Das Geisterhaus

Erschienen: Januar 1984

Bibliographische Angaben

  • Suhrkamp, 1982, Titel: 'La casa de los espíritus', Originalausgabe

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Die junge Alba trifft beim Besuch des Hauses ihrer Ahnen auf den sterbenden Großvater Esteban Trueba. Anhand der Tagebücher ihrer Großmutter Clara beginnen beide, die bewegte Familiengeschichte zu rekonstruieren. Am Anfang der Geschichte steht die Verbindung zwischen dem Großgrundbesitzer Trueba und Clara de Valle, der Schwester der verstorbenen Verlobten Truebas. Er zeigt sich gegenüber seiner Familie und seinen Arbeitern als kompromissloser Patriarch. Ihm gegenüber stehen die Frauen der Familie: die hellseherisch begabte Clara und die Tochter Blanca, die sich in einen Anführer der kommunistischen Partei verliebt und auswandert. Trueba duldet die Beziehung nicht, er selbst kandidiert als Senator der konservativen Partei und unterstützt einen Militärputsch. Erst als seine Enkelin Alba in ein Konzentrationslager gebracht wird, begreift Trueba die Fehler seines Lebens.

 

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Letzte Kommentare:
27.09.2008 18:48:39
Stefan83

Familienepen. Ich gestehe, dass ich diesem Genre, nachdem man mich in der Schulzeit über Monate mit "Buddenbrooks" von Thomas Mann gequält hat, lange Zeit sehr skeptisch gegenüberstand. Auch dem "Geisterhaus" von Isabel Allende haftet, trotz seines unzweifelhaften Rufs als literarischer Klassiker, dieses Klischees des Kitsches an. Etwas dem ich nach der Lektüre dieses großartigen Buches nicht zustimmen kann und will. "Das Geisterhaus", Allendes bekanntestes Werk und Teil einer Trilogie, welche von "Fortunas Tocher" und "Porträt in Sepia" komplettiert wird, erzählt die Geschichte zweier Familien des chilenischen Großbürgertums von den 1930er Jahren bis zum Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht das Leben vierer ungewöhnlicher Frauen verschiedener Generationen, deren jeweiliges Schicksal stets mit der Karriere des Patriarchen und Großgrundbesitzers Esteban Trueba verwoben ist. Dieser heiratet, nachdem seine Verlobte früh verstorben ist, ihre hellseherisch begabte Schwester Clara. Anhand dieser zwei Personen und ihrer Nachkommen bringt uns Allende die Geschichte ihres Landes näher, wobei die Chronik der Familie zum Teil dem ihrer eigenen Biografie entspricht. Der 1973 erschossene chilenische Präsident Salvador Allende war ihr Onkel. Und wie auch Blanca, die Tochter Claras, so musste auch die Autorin aus dem von General Augusto Pinochet regierten Land fliehen. Diese Bezüge zur eigenen Biografie sind deutlich erkennbar, so dass sich Fiktion mit Realität vielerorts vermischt. "Das Geisterhaus" liest sich, trotz vieler bewegender, trauriger Passagen und dem epischen Aufbau sehr flüssig. Dies liegt unter anderem an dem toll pointierten Humor und Sprachwitz, der selbst bei düsteren Schilderungen zum Schmunzeln verführt und dem Werk mehr als nur einen Hauch von Tragik verleiht. Trueba, der störrische, tyrannische Macho, der sein Leben lang die konservativen Werte sowohl in der Familie als auch in der Politik verteidigt, ist dabei die Reizfigur des Ganzen. Unendlich hassenswert bleibt er doch stets nachvollziehbar und fungiert damit quasi als Fernrohr in die Vergangenheit Chiles. Das Böse wird hier nicht mystifiziert, sondern bekommt ein menschliches Gesicht. Eine Tatsache, die mich besonders im letzten Drittel, als der Militärputsch Pinochets geschildert wird, ergriffen und bewegt hat. Konzentrationslager, Massenerschießungen, Folter. All dies hat es gegeben, weshalb die erzählten Liebesgeschichten der Figuren, so dramatisch ihrer Ausgänge teilweise sind, durchweg glaubhaft herüberkommen. Mehr noch. Sprachlich fantasie- und kraftvoll gelingt es Allende, die dichte Geschichte von Liebe, Blut und Vorherbestimmung fesselnd umzusetzen. Mit diesem Roman hat sie nicht nur die weltweite Aufmerksamkeit auf die chilenische Geschichte gelenkt, sondern auch auf die Werke anderer lateinamerikanischer Autoren aufmerksam gemacht und das Genre des Familienepos mit neuem Anspruch wieder belebt hat. Insgesamt ist "Das Geisterhaus" ein unheimlich lesenswertes, traurig-schönes Buch, das besonders im letzten Drittel den Leser zu packen weiß. Ein literarischer Klassiker, der seine erhaltenen Lorbeeren durch die Bank verdient hat.

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