Die zwölfte Nacht

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2008, Titel: 'Die zwölfte Nacht', Originalausgabe

Couch-Wertung:

98

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Volker Faßnacht
Ein Meisterwerk!

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Mai 2008

Kurzgefasst:

Die letzte Gemahlin von Heinrich dem VIII. ...

In den Wirren der Reformation in England kämpft eine starke junge Frau um Glück, Freiheit und die Liebe ihres Lebens!

England im 16. Jahrhundert. Die junge Catherine Parr hat zwei Herzenswünsche: Sie will eines Tages ein Buch schreiben - ein für eine Frau undenkbares Vorhaben! Und sie will Tom Seymour, ihren Freund aus Kindertagen, heiraten. Doch alles kommt ganz anders: Am Hof Heinrichs des VIII. geraten Catherine und ihr Liebster in den Strudel einer stürmischen Zeit. Freie Geister leben gefährlich in dieser Ära dramatischen Wandels, und so muss Catherine mit Klugheit und Geschick darum kämpfen, sich und Tom vor Kerker und Fallbeil zu bewahren...

 

Heinrich VIII. - ein genusssüchtiger Lebemann und Choleriker. „Geschieden, geköpft, gestorben, geschieden, geköpft, überlebt" heißt übersetzungsgemäß ein alter englischer Abzählreim, der seine sechs Ehen umschreibt. Die Autorin beleuchtet in einem der Handlungsstränge das Leben dieses einzigartigen glänzenden, aber auch grausamen Königs. Sie erklärt, warum er ganze Weltanschauungen und Staatsordnungen umkehrte, ohne dabei auf die möglichen Risiken durch die ihn umgebenden Reiche zu achten00. Seine Entscheidungen gehorchten nur einem Willen - seinem eigenen!

Charlotte Lyne setzt ihre Leserschaft zu Beginn am eigentlichen Ende ihrer knapp 40 Jahre umfassenden Erzählung aus. So erfährt man zunächst, wie die Geschichte ausgehen wird, nicht jedoch, wie es letztendlich so weit kommen konnte. Dies bleibt dem folgenden gut 600 Seiten umfassenden Roman vorbehalten, dessen Geschichte von Kate Suffolk in zwölf Kapiteln ihrem Patenkind erzählt wird.

Eine neue Kirche für das englische Königreich

Ein Umstand, der den Kritikern an der römisch-katholischen Kirche in England sehr entgegen kam, war, dass Heinrich VIII. unbedingt von seiner ersten Königin Catalina von Aragon geschieden werden wollte, weil sie ihm keinen Erben zur Welt bringen konnte. Der Papst wollte dieses Risiko - immerhin ein Affront gegen jegliche seiner anderen Verbündeten - nicht eingehen. Die Reformer in England taten dies jedoch gegen entsprechende Zusagen für eine eigene, neue anglikanische Kirche nur allzu gerne.

Da der König aber nicht aus Überzeugung diese neue Kirche in England gründete, sie für ihn stattdessen nur Mittel zum Zweck war, glich dieses Arrangement für die Reformer geradezu einem Pulverfass.

Catherine Parr und Thomas Seymour -
ein tolles Liebespaar

Sie wissen schon als Kinder, dass sie einander einmal heiraten werden, weil sie einfach füreinander bestimmt sind. Allerdings stellen sich Standesunterschiede und das Leben am königlichen Hof als schier unbezwingbare Hindernisse dar. Aber es gibt immer wieder die Zwölfte Nacht, eine Feier zum Ende der Weihnachtszeit, wenn die Heiligen Drei Könige Einzug halten und wo Vieles möglich ist. Und ein Versprechen besteht: „Unser Tag wird kommen".

Eine Geschichte zwischen Wohlfühl-Momenten
und eiskaltem Schauern

Drei Spuren - die Politik von Heinrich VIII., die Entstehung der anglikanischen Kirche und die Liebesbeziehung zwischen Catherine und Tom - werden von Charlotte Lyne in einzigartiger Weise nachgezeichnet und absolut stimmig verflochten - dank 20-jähriger Recherchearbeit. Die Sprache der Autorin ist pompös, blumig und verspielt, geradezu poetisch an manchen Stellen, wenn es die Situation unterstützt, aber auch brillant sachlich auf den Punkt gebracht, um die schwierigeren Sachverhalte der Historie der Leserschaft nahe zu bringen. Manche Textstellen wirken, als hätte die Autorin jedes einzelne Wort sorgsam abgewogen und gleich eines Blumenarrangements kunstvoll aufs Papier drapiert.

 

„Wie ein massiges Tier, ein Fabelwesen mit zahllosen Köpfen, bäumte die Menge sich auf. [...] , der Männerrücken vor ihr erwies sich als unüberwindliches Hindernis. Das Graubraun seiner Kutte verschwamm in Tränen der Enttäuschung."

Kindlich genial und einfach liebenswert naiv sind Textstellen, an denen Charlotte Lyne die Erklärungen der Erwachsenenwelt von Kindern nachplappern lässt. Durchaus auch Textstellen, die einen schlimmen Sachverhalt doch sehr geschmeidig erklären und die man dann gerne auch mehrmals liest:

 

„Hinrichtung, so hatte Guy, der Sohn des Stallmeisters, erklärt, ist, wenn sie einen vom Leben, dessen er nicht wert ist, einem gewaltigen, grausamen Tod zuführen. Da graust es einem Christenmenschen, und im Grausen reinigt es ihn."

Ihr gelingt es auch, nahezu vier Jahrzehnte ohne Längen oder größere Zeitsprünge darzustellen. Die Figuren sind allesamt lebensnah und liebenswert gezeichnet, egal ob sie nun gut oder böse waren oder auch einen Sinneswandel durchliefen. Charlotte Lyne gelingt es, auch das überzeugend darzustellen und zu erklären, warum es so sein musste.

Wenn man anfangs als nicht so erfahrener Leser der englischen Geschichte noch Probleme mit den vielen gleichlautenden Namen der Protagonisten hat, so legt sich das doch ziemlich schnell, weil es einfach gelingt, vollkommen in die Welt des englischen Hofes in der Renaissance des 16. Jahrhunderts einzutauchen.

Es gibt wohl nur wenige Romane, die solch ein großes Lesevergnügen wecken können und an Dramatik ständig zunehmen. Viele Geschehnisse des Romans sind sehr nahe an der überlieferten Geschichte dran und die wenigen dichterischen Freiheiten sind durchweg plausibel, so dass sie sich gut einfügen. Ein schöner Roman in schöner Aufmachung, denn verpackt sind die zwölf Kapitel in einem zwölf-strophigen alten englischen Weihnachtslied. Auch ein Glossar der verwendeten Begriffe, ein Personenverzeichnis, ein sehr ergreifendes Nachwort der Autorin und eine Danksagung gehören zur Ausstattung.

Ein gelungener Roman, wie auch die Leser der Histo-Couch bei der Wahl des besten historischen Romans 2008 schon festgestellt haben: „Die zwölfte Nacht" gewann den Titel.

Und schließlich findet sich der Leser auch damit ab, dass die Geschichte ihren tragischen, jedoch unausweichlichen Abschluss findet muss.

Die zwölfte Nacht

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Letzte Kommentare:
08.03.2011 20:09:31
maimonides

Auch wenn ich schon so einiges über die Tudorzeit und Elisabeth I. gelesen hat, ist das Buch an keiner Stelle langweilig oder zu langatmig. Im Gegenteil, manches hätte noch ausführlicher und intensiver sein können.

Frau Lyne schafft es, trotz aller bekannten Tatsachen und vorallem des bekannten Endes einen spannungsreichen Bogen von der Kindheit Cathrines und Toms bis hin zum Ende des Buches zu zeichnen. Das hat mich sehr beeindruckt. Diese Buch ist nicht zum schnellen Runterlesen. Wie reifen Wein sollte man jede Seite genießen.
Vor allem die Feinheiten in der Sprache zeichnen diesen Roman aus. Zum zweiten Mal (das erste Mal war bei "Die Lichter des George Psalmanazar" von Frau Dröscher) bei einem Roman hatte ich das Gefühl, daß es besser wäre Textstellen abzuschreiben oder mit Post-its zu kennzeichnen. Beide Autoren schöpfen wohl fast die komplette
Bandbreite der Sprache aus.

Viele Kleinigkeiten machen das Buch zu einem Genuß. Der Leser lernt viel und hat auch immer was zum Schmunzeln. Ein paar fallen mir so auf die Schnelle ein: Das Pult bricht fast unter dem Tantenhintern zusammen - allein die Vorstellung reicht. Da pfurzt ein Pferd in einem denkbar ungünstigen Moment - über die Stelle haben wir uns fast "kuglig gelacht".
Auf so eine Idee muß man an der Stelle erstmal kommen. Der Anbruch des Frühlings wird so plastisch beschrieben - man möchte selbst durch den Wald laufen und das Gras wachsen sehen, den Rhododendron beobachten wie die Knospen platzen. Für mich ist der Mai in Englands Wäldern mit den Blue Bells immer etwas besonders Schönes. In diesem Jahr
muß ich mich mal nach dem junigrünen Gras umsehen. Der Braten wird so gut beschrieben, daß einem das Wasser im Munde zusammenläuft.
Beim Lesen warten man förmlich auf diese "plastischen" Beschreibungen der Autorin.

Trotz der Traurigkeit die einem beim Lesen immer mal wieder überkommt, vermittelt das Buch einen imensen positiven Blick. Das Leben ist hart und schwierig - wen hat Henry VIII als nächstes auf dem Kieker? Diese Frage werden sich die Menschen zur damaligen Zeit wohl desöfteren gestellt haben.
Und doch genießen die Menschen auch das Leben. Der Wahlspruch der Seymours taucht immer wieder auf: "Unser Tag wird kommen" - immer bleibt die Hoffnung.

Es ist niemand nur schlecht oder nur gut. Jeder macht eine Entwicklung durch - natürlich auch immer im Rahmen und den Möglichkeiten seiner Zeit.

Cathie ist mit all Ihren Zweifeln und Fragen dargestellt. Sie möchte die neue Kirche, aber Sie wird auch rückfällig und will das Cranmer ihr die Beichte abnimmt. Sie ist immer auf der Suche nach Wissen und will ihr Buch schreiben. Aber sie zweifelt auch, ob sie gut genug ist.

Tom ist nicht nur der strahlende Held, der alles im Griff hat. Manchmal benimmt er sich ziemlich unmöglich und man möchte ihn durchschütteln. Sein Verhalten Anne gegenüber ist nicht richtig und Anne reagiert dann auch wie viele abgewiesene und erniedrigte Frauen - sie rächt sich irgendwann dafür.

Sie alle haben ein Ziel, eine Vision. Die einen wollen die neue Kirche und eine Bibel die jeder lesen kann. Sie wollen einen Gott mit dem man englisch reden kann.

Henry VIII. will einen oder am besten gleich mehrere männliche Erben. Die Rosenkriege sind noch nicht allzulange her und so kämpft er mit allen Mitteln um die Annulierung seiner Ehe. Auch seine teilweise unlogischen Reaktionen werden gut dargestellt. Bei manchen Szenen habe ich gedacht: ich steh in der Zimmerecke und beobachte das alles.

Mir gefällt auch die Darstellung von Catalina - sie ist keine schwache Frau und vor allem eine Frau die sich ihre Würde auch im schlimmsten Moment bewahrt.

Auch so "Schleimscheißer" wie Dudley wird hervorragend ausgearbeitet - man sieht ihn förmlich katzbuckeln.

Bei Cranmer habe ich immer nur gedacht - ein Buch nur über und mit ihm. Diese Figur "gelingt" Frau Lyne wunderbar. Sein Glaube, seine Zweifel und Selbstanklagen werden überzeugend dargestellt.

Toms Bruder Edward wird so überzeugend dargestellt, daß man seine Entwicklung nachvollziehen kann - auch wenn er letzten Endes eher "negativ" zu sehen ist. Ich mag keine Männer, die keinen "Arsch in der Hose" haben.

Viele Nebenfiguren komplettieren das Ganze. Toms Mutter erklärt Cathie wie sie Pottage kochen muß - sicher können solche Beschreibungen auch fehlen und es fällt niemandem auf, aber gerade diese Kleinigkeiten machen das Buch so lesenswert.

In Gedanken bin ich durch Hampton Court gelaufen - sicher kenne ich es nicht so gut wie Frau Lyne, aber doch gut genug um festzustellen, daß die örtlichen Gegebenheiten wunderbar beschrieben wurden. Nun war ich schon so oft dort und nach dem Buch war dann doch der Wunsch wieder da, nochmal hinzufahren und durch die Gärten zu streifen.
Ich höre meinen Mann förmlich rufen, die Küche - das ist das wichtigste. Nochmal im Weinkeller zu stehen und sich die Szene mit Cathie und Tom vorzustellen.
Dieser Buch verlangt nach mehr Informationen und nach mehr Sehen.

25.02.2011 18:46:30
Susannah

England im Sturm der Reformation. Catherine Parr wünscht sich ihr Leben lang nicht sehnlicher als zwei Dinge. Sie möchte ein Buch schreiben und mit Tom Seymor, dem rothaarigen Draufgänger, der die Frauen betört, heiraten. Obwohl auch Tom sie über alles liebt, gestaltet sich das Unterfangen als schwierig, den in Zeiten, in denen der falsche Glaube einen Hab und Gut und noch mehr kosten kann, werden die beiden Liebenden wie auf einer stürmischen See zueinander hin und wieder davon getragen, ohne Rast, ohne die Möglichkeit, inne zu halten. Doch am Horizont braut sich etwas zusammen, dass Catherine ein enormes Opfer abverlangen wird ...

Ich habe fast 6 Monate gebraucht, um dieses Buch zu lesen. Das ist ein halbes Jahr. Eine lange Zeit für eine Leseratte wie mich. Geschuldet ist dies dem Stress einer ersten juristischen Staatsprüfung.
Warum ich das erzähle? Weil es unüblich ist, über so lange Zeit an einem Buch dran zu bleiben, immer wieder in ihm versinken zu können, egal wie lange die letzten Seiten her sind. Die Charaktere sind so vertraut wie eh und je, egal ob Cathie und ihr Tom, egal ob Edward, seine Frau Anne oder Kate, die Herzogin von Suffolk. Einen intensive, blumige, romantische Sprache - aber auch ein gutes Auge und Gespür für die historischen Zusammenhänge. Der Autorin merkt man ihre Liebe und Leidenschaft für diese Epoche und diese Kirche an - und das ist gut so. Ein wundervolles Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte.

16.02.2011 16:33:54
Buchliese

Das Buch beschreibt das Leben der letzten Frau Henry VIII, Catherine Parr.
Charlotte Lyne gelingt es, den Leser am Leben der Catherine Parr teilhaben zu lassen, an ihrem Wissensdurst, ihrer Willensstärke zum Schreiben eines Buches und ihren Glauben, sowie an der bittersüßen Liebe zu Thomas Seymour. Die historischen Personen werden in der für Charlotte Lyne eigenen Art feinfühlig dem Leser nähergebracht. Für mich ein Lesegenuss an langen Winterabenden.

22.08.2010 16:51:15
Silke

Habe das Buch schon zweimal verschlungen.Ich habe bereits viele Bücher über die Tudors gelesen aber dies ist eins der Besten(obwohl der Charakter des Tom Seymour hier sehr verschönigt wird).Man erfährt viel über diese Zeit und ihre Personen und denkt sie tatsächlich zu kennen. Der Schreibstil ist wunderschön und fesselnd. Ein Dank an die Autorin ich werde auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen.

29.08.2009 12:09:58
Astrid B.

Ich interessiere mich sehr für die Geschichte rund um Heinrich VIII. und seine Frauen. (oder wie Tom Seymour ihn nett betitelt- Junker Tudor),
Charlotte Lynn hat die Geschichte so faszinierend und lebendig geschrieben, daß ich teilweise die Gerüche wahrnehmen konnte (was manchmal auch eklig war), einfach genial gemacht.
Nur sehr zu empfehlen. Danke dafür!!!!

11.01.2009 14:53:57
Hedwig

"Die zwölfte Nacht" war mein zweites Buch von Frau Lyne und das Thema ist ja nun wirklich bestens bekannt. Trotzdem hat es Frau Lyne geschafft, daraus ein tolles Buch zu machen, vor allem die religiösen Hintergründe sind umfangreich dargestellt und das Buch handelt von einer großen Liebe, die erst ganz zum Schluss und leider nur für kurze Zeit, Erfüllung findet.
Tolles Buch und für Fans der englischen Geschichte ein MUSS.
Hedwig

17.11.2008 13:46:19
Johanna

Was für ein schöner Roman!

Die Geschichte von Tom Seymour
und Catherine Parr vor dem Hintergrund der Regentschaft
Heinrich VIII hat mich sehr beeindruckt und berührt.

Charlotte Lyne hat einen ganz besonderen Erzählstil, der sich von anderen historischen Romanen unterscheidet.

Was soll man denn nach so einem
tollen Buch lesen?

Diese Geschichte wird sicher noch lange bei mir nachwirken.

11.11.2008 14:03:02
History18

Erst gestern habe ich dieses Buch zu Ende gelesen. Trotz einiger kleiner Längen ein sehr schönes Buch, bei dem man das Gefühl hatte die Charaktere lebensnah gezeichnet zu bekommen. Mich hat die Geschichte dieser Frau sehr berührt. Die "Beziehung" zwischen Catherine und Tom war sehr liebevoll dargestellt und absolut nachvollziehbar. Ich kann dieses Buch weiterempfehlen!

03.11.2008 22:04:18
Lexa

Es ist eines dieser wenigen Bücher, bei denen ich zum Ende hin immer langsamer lese, um den Schluß möglichst lange rauszuschieben.
Ausdrucksstarkes sprachliches Talent, anspruchsvolle Dialoge, die ich manches Mal mehrmals lesen mußte, um sie ganz zu verstehen, faszinierende Charaktere, mit viel Gefühl in den geschichtlichen Hintergrund eingebettete Geschichte, sorgfältig recherchiert, zeichnen dieses Buch aus. Das ich sicher nicht zum letzten Mal gelesen habe.

So stell ich mir historische Romane vor - bitte mehr davon!

20.10.2008 00:12:53
anath

Ich bin für dieses Buch sehr dankbar. Schon lange versuche ich, kritisch auf die offizielle Geschichtsschreibung zu schauen, mehr nach den Menschen mit ihren Stärken und Schwächen zu suchen. Nicht immer gelingt mir das. Manchmal weiß ich auch einfach zu wenig über eine bestimmte Person.
Und so war Catherine Parr für mich tatsächlich immer die Frau, es bis zum Schluß mit Henry Nr.8 aushielt ohne im Tower zu landen oder irgendwohin strafversetzt zu werden. Und eigentlich fand ich dies alleine schon immer als beachtliche Leistung für eine etwas angejahrte alte Jungfer.
Charlotte Lyne hat mir hier ein ganz anderes Bild gezeichnet, sehr viel umfassender, menschlicher. Sie hat mir den Zugang zu einer Person ermöglicht, die mir neben der bedauernswerten und eher schlichten Katharina von Aragon oder der ebenso bedauernswerten - dafür aber schillernden - Anne Boleyn bisher kaum einen Blick wert war und uninteressant schien.
Die Autorin hat es geschafft, die Charaktere für mich glaubhaft und greifbar zu gestalten, mit Gut und Böse , mit Wünschen, Hoffnungen und Ängsten. Sie hat geschafft, daß ich ihr ihre Version der Geschichte abnehme - auch wenn die Realität vielleicht an dieser oder jener Stelle anders war. Das große Bild scheint mir stimmig - und das ist es doch was zählt, oder ?
Ein Buch, das ich nur weiter empfehlen kann.

14.09.2008 20:16:16
Keera

Das Buch ist eines der schönsten historischen Bücher, die ich je gelesen habe. Die Handlung ist spannend, die Charaktere sind stimmig und liebevoll gezeichnet und die Sprache - ja, die macht das Buch zu etwas ganz Besonderem!

Zur HANDLUNG: Tom Seymour und Catherine Parr wissen schon als Kinder, dass sie füeinander bestimmt sind. Die eingeschränkten Möglichkeiten ihres Standes und das Leben im Dunstkreis von Heny VIII machen es ihnen jedoch sehr schwer, ihre Liebe zu leben. Aber die 12. Nacht, die Feier vor dem Festtag der Heiligen drei Könige ist die Nacht, die ihrer Liebe gehört.

Man erfährt viel über den GESCHICHTLICHEN HINTERGRUND, die religiösen und politischen Konflikte dieser Zeit und lernt Personen wie z.B. Thomas More, Henry VIII und seine Töchter Elizabeth I und Mary (Bloody Mary) kennen.

Die SPRACHE des Buches ist poetisch, die Bilder sind treffend, originell und wunderschön und es gibt viele Sätze, die man sich am liebsten sofort herausschreiben und an die Pinwand hängen möchte.

13.07.2008 17:45:18
trude

Wie soll ich es beschreiben.
Dieses Buch hat mich zum lachen und zum weinen gebracht.
Ich fand es herrlich zu lesen. Die Sprache ist blumig und verspielt, wenn es das Thema unterstützt und sachlich auf den Punkt, wenn es nötig ist. Man hat nicht den Eindruck Seitenlang an ein und dem selben Punkt festzusitzen ohne das die Geschichte weitergeht. Die handelnden Personen und Charaktere sind liebevoll und lebensnah beschrieben. Trotz häufig mehrfache vorkommender Vornahmen hat man keine Probleme die einzelnen Personen auseinanderhalten zu können. Man taucht ein in die Welt des englischen Hofes Mitte des 16. Jahrhunderts.
Mein Kompliment an die Autorin.

10.07.2008 19:23:15
MyLady

Ich fand den Roman hinreissend geschrieben! Wenn ich auch anfangs Probleme mit den Personen hatte (bin noch nicht so gewandt in der Englischen Geschichte) habe ich mich immer besser rein gefunden und die Parallele von Inniger, jahrewährender Liebe und der Entstehung einer großen Religion fand ich äußerst interessant. Nur wenige Romane konnten mein Lesevergnügen von Seite zu Seite so steigern und mein Fazit ist das dieser Roman an der Dramatik wächst und in ihr auch seinen wohlklingenden Ausgang findet. Großes Lob!

06.07.2008 12:06:21
bini

Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, es ist sehr interessant und fesselnd geschrieben.
Immer wenn ich das Buch aufgeschlagen habe, hatte ich das Gefühl ins 16. Jahrhundert zurück versetzt zu werden und einen kleinen Teil der englischen Geschichte „hautnah“ zu erleben. Ich habe mit Catherine gelacht und geweint.
Selten hat mich ein Buch berührt wie dieses, großes Lob an die Autorin.

01.06.2008 20:18:54
Margitta

Da ich mich schon seit einiger Zeit mit Heinrich VIII beschäftigt habe , habe ich keinerlei Probleme gehabt die Personen wiederzuerkennen.Durch eine schöne und mit leichter Hand geführten Liebegeschichte ist es auch sehr kurzweilig zu Lesen . Zudem bin ich wieder einmal froh, daß ich im Hier und Jetzt lebe.
Dieses Buch ist für jeden zu empfehlen ,der eine Liebesgeschichte und historische korrekte Information haben
will.
Das Buch hat auch einen süchtig machenden Faktor
Margitta

31.05.2008 16:27:40
toma

@Kerstin C.
Dass Du "vieles schon aus anderen Romanen" wusstest, liegt einfach DARAN, dass es sich bei "die zwölfte Nacht" um sehr gut recherchierte und nacherzählte TATSÄCHLICHE BEGEBENHEITEN, kurz gesagt GESCHICHTE handelt !
Und die war nunmal SO und ich bin Charlotte Lyne sehr dankbar, dass sie daran nichts Gravierendes verändert hat ;-)

Für mich als "Hobbyhistorikerin", kann es gar nicht genug verschiedene Bücher zu EINEM Thema/einer Person geben, denn gerade daraus "kristallisiert" sich dann mit der Zeit ein Bild, von dem ich annehmen kann, dass es in etwa der "Wahrheit" entspricht.

Ich habe auch schon vorher eine ganze Menge über Heinrich und seine Frauen gewusst, auch dass er die Anglikanische Kirche "gegründet" hat (was eigentlich gar nicht seine Absicht war).

Dieses Thema, schön verpackt in eine Rahmenhandlung, die auch für den historischen "Laien" GESCHICHTE leicht lesbar und interessant macht, war für mich das WIRKLICH spannende an dem Buch.
Hier wird geschildert, wie sich in wenigen Jahren nicht nur England, sondern ganz Europa verändert hat und ICH wollte das alles GANZ GENAU wissen.

31.05.2008 09:07:24
Kerstin C.

Solide geschrieben, aber auf Dauer leider doch nicht so fesselnd. Vieles wusste ich schon aus anderen Romanen, manches hätte ich so genau gar nicht wissen müssen und auch das Leitmotiv der 12. Raunacht erscheint mir über die Länge des Buches gestreckt, als zu überfrachtet.
Schade, mein Lesevergnügen war leider nur mittelgroß!

26.05.2008 21:00:19
toma

Ich möchte nur kurz anmerken, dass ICH (toma) den Kommentar geschrieben habe, und zwar unter meinem "richtigen" Namen (Rotraud), bevor ich mich mit meinem NICK registriert habe.
Meine GUTE Meinung zum Buch bleibt aber die Selbe ;-)

26.05.2008 15:23:12
Rotraud

England zur Regierungszeit Heinrich VIII, der gerade dabei ist, sich von seiner ersten Frau Katharina von Aragon zu trennen, weil er sich von Anne Boleyn einen Thronerben erhofft
Auf einem Gut in Wiltshire wachsen die Kinder des Sir John Seymour auf, von denen 3 in die englische Geschichte eingehen werden: Jane, als Heinrichs 3.te Ehefrau und Mutter seines Sohnes und ihre Brüder Eduard und Thomas.
Als Gast lebt für einige Monate auch die 6jährige Catherine Parr dort und damit beginnt die (zunächst fiktive) große Liebe zwischen ihr und Tom Seymour.....

Obwohl die Liebesgeschichte nicht GANZ stimmt...es ist nirgendwo zu finden, dass sich Catherine und Tom schon als Kinder gekannt haben...ist das Buch ansonsten sehr gut recherchiert. Die historischen Fakten stimmen und die Charaktere sind sehr liebevoll und treffend beschrieben.
Die Vielzahl der handelnden Personen könnte für geschichtliche "Laien" etwas verwirrend sein, aber ICH habe viele "gute Bekannte" wieder getroffen ;-)

Die Sprache von Charlotte Lyne ist sehr poetisch, wenn es um die Liebenden geht, vielleicht manchmal ein bisschen ZU poetisch...

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn ich bin "Hobbyhistorikerin" und die Zeit Heinrich VIII ist eines meiner "Interessengebiete". Ich habe wieder Einiges an Neuem erfahren und bereits Bekanntes bestätigt bekommen.
SO liebe ich HISTORISCHE ROMANE .... ABSOLUT EMPFEHLENSWERT