Der Gott der Dunkelheit

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2004, Titel: 'The God of Chaos', Originalausgabe

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97

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Christina Wohlgemuth
Hochspannender historischer Thriller in der Gluthitze Kairos

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Jul 2008

Kairo, 1942. In der ägyptischen Hauptstadt sorgen nicht nur die sommerliche Hitze und der Wüstenwind für gereizte Gemüter. Nachdem die deutschen Truppen unter Erwin Rommel immer weiter voranpreschen, steht die entscheidende Schlacht um Kairo bevor. Die Briten unter Montgomery bereiten sich darauf vor, Kairo bis zum letzten Mann zu verteidigen. Inmitten des beginnenden Chaos muss Joe Quinn den Mord an einem Ausländer aufklären. Besonders brisant: die Leiche trägt das Zeichen des Gottes Anubis. Stecken politische Umsturzversuche dahinter? Oder versucht nur jemand, die wahren Hintergründe der Tat zu vertuschen? Quinn bleibt nicht viel Zeit, um den Mörder zu finden, denn seine Vorgesetzten sitzen ihm im Nacken. Und schließlich hat Quinn noch ein ganz persönliches Interesse daran, die Hintermänner der Tat zu fassen ...

Kriegsschauplätze sind nicht zum ersten Mal der Hintergrund für historische Krimis und Thriller. Kairo im Sommer 1942 bietet sich hierfür besonders an. Eine alte britische Kolonialstadt, die schon seit langem nach Unabhängigkeit von den britischen Kolonialherren strebt und die in der Gluthitze des Hochsommers glüht; eine Bevölkerung, die zu großen Teilen mit den heranrückenden Deutschen sympathisiert. Inmitten dieses explosiven Gemischs muss Joe Quinn, ehemaliger New Yorker Mordermittler, einen Mord aufklären. Rivalisierende Zuständigkeiten innerhalb des Militärs blockieren Quinn ebenso wie das langsam ausbrechende Chaos.

Ein intensiver Thriller, der den Leser ins Schwitzen bringt

Das exotische Klima in der ägyptischen Metropole verschärft nicht nur die Stimmung in der kurz vor der Belagerung stehenden Stadt, sondern hinterlässt auch einen tiefen Eindruck beim Leser. Bradby beschreibt die angespannte Atmosphäre derart intensiv, dass die Stadt selbst und ihr Klima aktive Rollen in der Geschichte übernehmen. Der Leser wird Teil der Geschichte, taucht in die Atmosphäre der damaligen Zeit ein.

Es ist die große Kunst des Autors, dass er sich einerseits Zeit für die Einführung der Figuren und ihrer Hintergründe nimmt, gleichzeitig den Leser aber direkt in die Geschichte hineinwirft. Ohne groß inszenierte Actionszenen gelingt es dem Autor, von Beginn an eine konstante Spannung aufzubauen, die kaum abnimmt, jedoch immer wieder Höhepunkte erreicht, bis sie auf das große Finale zusteuert.

Dreidimensionale Charaktere mit Tiefgang und spannende historische Details

Auch die Charakterzeichnung ist sehr gelungen: nicht nur Hauptcharakter Quinn, sondern auch die Nebencharaktere wirken dreidimensional, lebendig und aus dem Leben gegriffen. Schwarz-weiß-Zeichnung sucht man vergebens, und teilweise bleibt die wahre Motivation der Figuren im Dunkeln. In einer Zeit, in der der Krieg vor der Tür steht, sind Gut und Böse nur noch schwer voneinander zu unterscheiden.

Gleichzeitig erfährt der Leser noch einiges über das damalige Leben in Kairo. Das schwierige Verhältnis der einheimischen Bevölkerung zu den englischen Kolonialherren ist ebenso Thema wie die Sehnsucht nach Befreiung unter den radikalen Muslimen - notfalls auch mit Hitler. Während sich viele historische Krimis und Thriller sich über kurz oder lang entweder für die historische Rahmenhandlung oder den Krimi entscheiden, gelingt es Bradby, beide Aspekte in der Balance zu halten und dem Leser so ein kurzweiliges und dennoch intensives Leseerlebnis zu verschaffen!

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Letzte Kommentare:
10.04.2010 19:52:09
Stefan83

Wir schreiben den Sommer des Jahres 1942. Rommels Afrikakorps rückt unaufhaltsam auf Alexandria und Kairo zu. Der Fall ganz Ägyptens scheint nur noch eine Frage von Tagen. Während die englischen Kolonialherren und Militärs in der Hauptstadt ihre Flucht nach Palästina planen, hofft ein Großteil der Ägypter auf die lang ersehnte Freiheit.

Inmitten dieses brodelnden Hexenkessels aus deutschfreundlichen Demonstrationen und Razzien der Briten untersucht der Amerikaner Joe Quinn, Major bei der Royal Military Police, den Mord an einem britischen Offizier. Was auf dem Klappentext schon spannend anmutet, stellt sich im nachhinein als eine noch packendere Lektüre heraus.

Tom Bradbys "Der Gott der Dunkelheit" hat sich mit einem Schlag auf Platz eins meiner Agententhriller-Lieblingsliste katapultiert und als hervorragende Alternative zu Follett und Co. erwiesen. Und dies hat gleich vielerlei Gründe: Da ist zum einem der Schauplatz Kairo zu nennen, dessen kontrastierende Exotik und düster, orientalische Atmosphäre Bradby im Zeitgeist der 40er Jahre schlichtweg genial einfängt. Stellenweise fühlte ich mich hier unwillkürlich an Casablanca erinnert. Zum anderen überzeugt der Plot an sich. Obwohl sich "Der Gott der Dunkelheit" über immerhin gute 430 Seiten zieht, kommt an keiner Stelle ein Funke Langeweile auf. Schon nach wenigen Seiten hat einen die Story gepackt und aus dem scheinbar so klaren Mord aus Eifersucht, entwickelt sich für Quinn bald ein gewagtes Katz und Maus Spiel. Denn nicht nur er, sondern auch das Field Service, die Gegenspionage der britischen Armee, unter Leitung von Major MacLeod ist an dem Fall sehr interessiert. Dies und die Tatsache, dass Quinn immer noch unter dem Tod seines Sohn Ryans leidet, der ein Jahr zuvor von einem flüchtigen Jeepfahrer tödlich verletzt wurde, sorgt für zusätzliche Brisanz. All diese Ereignisse scheinen eng miteinander verbunden, so dass Quinn, und damit auch der Leser, bald nicht mehr weiß wem man eigentlich trauen kann. Kontinuierlich kommen neue Aspekte und Personen hinzu und geben dem Plot unerwartete Wendungen, die es einem beinahe unmöglich machen, das ganze auch nur ansatzweise zu durchschauen. Was bei anderem Büchern für totale Konfusion beim Leser sorgt, führt hier lediglich noch zum schnellerem Abknabbern der Fingernägel.

"Der Gott der Dunkelheit" ist einfach sauspannend und abwechslungsreich, so dass man schlichtweg nicht anders kann, als immer weiter zu lesen. Gegen Ende nimmt das Buch dann regelrecht dramatische Züge an, die sich in einem filmreifen Showdown entladen. Die letztendliche, sehr gelungene Auflösung sorgte bei mir für wohltuende Gänsehaut.

Insgesamt ist "Der Gott der Dunkelheit" ein fesselnder, abwechslungsreicher Agententhriller, der eingebettet in ein brisantes historisches Szenario, durch eine gelungene Atmosphäre, einen höchst intelligenten Plot und eine beeindruckende Vielschichtigkeit besticht. Ohne Zweifel das beste Buch, das ich seit Jahren in diesem Genre gelesen habe. Auf weitere Bradby-Übersetzungen ins Deutsche darf mehr als gespannt gewartet werden.

09.04.2010 20:26:59
Kom_Ombo

Eigentlich hat Bradbys Buch ganz stark angefangen und ich dachte nur, wow, der kann wirklich schreiben.

Doch das dicke Ende kam dann noch. Die Story begann sich zu ziehen wie Kaugummi. Ich habe wirklich gehofft, dass das Ende schnell kommt, wurde aber leider enttäuscht.

Ich habe mich wirklich durch die letzten Seiten quälen müssen und weiß eigentlich nicht wirklich, was da nun passiert ist und wer welche Rolle gespielt hat. Das Anreißen von diversen Protagonisten, ohne irgendeinen Hintergrund dazu, war ziemlich mau. Und die Auflösung um die Täter war so durcheinander, dass ich eigentlich nicht wirklich weiß, wer nun was verbrochen hat und wieso.

Meines Erachtens ist die Story aber in die Hose gegangen und mir fällt es sehr schwer, hierfür entsprechende Punkte zu geben.