Die Clerkenwell-Erzählungen

Erschienen: August 2006

Bibliographische Angaben

  • btb, 2003, Titel: 'The Clerkenwell Tales', Originalausgabe

Couch-Wertung:

70

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
1 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:36
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":1,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Jörg Kijanski
Mittelalter pur - wenn auch etwas anstrengend zu lesen... 

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2008

Kurzgefasst:

London, 1399: Misstrauen und Schrecken herrschen in der Stadt. Das Ende des Jahrhunderts rückt unaufhaltsam näher, Gerüchte von Umsturz, Intrigen und Mord gehen um, apokalyptische Ängste werden geschürt. Im Mittelpunkt des Aufruhrs steht das Kloster Clerkenwell. Dort wird die junge Nonne Clarissa von düsteren Visionen heimgesucht; sie prophezeit den Menschen Feuer und Tod. Ist sie eine Prophetin Gottes oder vom Teufel besessen? Während Bischöfe, Edelleute und das einfache Volk darüber streiten, geht in London bereits die erste Kirche in Flammen auf...

 

London 1380/1381. Das Marienkloster zu Clerkenwell liegt nur unweit der Priorei St. Johannes von Jerusalem, dem Sitz der Tempelritter. So kommt es zu gelegentlichen Treffen zwischen den Nonnen und den Priestern, wobei sich diese nicht nur geistig, sondern auch körperlich näher kommen. Die Folge sind einige Kinder, die vor der Allgemeinheit in unterirdischen Verbindungsgängen versteckt werden, bis diese - ohne Aufsehen zu erregen- in das Klosterleben integriert werden können.

London 1399. Ein solch früheres ";Kind der Dunkelheit" ist Schwester Clarissa, die sehr zum Unmut der Priorin, Dame Agnes de Mordaunt, von Visionen heimgesucht wird. Dabei sagt sie nicht nur die Zerstörung aller englischen Kirchen voraus, sondern auch den Tod König Richards II. Dieser unterstützt Papst Bonifaz in Rom, doch sein ehrgeiziger Widersacher, Thronanwärter Heinrich Bolingbroke, rüstet bereits zur entscheidenden Machtprobe.

Kurze Zeit nach Clarissas Visionen brennt tatsächlich die erste Kirche nieder und die Verdächtigen sind schnell ausgemacht. Man schiebt den Lollarden die Schuld in die Schuhe, einer Gruppe junger Frauen und Männer, deren Zorn sich gegen die Macht der allumfassenden Kirche richtet. Als wenig später in der St.-Pauls-Kathedrale ";Die achtzehn Thesen" angebracht werden und bei dem Versuch dies zu verhindern der Schreiber der Kathedrale ermordet wird, drohen sich die Ereignisse in London zu überschlagen. Nach und nach stellt sich heraus, dass hier eine gigantische Verschwörung ihr Unwesen treibt. Aber wer steht auf welcher Seite und wer kann dem Ganzen Einhalt gebieten? Währenddessen rückt die Machtergreifung von Heinrich Bolingbroke unaufhaltsam näher...

Nichts für Leser-/innen der üblichen Historienschinken

Gleich zum Einstieg in ";Die Clerkenwell-Erzählungen" weist Peter Ackroyd seine Leserschaft darauf hin, dass viele der in der Geschichte vorkommenden Personen auch in den bekannten ";Canterbury-Erzählungen" von Geoffrey Chaucer vorkommen. So wird in den über 20 Kapiteln jeweils eine Person als Hauptfigur vorgestellt, wobei sich die Handlungsstränge immer wieder vernetzen und somit zu einer etwas undurchsichtigen Geschichte zusammengeführt werden.

Eines muss man gleich vorweg sagen: Wer auf herkömmliche, leicht konsumierbare Massenware der einschlägig bekannten Bestsellerautoren/innen steht, der sollte dieses Buch meiden, denn ";Die Clerkenwell-Erzählungen" sind alles andere als leicht lesbare Mittelalterkost. Sehr konzentriert muss an diese Erzählungen herangegangen werden, will der Überblick nicht verloren gehen. Die einzelnen Handlungsstränge werden zwar immer wieder zusammengeführt, aber zwischendurch zieht sich die Geschichte mitunter recht ordentlich, da immer wieder Figuren vorgestellt werden, von denen zumindest einige für die Gesamtstory unerheblich sind.

Hohe Authenzität hat ihren Preis

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Peter Ackroyd um eine gute geschichtliche Authenzität bemüht, will sagen, dass er mitunter auch so schreibt. Wer keine Lateinkenntnisse hat und sich in der Welt der Kirche nicht auskennt, wird nicht immer alle Sätze verstehen, wenngleich diese mögliche Einschränkung das Gesamtverständnis der Geschichte nur unerheblich beeinträchtigt.

Sehr intensiv wird in das Leben im Mittelalter eingeführt. Seltsame Essgewohnheiten, unvorstellbare Hygienezustände und die Auseinandersetzung mit der Wirkung von Sternen und Planeten spielen eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. Hinzu kommen einige medizinische Vorschläge über die Wirkung der einen oder anderen Pflanze, die auf jeden Fall nicht ernst genommen werden sollte, damals aber vermutlich wurde. Armes Mittelalterleben!

Wer sich für das Thema Mittelalter interessiert, sollte zugreifen, sich aber von den scheinbar ";mageren" 250 Seiten nicht in die Irre führen lassen. Diese brauchen ihre Zeit, will man der Handlung folgen können.

Die Clerkenwell-Erzählungen

Die Clerkenwell-Erzählungen

Deine Meinung zu »Die Clerkenwell-Erzählungen«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
26.05.2009 21:37:38
arno

Die Clerkenwell-Erzählungen wurden mir als Histo- Krimi irgendwo angepriesen, aber mitnichten, es ist eher ein Buch in dem Personenbe- schreibungen aneinander gereiht werden die alle durch ein Komplott oder auch durch eine Weltuntergangs- idee miteiander verbunden sind. Ich finde die Histo- Couch hat da etwas hoch bewertet.