Stableford von Rob Reef

Buchvorstellungund Rezension

Stableford von Rob Reef

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Stableford“,, 256 Seiten.ISBN 978-3940258670.

»Stableford« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

Kurzgefasst:

England 1936. Acht Golfer folgen der Einladung des Bankhauses Milford & Barnes zu einem Golf-Wochenende in Cornwall. Obwohl von ihrem Gastgeber jede Spur fehlt, beschließen sie, das Turnier auszutragen. Doch es endet vorzeitig mit einem Mord. Durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten, beginnen sie, den Mörder auf eigene Faust zu suchen. Der Literaturprofessor Stableford, ein eifriger Leser von Kriminalromanen, übernimmt die Rolle des Detektivs nur allzu gern. Doch es gibt ein Problem: Er hat sich Hals über Kopf in die Hauptverdächtige verliebt. Für ihn steht fest, dass sie es nicht gewesen sein kann, aber sollte er sich wirklich auf sein Gefühl verlassen? Da geschieht ein zweiter Mord ...

Das meint Histo-Couch.de: „Gelungener Auftakt einer charmanten Krimireihe“80

Rezension von Karin Speck

Das Bankhaus Milford & Barnes hat zu einem Golfturnier geladen. Die Reise führt nach Cornwall. Dort treffen sich acht Menschen, die einander nicht kennen. Sie freuen sich auf ein entspanntes Wochenende, doch von ihrem Gastgeber ist weit und breit nichts zu sehen. Man beginnt mit dem Spiel und dann geschieht ein Mord. Ein Unwetter hat zudem dafür gesorgt, dass die Verbindung zur Außenwelt abgeschnitten ist. Auf sich allein gestellt, beginnen die Golfer zu ermitteln, allen voran der Literaturprofessor John Stableford. Eine Hauptverdächtige ist auch schnell gefunden, allerdings glaubt Stableford nicht daran, dass sie die Täterin ist. Doch dann geschieht auch noch ein zweiter Mord. Was ist hier nur los? Diese Frage stellt sich nicht nur John.

Spannung ohne spektakuläre Szenen

Der Autor schafft es ohne spektakuläre Szenen, Spannung zu erzeugen. Lange ist nicht klar, wer hier einen Mord verübt hat oder warum. Auch wenn die Vergangenheit des Opfers so nach und nach zutage tritt, klärt es nicht unbedingt, wer für die Tat infrage kommt. Reef hat dies geschickt geschildert und es macht Spaß, selbst mit zu rätseln und zu entschlüsseln wer und warum tötete.

Den einzelnen Kapiteln hat der Autor jeweils eine nette Überschrift mitgegeben und so beginnt Kapitel 1 gleich mit den Worten Zitat: „10 Uhr 30 ab Paddington“. Eine Anlehnung an Romane von Agatha Christi ist hier wohl beabsichtigt. Auch erzählt der Protagonist John Stableford immer wieder gern, wie sehr er Sherlock-Holmes-Romane liebt. Diese Angleichung lässt den Leser schon mal schmunzeln. Es wird dadurch aber auch deutlich, das gerade in dieser Zeit, in der der Roman spielt, diese Romane sehr beliebt gewesen sind. Der etwas trockene Erzählstil ist der Zeit aber durchaus angepasst. Allerdings dürfte die Handlung dem einen oder anderen Leser dann schon bekannt vorkommen. Eine Gruppe Menschen, in diesem Fall alle Golfspieler, sind eine gewisse Zeit auf sich allein gestellt. Es geschieht ein Mord und einer muss die Verantwortung übernehmen und beginnt zu ermitteln. Hier in diesem Fall ist es dann der von einer Detektivkarriere träumende John Stableford.

Jetzt könnte man davon ausgehen, so etwas funktioniert doch nicht mehr, ist doch langweilig. Nein, es ist nicht langweilig, sondern sehr unterhaltend. Die Frage nach dem Mörder gestaltet Reef sogar richtig spannend. Bis zum Schluss ist nicht wirklich sicher, wer der Täter ist oder ob John den Fall lösen kann. Aber John ermittelt dann ja auch nicht allein. Eine junge Frau steht ihm zur Seite. Er hat sie schon im Zug kennengelernt und baut nun langsam eine Beziehung zu ihr auf. Diese anbahnende Liebesgeschichte spielt sich unauffällig im Hintergrund ab.

Weitere Fälle von John Stableford liegen bereits vor

Stableford ist ein gelungener Auftakt zu einer Reihe Krimis aus den 1930er Jahren, die in Großbritannien spielen. Der Fall in sich ist hier abgeschlossen, nur wie es im privaten mit John und Harriet weitergeht, wird die Zeit zeigen. Die Nachfolgebände sind bereits erschienen, da es sich hier im vorliegenden Buch aus dem Dryas Verlag um eine Neuauflage handelt. Wer möchte, kann also schon mit dem nächsten Fall weiterlesen. 

Ihre Meinung zu »Rob Reef: Stableford«

tassieteufel zu »Rob Reef: Stableford«07.08.2017
Acht Golfer folgen im Oktober 1936 der Einladung des Londoner Bankhauses Milford & Barnes zu einem Golfwochenende nach Cornwall in den pittoresken Ort Peters Peter. Doch dort angekommen fehlt vom Gastgeber jede Spur und das Golfturnier endet in einem fürchterlichen Sturm und mit einem Mord. Doch der Mörder kann nur unter den 7 verbliebenen Gästen sein, denn durch das Unwetter ist die Gruppe von der Außenwelt abgeschnitten. John Stableford, Literaturprofessor mit einem Faible für Detektivromane, ist der Einzige der soweit vom Tatort entfernt war, dass er für alle unverdächtig ist. Er übernimmt bis zum Eintreffen der Polizei die Ermittlungen und fördert bald Erstaunliches zu Tage.

Das Buch folgt den Regeln eines klassischen Whodunit und es sind alle Zutaten vorhanden, die man von einem klassischen englischen Krimi erwartet, eine illustre Gesellschaft in der so gut wie
jeder etwas zu verbergen hat, eine abgelegene und scheinbar von einem alten Familienfluch behaftete Lokalität, eine grandiose Landschaft drumherum und einen sympathischen Detektiv, der zunächst nur zögerlich in diese Rolle schlüpft. Der Krimiplot ist wirklich recht ausgefeilt und wartet am Ende mit einer Lösung auf, die ich so nicht erwartet hätte. Der Handlungsablauf kommt aber doch ein wenig zu gemächlich daher um wirklich vollständig zu begeistern.
Ganz witzig fand ich die "kriminalistischen Anspielungen" auf die großen Detektive dieser Zeit. John Stableford, dem Detektiv dieser Geschichte wird von Dr. Holmes einem Arzt angeboten, das dieser als sein Watson fungiert, Stableford, der eigentlich Professor für englische Geschichte ist, sucht sich dann aber einen anderen Adlatus, weil Dr. Holmes zu den Verdächtigen zählt.
Trotz der arg beschränkten Seitenzahl von 172 ist die Figurenzeichnung doch ganz gelungen, allerdings hätten die Personen und der Plot auch noch gut 50 Seiten mehr hergeben. Für mich hat ein wenig die düster-unheimliche Atmosphäre gefehlt, die man in dem abgelegenen von der Außenwelt abgeschnittenen und vom Sturm umtosten Landhaus quasi vor Augen hatte, die sich beim Lesen aber irgendwie nicht einstellen wollte. Dafür gibt es eine Reihe recht humorvoller und süffisanter Dialoge, die das Büchlein insgesamt ganz unterhaltsam machen. Auch wenn das Buch an Christie, Doyle und andere Größen des Genres erinnert, die können es dann doch noch einen Tick besser!
Trotz kleiner Kritikpunkte ein schöner Auftakt zu einer Golfkrimireihe, die man wohl im Auge behalten sollte.

FaziT: ein klassischer englischer Krimi mit einem wirklich ausgefeilten Plot der an die großen Detektivromane der zwanziger Jahre erinnert, ich fand es ganz unterhaltsam, aber die vielen Dialoge gingen m.M. nach zu sehr zu Lasten der Atmosphäre, die hier einfach besser hätte rüber kommen können.
Ihr Kommentar zu Stableford

Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.