Seraphim

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2008, Titel: 'Seraphim', Originalausgabe

Couch-Wertung:

85

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Birgit Stöckel
Ein spannender und vielschichtiger historischer Thriller

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Okt 2008

Kurzgefasst:

Nürnberg im Jahre des Herrn 1491 - Die junge Witwe Katharina Jacob arbeitet als Heilerin und schwebt in der Gefahr, als Hexe denunziert zu werden. Doch plötzlich sind all ihr Wissen und Können gefragt: In den unterirdischen Gängen der Stadt hinterlässt ein Mörder sezierte Leichen, denen Engelsflügel aus den Schultern wachsen. Als Katharinas Bruder auf diese Weise ermordet wird, stellt sie sich dem Dämon in den Weg und gerät in die Fänge eines Engels aus Flammen und Blut.

 

Nürnberg 1491: Die junge Katharina Jacob hat kein einfaches Leben. Bereits verwitwet versucht sie, sich ihren Lebensunterhalt als Heilerin zu verdienen, doch damit läuft sie immer Gefahr, als Hexe denunziert zu werden. Auch ihre eigene Krankheit, die sie als "melancholia" bezeichnet, quält sie schon ein Leben lang. Dass ihre Mutter nun mit dem Henker von Nürnberg verheiratet ist, macht die ganze Sache auch nicht besser. Doch dann wird die Stadt von einer Mordserie erschüttert. Allen Opfern ist gemein, dass ihnen Schwanenflügel an den Rücken geheftet wurden. Da das erste Opfer Katharinas Bruder ist, wird sie bald in die Untersuchungen hineingezogen. Ihr zur Seite steht Richard Sterner, ein junger Gelehrter, der heimlich Sektionen an Verstorben durchführt, um sein anatomischen Wissen zu vergrößern. Doch der Mörder ist geschickt und schließlich überschlagen sich die Ereignisse, als im Sommer große Teile der Stadt vom Wahnsinn befallen werden...

Brutale und fast übersinnliche Mordfälle

Kathrin Lange legt mit "Seraphim" einen spannenden, fesselnden und vor allem vielschichtigen historischen Kriminalroman bzw. Thriller vor.
Allein der Mordfall an sich ist spannend genug. Offenbar treibt ein Wahnsinniger in Nürnberg ein perfides Spiel, in dem er seinen Mordopfern Schwanenflügel anheftet, damit sie wie Engel wirken. Oder ist doch eine übernatürliche Macht daran beteiligt, wie einige Bürger glauben? Kathrin Lange gelingt es, von Anfang an Spannung zu erzeugen und diese auch mehr oder minder durchgehend bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Bereits recht früh wird klar, dass viele Personen an diesen Morden beteiligt sein könnten, so dass man als Leser nicht zu schnell auf die richtige Spur kommt. Geschickt versteht es die Autorin, nach und nach immer mehr preiszugeben, so dass man als Leser immer neue Vermutungen anstellen kann, diese immer wieder überprüfen und verwerfen oder beibehalten kann. Auch wenn sich gegen Ende dann abzeichnet, wer der Mörder ist, so geschehen noch ein paar überraschende Wendungen und die endgültige Auflösung erfolgt erst in einem sehr ereignisreichen Finale, in dem dann aber die Motive und Zusammenhänge glaubwürdig erklärt werden.
Allerdings muss erwähnt werden, dass sich die Autorin nicht scheut, die Brutalität der Morde deutlich hervorzuheben. Für etwas zartbesaitete Leser mag es an mancher Stelle vielleicht etwas zu blutig und heftig einhergehen.

Atmosphärisch dicht erzählt mit gelungen Protagonisten

Neben diesem spannenden Kriminalfall gelingt es Kathrin Lange auch mühelos, die düstere und furchtvolle Atmosphäre Nürnbergs in diesem Zeitraum einzufangen und dem Leser lebendig zu vermitteln. Außerdem erfährt man einiges über die damaligen gesellschaftlichen Zustände, die Verwaltung der Stadt, das Lochgefängnis und die ersten Anzeichen einer beginnenden, intensiveren Hexenverfolgung. Wohltuenderweise wird dabei aber nicht auf die böse Kirche eingeprügelt, sondern es gibt auch differenziert denkende Mönche, die ihren gesunden Menschenverstand zu benutzen wissen.

Die Figurenzeichnung ist der Autorin ebenfalls sehr gut gelungen. Es gibt keine strahlenden Überhelden, sondern jeder hat mit seinen Problemen und Schwächen zu kämpfen. Besonders Katharina ist keine herausragende Heilerin, die alle Krankheiten und Probleme mit Leichtigkeit lösen kann. Durch ihre Ehe mit einem Medicus hat sie einiges über die Heilkunst gelernt und kann auch einige Tinkturen und Tränke zubereiten. So bemüht sie sich in den Grenzen, die ihr gesteckt sind, anderen Leuten zu helfen. Sie selbst leidet unter der "melancholia", die sie immer wieder in Lethargie und tiefe Traurigkeit versinken lässt. Tief in ihrem Inneren befürchtet sie, diese Krankheit sei eine Strafe Gottes für eine große Sünde und das lässt sie immer wieder verzweifeln. Ebenso wie die Angst, Schuld am Tod ihres Mannes zu tragen. Diese Ängste und Selbstzweifel machen sie für den Leser sympathisch und glaubhaft. Auch die anderen Protagonisten, wie Richard Sterner, Sebald Groß oder die Brüder Hartmann und Johannes Schedel, haben ihre Geheimnisse und müssen gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen. Die Wurzeln dafür reichen bis in die Vergangenheit zurück und zum Teil sind sie mit den Ereignissen im Buch verknüpft. Diese persönlichen Probleme werden nach und nach aufgedeckt, Stück für Stück bekommt der Leser immer mehr Informationen, gerade soviel, um ihn immer neugierig bei der Stange zu halten.

Offener Schluss

Obwohl der Mordfall an sich lückenlos aufgeklärt wurde, bleibt am Ende vieles offen. Insbesondere die sich anbahnende Zuneigung zwischen Katharina und Richard und ihr weiteres Schicksal sowie eine überraschende Wendung auf den letzten Seiten, die alles in ein anderes Licht rückt, aber nicht weiter erklärt wird. Da mittlerweile bereits ein Folgeband erschienen ist, ist das natürlich ein geschickter Schachzug der Autorin, die Spannung und Neugier auf das nächste Buch zuwecken. Als Leser sollte man das jedoch wissen und entweder bereit sein, auch den zweiten Band zu lesen oder mit einem offenen Ende zu leben.
Eine kleine Karte von Nürnberg sowie ein Nachwort der Autorin runden diesen sehr gelungen, düsteren und atmosphärisch dichten Histo-Thriller ab.

 

Seraphim

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Letzte Kommentare:
13.06.2014 13:04:30
chatty1968

Vor einiger Zeit hatte ich mir das ebook besorgt, jedoch dem Buch keine weitere Beachtung geschenkt. Durch eine Lesechallenge habe ich beim Durchforsten des Readers dieses Cover entdeckt und plötzlich war ich mittendrin. Ich wollte einfach nicht mehr aufhören zu lesen.

Da ich sehr gerne historische Romane lese, war mir die Autorin auch nicht unbekannt und ich habe mich mit dem Schreibstil sofort zurecht gefunden.

Die Örtlichkeiten sehr gut und ausführlich beschrieben, die Protagonisten sehr detailliert dargestellt. So konnte ich direkt in die Welt von Katharina Jacob eintauchen.

Die Idee, die Leichen mit Engelsflügel auszustatten fand ich genial und gab dem ganzen Geschehen nochmal so richtig pepp.

Jedoch waren mir manchmal die Passagen zu lange, und auch die Wiederholungen ließen das Überblättern zu. Dennoch war mir bereits nach der Hälfte des Buches klar: Ich muss bedingt die Fortsetzung haben.

Und dieses wartet nun bereits auf mich.

09.11.2009 11:01:08
tassieteufel

Das Buch ist spannend geschrieben und läßt sich flüssig lesen, der Autorin gelingt es, das Nürnberg des 15. Jahrhunderts zum Leben zu erwecken, besonders gut geschildert ist die düstere Atmosphäre in der vom Wahnsinn befallenen Stadt, die sich stetig steigert bis hin zum fulminanten Schluß.
Katharina Jacob ist eine sympathische Hauptfigur mit all ihren Sorgen und Nöten und vor allem mit ihrer Krankheit,die sie sich selbst nicht erklären kann und deren Ursache sie am Ende doch immer bei sich selbst sucht, als Gottes Strafe für ihre Sünden. Dabei ist Katharina keine Überheldin wie in vielen historischen Romanen und ihre Selbstzweifel lassen sie nur um so glaubwürdiger erscheinen, ebenso wie ihr etwas zweispältiges Verhältnis zu ihrer Mutter nach deren erneuter Heirat.
Ein wenig als Manko empfand ich es aber, daß fast alle Hauptfiguren ein dunkles Geheimnis oder tragische Vergangenheit haben, angefangen bei Katharina mit ihrer Melancholia und ihrer tragischen Vergangenheit, über Richard, der sich die Schuld am Tod seiner Schwester gibt, bis hin zu den Brüdern Schedel und Sebald Groß, deren Vergangenheit auf tragische Weise verknüpft ist. All die Geheimnisse und Verwicklungen kommen zwar so nach und nach ans Licht aber insgesamt gesehen war es einfach zu viel, jeder hatte etwas zu verbergen und machte sich auf die eine oder andere Weise verdächtig, ich hab hier einfach mal einen ganz "normalen" Menschen vermißt. Der Spannung tut das allerdings keinen Abbruch.
Das die rätselhaften Engelsmorde mit einem oder mehreren der Hauptpersonen in Verbindung stehen, zeichnet sich recht schnell ab und das so viele als Täter in Frage kommen, ist sicher von der Autorin gewollt um so lange wie möglich die Identität des wahren Täters im Dunkeln zu lassen. Für mich persönlich zeichnete sich allerdings schon im letzten Drittel ab, wer der Mörder war, trotzdem gelingt es der Autorin am Ende, noch eine überraschende Wendung einzubauen, was die Auflösung der Morde betrifft, die ich so nicht erwartet hätte und die dem Ganzen eine ganz andere Dimension verleihen.Was allerdings das Ende des Buches in Bezug auf Katharina und Richard betrifft,so fand ich das Ende mehr als enttäuschend, viele Fragen bleiben unbeantwortet, gerade in Bezug auch auf Katahrinas Mann, während andere Dinge lang und breit erläutert wurde, wie die Motive des Mörders z.B. so blieb eigentlich völlig unklar, was mit Egbert passiert ist und das Ende ist derart offen, das man eigentlich nur annehmen kann, daß es noch eine Fortsetzung gibt in der diese Fragen geklärt werden. Dadurch schlägt man als Leser das Buch allerdings äußerst unzufrieden zu, da man das Gefühl hat, eine halbfertige Sache gelesen zu haben.

Fazit: spannende Krimiunterhaltung vor gut geschildertem historischen Hintergrund. Die Autorin versteht es geschickt, eine glaubwürdige Atmosphäre in der vom Wahn befallenen Stadt zu
aufzubauen. Der Mordfall wird zwar glaubwürdig aufgeklärt, aber ein großes Manko war für mich das ansonsten völlig offene Ende, was das Schicksal der Hauptfiguren betrifft.

11.01.2009 23:12:30
Daniel Herr

Ein überaus faszinierender Roman , bei dem die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten wird . Sehr wahrheitsgetreu was Straßennamen und Ortsteile , Kirchen oder Brückenbezeichnungen betrifft.Ich komme aus dem Nürnberger Raum kann dies daher ganz gut beurteilen. Man kann sich , durch die exakte Beschreibung der Schriftstellerin , jede einzelne Situation , jede Person oder jede Umgebung genauestens vorstellen. Ein sehr empfehlenswertes Literaturwerk.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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