Der Büttel zu Cöln

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2008, Titel: 'Der Büttel zu Cöln', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Warum wurde der Spannungsbogen komplett vergessen?

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2008

Kurzgefasst:

Köln im Jahr 1271. Das "Haxenhaus" in der Nähe des Rheins ist ein gern besuchtes Wirtshaus - aber geht dort immer alles nach Recht und Gesetz zu? Der Büttel zu Cöln, Florian Grimm, vermutet einen Hort des Verbrechens, und tatsächlich entdeckt er im "Haxenhaus" ein "Rad der Fortuna". Dient es dem verbotenen Glücksspiel? Grimm will es selbst zur Auslosung von Zeugen benutzen. Dies tut er jeweils einmal in zwölf Monaten und lernt dabei Pilger und Huren kennen, Geistliche und Diebe und am Ende sogar die große Liebe.

 

Florian Grimm ist als Büttel erst seit kurzer Zeit in Cöln. Wir schreiben das Jahr 1271 und befinden uns überwiegend in einer stadtbekannten Gaststätte, dem unmittelbar am Rhein gelegenen "Haxenhaus". Hierhin zieht es Einheimische wie Auswärtige zum Haxenfleisch, selbstgebrauten Hopfenbier oder einfacheren Gruit. Als Grimm das "Haxenhaus" erstmals betritt, fällt ihm im hinteren Teil des Schankraumes ein großer Kasten auf, der ein Glücksrad enthält. Dieses zeigt genau 39 Zahlen und Karten, welche der Anzahl der Tische in dem Lokal entspricht. Doch der Wirt Bartholomäus Wille kann dem Büttel versichern, dass in seiner Wirtschaft nicht dem Glücksspiel gefrönt wird. Grimm beschließt eine Befragung der Gäste und wählt mittels des Glücksrades einen Tisch aus. Ist er mit den Antworten nicht zufrieden, so droht den Gästen eine strenge Befragung, andernfalls dürfen sie mit dem Freyzech rechnen und müssen für Essen und Getränke an diesem Abend nicht zahlen.

Bei seinem ersten Besuch zecht der künftige Graf von Kessel und Broich mit zwei Kumpanen im "Haxenhaus". Als es sich zu fortgeschrittener Stunde und nach etlichen Bieren am Brunnen des Gasthauses erfrischen will, fällt unabsichtlich sein kostbarer Siegelring in die Tiefe, was nur wenigen Gästen verborgen bleibt. In der Folgezeit kehrt Grimm immer wieder zum "Haxenhaus" zurück, um die Gäste zu befragen. Dabei fühlt er sich mehr und mehr zu der Schankmagd Elisabeth hingezogen, was sein Urteilsvermögen alsbald trübt. Schnell ist klar, dass im "Haxenhaus" dem Glücksspiel gefrönt wird, doch fürchtet Grimm, dass seine (noch) heimliche Geliebte den möglichen Schaden seiner Ermittlungen ausbaden müsste...

In jedem Kalendermonat besucht an einem Tag der Büttel Florian Grimm das "Haxenhaus" und ermittelt anhand des Glücksrades, welche Tischgäste er zu dem vermeintlichen Glücksspiel befragen soll. Vorab wird die jeweilige Tischgemeinschaft vorgestellt und so erhält man einen farbenfrohen Einblick in das Leben des Mittelalters. Mal geht es um die Entwicklung der Klostermedizin mit einigen seltsam anmutenden Rezepturen, ein anderes Mal um einen Rückblick auf den siebten Kreuzzug unter Führung von König Ludwig IX. Zumeist am Ende der jeweiligen Unterhaltung erscheint dann der Büttel, "dreht am Rad" und teilt den Betroffenen nach einer oberflächlichen Befragung mit, dass sie den Freyzech gewonnen haben. Prost! Nach zwölf Episoden ist der Roman zu Ende und hinterlässt die Frage, was das Ganze eigentlich sollte?

Einmal im Monat erzählen an einem Tisch die Gäste was sie gerade so umtreibt und immer mal wieder taucht in einem Halbsatz die Frage auf, ob denn der eingangs erwähnte Ring schon aufgetaucht sei. Spannend und packend ist das alles nicht und einen Büttel, der nicht ermittelt, braucht sicher niemand. Und außerdem: Wen interessiert es, ob in einer Kneipe illegal Glücksspiel betrieben wird? Ist das der Stoff aus dem gute Romane entstehen?? So hinterlässt der vorliegende Roman einen schalen Beigeschmack, denn der "rote Faden" ist vorwiegend das ständig wiederkehrende Treiben im besagten Wirtshaus. Sollte dieses hier gar als ungenannter Sponsor mitgewirkt haben? Wie dem auch sei, bereits in der Einleitung findet sich ein Hinweis auf dessen Internetseite.

Sieht man davon ab, dass jeglicher Spannungsbogen fehlt, so darf man das Buch dennoch gerne lesen, wenn man sich für das Leben im Mittelalter im Allgemeinen oder für die Domstadt am Rhein im Besonderen interessiert. Während der Gespräche der Gäste gibt es immer wieder "Blöcke", in denen die Autorin ihr historisches Wissen einfließen lässt. Sei es über das Stapelrecht, welches Cöln einst zu einer vermögenden Stadt machte (ebenso wie der blühende Reliquien- und Ablasshandel) oder das zentral gelegene Judenviertel. Cöln war in jener Zeit das geistige Zentrum des deutschen Judentums. Diese eingestreuten Passagen wirken aber oft wie ein Fremdkörper, da sie von der Romanform abweichen und zumeist den Charakter eines Sachbuches aufweisen.

Der Büttel von Cöln bietet viel Wissenswertes über die Stadt und zudem ordentlich Lokalkolorit - auch außerhalb der Gaststätte. Die Lebensverhältnisse im Mittelalter werden anschaulich wiedergegeben und so entfacht sich ein durchaus bunter Reigen. Allerdings trüben die genannten Schwachpunkte das Lesevergnügen nachhaltig. Bleibt der Autorin zu wünschen, dass in weiteren Fällen aus dem Büttel ein Ermittler wird und (Lese-)Spannung aufgebaut wird. So wie es eigentlich sein sollte.

 

 

 

 

Der Büttel zu Cöln

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