Der Knochenraub von San Marco von Stefan Maiwald

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Der Knochenraub von San Marco“,, 464 Seiten.ISBN 3423261714.

»Der Knochenraub von San Marco« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

Kurzgefasst:

1570. Carnevale – ganz Venedig spielt verrückt! Die Stadt ist ein einziges rauschendes Fest, eine gewaltige Orgie. Doch Davide Venier hat keine Zeit für Vergnügungen. Diebe haben den Ausnahmezustand genutzt und die Knochen des Heiligen Markus aus dem Dom entwendet – Venedigs Daseinsberechtigung! Bevor der Fall publik wird, muss Davide die Reliquie wiederbeschaffen. Schnell stellt sich heraus: Eine fremde Macht will der Serenissima schaden. Doch wer unter den vielen Feinden Venedigs ist es? Die Genueser? Die Osmanen? Etwa der Papst persönlich?

Das meint Histo-Couch.de: „Eine spannende und lehrreiche Jagd durch Europa“90Treffer

Rezension von Christina Wohlgemuth

Venedig, um 1570. In der Lagunenstadt ist Carnevale – Feste, Alkohol, allerlei Attraktionen fesseln die Bewohner Venedigs. Davide Venier jedoch hat wenig Zeit, sich diesen Genüssen hinzugeben, denn die Serenissima verlangt seine Dienste. Hat er gerade erst Piraten eine attraktive Erpressung verdorben, sieht sich der Spion des Dogen jetzt ganz anderen Problemen gegenüber: Irgendwer stielt Reliquien – und Davide hat die Aufgabe, die Reliquien wiederzubeschaffen, koste es was es wolle – denn die Diebe sind umtriebig und sind somit eine Gefahr, nicht nur für die Macht der Kirche …

Zweites Spionageabenteuer mit bewährtem Rezept

In Der Spion des Dogen hat der Autor den Leser mit Davide Vernier, seinem Diener Hassan und all den anderen Figuren bekannt gemacht, die der Leser auch hier wiedertrifft. Dank der lebendigen Figurenbeschreibung hat man als Leser das Gefühl, bereits jetzt alte Bekannte wiederzutreffen, deren Verhaltensweisen einem vertraut sind. Bis in die Nebenfiguren gelingt es dem Autor, jeder der Figuren einen eigenen Charakter zu verleihen, und nicht selten sind es die kleinen Szenen mit den Nebencharakteren, die besonders überzeugen – ganz besondere Freude machen die Essensszenen, in denen Davide und die weiteren Figuren die Genüsse Italiens und anderer Gegenden erkunden.

Inhaltlich führt auch dieser Band seinen Protagonisten wieder auf Reisen, und wie schon im ersten Band legt der Autor besonderen Wert darauf, die Gegebenheiten und das Flair der damaligen Zeit in verschiedenen Gegenden einzufangen: Egal, ob es das vom Carnevale trunkene Venedig ist oder das Paris unter Caterina de Medici mit seinen Intrigenspielen am Hof. Der Autor überhäuft den Leser jedoch nicht mit Informationen, sondern flicht sie geschickt in die Geschichte und Gespräche der Figuren ein, so dass der Leser quasi im Vorbeigehen etwas über das 16. Jahrhundert lernt.

Spannung und Unterhaltung mit einem Augenzwinkern

Neben dem historischen Stoff dreht sich natürlich alles um die Reliquienjagd, eine spannende Geschichte, die sich aber auch Zeit für ruhige Momente nimmt und nicht von einer Actionszene zur nächsten. Viel mehr liegt der Fokus des Autoren auf einer ausgewogenen Mischung, die verhindert, dass es dem Leser langweilig wird.

Auch der Humor soll nicht unerwähnt bleiben – wie schon im ersten Band beweist der Autor ein Gespür für amüsante Szenen, die nicht aufgesetzt wirken und vor allem die Nebenfiguren wie Davide Freunde Miguel und Tintoretto präsentieren. Letztlich bietet der Autor wie in einer guten Küche eine gut akzentuierte Mischung aller guten Zutaten für einen unterhaltsamen historischen Roman.

Ein Roman, der funktioniert, wie er soll

Manch ein Leser wird zu wenig historische Details in diesem Roman finden, ein anderer wird sich mehr Actionszenen wünschen. Doch der Roman will weder das eine, noch das andere Extrem bedienen, sondern eine unterhaltsame Mischung aus Beidem bieten. Das gelingt dem Autor nicht zuletzt dank des erneut sehr angenehm zu lesenden Schreibstils auf ganzer Linie.

Auch wenn die ein oder andere Straffung dem Lesefluss an mancher Stelle gut tun würde, vermag der Roman wie schon sein Vorgänger zu überzeugen. Und wenn der Leser am Ende des Buches mit Vorfreude feststellt, dass bereits ein neuer Band um Davide Venier in Planung ist, dann hat der Autor sein wichtigstes Ziel erreicht.

Ihre Meinung zu »Stefan Maiwald: Der Knochenraub von San Marco«

-Ginger- zu »Stefan Maiwald: Der Knochenraub von San Marco«07.05.2018
Ein neues Abenteuer für den Venezianer Davide Venier, den (unfreiwilligen) Spion des Dogen. Der erste Teil (Der Spion des Dogen) hat mich leider nicht ganz so überzeugt, wie ich es mir erhofft hatte. Dieser Teil hat mir da schon besser gefallen, da es eine zusammenhängende Geschichte war und nicht so "abgehackt" wie beim anderen Buch. Dieses Mal geht es für Davide und seinen Kumpel Hasan auf eine kleine Europareise, denn nicht nur in Venedig, auch an anderen Stellen sind wertvolle Reliquien verschwunden, zum Beispiel in Köln oder Paris.

Leider gab es auch hier einiges, was mir nicht so gut gefallen hat. Sämtliche Umschreibungen und Beschreibungen waren hier zwar ausführlicher, aber teils nicht wichtig für die Geschichte. Ich fand eben schade, dass das eigentliche Thema, der Diebstahl der Reliquien und dessen Auffinden, doch recht kurz kam. Zwischendurch erleben Davide und Hasan auf ihren Reise einiges Unterhaltsames, lernen viele Personen und deren Geschichten kennen, was zwar interessant ist, aber eben nichts mit der eigentlichen Sache zu tun hat.

Was mir außerdem unangenehm aufgestoßen ist, ist die an manchen Stellen beschriebene Grausamkeit gegen Tiere! Was soll denn das? Wenn es damals sowas gab - schlimm genug, aber das will ich nicht wissen, zumal auch das für die Geschichte keinerlei Nutzen hat. Mag sein, dass ich als Tierfreund da etwas empfindlich bin, aber sowas stört doch arg mein Lesevergnügen (trotz dem Versuch, die entsprechenden Passagen zu überspringen).

Desweiteren finde ich es schade, dass viele der Charaktere etwas flach wirken; besonders Davide kann ich mich immer noch nicht richtig nähern, da er einfach recht blass und farblos wirkt, ohne besondere Eigenschaften.

Alles in allem hat mir dieser Band besser gefallen, als der Vorgänger, doch ob ich mir den nächsten Teil auch besorgen werde, weiß ich noch nicht.
Fabio74 zu »Stefan Maiwald: Der Knochenraub von San Marco«20.02.2018
»Der Knochenraub von San Marco« ist der zweite Teil der Abenteuer des Davide Venier – und schon von Band I. »Der Spion des Dogen« war ich restlos begeistert: spannend, unterhaltsam und farbenprächtig erzählt. Die Messlatte für Teil II. lag also hoch. Die Fragen vor allem: Gelingt es Maiwald, das Niveau des Erstlings zu halten? Kann er an den Erfolg (Immerhin wurde der »Spion des Dogen« mit dem HOMER 2017 für den besten historischen Debütroman ausgezeichnet!) anknüpfen? Die Antworten lauten: ja und ja!

Auch im zweiten Teil glänzt der Geheimagent des Dogen wieder mit smarter Lässigkeit, meistert alle Hindernisse und erlebt phantastische Abenteuer. Dafür ist er nicht nur in Venedig unterwegs – sondern seine Jagd führt ihn durch ganz Europa. Was mir auch an Teil II besonders gut gefällt: Der Leser wird nicht nur durch einen spannenden und mitreißenden Plot unterhalten; man erfährt ebenso viel Interessantes über die damalige Zeit (Bräuche etc.) und Stefan Maiwald vermag es, dies alles unterhaltsam und stets anschaulich zu erzählen. Natürlich kommt – wie erwähnt – auch die Spannung nicht zu kurz und ein überraschendes Ende macht (mal wieder!) Lust auf den nächsten Teil der Davide Venier-Reihe. Fazit: An Teil I. – den Bestseller »Der Spion des Dogen« – knüpft Teil II. nahtlos an, in allen Belangen: unglaublich spannend, bravurös unterhaltsam und überaus interessant/informativ.
Ihr Kommentar zu Der Knochenraub von San Marco

Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.