Das Haus in der Löwengasse von Petra Schier

Buchvorstellungund Rezension

Das Haus in der Löwengasse von Petra Schier

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Das Haus in der Löwengasse“,, 352 Seiten.ISBN 3-499-25901-X.

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Kurzgefasst:

Ende des 19. Jahrhunderts: Pauline Schmitz ist Waise. Nach dem Tod ihres Onkels auf sich gestellt, findet die junge Frau eine Anstellung als Gouvernante in Bonn. Der Hausherr hat Hintergedanken: Als sich Pauline gegen seine Nachstellungen zur Wehr setzt, steht sie plötzlich auf der Straße – mit nicht mehr, als in einen Koffer passt. Mittellos und ohne Beziehungen droht Pauline das Schlimmste. Dann kommt ihr das Glück zu Hilfe: Der Kölner Textilfabrikant Reuther nimmt sie in seine Dienste. Und er verliebt sich in sie. Doch Julius Reuther braucht eine Frau mit Geld, will er sein Unternehmen retten. Und Pauline muss sich entscheiden: Folgt sie ihrem Herzen und lebt ein Leben als Mätresse im Verborgenen? Oder geht sie ihren eigenen Weg?

Das meint Histo-Couch.de: „Unterhaltsame Liebesgeschichte in historischer Gewandung“65

Rezension von Daniela Loisl

Anfang des 19. Jahrhunderts in Bonn. Paulines Onkel, der sie nach dem Tode ihrer Eltern aufgenommen hat und ihr ein angenehmes Leben und eine umfangreiche Bildung geboten hat, ist gestorben. Nun steht die junge Frau alleine da und verdingt sich als Gouvernante im Haushalt der Buschners in Bonn. Doch Herr Buschner stellt Pauline nach und seine Frau ertappt sie in eindeutiger Situation und wirft sie aus dem Haus. Durch Zufall findet sie eine Anstellung als Magd in Köln und trifft so auf den verhärmten Unternehmer Julius Reuther …

Dass die Geschichte im Jahr 1823 spielt, erfährt man erst, als man mitten im Buch über Paulines Geburtsjahr stolpert, denn erwähnt wird im Buch in der Kurzbeschreibung nur das 19. Jahrhundert

Ziemlich vorhersehbar

Die Geschichte beginnt flott und mitreißend, wenngleich man auch schnell erkennt, dass an Klischees nicht gespart wurde. Ein durch den Tod der Eltern arm gewordenes Mädchen wird vom liebenden Onkel aufgenommen, der ihr ein angenehmes Leben bietet und eine gute Bildung zuteilwerden lässt. Als dieser stirbt, steht es vor dem nichts. Sie verdingt sich zuerst als Gouvernante, dann als arme Magd ihren Lebensunterhalt und trifft durch Zufall auf den reichen Fabrikanten Reuther, der sich sofort auf den ersten Blick in sie verliebt und als Gouvernante für seine Kinder einstellt …Mehr bräuchte man eigentlich nicht zu erzählen, um den ganzen Verlauf der Geschichte nicht ganz genau zu kennen.

Petra Schier hat das Talent, den Leser schnell in ihre Erzählung zu ziehen, skizziert im Eiltempo die Figuren – Protagonistin Pauline ist gut, hübsch, klug und fleißig, natürlich ebenso gut ansehend, mürrisch (aber natürlich mit gutem Kern) und grundehrlich ebenso wie auch Julius Reuther. Nur die „Bösen“ sind nicht alle ganz so schwarz/weiß gezeichnet, sondern der eine oder andere zeigt doch ein paar Schattierungen.

Darsteller gibt es viele und alle gehören entweder zu den Guten oder eben zu den nicht so Guten. Um nicht nur zu erzählen, wie die beiden Protagonisten sich finden, hat Schier Julius Reuther einen Unbekannten zur Seite gestellt, der es nicht so gut mit ihm meint und ihm einige Probleme bereitet. Wenngleich man relativ bald eine sehr starke Vermutung hat, wer denn dies sein könne, so bringt dieser Part doch auch so etwas wie Spannung in die Erzählung.

Sprachlich einfach, aber mitreißend

Wer Petra Schiers Bücher kennt, weiß, dass man keinen literarischen Höhenflug erwarten kann, sondern einfach kurzweilige Unterhaltung und darauf versteht sich die Autorin auch sehr gut. Die Liebesgeschichte ist zweifelsfrei sehr leicht und einfach, und auch wenn man im Grunde von Beginn an weiß, wie die Geschichte enden wird, so bereitet einem der Roman doch angenehme Stunden, die schnell vergehen. Längen kommen nie auf, da Schier es äußerst gut versteht, das Tempo in der Erzählung stets flott zu halten.

Fehlen jeglichen historischen Hintergrunds

Ein Manko hat die leichte und unterhaltsame Geschichte aber dennoch: Das Buch könnte im Grunde genommen genauso in der Renaissance wie im Barock oder auch in der Zeit des Jugendstils spielen, denn irgendwelche historisch politische Hintergründe oder andere Geschehnisse, woran sich die Zeit, in der die Geschichte spielt, festmachen lässt, gibt es nicht. Es ist einfach ein Roman mit historisch gekleideten Figuren, in einer Zeit, in der die Frauen noch nichts zu sagen hatten.

Wer also in irgendeiner Weise auch auf geschichtlich zeitgenössische Information hofft, jemand der Wert auf Authentizität legt und mehr aus der Zeit selbst erfahren möchte, sollte lieber die Finger davon lassen. Der Roman ist unterhaltsam, kurzweilig und leicht zu lesen und wer einfach Ablenkung sucht, um dem grauen Alltag zu entfliehen, wird mit diesem Buch von Petra Schier auch das Richtige bekommen.

Ihre Meinung zu »Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse«

BuecherMama zu »Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse«08.03.2018
Pauline Schmitz kommt, nachdem sie ihre Stelle als Gouvernante in Bonn verloren hat, nach Köln. Dort findet sie eine Anstellung als Magd. Kurze Zeit später trifft sie auf den Textilfabrikanten Julius Reuter und wechselt in die Stellung der Gouvernante für seine beiden Kinder. Die beiden verlieben sich in einander. Doch plötzlich gerät Reuter in finanzielle Schwierigkeiten und Pauline muss sich entscheiden.
Pauline ist eine junge Frau, die selbst noch nicht weiß wo ihr Platz im Leben ist. Wegen den sexuellen Misshandlungen ihres Arbeitgebers in Bonn, verschließt sie sich und traut keinem Mann mehr über den Weg. Das alles erschwert natürlich Anfangs den Umgang mit Julius Reuter. Er selbst ist seit dem Selbstmord seiner Frau sehr verschlossen und zeigt sehr ungern seine Gefühle. Auch gegenüber seiner Kinder ist er eher distanziert und desinteressiert was dazu führt das diese außer Rand und Band geraten. Erst Paulines Zuneigung und Interesse an den Kindern schafft es das Verhältnis zwischen Vater und Kindern zu bessern.
Es war interessant zu beobachten wie sich die Charaktere mit der Zeit aufeinander einstellten und gewachsen sind. Aus Pauline wurde eine Selbstbewusste Frau die sich nicht scheute, ihrem Chef die Meinung zu sagen und seinen Haushalt und sein Leben total auf den Kopf zu stellen. Beim lesen sind mir die Charaktere, allen voran Pauline sehr ans Herz gewachsen und ich konnte viele ihrer Gedanken und Entscheidungen nachfühlen. Der Schreibstil ist locker mit der richtigen Portion Humor, allerdings mangelt es auch nicht an Gefühl.
Das Haus in der Löwengasse ist mein erstes Buch von Petra Schier auch wenn ich schon lange einmal eines ihrer Bücher lesen wollte. Ich kann es einfach nur jedem Empfehlen der gerne Mittelalter Romane liest.
buchwelten zu »Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse«07.09.2013
Die junge Pauline findet zunächst nach dem Tod des sorgenden Onkels eine Anstellung als Gouvernante. Der Hausherr jedoch hat Hintergedanken und macht sie zu ihrer Mätresse. Als dies die Ehefrau erfährt, sitzt Pauline auf der Straße. Das Glück ist ihr jedoch hold und sie wird als Magd eingestellt. Die harte Arbeit setzt ihr zu, bis der junge Textilfabrikant Julius Reuther auf sie aufmerksam wird und sie als Kindermädchen bei sich einstellt. Schon bald scheint sich zwischen den beiden mehr zu entwickeln…
Das Buch hat mich zwar ganz gut unterhalten, konnte mich aber leider nicht so richtig fesseln. Ich hatte mich auf einen historischen Roman gefreut, leider bin ich da ein bisschen enttäuscht worden. Zwar wird die Problematik der dienenden Schicht im frühen 19. Jahrhundert angeschnitten, dennoch habe ich das Buch eher als Liebesroman empfunden. Die Handlung ist schlicht und das Ende vorhersehbar, der Spannungsbogen eher flach. Dabei ist der Schreibstil leicht und lässt sich flüssig lesen, obwohl ich mir weniger Dialoge und dafür ein paar mehr Beschreibungen gewünscht hätte.
Die Protagonistin Pauline war mir zwar nicht unsympathisch, war mir aber zu flach gezeichnet. Sie ist einfach nur gut, macht nie was falsch und hat keine Ecken und Kanten. Dadurch wirkt sie einfach nicht echt. Sympathischer war mir da Julius Reuther, den seine Erlebnisse gezeichnet haben und der durch seine Launen sehr menschlich wirkt. Die Kinder Ricarda und Peter waren dagegen sehr gut ausgearbeitet. Sie sind zwar frech und vorlaut, aber voller Energie und bringen Leben in die Geschichte. Ich hatte sie vor Augen, wie sie sich zanken und durchs Haus rennen – die beiden haben mir wirklich gut gefallen.
Wer einen unterhaltsamen Liebesroman für kurzweilige Stunden sucht, ist mit „Das Haus in der Löwengasse“ sicher gut beraten. Will man dagegen einen historischen Roman mit komplexer Thematik, ist man bei diesem Buch vielleicht etwas enttäuscht. Da ich doch vergnügliche Stunden hatte mit dem Buch, vergebe ich 3,5 Sterne.
PMelittaM zu »Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse«28.09.2012
Pauline Schmitz arbeitet als Gouvernante in einem Bonner Haushalt. Als der Hausherr zudringlich wird und Pauline das nicht dulden will, steht sie von jetzt auf gleich auf der Straße. Ohne Referenzen eine neue Stellung zu finden ist fast unmöglich. Mehr durch Zufall wird sie von einem Kölner Apotheker als Magd angestellt, eine schwere Arbeit, die Pauline nur mit äußerster Anstrengung erfüllen kann. Der Fabrikant Julius Reuther, ein Witwer mit zwei minderjährigen Kindern, der mit der Apothekerfamilie gesellschaftlich verkehrt, erkennt, dass in ihr viel mehr steckt und engagiert sie als Gouvernante für seinen Haushalt. Pauline fügt sich sehr gut dort ein und es entstehen romantische Gefühle zwischen ihr und Julius. Da Julius allerdings berufliche Probleme und Geldsorgen hat, wäre für ihn eine Verbindung mit einer hohen Mitgift vernünftiger.

Petra Schier, die sonst vor allem für ihre Romane aus dem Mittelalter bekannt ist, hat sich hier ins 19. Jahrhundert gewagt – und dieses Experiment ist wunderbar gelungen. Mit ihrer schönen, sehr bildhaften Sprache hat sie einen Liebesroman geschrieben, der in keinem Moment kitschig ist sondern sogar sehr spannend. Gleichzeitig und gut recherchiert zeigt sie auf, wie die Gesellschaft zu jener Zeit funktioniert hat und welchen Mutes es bedurfte, gesellschaftlichen Konventionen zu widerstehen.

Nicht nur die Örtlichkeiten, wie z. B. das Köln des 19. Jahrhunderts, auch die Charaktere werden, bis in die kleinste Nebenrolle, dermaßen plastisch beschrieben, dass man sie vor dem inneren Auge lebendig werden sieht, dazu trägt sicher auch bei, dass die Autorin sehr detailreich erzählt und auch die Gedanken und Emotionen immer nachvollziehbar formuliert.

Wunderschön fand ich auch, dass die Familie Burka auch im 19. Jahrhundert noch ihre Apotheke am Alter Markt hat – eine herrliche Anspielung auf Petra Schiers Adelina-Romane.

Diesen Roman kann ich uneingeschränkt empfehlen und hoffe auf weitere Romane aus Petra Schiers Feder, die im 19. Jahrhundert angesiedelt sind.
Sarah zu »Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse«20.09.2012
Nachdem ich von der Aachentrilogie und der Kreuz-Reihe sehr begeistert war, bin ich von diesem Buch leider sehr enttäuscht. Diese Liebesgeschichte ist sehr seicht und vorhersehbar. Alles verläuft nach Schema F. Die Protagonisten sind wahnsinnige Gutmenschen ohne Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr flach. Bei den vorherigen Romanen hat man immer das gewisse Kribbeln gespürt zwischen den Protagonisten und man konnte förmlich mitfiebern. Hier ist das leider gar nicht der Fall. Es wird keine Stimmung erzeugt. Auch die Probleme, die dem Paar in den Weg geworfen werden, wirken zu kontruiert. Finde ich sehr schade, da ich mich schon lange auf das Buch gefreut hatte.
Sarah zu »Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse«20.09.2012
Nachdem ich von der Aachentrilogie und der Kreuz-Reihe sehr begeistert war, bin ich von diesem Buch leider sehr enttäuscht. Diese Liebesgeschichte ist sehr seicht und vorhersehbar. Alles verläuft nach Schema F. Die Protagonisten sind wahnsinnige Gutmenschen ohne Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr flach. Bei den vorherigen Romanen hat man immer das gewisse Kribbeln gespürt zwischen den Protagonisten und man konnte förmlich mitfiebern. Hier ist das leider gar nicht der Fall. Es wird keine Stimmung erzeugt. Auch die Probleme, die dem Paar in den Weg geworfen werden, wirken zu kontruiert. Finde ich sehr schade, da ich mich schon lange auf das Buch gefreut hatte.
Tanja P. zu »Petra Schier: Das Haus in der Löwengasse«12.09.2012
Ich fand das Buch leider nicht so toll. Wahrscheinlich hatte ich mir eine Storry im Stil der bisherigen Bücher von Petra Schier erwartet - mit mehr Spannung und deutlich tiefgründiger. Aber "Das Haus in der Löwengasse" ist eher seicht mit einer leicht durchschaubaren Geschichte und keinem wirklich überaschenden Ende: Gefallenens Mädchen wird von reichem Wittwer aus mieser Anstellung gerettet und vielleicht noch mehr... Man ahnt leider immer vorher, wie die Handlung weitergeht. Ich würde das Buch eher in die Ecke "seichter Liebesroman" mit historischem Anklang einordnen - schade, aber dieses Buch schafft es nicht in meinen Bücherschrank.
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