Der Himmel aus Bronze

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2008, Titel: 'Der Himmel aus Bronze: Die Steine des Gorr', Originalausgabe

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Annalena Brix

Buch-Rezension von Annalena Brix Jul 2008

Kurzgefasst:

Als im kältesten aller Winter in den Wäldern des Gorr fünfzehn tote Männer gefunden werden, geraten die Dorfbewohner in Panik. Die Toten, aufgereiht wie zerbrochen Zweige, sind unerklärlicherweise mit Eis überzogen und ihre Augen fehlen.
Um mögliches Unheil abzuwenden, schickt der grausame Rhinn ausgerechnet den sechzehnjährigen Hayso, Wasser von der Quelle bei "Den Steinen" zu holen, einer geheimnisvollen Kultstätte.
Ohne Hoffnung lebend zurückzukehren, macht sich Hayso auf den Weg. Er ist ein Außenseiter, elternlos und durch seine schlechten Augen beeinträchtigt. Durch ein ausgeklügeltes Zählsystem kommt er unversehrt bei "Den Steinen" an.
Doch was er dort findet, ist weitaus rätselhafter als die fünfzehn toten Männer. Bald schon wird Hayso klar, dass er nicht zufällig hier ist: Er ist der Erwählte, der "Das Geheimnis des Himmels" finden muss, um es vor den Mächten des Bösen zu schützen ...

 

Unweit eines Dorfes werden fünfzehn tote Männer gefunden. Es sind Krieger, denen die Augen fehlen. Den Dorfbewohnern sind sie unbekannt und sie halten den Fund für ein schlechtes Omen, eine Warnung der Götter. Sie opfern einen der ihren, doch während der Opferung geschieht ein Unglück, der Wind wirbelt Asche in den Brunnen. Die Begegnung von Feuer und Wasser ohne einen Spruch bedeutet Übel. Um den Brunnen vom Übel zu säubern, wird Hayso, der als Nichtsnutz angesehen wird, ausgeschickt, um reines Wasser von der geheimnisvollen Quelle bei den Steinen zu holen ...

Mit diesem Ereignis beginnt der Roman, in dem Hayso seine Geschichte erzählt. Zu Anfang liegt Vieles im Dunkeln und Hayso ist kein Held, sondern im Gegenteil ein nicht sehr angesehenes Mitglied seines Dorfes. Er sieht nicht gut, ist eher unselbständig und hadert immerzu mit seinem Schicksal. Auf den Leser wirkt diese zentrale Figur in den ersten Kapiteln seltsam, schwächlich und wenig sympathisch. Doch die mysteriösen Ereignisse, die rätselhafte Kultstätte an den Steinen und die nebulöse Perspektive darauf erhalten die Neugier und man liest weiter.

Flucht und Aufbruch ins Ungewisse

Hayso kann zwar die Aufgabe erfüllen, flüchtet aber nach weiteren Ereignissen aus dem Dorf und schließt sich zwei Fremden an, die er an den Steinen trifft. Sie können sich kaum verständigen, doch Hayso beginnt zu lernen. Er begleitet die beiden Fremden, den weisen Omnaktar und seinen Schüler Wyschto, und lernt ihr Dorf kennen, das er verlassen muss, nachdem man ihm eröffnet, dass er "der Erwählte" sei. Gemeinsam mit Wyschto und einem weiteren Gefährten bricht er auf, ohne zu wissen, wohin seine Reise gehen wird.

Die Autorin schickt den Leser wie bereits zu Anfang weiter ins Ungewisse. Man lernt Hayso und seine Gefährten besser kennen und manchmal hat man fast das Gefühl, man würde ein paar Puzzleteile zusammenfügen können. Die Reise führt die kleine Gruppe in unbekannte Gegenden und man kann mit Hayso das Staunen über so viel Neues erleben. Der Roman aber bleibt dennoch nebulös, was ihn nicht weniger spannend macht. Die Himmelsscheibe von Nebra ist und bleibt ein Teil der Geschichte, der zwar immer mitschwingt, aber über den man weniger erfährt, als man erwartet hätte.

Ende und Anfang

Während Hayso das Geheimnis des Himmels sucht, lernt und erlebt er verschiedenste Dinge, gewinnt Erkenntnisse über die Welt und das Leben. Haysos Wissbegier steigert sich und er ist bemüht, von anderen immer mehr zu lernen. Er trifft auf einen großen Lehrmeister und bleibt immer auf der Suche nach dem Geheimnis des Himmels, der Himmelsscheibe, ohne genau zu wissen, welcher Spur er nachgehen soll.

Fast ist der Roman eine Erzählung einer Lehrreise. Auf jeden Fall ist er ein Crossover von Fantasy und Historie. Der Leser erfährt Spannendes über die Bronzezeit, den damaligen Aberglauben und Ritualkult. Das ewig Geheimnisvolle und die Traumbilder, die Hayso zwischendurch sieht, bilden fantastische Elemente in der Geschichte. Viola Alvarez hat ein reizvolles Buch geschrieben, das mitreißt, wenn man nach einem etwas kuriosen Beginn den Zugang dazu gefunden hat. Am Ende des Buches ist man neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte, die hier ganz klar noch kein Ende hat. Ein ungewöhnliches Buch, das gute Unterhaltung bietet!

Der Himmel aus Bronze

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Letzte Kommentare:
03.06.2009 22:24:10
Lexa

Eigentlich weiß ich nicht so recht, was ich von diesem ungewöhnlichen Buch halten soll. Ich hätte mir denken können, daß ich mit einem Fantasy-Roman nicht so richtig warm werde.
Die Beschreibungen der Umgebung ist etwas nebulös, die Charaktere gut beschrieben, die Wandlung des Hauptdarstellers Hayso glaubwürdig. Den Inhalt des Buches deute ich als Fingerzeig, es gibt immer zwei Seiten, ich muß mich nur entscheiden.
Die Erzählkunst streckenweise brillant, z.B. über die Liebe:
"Was passiert, wenn sich in dieser Welt zwischen zwei Menschen andere Welten auftun, solche, die die anderen nicht sehen können?
Siehst du, das er meine Narben nicht mehr sieht? Oder dass ich hinter seiner Stärke eine Zartheit sehe wie von Nebel oder wie von Tau? Siehst du, dass wir nur eins sind, wenn wir beide zusammen sind? Siehst du, dass es still wird um uns, auch wenn alles tobt, und brüllt, dass jeder Schmerz aufhört, auch der, den es schon lange nicht mehr gibt, wenn wir einander sehen?"

17.01.2009 20:27:26
anath

Dieses Buch hat mich sofort in den Bann geschlagen. Ich bin zwar nicht wirklich ein Fantasy-Fan und hatte auf einen historischen Roman spekuliert da laut einer Ankündigung die Himmelsscheibe von Nebra im Mittelpunkt stehen sollte - aber dieses Buch erzählt ein faszinierendes Märchen (mit Himmelsscheibe!;-)). Der Held Hayso ist nicht wirklich ein sympatischer Mensch. Zwar hat er anfänglich durchaus mein Mitgefühl da er mit seiner Behinderung aus der Gemeinschaft ausgestoßen ist und seine Anwesenheit nur widerwillig geduldet wird. Gleichzeitig wird aber deutlich, daß er diesen Status offenbar pflegt. Haysos Erkenntnis, daß nicht nur die anderen daran schuld sind, daß er ein "Nichtsnutz" ist, daß er selbst in vielen Situationen sich geweigert hat Nützliches zu lernen , diese Erkenntnis leitet einen Wandel ein.
Dabei vollzieht sich dieser Wandel sehr allmählich und erst ganz am Ende des Buches wurde mir bewußt, daß ich nicht mehr verächtlich über Hayso denke, daß ich ihm gute Seiten abgewinnen kann - obwohl seine Minderwertigkeitskomplexe mitunter etwas nerven.
Sprachlich bietet auch dieses Buch der Autorin eine Menge.Spannende Charaktere, bildhafte Beschreibungen und nachvollziehbare Handlungen zählen mit zu den Pluspunkten. Dabei schreibt Viola Alvarez nicht vordergründig kunstvoll, sie erzählt einfach ihre Geschichte.Aber sie erzählt wie Sheherezade : Ich warte gespannt auf den nächsten Band, so wie der Kalif auf die nächste Nacht.