Nur der Tod bringt Vergebung von Peter Tremayne

Buchvorstellungund Rezension

Nur der Tod bringt Vergebung von Peter Tremayne

Originalausgabe erschienen 1994unter dem Titel „Absolution By Murder“,deutsche Ausgabe erstmals 1998, 307 Seiten.ISBN 3-7466-2215-8.Übersetzung ins Deutsche von Irmela Erckenbrecht.

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Kurzgefasst:

Im Jahre 664 kämpfen im Königreich Northumbrien die Anhänger der Kirche Roms gegen die Lehren des Kelten Columban von Iona. Um den Kirchenstreit beizulegen, wird in Witebia eine Synode einberufen. Als die Äbtissin Ètain ermordet in ihrer Zelle aufgefunden wird und wenig später zwei weitere Diener Gottes sterben, vermutet man zunächst kirchenpolitische Motive. Schwester Fidelma, eine irische Nonne königlichen Geblüts und gleichzeitig Anwältin bei Gericht in ihrer Heimat, geht diesen Gerüchten nach und macht eine grausige Entdeckung.

Das meint Histo-Couch.de: „Ein Muss für Fans von Miss Marple“ 85Treffer

Rezension von Elke Röhrig

Peter Tremayne ist ein Geheimtipp für jeden Freund des Historischen und des „guten alten englischen“ Krimis nach dem Vorbild von Agatha Christie und Co. Dieser Mann, der unter einem Pseudonym schreibt, ist und ein anerkannter Historiker und besonders auf die Kultur der Kelten spezialisiert. Sein Schreibstil wirkt ein wenig „wissenschaftlich“ angehaucht. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch – eher im Gegenteil. Die historischen Fakten wie zum Beispiel der Gedanke an das Zölibat, werden gekonnt mit Einzelheiten der Sprache und der Kultur verwoben und der Leser ist sofort im Bilde.

Eine ganz besondere Nonne: Schwester Fidelma

Peter Tremayne wählt Schwester Fidelma, eine irische Nonne, zu seiner Protagonistin. Sie hat nicht nur königliches Blut in den Adern, sondern besitzt auch eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe. Als Anwältin bei Gericht hat sie eine besondere Stellung inne und ihr ist es wohl als einziger Frau gegenüber höchsten Würdenträgern erlaubt, erhobenen Hauptes stehen zu bleiben. Lediglich durch ein Kopfnicken zeigt sie ihren Respekt und ihre Hochachtung gegenüber dem König. In einer Zeit, in der die Frau eine ganz und gar untergeordnete Rolle spielt und eigentlich keine Rechte besitzt, ist diese etwas Besonderes, geradezu emanzipiert und darum oft Stein des Anstoßes. Eine Frau, der man nichts vormachen kann und die kein falsches und voreilig getroffenes Urteil anerkennt, sondern stets der Ursache auf den Grund geht. „Ein Mensch gilt solange als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist“ – bereits da sind Rechtszüge unserer heutigen Gesellschaft zu erkennen. Und sie hat es sogar zu solchen Ehren gebracht, dass sie von Vertretern der unterschiedlichsten Länder gerufen wird, um „;mysteriöse“; Todesfälle aufzuklären.

Alles andere als vertrottelt: Eadulf

Schwester Fidelma zur Seite gibt der Autor Bruder Eadulf. Beide werden anfangs mit dieser Aufgabe überrumpelt, zusammen zu arbeiten, klären dann aber gleich in diesem ersten Buch der Reihe drei Mordfälle auf und aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickelt sich mehr und mehr eine Freundschaft, die nicht nur auf Achtung beruht. Beide ergänzen sich hervorragend – etwa wie Miss Marple und Mister Stringer, wenn auch Bruder Eadulf alles andere als vertrottelt ist und einen außerordentlichen Scharfsinn beweist. Nicht selten eilt er Schwester Fidelma zu Hilfe, sammelt Indizien und bringt andere Aspekte und Gedankengänge in die Überlegungen mit ein.

Noch bevor die Synode überhaupt richtig beginnen kann, gibt es bereits den ersten Todesfall. Da der Mord einen kirchenpolitischen Hintergrund haben könnte, dringt der König darauf, so rasch wie möglich den Schuldigen zu finden und zu bestrafen. Und es scheint so manches Mal, dass es ihm nicht schnell genug gehen kann, wie Schwester Fidelma und Bruder Eadulf ihre Nachforschungen anstellen. Und dann gerät Schwester Fidelma selbst in große Gefahr…

Für Fans von Miss Marple

Der Autor schafft es, bereits auf den ersten Seiten dieses Buches eine Spannung aufzubauen, die bis in die letzten Seiten anhält. Der Leser wird immer wieder von seinen eigenen Gedankengängen über die Identität des Täters abgebracht. Seinen Höhepunkt erreicht der Spannungsbogen wohl zum Ende hin, als die beiden geistlichen Ermittler zur Auflösung schreiten. Die Art und Weise erinnert an die allseits beliebte Miss Marple, die sämtliche involvierte Personen im Salon zusammen ruft. Auch hier finden sich alle betroffenen Personen ein und Schwester Fidelma beginnt mit der gelegentlichen Unterstützung von Bruder Eadulf den Tathergang auf unbeschreiblich geniale Weise und auf jeden Einzelnen bezogen zu beschreiben und zu widerlegen. Und letzten Endes dürfte die Auflösung doch für den einen oder anderen eine Überraschung darstellen.

Ein absolut gelungener historischer Kriminalroman, mit vielen gut recherchierten Fakten, Irrungen und Verwicklungen. Es macht Spaß, den Gedankengängen der beiden Ermittler zu folgen und man bekommt auf jeden Fall Appetit auf weitere Abenteuer der beiden.

Ihre Meinung zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«

Sanne zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«11.11.2012
Ich bin in der Buchhandlung über die Fidelma-Reihe "gestolpert",nach einem Irland Urlaub,weil mir die Einbandmotive auffielen die dem Book of Kells entnommen sind,welches ich im Trinity College bewundert hatte.
Seit dem ersten Band bin ich ein großer Fan,Peter Tremayne schafft es historische Fakten mit fiktiven Fällen spannend zu verbinden,man wird ausgezeichnet unterhalten und lernt dabei noch etwas.
Bisher waren alle,denen ich die Bücher ausgeliehen habe,gleichfalls begeistert!
Selten hat mich ein Autor mit einer Serie über einen derart langen Zeitraum begeistern können.
Katya zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«15.03.2011
Das Grundkonzept der Reihe ist grandios - der Autor schildert kenntnisreich und unaufdringliche die frühchristlich irische Welt.

Als erstes las ich Kurzgeschichten der Fidelma-Reihe und war vollkommen begeistert (lediglich die Fremdheit dieser Welt hinderte mich an der Mit-Aufklärung des Falles, wie es bei anderen Krimis besser klappt).

Daher hegte ich gewisse Erwartungen an den ersten Band, war jedoch sehr enttäuscht.

Die Spannung litt etwas, außerdem gelang es dem Autor bei seinem Debutroman nicht, die Detektivin wirklich intelligenter als die Mitmenschen zu machen. Er zäumte das Pferd anders herum auf und machte die Mitmenschen samt und sonders dümmer, d.h. kurzsichtiger.

JEDOCH habe einen späteren Band aus der Bibliothek ausgeliehen, der mich wieder von der Reihe überzeugt hat.
Frank zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«23.04.2010
Ich finde das Buch,welches ich als Hörbuch "verspeist" habe, wirklich originell, gut durchdacht, spannend und informativ !
Man merkt gleich ,das der Verfasser wissenschaftlich tätig war oder ist.
Die "Kopf" - Betontheit von Fidelma
ist wenn man mehrere dieser Bücher
gelesen hat etwas mich störendes.
Tim zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«07.10.2009
Das Buch stinkt zum Himmel und Eadulf und Fidelma sind echt dämliche Namen. Das Buch bringt keine Spannung und verleitet auch nicht zum weiterlesen. Jede Seite die ich weiter lese wird das Buch langweiliger. Nicht mal meine Oma hat lust das doofe Buch zu lesen. Ich hab das Buch in der Schule vorgestellt und alle sind beim vorlesen eingeschlafen. Jeder Verlag der so ein Buch verlegt sollte geschlossen werden.
Leserin zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«09.02.2009
Vielleicht lohnt es sich am Ball zu bleiben, aber bis jetzt finde ich die Vielzahl der Protagonisten einfach überladen. Der Text ist mühselig und zäh und es fehlt die Schlüssigkeit. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Möglicherweise kommt ja noch der zündende Funke und Spannung. Die Zeitepoche ist höchst interessant, aber die Gleichstellung der Frau, ob Nonne oder nicht, ist unglaubwürdig. Ich habe schon soviel Bücher aus dieser Zeit gelesen, dass ich erstaunt bin, dass überhaupt noch Frauen existieren.
Larna zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«25.03.2008
Dieser historische Krimi ist wirklich schön geschrieben. Man erfährt viel über eine (mir) bisher eher unbekannte Epoche.
Der Streit zwischen den keltischen Christen und den römischen Christen ist sehr anschaulich geschildert und ich habe vieles dazu gelernt. Zum Beispiel über die Herkunft der Tonsur und das sie in den beiden Kirchen unterschiedlich geschnitten wurden ebenso wie über die unterschiedlichen Segenszeichen, die es gab.

Die Protagonisten sind liebevoll herausgearbeitet und auch sympathisch. Fidelma hat mit einer Nonne im heutigen Sinne nicht viel zu tun und die Tatsache, dass in Irland zur damaligen Zeit die Frauen den Männern gleichgestellt waren, führt zu einigen witzigen Szenen, wenn Fidelma auf die Männer der damaligen Sachsen trifft, deren Rollenvorstellung doch sehr unterschiedlich sind.

Die Krimihandlung ist gut aufgebaut und auch wenn keine atemlose Spannung entsteht, so fiebert und rätselt man doch mit und versucht, gemeinsam mit Fidelma und Eadulf auf die Lösung zu kommen. Vorteil ist, dass man wirklich nur soviel weiß, wie auch die Nonne und der Mönch und so eine echte Chance hat, den Fall ebenso zu lösen.

Einzig die Darstellung Irland als ein modernes, fortschrittliches Land gegenüber den Sachsen als eher rückständige und brutale Leute war mir ein wenig zu plakativ.

Ich freue mich aber auf jeden Fall schon auf die weiteren Bücher.

85°
traktor zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«28.02.2008
Ich muss zugeben, dass ich die ersten Seiten des Romans als etwas anstrengend empfand, weil Peter Tremayne sich Zeit ließ, die Charaktere zu entwickeln. Das bei-der-Stange-bleiben hat sich aber absolut gelohnt. Spannender Verlauf, pfiffiges Ende - ich werde auf jeden Fall weitere Geschichten mit Fidelma und hoffentlich auch Eadulf lesen.
el broto zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«21.02.2008
Eigentlich bietet das Buch rein von der Art nichts neues: Superdetektivin mit (ausnahmsweise mal etwas intelligenterem ) Assistenten. ABER: Eingebettet in den historischen Hintergrund, über den hierzulande recht wenig zum Allgemeinwissen gehören dürfte, ergibt sich ein durchaus lesenswerter Krimi, bei dem man en passant tatsächlich noch was lernen kann. Leseempfehlung!
anath zu »Peter Tremayne: Nur der Tod bringt Vergebung«11.11.2007
Hier tut sich eine Welt auf,über die ich bisher kaum etwas wußte. Abgesehen vom Wissenszuwachs aber ist dieses Buch auch spannend und fordert den Leser mit seinen detektivischen Fähigkeiten heraus. Fidelma weiß nie mehr als der Leser,es gibt keine Geheimnisse.Und so ist es eine echte Herausforderung, genau so schnell oder schneller zur Lösung zu kommen wie die königliche Nonne,die so ganz anders ist als man sich heutzutage Nonnen vorstellt.
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