Die Spionin

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2008, Titel: 'Die Spionin', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Bei genauerem Hinsehen sind sie Meister der Täuschung ...

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2008

Kurzgefasst:

London, 1585: Als man die Diebin Alyson in den Tower bringt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch Francis Walsingham macht ihr ein unglaubliches Angebot ...

Alyson soll der Königin als Spionin dienen! Doch die Ausbildung ist hart, nicht nur, weil Walsingham jeden Fehler unnachgiebig straft. Eine Spionin darf niemandem vertrauen - und es ist ihr verboten, sich zu verlieben... Ihr abenteuerliches Leben führt Alyson in Hafenbordelle, aber auch in die Gemächer Elisabeth I.; sie sieht den Kopf Maria Stuarts fallen und muss ihr Leben riskieren. Doch das alles dient nur dazu, sie auf die größte Herausforderung vorzubereiten: In Spanien muss sie eine Möglichkeit finden, das Auslaufen jener Armada zu verhindern, die England erobern und London in Schutt und Asche legen will - die Stadt, in der auch ein ganz besonderer Mann lebt, den sie seit langem heimlich begehrt.

 

Beim Versuch sich und ihre Geschwister durchzubringen, gerät die 14-jährige Alyson zufällig in die Hände spanischer Spione. Daraus wird sie von Sir Francis Walsingham befreit. Er nimmt das Mädchen unter seine Fittiche und bildet Alyson zur Spionen im Auftrag der Königin Elisabeth I. aus. Immer wieder muss Alyson ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurückstellen, um der Königin zu dienen. Doch Alyson, die durch ihre Einsätze mehr als einmal in tödliche Gefahr gerät, bleibt Sir Francis Walsingham auch noch treu ergeben, als sie erkennt, dass er zu ihr nicht aufrichtig war.

Atemlose Spannung

Der Roman beginnt mit einer alltäglichen Szene auf Londons Straßen. Doch noch bevor der Leser merkt was geschieht, steckt er schon mitten in einer Geschichte, die immer wieder Sequenzen atemloser Spannung oder namenlosen Grauens bereithält. Corine Bomann lässt vor dem geistigen Auge eine Welt entstehen, die manches Zwielicht aufzuweisen hat. Ihre Heldin Alyson scheint die neun Leben einer Katze zu haben – doch meist sind es gutmeinende Freunde, die dem Mädchen im letzten Moment aus der Klemme helfen – und damit das Leben retten. Obwohl sie eine umfassende Ausbildung erhält und eine hervorragende Spionin ist, gibt es nämlich immer wieder Situationen, in denen Alysons Unreife und Jugend ihr einen Streich spielt und sie in Gefahr bringt.

Die Sprache, in der ";Die Spionin"; gehalten ist, ist eingängig und flüssig zu lesen und so bricht das Buch nicht ein einziges Mal ab. Die Figuren sind nur auf den ersten Blick einfach gestrickt, bei genauerem Hinsehen erweisen sie sich als Meister der Täuschung, Spione eben. Aber sie sind so gezeichnet, dass es leicht fällt sich mit ihnen zu identifizieren und sie zu mögen. Selbst dann, wenn sich herausstellt, dass Manches nur Schein und Trug war. Genau darin liegt auch die Stärke dieses Buches: Es nimmt die Leser mit auf eine gefahrvolle Mission. Und es schließt sie durch seinen Erzählduktus in die Handlung mit ein, sie können sich dem Geschehen nicht entziehen, fühlen sich unvermittelt selbst betroffen.

Eine neue Dimension

Corina Bomann gibt der Englischen Geschichte rund um die Herrschaft von Königin Elisabeth I. durch dieses Buch eine neue Dimension. Sie schildert Königin Elisabeth I. als herrische und launische Person, unternimmt nicht den geringsten Versuch, sie in einem sympathischeren Licht erscheinen zu lassen. Hingegen wird Maria Stuart als stille, freundliche Frau skizziert, deren Tod eine besondere Tragik aufweist. Und doch – so klar diese beiden Charaktere aufscheinen – nicht einen einzigen Moment lang ist man versucht, die Ereignisse beeinflussen zu wollen. Der Handlungsfluss ist stimmig und überzeugend.

Und doch bleibt ";Die Spionin"; da und dort zu lieblich, fehlt es etwas an Biss. Alyson schickt sich gar leicht in das Los einer Magd, kann problemlos vom Gebaren einer Hofdame auf jenes eines Küchenmädchens umschalten. Etwas, das ihr mit ihrem temperamentvollen Charakter schwerer fallen sollte, als geschildert. Auch öffnen sich ihr die Türen manchmal etwas zu einfach. Trotz allem ist ";Die Spionin"; schön zu lesen und durchaus ein Buch für vergnügliche Lesestunden.

Die Spionin

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Letzte Kommentare:
07.06.2011 17:07:10
Ramona

Ich habe das Buch schon tausendmal glesen und es war jedes mal spannend.
Am amfang denkt man nur was das für ein blödes Buch ist aber nach den ersten paar Seiten war es richtig spannend. Am Ende wurde es etwas langweilig aber dann erfährt man das Ihre Schwester und Bruder noch leben und man wartet dtrauf das estwas schief geht.
Im großen und ganzen mir hat das Buch sehr gefallen und würde es JEDEM weiter empfelen.

20.02.2010 20:58:05
Michi

Nach den ersten Kapiteln war mir klar das dieses Buch unfassbar spannend werden könnte. Die Geschichte von Alyson ist spannend, abenteuerreich und abwechslungsreich. Obwohl sie sich manchmal in Schwierigkeiten bringt, weiss sie sich immer zu helfen oder, findet einen Freund der ihr hilft. Ein Buch voller Abenteuer, Lügen,Intrigen und verbotener Gefühle das ich bestimmt noch einmal lesen werde.

15.08.2009 20:35:16
Harald Huber

Das erste Drittel des Romanes hat mich begeistert. Dann aber flachte der Spannungsbogen ab und ich las nur noch weiter, weil ich Bücher, die ich zu lesen beginne, ungerne abbreche. Eine lange Durststrecke gab es zu überwinden. Für eine Meisterspionin agierte die Heldin zu plump und raffiniert, ließ sich zu leicht übertölpeln und hatte selten den Durchblick. Dass ihre Geschwister nicht tot waren, war mit von Anfang an klar - und sicher auch vielen anderen Lesern. Insgesamt war das Buch nicht schlecht, aber - wie ich finde - nicht so toll, wie einige andere Leser und Leserinnen es einschätzen. Gediegene Unterhaltung mit zu wenig Spannung. Diesbezüglich kommt der Roman erst gegen Ende in Fahrt. Das aber ist zu wenig für einen 660-Seiten-schmöker.

09.04.2009 22:36:55
Isis7

Endlich mal ein historischer Roman der ganz anderen Art! Das Buch ist so fesselnd und spannend geschrieben wie man es nur selten findet. Nebenbei bekommt man besondere Einblicke in die damalige Welt aus der Sicht unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten und wie sich der Blickwinkel ändern kann. Auf jeden Fall ein Buch das man gelesen haben muss, wenn man gerne historische Romane liest.

01.11.2008 11:28:14
Klaus Kröger

Das Buch konnte nur teilweise überzeugen. Die Beschreibung der Ausbildung der Spionin war interessant. Auch über Walsingham habe ich einiges Neues erfahren. Die Szenen mit Maria Stuart waren hingegen langatmig. Von der Spionin hätte ich manchmal etwas mehr Raffinesse erwartet. Immerhin erwartet den Leser am Ende des Buches eine Überraschung, die ich natürlich nicht verrate.

17.04.2008 18:55:51
Katrin Ulbrich

In ihrem Debütroman erzählt die Autorin die ungewöhnliche Geschichte eines Londoner Straßenmädchens. Mir hat besonders die patente Heldin gefallen, die immer neue Mittel und Wege ersinnt, um mit Schicksalsschlägen fertig zu werden. Es werden viele historische Details eingestreut, sodass man wie nebenbei beim Lesen etwas über englische Geschichte zur Zeit von Königin Elisabeth I. lernt. Abenteuer, Kämpfe und verbotene Gefühle - und das alles in einem Roman, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Für mich ein Buch zum Immer-Wieder-Lesen.