Aufstieg zur Königin von England durchkreuzt wird, so wäre ihr ein interessanter Schmöker gelungen. Leider verfolgte die Autorin aber noch das ehrgeizige Ziel, in diese Handlung verschiedene Verschwörungstheorien sowie den Nebenstrang über einen psychopathischen Mörder einzubauen. Dieses Vorhaben kann auf einer Seitenzahl von rund 460 Seiten natürlich nicht gelingen, und so kratzt die Geschichte nur an diversen Themen, ohne diese in der Tiefe zu berühren. Die Handlung springt von der Reiseerzählung der Heldin, deren Weg von der Beschaulichkeit Navarras in die Wirren und Gefahren des heiligen Landes führt, zu den Intrigen des englischen Königshofes, zu Geheimtreffen zwecks Vorbereitung einer Verschwörung und letztendlich zu den Untaten eines Psychopathen, der am englischen Hof sein Unwesen treibt. Leider tritt dabei der eigentliche Kern der Geschichte - die Entwicklung einer für ihre Zeit modernen Frau von dem selbstbestimmten Wunsch auf die Ausbildung als Medizinerin hin zur Rolle als Königin - vollständig in den Hintergrund. Der Leser wird vielmehr durch eine Vielzahl von Personen verwirrt, die letztlich für den eigentlichen Vortrieb der Handlung entbehrlich und somit schlicht überflüssig sind. Unnötig und ebenfalls störend ist auch der Nebenstrang, der einen irren Mörder in die Geschichte einführt und wieder einmal mehr beweist, dass der Mörder doch immer wieder der Gärtner ist.

Kein Salz in der Suppe

Zusammenfassend hat die Autorin hier aus diversen Zutaten einen Eintopf zusammengerührt, der sicherlich delikate Züge aufweist, aber in der Summe eben nur ein Eintopf bleiben kann. Insbesondere fehlt die eigentlich wichtigste Zutat einer gelungenen Liebesgeschichte, denn leider gelingt es Susanne Stein auch nicht, die entstehende romantische Bindung zwischen Richard und Berenguela glaubhaft vorzustellen. So muss letztendlich eine zentrale Frage einer Liebesgeschichte unbeantwortet bleiben: Was hat Richard eigentlich an der für ihre Zeit "alten Jungfer" gefunden?

Als Fazit bleibt daher: An einem kalten dunklen Winterabend kommt ein Eintopf nicht ungelegen, aber mehr als 60° verdient er dann leider auch nicht.

 

Der Löwe und die Königin

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Letzte Kommentare:
17.12.2010 10:51:53
EleonoreVonAquitanien

Ich kann mich Sandra nur anschliessen.
Ich finde die Darstellung von Eleonore im Buch einfach nicht in Ordnung. Sie wird da als böse Schwiegermutter dargestellt, die Berengaria das Leben schwermacht wo sie nur kann, als egoistische, berechnende Frau.
Die Darstellung von Richard und Berengaria hat mir allerdings gut gefallen...die Liebesgeschichte war schön geschrieben und romantisch...allerdings muss ich noch anmerken, dass schon ein paar historische Fehler drin sind.

Berengaria kannte Richard nämlich schon Jahre vor der Hochzeit, weil er mit ihrem Bruder Sancho befreundet war, und häufiger am Hof in Navarra weilte.
Deswegen ist es Unsinn...dass die beiden sich im Roman noch gar nicht kennen.

29.09.2010 22:42:40
Sandra

Ich habe schon einige Bücher über diese Epoche gelesen und mich eigentlich darauf gefreut. Die historischen Hintergründe sind korrekt, allerdings gefällt mir die Interpretation der Autorin gar nicht. Die Darstellung der Eliornore von Aquitanien hat mich schier verärgert. Das galt eigentlich für fast alle Charatkere. Mir gefiel das Buch leider gar nicht. Auch der Schreibstil, der wohl Spannung erzeugen soll, hat mich nur aufgeregt. Ich war nahe dran, aufzuhören, habe mich aber recht oberflächlich durchgekämpft.
Das Buch ist meiner Meinungnach für die damalige Zeit zu " modern" in den Dialogen. Auch wenn die Autorin Geschichte studiert hat, sollte sich sich besser auf Frauenromane spezialisieren. Wer ein fundiertes Buch erwartet, wird hier enttäuscht. Aber jeder hat andere Erwartungen und die meinigen wurden nicht erfüllt.