Die Pforten des Todes von Peter Tremayne

Buchvorstellungund Rezension

Die Pforten des Todes von Peter Tremayne

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „The Seventh Trumpet“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 442 Seiten.ISBN 978-3-7466-2893-6.Übersetzung ins Deutsche von Irmhild Brandstätter, Otto Brandstätter.

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Kurzgefasst:

Tod im Namen des Herrn? England, 670. Unweit von Cashel findet man einen jungen Adligen ermordet auf. Das Wappen vom Herrscherhaus des Nachbarkönigreichs Laigin, das man bei ihm entdeckt, ist der einzige Hinweis auf seine Identität. Hat der Ausbruch von Gewalt im Westen des Königreichs etwas mit seinem Tod zu tun? Wer ist der Anführer all des Aufruhrs, der für sich in Anspruch nimmt, vom Siebenten Engel der Offenbarung beauftragt zu sein, alle, die nicht rein im Glauben sind, aus dem Land zu treiben? Wie Fidelma und Eadulf bald feststellen, hat dieser Fall schicksalhafte Bedeutung für das Königreich Muman, das von Fidelmas Bruder regiert wird.

Das meint Histo-Couch.de: „Todesengel unterwegs“87Treffer

Rezension von Annette Gloser

Fidelma leidet unter Langeweile. Nachdem sie zur Wahl für das Amt des obersten Brehon im Königreich Muman gestellt und die Wahl verloren hat, ist sie Beraterin ihres Bruders, König Colgu. Allerdings füllt diese Tätigkeit die tatendurstige ehemailge Nonne nicht aus und auch die Ehe mit Eadulf bietet ihr keine kriminalistischen Anreize. Selbst die Tatsache, daß Colgu endlich eine Braut gefunden hat und diese von Herzen liebt, kann Fidelma nicht wirklich erfreuen, denn Lady Dunliath scheint ein wenig dümmlich und vor allem vergnügungssüchtig zu sein. Als in der Nähe von Cashel die Leiche eines ermordeten jungen Adligen gefunden wird, stürzt sich Fidelma also mit voller Kraft in die Ermittlungen. Bald stellt sie fest, daß es sich um einen Mord mit großer Tragweite handelt. Viele verschiedene Details gesellen sich zueinander, wollen aber kein stimmiges Bild ergeben.

Immer wieder stoßen Fidelma und ihre Gefährten auf zerstörte Siedlungen und hören Gerüchte, die an die Todesengel aus der Apokalypse erinnern. Ein wichtiger Zeuge wird ermordet, ein wandernder Jungbarde erzählt seine traurige Geschichte und dann wird Fidelma entführt. Eadulf macht sich sofort auf die Suche nach ihr und spürt sie in Durlus auf, in einem Gebiet, dessen Herrscherin dem Königreich Muman Treue geschworen hat. Diese Herrscherin empfängt Fidelma nach deren Befreiung jedoch sehr reserviert und offenbar voller Misstrauen. Auch von dem jungen Barden, nach dem Fidelma sie fragt, hat sie angeblich noch nie gehört. Fidelma wird schnell klar, daß die junge Frau ihr nicht die volle Wahrheit sagt und sie beginnt, auf eigene Faust nach dem Barden zu suchen.

Ihr Weg führt Eadulf und Fidelma in ein seltsames Kloster mit seltsamen Mönchen und bald erkennt die Königsschwester, daß hier ein Komplott geschmiedet wird, das die Herrschaft ihres Bruders Colgu stürzen soll.

Heimspiel für Fidelma

Tremayne entführt seine Leser in die bereits gewohnte Fidelma-Welt: Man schreibt das Jahr 640 a. D., die Handlung spielt im Königreich Muman, einem der irischen Königreiche, und in angrenzenden Gebieten. Die Handlung knüpft an einen der vorhergehenden Fidelma- Romane an. Allerdings ist es nicht zwingend notwendig, diesen früheren Roman („Der Blutkelch“) gelesen zu haben. Auch Leser, die bisher noch kein einziges Buch aus der Fidelma- Reihe in der Hand hatten, werden keine Schwierigkeiten haben, sich in die Handlung hinein zu finden.

Hat man jedoch einige der früheren Bücher gelesen, so weiß man, daß Fidelma nicht immer nur in Irland ermittelt. Aber gerade dann, wenn sie das in ihrer Heimat tut, spürt man beim Lesen deutlich, daß Autor und Protagonistin hier ganz und gar zu Hause sind. Tremayne als Spezialist für keltische Kultur wählt auch immer ein paar spezielle Punkte aus der alten irischen Gesetzgebung aus, mit denen er seine Leser im Verlaufe des Romans bekannt macht. Diesmal sind es Straßen, zu Wasser und zu Lande, und so erfährt der Leser voller Staunen, daß die alten Kelten nicht nur beim Lesen und Studieren die Nase vorn hatten, sondern auch schon eine Klassifizierung ihrer Straßen vorgenommen haben, die gar nicht so weit entfernt ist von unserer heutigen Einteilung in Autobahnen, Bundesstraßen, Landstraßen etc.. Selbst die dazu gehörigen Raststätten wurden in den Brehon-Gesetzen konkret eingeteilt und ihr Unterhalt geregelt. Selbstverständlich spielen diese Dinge auch in der Romanhandlung eine wichtige Rolle und dienen der Ermittlung im Kriminalfall, so daß der Leser nicht losgelöst von der Handlung eine Portion Geschichtswissen serviert bekommt.

Wiederlesen mit alten Freunden

In Die Pforten des Todes können altgediente Fidelma-Fans auch gute alte Bekannte wieder treffen. Einige Protagonisten aus früheren Romanen tauchen wieder auf, neue gesellen sich dazu. Gelegentlich gibt es Verweise auf frühere Ermittlungen Fidelmas. Für Leser, die schon lange Jahr für Jahr auf ein neues Fidelma-Buch warten, dürfte der Roman einen hohen Wiedererkennungswert haben. Auch der Aufbau des Kriminalfalls ist typisch für die Fidelma-Geschichten. Viele kleine Puzzleteile, Fidelma lässt sich ihre Erkenntnisse nur schwer entlocken, Eadulf stolpert häufig im Dunkel umher. Gelegentlich allerdings können geübte Krimileser feststellen, daß sie es diesmal geschafft haben, der Chefin ein Stück voraus zu sein. Aber das sind nur Teilerfolge, am Ende hat Fidelma doch die Nase vorn, vor allem bei den Details.

Eadulf bekommt in diesem Buch wieder einmal die Chance, aus der wenig ruhmreichen Watson-Rolle auszusteigen und sich als rettender Held zu bewähren. Diese Aufgabe löst er mit Erfolg. Schade nur, daß er dann wieder nahtlos in seine alte Rolle zurück fällt. Ein wirklich kongenialer Partner für Fidelma ist er auch im 21. Buch der Reihe nicht.

Spannung und Lesespaß

Wer zu den Fidelma- Büchern greift, der hat immer spannende Unterhaltung im Gepäck. So ist auch Die Pforten des Todes ein Buch für alle Lebenslagen. Der Aufbau Taschenbuch-Verlag gestaltet die gesamte Reihe wunderschön mit keltischen Motiven auf den Covern, auch dieser Band fügt sich hier nahtlos ein. Ein Personenverzeichnis und eine Karte von Muman erleichtern die Orientierung für den Leser. So kann man sich mühelos in das Abenteuer mit der irischen Prinzessin stürzen und nach Stunden bestürzt feststellen, daß man über dem Lesen ganz und gar vergessen hat, ins Bett zu gehen.

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