Die Seidenhändlerin

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2008, Titel: 'Die Seidenhändlerin', Originalausgabe

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Annalena Brix
Ein ereignisreiches Buch

Buch-Rezension von Annalena Brix Jan 2009

Kurzgefasst:

Como 1796: In den Wirren der napoleonischen Besatzung schlüpft Laura Bossi in die Rolle ihrer auf mysteriöse Weise verstorbenen Zwillingsschwester. Als erfolgreiche Seidenhändlerin muss sie sich nun mit Schmugglern und den Freiheitsgedanken der Zeit auseinandersetzen und findet im Tessiner Verleger Francesco Agnelli ihre große Liebe. Doch dann will man ihr den Mord an der Schwester an hängen...

 

Wer kennt nicht die heitere Komödie Das doppelte Lottchen von Erich Kästner? Ein schönes Buch mit vielen Verwechslungen um ein Zwillingspaar. - Zwillinge und Verwechslungen sind auch in Gabriela Galvanis Buch Die Seidenhändlerin wesentliche Motive, allerdings geht es weit weniger heiter zu und beginnt fast unmittelbar mit einem Todesfall.

Die Geschichte um Emilia und Serena Bossi beginnt 1797 in Wien, wo Emilia von einem geliebten Mann bloßgestellt wird und daraufhin ihre Stellung verliert. Lucia Agnelli, ebenso wie Emilia eine Italienerin, bietet ihre Hilfe an und gemeinsam reisen beide Richtung Italien. Emilia möchte dort erst einmal bei ihrer Schwester unterkommen, die in Como den Seidenhandel der Familie weiterführt. Doch Serena ist nicht unbedingt erfreut über den unerwarteten Besuch der Schwester, und die Zwillinge stellen schnell fest, dass sie sich über die Jahre entfremdet haben.
In der Nacht versucht sich ein betrunkener Verehrer Serenas Gehör zu verschaffen, bis Serena schließlich hinauseilt, um mit ihm zu sprechen. Am nächsten Morgen ist sie tot und wird für Emilia gehalten, deren Mantel sie trug. Die geschockte Emilia fiebert einige Tage und übernimmt danach aus Erklärungsnot und Sorge die Rolle ihrer Schwester.

Ungleiche Schwestern

Äußerlich gleichen sich die Zwillinge sehr stark, doch menschlich sind sie sehr verschieden. Als Emilia in die Rolle ihrer Schwester schlüpft muss sie sich teilweise sehr verstellen. Der Autorin gelingt es meistens, die Zerrissenheit Emilias dabei gut darzustellen. Manchmal scheint es verwunderlich, dass Serenas soziales Umfeld nicht hier und da etwas irritierter reagiert oder Emilia nicht schon früher ihr nahe stehende Menschen ins Vertrauen zieht. Trotzdem, man bleibt dran, denn die Geschichte nimmt den Leser mit, der sich immer wieder fragt, wie es weitergeht.

Mit Emilia geht es erstmal ganz gut weiter, denn es gelingt ihr, den Seidenhandel der Familie aufrecht zu erhalten und auch über schwierige Zeiten zu retten. Außerdem verliebt sie sich in Francesco Agnelli, den Bruder ihrer Freundin Lucia. Der ist aber bereits verheiratet und teilt zudem eine für Emilia undurchsichtige Vergangenheit mit ihrer toten Schwester. Abgesehen von den Verwicklungen zwischen Francesco und Emilia sind es die kleinen Erzählstränge am Rande, die den Leser an den Seiten halten wie beispielsweise der Verbleib von Serenas ehemaligem Verehrer aus ihrer Todesnacht. Sowie natürlich der historischen Hintergrund, die helvetische Revolution, die für die Romanfiguren einige Wendungen mit sich bringt.

Unterhaltsam lebendig

In der Liebe zu manch kleinen Details ist dem Buch deutlich anzumerken, dass die Autorin in ihrem Roman Zuhause ist. Nicht nur die historischen Details machen einen fundierten Eindruck, sondern auch die verschiedenen Beschreibungen von Orten und Einwohnern. Mit beidem bereichert die Autorin, die tatsächlich in Lugano aufgewachsen ist, ihr Buch. Die Erzählweise bleibt auf ganzer Linie lebendig und ist unterhaltsam. Hier und da wünscht man sich mehr Unerwartetes oder eine Weiterführung von Nebenhandlungen. Insgesamt gefällt das Buch und ist eine solide Lesefreude!

 

Die Seidenhändlerin

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Letzte Kommentare:
23.10.2014 13:42:01
venatrix

Dieses Buch aht mir sehr gut gefallen. Selten wird daran gedacht, dass auch die Schweiz von Napoloeon und seinen Truppern überrannt und dem französ. Kaiserreich einverleibt wurde. Gute getroffen ist die Schilderung der beiden ungleichen Schwestern, wobei die eine oder andere Kante beiden gut tun würde. Die Tatsache, dass Serena in frühen Jahren verheiratet war, trotz allem ihren Mädchennamen behält, aber mit Signora und nicht (wie Emilia) als Signorina angesprochen wird, verwirrt ein wenig. Ich musste die Stelle extra suchen und nochmals nachlesen.
Ein schönes Sittengemälde dieser Zeit, in der vieles nicht so ist wie es scheint.