1809 - Die letzte Festung von Stefan Rothbart

Buchvorstellungund Rezension

1809 - Die letzte Festung von Stefan Rothbart

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „1809 - Die letzte Festung“,, 500 Seiten.ISBN 3956456076.

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Kurzgefasst:

Steiermark 1809. Es herrscht Krieg zwischen Napoleon und Österreich. Als feindliche Truppen in das Land einfallen, wird die alte Festungsstadt Grätz zur letzten Bastion. Es kommt zur Belagerung und der sturköpfige Major Hackher soll das größte Bollwerk der Habsburger gegen den übermächtigen Feind um jeden Preis halten. Ein aussichtsloses Unterfangen, bei dem er nicht nur das Schicksal seiner Männer, sondern das einer ganzen Stadt aufs Spiel setzt.

Das meint Histo-Couch.de: „Eine mitreißende Geschichte um eine vergessene Belagerung“96Treffer

Rezension von Christina Wohlgemuth

Grätz, 1809. Nachdem Österreich den Franzosen unter Kaiser Napoléon I. erneut den Krieg erklärt hat, können die Habsburger zunächst einige Erfolge verzeichnen. Doch dann müssen sich die Österreicher immer weiter zurückziehen. Das nächste Ziel der Franzosen ist die alte Festungsstadt Grätz – denn nur an ihr vorbei führt der Weg, um den Feind endgültig zu schlagen. Major Hackher wird mit der undankbaren Aufgabe betraut, die Festung auf dem Schlossberg zu halten – bis zum letzten Blutstropfen. Doch die Lage scheint aussichtslos, denn der Feind ist drückend überlegen …

Wer an den französisch-österreichischen Krieg 1809 denkt, dem kommt üblicherweise als erstes die Schlacht bei Aspern in den Sinn. Das Gemetzel, das den Nimbus von Napoleons Unbesiegbarkeit beendete und ihn darüber hinaus eines seiner fähigsten Marschälle beraubte, steht sinnbildlich für die Wende in den Napoleonischen Kriegen. Doch im gleichen Jahr trug sich eine Belagerung zu, die zwar militärisch weniger wichtig gewesen sein mag, jedoch psychologisch enorme Wirkungen hatte.

Ein spannendes Porträt einer Stadt und ihrer Belagerung

Stefan Rothbart, geboren in Graz und in Graz Student, kennt seine Stadt von Geburt an. Wenig überraschend also, dass er sich für seinen zweiten historischen Roman eine bislang eher unbekannte Episode in der Geschichte von Graz herausgesucht hat. Graz – damals noch Grätz – beherbergte einst eine große Festung. Diese Festung und ihre Belagerung stehen im Zentrum des Romans. Doch Die letzte Festung ist viel mehr als ein historischer Roman – es ist das Porträt einer ganzen Stadt, die unter der Belagerung leidet und die zusammenrückt. Die Besatzung der Festung, die sich vor dem Feind verschanzt und die Stadtbewohner, die unter der Besatzung leiden, verbünden sich gegen die Franzosen. Getrieben von Geltungsdrang und dem Wunsch, vor dem Kaiser eine gute Figur zu machen, übertreffen sich die kommandierenden Offiziere der Belagerungstruppen im Versuch, die Festung in die Knie zu zwingen.

Doch nicht weniger zäh und dickköpfig ist Major Hackher, der mit der Verteidigung beauftragt wurde. Seine Aufgabe ist die Verteidigung bis zum letzten Mann – eine Kapitulation kommt nicht in Frage. Hackher, von persönlichen Motiven getrieben und unter Selbstzweifeln leidend, muss sich also nicht nur einem gefährlichen Feind erwehren, sondern auch darauf achten, dass die Moral der Truppe nicht bricht. Unterstützt von seinem Vertrauten Cerrini muss der Major an zwei Fronten kämpfen. Doch auch die Belagerten – beispielsweise der Wirt Spreng, der um seine Tochter in Sorge ist – leiden ganz individuell unter der Bedrohung durch die Franzosen. Und zwischen einem österreichischen Soldaten und einem französischen Offizier entwickelt sich eine ganz besondere Fehde.

Große Geschichte erzählt an spannenden Einzelschicksalen

Diese spannenden Einzelepisoden, die sich durch den Roman ziehen, machen das große Ganze auch für den Leser erlebbar. Neben der abstrakten Bedrohung der Stadt erfährt der Leser so auch, welche Folgen die Belagerung für den Einzelnen hatte – egal ob Bürger, Soldat oder Offizier. Durch diese sehr gelungene Mischung aus Einzelschicksalen und der Darstellung des großen historischen Zusammenhangs vermittelt der Autor ein enormes Wissen über die Schlossbelagerung und schafft es gleichzeitig, den Leser emotional zu fesseln. Zuneigung und Abneigung gegenüber den verschiedenen Figuren binden den Leser und machen das Elend der Belagerung greifbar.

Viele historische Romane leiden entweder daran, dass sie zuviel Historie vermitteln wollen, oder dass sie zu romanhaft erzählen wollen. Der Autor – selbst studierter Historiker – beweist, dass dieser Balanceakt, so schwierig er ist, zu meistern ist, wenn man zu den richtig Guten seines Fachs gehört.

Stilistisch und inhaltlich überzeugend

Neben der inhaltlich sehr spannenden Umsetzung weiß der Autor auch stilistisch zu überzeugen. Durch geschickte Perspektivwechsel erlaubt der Autor einen Blick auf alle Seiten der Belagerungsfront. Nicht nur die Belagerten kommen zu Wort, auch die Belagerer dürfen ihre Sicht der Dinge schildern. Und auch wenn die Erzählung – verständlicherweise – patriotisch gefärbt ist, so schafft sie es doch, einen überzeugenden und faszinierenden Gesamteindruck der Belagerung zu vermitteln.

1809 – Die letzte Festung ist ein großer historischer Roman, der eine stiefmütterlich behandelte Episode der Napoleonischen Kriege lebendig macht und sowohl als Roman, als auch als historisches Werk auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Den Leser, soviel ist sicher, wird die Geschichte um Major Hackher noch lange nach der Lektüre nicht loslassen.

Ihre Meinung zu »Stefan Rothbart: 1809 - Die letzte Festung«

ilse hierzer zu »Stefan Rothbart: 1809 - Die letzte Festung«16.06.2016
das war Geschichte unterricht von feinsten .tolle Geschichte und man kann sich sehr gut vorstellen das es sic h damals wirklich so zugetragen hat man steht inmitten der Soldaten und bekommt den Kampf ums überlebe hautnah mit man spürt förmlich die angst der Soldaten um das eigene leben
und das seiner Kameraden in dem wissen das Graz verloren ist wenn sie den kampf verlieren
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