Die Tochter des Alchemisten

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2006, Titel: 'The Alchemist's Daughter', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Auf der Suche nach dem ewigen Leben

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2008

Kurzgefasst:

England im 18. Jahrhundert: Intelligent und weltfremd ist die junge Emilie zu nennen, die in der Obhut ihres Vaters auf dessen Landsitz aufwächst. Sir John Selden unterweist seine Tochter in der Kunst der Alchemie, doch in Liebesdingen ist sie völlig unerfahren. Kein Wunder, dass sie dem Charme des attraktiven Aislabie erliegt, als er in ihr Leben stürmt.

Emilie ist betört von den Schmeicheleien ihres Verehrers. Die Warnungen ihres Vaters schlägt sie in den Wind. Als Aislabie heiratet und mit ihm nach London geht, verstößt der Vater Emilie. So sicher sie sich in der Welt der Wissenschaften zu bewegen wusste, so unsicher ist sie in der Gesellschaft der weltgewandten Freunde ihres Mannes. Überhaupt verläuft das Leben in London und ihre Ehe anders, als sie sich das vorgestellt hat. Allein und enttäuscht wächst in Emilie die Sehnsucht nach ihrem Vater. Als dieser stirbt, offenbart Aislabie seine wahren Absichten: Er will den Landsitz völlig verändern und droht alles zu zerstören, was Emilie kostbar ist. In ihrer Verzweiflung besinnt sie sich auf die Kunst der Alchemie ...

Hinweis der Redaktion vom 9. Juli 2008: Der Titel ist derzeit leider vergriffen, erscheint aber im November 2008 als Taschenbuch beim Droemer/Knaur Verlag.

 

Es ist eine seltsame Welt, in der die Halbwaise Emilie lebt. Ihr Vater Sir John Selden betreibt auf dem vernachlässigten Gut, zu dem die beiden Dörfer Selden Wick und Lower Selden gehören, ein Alchemisten-Labor. Schon früh unterweist er sein einziges Kind in Chemie und Alchemie. Emilie ist ihrem Vater sehr zugetan, obwohl er ihre Erziehung mit strenger Hand betreibt und ihr jeweils damit droht, sämtliche Unartigkeiten in einem Notizbuch festzuhalten. Die Rolle der verstorbenen Mutter nimmt die Haushälterin Mrs. Gill ein, die Emilie liebevoll umsorgt. Obwohl die intelligente Emilie sich nichts sehnlicher wünscht, als ihren Vater auf dessen Reise nach London zu begleiten, muss sie auf Selden Manor bleiben. Als die 19-jährige Emilie sich mit dem neuen Pfarrer von Selden Wick, Thomas Shales, anfreundet, reagiert Sir John Selden mit unerbittlicher Strenge und verbietet seiner Tochter den näheren Umgang.

Sehnsucht nach Liebe

Eines Tages, kurz bevor erneut eine Reise nach London ansteht, taucht der charmante Robert Aislabie auf Selden Manor auf. Er möchte mit Sir John Selden über Phlogiston sprechen, das in der Lage sein soll, Feuer zu beherrschen. Immer wieder hat Aislabie wertvolle Frachten auf den Schiffen durch Feuer verloren und erhofft sich nun von Sir John Seldens alchemistischen Studien, den Ausbruch von Feuer auf den Schiffen verhindern zu können. Emilie ist von dem Besucher sehr angetan. Während ihr Vater in London weilt, bekommt Emilie erneut Besuch von Aislabie. Reverend Thomas Shales warnt die im Umgang mit jungen Männern völlig unerfahrene Emilie vergebens:

Sie verliebt sich in den Charmeur und gibt sich ihm hin. Als sie feststellt, dass sie ein Kind erwartet, heiratet sie Aislabie gegen den ausdrücklichen Willen ihres Vaters und zieht mit ihrem jungen Ehemann nach London. Nach und nach erkennt Emilie, dass Aislabie nicht der Mann ist, für den sie ihn gehalten hat. Nach einer Fehlgeburt fühlt sich Emilie in London nicht mehr wohl. Sie kehrt für einen Besuch nach Selden Manor zurück, wo sie erfährt, dass ihr Vater inzwischen verstorben ist. Zutiefst verstört beginnt Emilie damit, die alchemistischen Studien ihres Vaters, der zuletzt auf der Suche nach einem Mittel war, welches das Leben verlängern soll, weiterzuführen. Als sie erfährt, dass Aislabie sie mit ihrer Zofe hintergangen hat, die ein Kind von ihrem Dienstherrn erwartet, wendet sich Emilie endgültig von ihrem Mann ab. Doch dieser hat andere Pläne. Er will Seldon Manor zu einem Luxus-Sitz für die Londoner Gesellschaft umbauen.

Witzig geschrieben

Katherine McMahon lässt ihre Protagonistin die Geschichte weitgehend selber erzählen. Die erfrischende und witzige Art, in der Emilie auf ihr Leben zurückblickt, macht es leicht, der zeitweise etwas trockenen Geschichte zu folgen. Durch die ungezwungene Art, in der Emilie als Erzählerin plaudert, wird nicht nur der desolate Zustand von Selden Manor sichtbar, sondern die verschiedenen Figuren bekommen ein Gesicht.

Es ist gut nachvollziehbar, dass sich Emilie, die trotz der Fürsorge von Mrs. Gill und der Arbeit ihres Vaters sehr einsam ist, in den charmanten Besucher verliebt und ihm schließlich zu Willen ist. Die Weltfremdheit des in Abgeschiedenheit aufgewachsenen Mädchens wird durch die Szenen in London augenfällig. Die Begegnung mit der feinen Gesellschaft wird für Emilie ein Spießrutenlauf, der dem Leser manches Schmunzeln und Kopfschütteln zu entlocken vermag.

Leise Töne

Obwohl ";Die Tochter des Alchemisten" sich auf den ersten Blick in das gängige Muster der Heldin, die sich gegen alle Feinde durchzusetzen kann, einzureihen scheint, hebt sich das Buch von der Masse deutlich ab. Es ist nicht die Naivität von Emilie, sondern die Tatsache, dass sich die Geschichte genau so zugetragen haben könnte, die das Buch der leisen Töne so reizvoll macht. Katherine McMahon zeichnet ein gelungenes Bild vom London des frühen 18. Jahrhunderts. Sie verzichtet darauf, ihre Figuren in klar definierte Helden und Bösewichte einzuteilen, sondern versucht, die komplexen Zusammenhänge des Lebens in dieser Zeit aufzuzeigen.

Dadurch hat das Buch dadurch einige Längen, die sich vor allem bei den Betrachtungen über Alchemie bemerkbar machen. Doch diese Längen schaffen es nicht den guten Gesamteindruck zu trüben. Die Geschichte bleibt zu jedem Zeitpunkt leicht lesbar, schon allein durch die Erzählführung.

Newtons Werk

Geschickt verbindet Katherine McMahon Emilies Geschichte mit dem Leben von Sir Isaac Newton, indem sie Newton Vorbild und Freund von Sir John Selden sein lässt. Dadurch bekommt der Leser einen Eindruck vom Werk Newtons und der Wertschätzung, die die Londoner Gesellschaft dem Wissenschaftler entgegen bringt. Es hätte aber durchaus noch etwas mehr Information über Newton sein dürfen.

Gut erklärt sind die alchemistischen Überlegungen von Sir John Selden. Ebenso die Studien von Reverend Thomas Shales, der die Leidenschaft von Emilies Vater teilweise teilt, sich jedoch ernsthaft mit Pflanzenkunde auseinandersetzt und nach Mitteln forscht, die den Bauern helfen sollen, ihre Ernten vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen.

Alles in allem ist ";Die Tochter des Alchemisten" ein unterhaltsames Werk, das sich durchaus zu lesen lohnt, auch wenn der Spannungsbogen letztlich etwas zu flach ausfällt. Besonders die Auflösung offener Fragen zum Schluss des Buches sorgt aber für manche Überraschung.

Hinweis der Redaktion vom 9. Juli 2008: Der Titel ist derzeit leider vergriffen, erscheint aber im November 2008 als Taschenbuch beim Droemer/Knaur Verlag.

 

Die Tochter des Alchemisten

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