Der Ritter der Königin

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2005, Titel: 'The Greatest Knight', Originalausgabe

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82

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Birgit Borloni
Ein Leben im Zeichen der Treue

Buch-Rezension von Birgit Borloni Mai 2008

Kurzgefasst:

England im 12. Jahrhundert: Für den jungen Adeligen William Marshal nimmt das Leben eine entscheidende Wende, als er der faszinierenden Eleonore von Aquitanien das Leben rettet. Fortan ist er Ritter in ihrem persönlichen Gefolge und Tutor des Thronfolgers. Doch in der Gunst der Königin zu stehen, ruft auch viele Neider auf den Plan. Und so muss einer der edelsten und loyalsten Ritter der englischen Geschichte im bewegten 12. Jahrhundert hässliche Intrigen erleiden, viele Kämpfe überstehen und mehreren Herren dienen - bis er endlich die Liebe seines Lebens finden kann...

 

Wie klingt ein Roman, in dem es um einen gutaussehenden Ritter geht, der mutig, unbedingt loyal und rücksichtsvoll und treu zu Frauen ist? Für den einen Teil der Leserschaft nach einem Buch, das unbedingt gelesen werden muss, für die anderen nach einer unglaublich langweiligen Story. Alle, die zur zweiten Fraktion gehören, sollten sich jetzt allerdings nicht gleich abwenden, denn Elizabeth Chadwicks Roman ist definitiv nicht langweilig.
Das liegt zum einen vermutlich daran, dass William Marshall, denn beim ihm handelt es sich um den gerade beschriebenen Ritter, eine historische Persönlichkeit war, von dem diese Eigenschaften zumindest zum Teil überliefert sind. Zum anderen liegt es daran, dass es die Autorin versteht zu Schreiben.

Der Ritter der Königin ist der erste von zwei Bänden über das Leben von William Marshall und spannt den Bogen von 1167, als William Anfang Zwanzig ist, bis 1194, als er fünfzig ist. Dabei versteht die Autorin es, die bewegte Zeit von damals vor den Augen ihrer Leser auferstehen zu lassen. Nachdem William bei einem Überfall für das Leben der Königin Eleanor einsteht und in Gefangenschaft gerät, kauft sie ihn frei und fördert ihn von da an. Er dient zunächst dem "jungen König" Henry, der noch zu Lebzeiten seines Vaters Henry II. zum König gekrönt wurde, danach dem "alten König" und schließlich Richard I., genannt Löwenherz.

Seine herausragendste Eigenschaft ist seine unbedingte Loyalität dem Herrscher gegenüber, dem er die Treue geschworen hat, ohne auf seinen persönlichen Vorteil bedacht zu sein. Natürlich wird diese Treue reich belohnt, so dass er bald einer der angesehensten Ritter des Königreichs wird, was ebenso natürlich Neider auf den Plan ruft und so manche Intrige gegen ihn entstehen lässt.

Spannende Erzählweise mit nur wenig Schwächen

Die politischen Gegebenheit, die Rebellion der Söhne König Henrys II. gegen ihn und untereinander, das Leben in der Normandie, die farbenprächtigen Turniere, die Aufstände im eigenen Land - das alles bringt Elizabeth Chadwick ihren Lesern interessant und fesselnd näher und lässt sie richtiggehend eintauchen in die Geschichte.
Allerdings ist gerade die erste Zeit, als William seinen Unterhalt als Turnierreiter am Hofe Henrys des Jüngeren in der Normandie verdient, nicht gerade ereignisreich. Auch wenn der flüssige Schreibstil der Autorin dafür sorgt, dass man die Seiten nur so weg liest, so wäre doch eine Straffung dieses Teils keinesfalls nachteilig gewesen. Im Gegenteil, so wäre noch Zeit bzw. Platz gewesen, etwas ausführlicher über Williams Pilgerfahrt ins Heilige Land und seiner Zeit in Deutschlands während seiner Verbannung von Hofe zu berichten. Auch wenn es darüber wenig Überliefertes gibt, wie die Autorin im Nachwort angibt, so ist es doch gerade das eine wunderbare Chance, der Phantasie Spielraum zu geben.

Die Figurenzeichnung bleibt teilweise hinter den politischen Begebenheiten zurück, doch findet sich immer jemand, der den Roman bereichert. Wie zum Beispiel die beiden Könige Henry, ebenso wie Williams Bruder John, der ein sehr interessanter, wenn auch nicht unbedingt sympathischer Charakter ist. William und später auch seine Ehefrau Isabelle de Clare sind hingegen sehr als Gutmenschen dargestellt. Auch wenn William sicherlich alle anfangs erwähnten Eigenschaften besessen haben mag, so hätte es dem Buch noch eine Extra-Portion Würze verliehen, wenn auch ein paar negativere Charakterzüge zu Tage getreten wäre.

Kleine Unstimmigkeiten in der Übersetzung

Zwei weitere kleine Kritikpunkte sind noch erwähnenswert, diese sind allerdings der Übersetzung und nicht der Autorin anzulasten. Zum einen ist der deutsche Titel etwas unglücklich gewählt, hat William Marshall doch hauptsächlich dem jeweils herrschenden König gedient und wird deshalb öfters als "Ritter der Könige" nicht "der Königin" bezeichnet. Zum anderen irritiert es, dass die Herrschernamen ins Deutsche übertragen wurden, alle anderen Namen aber nicht. So heißt es König Heinrich und Prinz Johann, während William und seine Zeitgenossen ihre englischen Namen behalten durften. Hier wäre definitiv eine einheitliche Wahl zu bevorzugen gewesen.

Insgesamt macht es Spaß, Der Ritter der Königin trotz der genannten Kritikpunkte zu lesen. Es eignet sich hervorragend zum Schmökern und vermittelt informativ und interessant das Leben des William Marshall.

Der Ritter der Königin

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Letzte Kommentare:
18.12.2011 09:51:14
portoroz

Nachdem ich das unlängst erschienene Prequel zur William Marshal Reihe "Das Banner der Königin" gerade gelesen habe, habe ich die beiden Folgebände noch einmal herausgekramt und mit großem Vergnügen erneut gelesen.
"Der Ritter der Königin" ist das mittlere Buch der Trilogie und für mich am besten und spannendsten geschrieben.
Viele der auftretenden historischen Personen sind packend und nachvollziehbar dargestellt.
Ein bißchen kurz kommt mir nur die Zeit in Palästina.
Alles in allem nach wie vor empfehlenswert und auch beim wiederholten Lesen nicht langweilig.

05.11.2011 17:24:48
Anke Rautengarten

Auch ich habe zu erst die Bücher von Frau Gable gelesen, die einen spannenden Einblick in das Leben dieser Menschen gibt. Auf der Suche nach weiteren historischen Einblicken bin ich auf Frau E. Cadwick gestoßen. Ihre Bücher sind sehr unterhaltsam geschrieben und es viel mir immer schwer sie aus der Hand zu legen. Am besten hat mir die Marshal - Saga gefallen. Wie ich beim rumstöbern heraus gefunden habe, hat Sie auch über seine Tochter Machel geschrieben, leider konnte ich nicht heraus finden ob dieses Buch schon übersetzt wurde?! Ich hoffe jedoch das dies eventuell noch geschieht und auch ihre neusten Bücher zu uns nach Deutschland kommen, da es doch recht wenige gut geschriebene Bücher über diese Zeit in England gibt mit Anlehnung an reale Personen.

06.01.2011 17:42:03
EleonoreVonAquitanien

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und ich hatte es innerhalb von drei Tagen verschlungen...mir gefiel auch wie Alienor von Aquitanien im Roman dargestellt wurde. Mir gefiel es, dass die Konflikte im Hause Plantagenet so ausführlich beschrieben wurden.
Außerdem habe ich durch das Buch viel Neues über den Marechal erfahren, was ich noch nicht wusste, beispielsweise, dass er als Kind als Geisel am Hof von König Stephen war....
Chadwick versteht es, historische Fakten mit spannender Fiktion zu verbinden, so dass der Leser gut unterhalten wird, und nebenbei auch noch viele historische Fakten vermittelt bekommt

06.01.2011 14:39:28
Sina

Ich habe alle 3 Bücher von E. CH. über William Marshal bzw. seinen Vater, über den im I. Teil der Buchreihe geschrieben wird.
Alle 3 Bücher habe ich in einem *Rutsch* gelesen und bin grösstenteils sehr angenehm überrascht, das es E. CH. geschafft hat mich mitzunehmen in die Zeit des Mittelalters.
Da ich ein ausgessprochener Rebecca Gable Fan bin habe ich natürlich diese 3 Romane an dem von R. G. gelesenen gemessen.
E. Ch. Schreibstil reicht bei weitem nicht an den faszinierenden von R.G. heran, aber trotzdem lasen sich die 3 Erzählungen flüssig und spannend.
Um einen Überblick über das Leben, Wirke, sowie Geschehnisse zu behalten, sollte man tatsächlich das erste Buch lesen ( Das Banner der Königin )
Jedenfalls habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

01.04.2010 09:29:18
Madleine

Auch ich bin begeistert und da das Buch gut recheriert ist, finde ich es noch faszienierender das auch die Geschichte uns lehren kann, daß die Tugenden für unsere Leben wichtig sind!
Einem Mann wie William Marshal dabei zuzusehen, wie er sich durch die Wirren und Intrigen des königlichen Hofes steuert und dabei im laufe der Zeit verschiedenen Herren dient, es aber dennoch schafft sich selbst, seiner Familie und seinem derzeitigen Herrn treu zu sein, verdient einfach unsere Bewunderung! Ein tolles Buch und ich freu mich schon auf die Fortsetzung!

07.02.2010 18:25:22
Carmen

Ich liebe diese Art von historischen Romane. In denen sich historische Tatsachen und Fiction mischen. Besonders wenn es sich um Könige und Königinnen im Mittelalter handelt. William the Marshall ist ein Held der Königen diente sich selbst aber immer treu blieb.
Ich habe dieses Buch an einem Tag verschlungen. Konnte es einfach nicht aus der Hand legen ;-).
Von mir 100 Punkte !!!!!!

27.04.2009 22:01:29
arno

Der Ritter der Königinist ausgelesen und wie ich erwartet habe, hat das Buch mir sehr gefallen. Als Ritter der nur seinem Eid folgt ist er als Person eine geschichtliche Besonderheit. Ge- nauso wie er nacheinander den Königen der Familie Plantagenet dient, die sich selbst untereinander nicht grün waren. Von mir gibt es dafür 92 Punkte.

11.10.2008 15:43:44
History18

Eigentlich kann ich mich meiner Vorrednerin toma nur anschließen. Eigentlich ist die Geschichte nett aufgebaut, allerdings fehlt ihr das gewisse Etwas das z.B. in Rebecca Gablés Büchern steckt. Zum Teil waren Strecken langweilig und auch ihr Stil ist manchmal eher holprig als fließend. Trotzalledem verdient dieses Buch 75 Punkte in meinen Augen, da es auch sehr schöne und spannende Teile gibt und ich es recht flüssig lesen konnte.

11.06.2008 22:03:44
toma

William Marshal, den seine Zeitgenossen "den Ritter der Könige" nannten, weil er Heinrich II von England und dreien seiner Söhne diente und für den unmündigen Heinrich III sogar die Regentschaft führte, ist der Held dieses Buches von Elisabeth Chadwick.

Da ich schon zwei Bücher über "den Marshal" besitze und gern soviel wie möglich über eine Person lese, hatte ich mich sehr darauf gefreut.
Die Autorin ist Mitglied von "Regia Anglorum", einer historischen Vereinigung, die das Leben der Menschen im Mittelalter erforscht und beschreibt, daher habe ich mit einem wirklich gut recherchierten Roman "gerechnet" und wurde in dem Punkt auch nicht enttäuscht.
Die historischen Fakten stimmen weitgehend und die handelnden Personen, neben Ritter William vor allem die königliche Familie der Plantagenet, die Machtkämpfe zwischen Vater und Söhnen, bzw. zwischen den Brüdern und die Rolle, die deren Mutter Eleonore von Aquitanien dabei spielte, sind sehr anschaulich geschildert.

Was mir an dem Buch aber nicht gefällt, ist der sehr weitschweifige, über manche Strecken sogar langweilige Stil.
E.Chadwick schreibt im Nachwort, sie habe sich bemüht, "die Geschichte zu straffen und nur auf die wichtigsten Ereignisse einzugehen". Was die historischen Fakten betrifft, mag das sogar stimmen. Marshals zweijähriger Aufenthalt im Heiligen Land wird z.B. gerade mal auf 4 Seiten abgehandelt. Die Autorin erklärt im Nachwort zwar, dass über diese Zeit nicht viel bekannt ist, aber ein bisschen mehr hätte sie DARAUS schon machen können, wenn sie Anderes dagegen bis ins Kleinste schildert.

Die unwichtigsten Details... jedes Turnier, jeder Helm, jedes Pferd, jeder Schwerthieb, jede Mahlzeit, jedes Kleidungsstück... werden
sehr ausführlich beschrieben und darunter leidet der "Lesefluss" doch ganz erheblich.
Ich habe noch nie für ein TB von 600 Seiten zwei volle Wochen gebraucht, aber ich musste mich zwischendurch immer wieder mal durch andere Lektüre ablenken.
Wenn William Marshal nicht wirklich eine sehr interessante Figur wäre, hätte ich das Buch wahrscheinlich gar nicht zu Ende gelesen.
Hier wäre weniger.. mMn so ca. 100 Seiten ... MEHR gewesen, aber SO kann ich dem Buch nur 80° geben.