Die Meisterbanditin von Silvia Stolzenburg

Buchvorstellungund Rezension

Die Meisterbanditin von Silvia Stolzenburg

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Die Meisterbanditin“,, 315 Seiten.ISBN 978-3839223017.

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Kurzgefasst:

1721. Die Welt der siebzehnjährigen Marie bricht jäh zusammen, als der Sohn eines wohlhabenden Bauern ihr eröffnet, dass er eine andere heiraten wird. Durch die Demütigung vom väterlichen Hof getrieben, tritt Marie in die Dienste der Mätresse des Herzogs von Württemberg ein. Als Dienstmagd auf Schloss Brenz muss sie sich der Nachstellungen des herzoglichen Jägers erwehren, der sie des Diebstahls bezichtigt. Anstatt sie zu bestrafen, schlägt Wilhelmine ihr vor, sich einer Truppe von fahrenden Schauspielern anzuschließen und für sie zu spionieren. Marie willigt ein und gerät dadurch schon bald in einen Strudel aus tödlichen Intrigen.

Das meint Histo-Couch.de: „Spionieren will gelernt sein“75

Rezension von Karin Speck

Marie lebt in beschaulichen Verhältnissen, ihr Leben ist vorgegeben. Sie ist in den Sohn eines wohlhabenden Bauern verliebt, und hat mit ihm angebandelt, aber dann beschließt er, doch eine andere zu heiraten. Marie kann somit nicht mehr in ihrem Dorf bleiben, niemand würde sie zur Frau nehmen wollen. Der Vater kann sie nur noch davon jagen. Also beschließt Marie, in die Dienste der Gräfin Wilhelmine zu treten. Diese ist die Mätresse des Herzogs von Württemberg. Aber auch auf der Burg hat sie nur Pech. Der Jäger stellt ihr nach und schon bald heißt es für Marie, das Angebot der Gräfin annehmen oder im Kerker zu landen. Sie soll sich einer Gauklertruppe anschließen und für die Gräfin als Spionin tätig werden.

Pechmarie

Marie ist ein junges Ding im Jahre 1721, als ihr Leben eine Wendung nimmt, wie sie sich sie sicher niemals vorgestellt hätte. Vom Bauernmädchen zur Spionin. Aber funktioniert dies auch? Die Autorin führt ihre Leser langsam an die Geschichte heran. Zunächst erzählt sie von dem Leben in dem kleinen Bauerndorf Brenz im Herzogtum von Württemberg, dann auf der Burg. Marie könnte man schon fast als Pechmarie bezeichnen, so viele unglückliche Wendungen hat ihr noch junges Leben. Doch dann beginnt ihre Zeit bei den Schaustellern und sie fängt an, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie will nicht länger Spielball der anderen sein. Stolzenburg erzählt dies alles nachvollziehbar. Das Leben auf der Straße schildert sie glaubhaft und der Spannungsbogen baut sich langsam auf. Aber trotzdem hat man als Leser das Gefühl, irgendetwas würde fehlen, ohne genau benennen zu können, was es ist. Erst zum Ende der Geschichte hin wird es aufregend. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse und Marie findet ihren Weg. Irgendwie bleibt am Schluss sogar das Gefühl, dass der Leser nicht zum letzten Mal von Marie gelesen hat.

Zu wenig Krimi

Auf dem Titelbild steht, dass es sich um einen historischen Kriminalroman handelt. Leider ist dies nicht unbedingt so. Für einen Krimi fehlt dann doch die Spannung und vor allem das Ermitteln. Zwar fühlt die Gräfin sich bedroht, in dem Prolog steht, was geschehen ist und Marie soll herausfinden, was vor sich geht. Diese Handlung an sich könnte man vielleicht als Krimi bezeichnen, aber leider ist dies nicht weiter umgesetzt. Erzählt wird vielmehr die Lebenssituation von Marie, wie sie lernt, eine Schauspielerin zu sein. Das Leben auf der Straße und vor allem das Miteinander der Gaukler werden erzählt. Für Marie ist es nicht immer einfach, in die ihr zugewiesene Rolle zu schlüpfen. Nebenbei bekommt sie Unterweisungen, wie sie sich als Spionin verhalten soll. Der Anführer der Gaukler steht schon lange in den Diensten der Gräfin und weiß genau, wie er vorgehen muss, um an seine Informationen zu kommen. Marie erhält von ihm die richtigen Tipps, wie auch sie ihre Arbeit verrichten kann. Dies ist gut in die Geschichte rund um die Gaukler intrigiert. Aber für Marie heißt es damit auch nur, dass sie auf gewisse Dinge reagieren kann, aber richtig ermitteln, wie es eben in einem Krimi gemacht wird, darf sie nicht. Erst im letzten Drittel des Buches ändert sich dies und Marie übernimmt die Führung.

Die Meisterbanditin ist zwar schöne Unterhaltung im Bereich der historischen Romane, aber auch nicht so gut, wie man es eigentlich von der Autorin gewöhnt ist. Irgendwie fehlt dem Buch das gewisse etwas, ohne genau erklären zu können, was es ist. Es liest sich angenehm und hat auch einige historische Details zu bieten, aber richtig kriminalistisch ist es eben nicht. Aber trotzdem ist Die Meisterbanditin immer noch eine gut und angenehme Lektüre.

Ihre Meinung zu »Silvia Stolzenburg: Die Meisterbanditin«

Dante zu »Silvia Stolzenburg: Die Meisterbanditin«07.10.2018
Als Marie von ihrem Freund Bartholomäus erfährt das er an ihrer statt Gisela heiraten wird bricht für sie eine Welt für sie zusammen. Schlagartig ist ihr guter Ruf dahin und das bleibt nicht ohne Folgen. Marie muss ihre Familie verlassen und versucht es zunächst auf Schloss Brenz. Gräfin Wilhelmine hat zwar einen zweifelhaften Ruf, doch das stört sie nicht. Sie hat Glück, die Köchin braucht eine neue Magd. Doch auch hier gerät Marie schnell in Schwierigkeiten, denn der Jäger Hubertus nutzt jede Gelegenheit um sie zu bedrängen. Als sich Marie ihm mehrfach entziehen kann beschuldigt er sie des Diebstahls. Statt einer Bestrafung schickt sie Marie jedoch mit einer Gauklertruppe um für sie zu spionieren. Von La Bonaille wird Marie zur „Meisterbanditin“ ausgebildet und gerät wieder in neue Schwierigkeiten. Wird Marie ihren Auftrag erfüllen können?

Die Geschichte ist so flüssig und spannend erzählt, das man im Handumdrehen hinein findet und das Buch kaum noch bei Seite legen mag. Marie ist eine tolle Protagonistin, es hat mir viel Spaß gemacht sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Band!
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