Die Närrin des Königs

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2008, Titel: 'Die Närrin des Königs', Originalausgabe

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Annalena Brix
Närrische Weisheiten, höfische Ränke

Buch-Rezension von Annalena Brix Jan 2008

Der Volksmund weiß: Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Noch heute gehen die Karnevalsnarren üblicherweise kritisch mit aktuellen Themen um. Narren waren im Mittelalter und der Frühen Neuzeit aus dem höfischen Leben nicht wegzudenken. In Angeline Bauers Roman "Die Närrin des Königs" geht es um eine konkrete Närrin, die in Frankreich Bekanntheit erlangte: Mathurine.

Königlicher Verfall und vielbeschäftigte Närrin

Mathurine ist lange Zeit mit dem Kriegstross umhergezogen, bis der König sie zu seiner Närrin machte und ihre Lebensbedingungen schlagartig verbesserte. Sie ist dem König treu ergeben und ist jederzeit bereit ihm in schönen, als auch dunklen Stunden Kurzweil zu bieten. Sie tanzt, singt, musiziert und berät auf ihre eigene, freche Art. Auch nachts wird sie häufig gerufen, um den ängstlichen, unsicheren König aus seiner Melancholie zu reißen oder gar in den Schlaf zu singen.

Heinrich III. galt als unentschlossener Monarch. Er litt unter seiner machtgierigen Mutter und war dem politischen Ränkespiel selten gewachsen. Die Figur wirkt manchmal geradezu hysterisch, depressiv und weltfremd. Heute wird vermutet, dass er an einer vererbten Syphilis litt. Ob er sich tatsächlich junge Höflinge ins Bett holte, bleibt ungewiss. Spekulationen gab es beispielsweise aufgrund seines regen Interesses an Kleidung und Schmuck. Man nannte ihn sogar den "Prinzen von Sodom".

Interessantes Geschehen auf zu wenig Raum

Der historische Hintergrund des Buches, das Ringen um die Macht in Frankreich gepaart mit der Geschichte der Närrin, bietet einen ansprechenden Stoff, der leider viel zu knapp erzählt wird. Zeitweise wird die Geschichte der Hauptfigur fast nebensächlich und man wartet auf neue Ereignisse. Genauso werden Intrigen, Verwicklungen und Schlachten zwar erzählt, aber nicht näher ausgeführt. Die Autorin erzählt ihre Geschichte gut und sprachlich gefällig und leider - zu kurz. Störend waren nebenbei einige Druck- und Schreibfehler, die das Lektorat leider übersehen hat.

Eine sehr schöne Idee hat die Autorin jedoch umgesetzt: Sie hat ihrer Närrin viele Weisheiten in den Mund gelegt, die andere Menschen gesagt haben. Die Sprüche hat sie hinten verzeichnet, so dass man sich an der Narretei erfreuen kann, welche Worte sie so alle anachronistisch einsetzt.

 

Und wärst Du auch dem ärmsten Bettler gleich, bleibt Dir ein Freund, so bist Du reich. Doch wer den höchsten Königsthron gewann, doch keinen Freund hat, ist ein armer Mann.

(Friedrich von Bodenstedt)

 

Unglück kann jeder Esel haben, die Kunst besteht darin, dass man es richtig auszubeuten versteht.

(Frank Wedekind)

Figuren zwischen Hülle und Charakter

Einige Figuren sind schön und solide ausgearbeitet und können den Leser durchs Buch führen. Daneben stehen allerdings weitere, die leider zu wenig Beachtung erfahren, obgleich sie zum Geschehen beitragen. Auch auf dieser Ebene zeichnet sich ab, dass das Buch mit etwas mehr Mühe und Länge sehr gewonnen hätte. Angeline Bauer kann hier nicht überzeugen, ist aber sicherlich eine Autorin mit Potenzial für mehr. Es wäre schön, wenn sie sich demnächst auch die Zeit für das Mehr nimmt.

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Letzte Kommentare:
13.09.2013 19:15:54
Line

Ich habe dieses besondere Buch in
einem Secondhandmarkt gekauft , nach ein wenig Stöberei . Als ich dann
einige Tage durch Husten ans Bett
gefesselt war , nahm ich das gekaufte gerne als Beschäftigung ;) . Ich habe es
mit einigen Pausen innerhalb von 2 Tagen verschlungen ! Man fühlt mit
den Menschen in dem Roman hundertprozentig mit , man lacht über
die derben Scherze der Närrin und man fühlt mit , wenn es im Roman um die Liebe geht . Als die letzte Seite gelesen war , war ich auch ein bisschen traurig , weil man sich so an die Personen gewöhnt hat :) .
Ein großes Lob an die Autorin ! Mehr davon ;) !

11.07.2011 00:34:45
anath

Um es gleich vorweg zu sagen : Ich glaube der Autorin ihre Geschichte nicht. Und dennoch hat sie einen fesselnden Roman geschrieben der mich zwei Nächte lang an das Sofa geschmiedet hat.
Die Gestalt der Mathurine ist belegt und sie hat ihre Spuren in der Geschichte hinterlassen. Und ganz sicher war die reale Mathurine eine kluge Frau und begabte Künstlerin, so, wie sie auch im Buch geschildert wird.Diese ganze Geschichte mit der heimlichen Tochter jedoch birgt so viele Unwahrscheinlichkeiten daß ich hier beim besten Willen nicht zu dem Satz komme "So könnte es tatsächlich gewesen sein". Wie gesagt, es tut dem Roman letztendlich keinen Abbruch, ich habe Märchen schon immer heiß geliebt - erst recht wenn sie gut erzählt sind. Angeline Bauer strickt ihre Geschichte um die reale Gestalt Mathurines herum, gewährt Einblicke in das Leben bei Hofe zur Zeit Heinrichs III. und Heinrichs IV., mit interessanten Details und in bunter Vielfalt. Dabei geht es gar nicht so sehr um die große Politik, obwohl die natürlich auch immer mitmischt. Viel wichtiger scheint der Autorin zu sein, speziell den König Henrich III. darzustellen, seine Konflikte und Probleme. Und sie macht deutlich, welche wichtige Rolle ein Narr im höfischen Leben spielte, welche Aufgaben er hatte, welche Bedeutung seine Attribute und seine Kleidung hatten. Also ich fand das hoch interessant.
Und natürlich wollte ich auch wissen, ob das Märchen nun gut oder schlecht ausgeht - und dann muß ich eben immer weiter lesen.
Ganz besonderen Spaß hatte ich an den weisen Zitaten die Mathurine in den Mund gelegt wurden. Natürlich habe ich nicht alle als Zitate erkannt (dankenswerter Weise listet die Autorin alle Zitate am Ende des Buches auf), aber gelegentlich stolperte ich doch beim Lesen. Ich fand, das war ein ganz besonderes Versteckspiel, so was liebe ich.
Fazit : ein Buch zum Schmökern, eine packende Geschichte, kann man gut lesen und auch mal verschenken. Ein biographischer Roman sieht allerdings anders aus.

29.04.2009 22:14:13
arno

Ich habe schon die Seifensiederin ge- lesen und war davon sehr angetan. Also Neugierde aufs neue Buch von Angeline Bauer. Die Hofnärrin des Königs ist für mich ein Spiegel jener Zeit der mir zeigt wie die kleinen und großen Leute damals lebten. Es ist als wenn die Autorin die Zeit damals mit- erlebt hat. Ich gebe ihr 90 Punkte

02.03.2009 01:16:02
Dieter Walter

Frankreich im 16. Jahrhundert - eine geschichtlich bewegte Zeit voller Machtkämpfe und Intrigen. Wir erleben sie aus der Sicht von Mathurine, der Hofnärrin Heinrichs III. und später auch Heinrichs IV., eine historische Gestalt, die mit Humor, Bauernschläue und Verstand zur engsten Beraterin des Königs geworden ist. Durch die Widrigkeit der Umstände verstrickt Mathurine sich immer tiefer in eine schwere Schuld, die nicht nur für sie selbst zu lebensgefährlichen Verwicklungen in einer dramatischen Liebesaffäre führt.

Vor sorgfältig recherchiertem Hintergrund schildert Angeline Bauer die Geschehnisse und führt uns Leser in eine farbenfrohe Zeit. Locker, aber nicht salopp, sondern dem Thema angemessen erzählt, immer wieder von scharfsinnigen Bemerkungen und Sinnsprüchen Mathurines durchzogen, ergänzt im Anhang durch ein historisch einordnendes Nachwort und eine Auflistung der Zitate und ihrer Quellen.

Ein kleines Welttheater also, das genau das macht, was ein Theater soll: Unterhalten und gleichzeitig lehrreich sein, ohne dabei aber 'belehrend' zu wirken. Die sorgfältig abgewogene Spannung führt uns immer rasanter durch diese Geschichte, die dem Genre des historischen Romans eine neue, ganz eigene Dimension gibt.
- Dieter Walter -

09.02.2009 19:33:17
Gudrun Schneider

Die 'Närrin des Königs' ist interessant, in flüssigem Stil und obendrein so spannend geschrieben, daß man das Buch nur ungern für kurze Zeit aus der Hand legt. So habe ich diesen Roman gleich mehreren Freunden geschenkt.
Ich warte mit Neugierde auf die Neuerscheinung eines weiteren Romans von Angeline Bauer.

27.01.2009 19:33:02
Simon B. Schmidl

Ich war begeistert! Tolles Buch, tolle Heldin, wirklich spannend und sprachlich gut geschrieben. Gibt Einblick in die Zeit und man erfährt viel über das Leben von Hofnarren. Wusste gar nicht, dass Hofnarren so wichtige Leute bei Hofe waren. Ich kann das Buch nur empfehlen, auch weil es mal ein ganz Anderes Thema hat, als sonst historische Romane.