Teufelswerk

Erschienen: Januar 1999

Bibliographische Angaben

  • , 1999, Titel: 'Teufelswerk', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Gelungener Auftakt der Merode-Trilogie

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2008

Kurzgefasst:

Man schreibt das Jahr 1349: Im Wald bei Merode, unweit der alten Kaiserstadt Aachen, wird ein junges Mädchen tot aufgefunden. Kurz darauf wird eine weitere Frauenleiche entdeckt. Unter den abergläubischen Dorfbewohnern verbreitet sich schnell das Gerücht, ein Dämon sei am Werk - und der Dorfherr Mathäus und sein Freund Heinrich haben alle Hände voll zu tun, die Gemüter zu beruhigen und den komplizierten Fall zu lösen.

 

Das Dorf Merode im Jahr 1349. Die junge Anna, Tochter des Wolfsbauern, wird geschändet und ermordet in einem kleinen Waldstück aufgefunden. Die Dorfbewohner sind entsetzt und verlangen, dass der Täter unmittelbar zur Rechenschaft gezogen wird. Als der Dorfherr Mathäus seine Ermittlungen aufnehmen will, erfährt er von Paulus, ritterlicher Vogt des erst zehnjährigen Burgherrn Rikalt, dass dieser den Mörder bereits festgenommen hat. Ein böhmischer Tuchhändler sitzt im Kerker der Burg, da sich dieser in der Dorfschänke ";Carolus Magnus" auffällig benommen habe. Dies, so denkt sich Mathäus, könnte aber auch damit zu tun haben, dass der Mann zuvor in ein schweres Unwetter geraten war und völlig durchnässt den Gasthof erreichte.

Ganz so einfach will es Mathäus sich und erst recht nicht dem ungeliebten Paulus machen und so nimmt er seine Befragungen auf. Recht voran kommt er dabei nicht, außer dass er erfährt, dass der Verlobte von Anna einen Nebenbuhler hatte. Den im Dorf verhassten Bauer Ludwig, der, alt aber reich, anderen Bauernfamilien finanziell schon mal unter die Arme greift. Vorausgesetzt, diese haben eine schöne Tochter... Doch Ludwig hat ein sicheres Alibi und während der böhmische Händler auf seine Hinrichtung wartet, wird die junge Margarethe, die Tochter des Schuhmachers, auf die gleiche Art wie Anna getötet. Mathäus ist verzweifelt, denn das Volk wie auch die beiden Burgherren drängen auf Ergebnisse, zumindest aber auf eine baldige Hinrichtung, denn angeblich hat der Teufel höchstpersönlich seine Finger im Spiel...

Solider historischer Roman mit schwachem Krimiplot

";Teufelswerk" ist der erste Teil der sogenannten ";Merode-Trilogie" und ist für Liebhaber von Mittelalterromanen durchaus empfehlenswert. Zwar ist der Inhalt ";leichte Kost", dennoch wird man auf angenehm kurzweilige Art in die Vergangenheit versetzt. Wer hier den Leseschwerpunkt setzt, wird sich gut unterhalten fühlen und darf nebenbei noch erraten, wer denn wohl der Mörder war. Oder waren es gleich zwei, denn der im Kerker einsitzende Händler kann ja kaum den zweiten Mord begangen haben?

Der eingebaute Krimiplot bildet leider die Schwachstelle des Romans, denn hier erlebt man einmal mehr, dass der historische Rahmen einfach über den Krimi gestülpt wird, in der Hoffnung, damit dessen Schwachstellen zu kaschieren. Anders ist zumindest die Auflösung des ersten Mordes nicht zu erklären, die erschreckend simpel ausfällt. Ärgerlich auch, dass Rikalt mal zehn, dann plötzlich elf Jahre alt ist.

Zum trotzdem positiven Gesamteindruck trägt die Figurenzeichnung des Protagonisten Mathäus bei. Unentschlossen nicht nur seiner Geliebten gegenüber, stolpert er durch eine Szenerie in der er mehr und mehr den Überblick verliert. Fragen über Fragen und immer wieder zwischendurch die Sticheleien der Burgherren, die dem einfachen Dorfherrn ihre Überlegenheit demonstrieren wollen. Hier allerdings zeigt sich Mathäus innerliche Stärke, denn da er vom Markgrafen höchst selbst zum Dorfherrn ernannt wurde, ist sein Arbeitsplatz so sicher wie der der Burgherrn und so gibt es manch' vorzüglichen verbalen Schlagabtausch.

";Teufelswerk" ist ein kurzweiliger Trip ins Mittelalter, dessen Fortsetzung hoffentlich etwas mehr ";Tiefgang" beim Krimiplot bietet. Dann könnte der sympathische Dorfherr Mathäus noch viele weitere LeserInnen auf seine Seite ziehen.

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Letzte Kommentare:
19.03.2013 14:13:03
Svanvithe

Man hat schon sein Tun, so als Dorfherr zweier Dörfer, deren eine Burg - Merode mit Namen - ebenso geteilt ist und auf der einen Seite von Konrad und auf der anderen vom zehnjährigen Knaben Rikalt und dessen Burgvogt und Vormund Paulus "regiert" wird.

"Hühner, die der Nachbar angeblich gestohlen hatte, fremde Säue, die mutwillig Gemüsegärten ruiniert haben sollten, ein dubioses Testament, das auf geheimnisvolle Weise aufgetaucht war und diesen und jenen enterbte, was die Betroffenen wiederum in rasenden Zorn versetzte..."

Wenn dann noch erst ein Mord und später ein zweiter hinzukommt, ist es wohl zu verstehen, dass Mathäus - eben jener Dorfherr - keine Zeit und Muße für etwas Anderes als die Aufklärung der Verbrechen findet, schon gar nicht für ein "Hobby" wie die Schnitzerei. Und so legt er des Öfteren den Lindenklotz, der sich in eine Skulptur der Heiligen Jungfrau Maria mit dem kleinen Jesus verwandeln soll, wieder beiseite, um erneut auf den Spuren des oder der Täter zu sein.

Dabei erhält er Unterstützung von seiner "Geliebten" Jutta und seinem Freund Hein. Und Störungen erfährt er vom grimmigen Paulus und Dorfbewohnern, die schnell einen angeblichen Mörder entlarvt glauben und gar das Geschehen als Werk des Teufels sehen wollen.

Der Schreibstil ist angenehm, ich habe das Buch "in einem Ritt" durchgelesen. Gefallen hat mir die genaue Beschreibung des Dorfgeschehens, gefehlt hat mir eine solche jedoch für den Protagonisten Mathäus. Nach rechnerischen Überlegungen schätze ich ihn auf Anfang Dreißig, da er wie sein Freund Hein im Prolog "blutjunger" Soldat war und die Haupthandlung elf Jahre später spielt. Dass die Eisen der Zugbrücke auch nach mehrfacher Ermahnung nicht eingefettet wurden, fand ich etwas strapazierend. Dagegen habe ich als Pferdefreundin Julius sofort ins Herz geschlossen, der nämlich "beißt, wenn man ihn grob behandelt".

Der Einband hebt sich von der sonstigen Machart historischer Werke wohltuend ab. Schließlich spielen der Wald und ein junges Mädchen im weißen Kleid eine Rolle. Allerdings erinnert mich der Schnitt des Gewandes eher an die Römerzeit, doch ich will (auch hinsichtlich der "Schminke") nicht kleinlich sein. Die Ausgabe ist eine Neuauflage des ersten Teiles der Merode-Trilogie. Zu wünschen wäre dies auch für die beiden anderen Bücher.