Das Geheimnis des Goldmachers von Peter Hereld

Buchvorstellungund Rezension

Das Geheimnis des Goldmachers von Peter Hereld

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Das Geheimnis des Goldmachers“,, 319 Seiten.ISBN 3839210690.

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Kurzgefasst:

Sommer, im Jahre 1234. Zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sind auf dem Weg nach Köln. Osman Abdel Ibn Kakar, ein Muselman aus Alexandria, ist auf der Flucht vor seinem Herrn. Begleitet wird er von Robert dem Schmalen, seinem besten Freund. Unterwegs lernen sie in einem Dominikanerkloster in Hildesheim den großen Gelehrten Albertus Magnus kennen. Der Mönch verrät ihnen in aller Vertraulichkeit von seinem päpstlichen Auftrag: aus minderen Elementen Gold herzustellen. Als er kurz darauf entführt wird, fällt der Verdacht auf die beiden Reisenden. Der Beginn einer Jagd auf Leben und Tod …

Das meint Histo-Couch.de: „Ein Roman mit Licht und Schatten“72

Rezension von Carsten Jaehner

Im Jahr des Herrn 1234 sind Osman Abdel Ibn Kakar, ein Muslim aus Alexandria, und Robert der Schmale, der mit zwei Metern Größe und einer stattlichen Figur alles andere als schmal ist, auf dem Weg vom Norden nach Köln. Unterwegs kommen sie nach Hildesheim, wo sie in einem Dominikanerkloster Unterschlupf finden. Hier treffen sie auf Albert von Lauingen, der später als Albertus Magnus Berühmtheit erlangen wird. Albert lebt in dem Kloster und soll für den Papst Gold herstellen.

Die drei freunden sich an, und Robert erzählt seine Geschichte, wie er auf den Kinderkreuzzügen unterwegs war. Schließlich wird Albert entführt, und Osman und Robert geraten unter Verdacht und werden fortan durch Hildesheim gejagt.

Spannende Kinderkreuzzüge

Peter Hereld erzählt in seinem ersten historischen Roman eigentlich zwei Geschichten, die er miteinander verbindet. Zum einen ist da die Geschichte in Hildesheim, zum anderen ist da die Geschichte, wie sich Osman und Robert letztlich kennen gelernt haben, verflochten mit einer Geschichte der Kinderkreuzzüge. Diese ist sehr interessant und spannend geschildert und nimmt das erste Drittel der 316 Seiten langen Erzählung aus dem Gmeiner-Verlag ein. Hier erfährt der Leser einiges interessantes über diese Kreuzzüge, ihre Entstehung und Durchführung, wenn man es denn so nennen will.

Leider bestehen die restlichen zwei Drittel des Buches fast nur aus einer Verfolgungsjagd, die auch bequem hätte gekürzt werden können. Hier wird sogar einen einigen Stellen künstlich durch Perspektivwechsel Spannung erzeugt, was aber leider nicht funktioniert, da es doch sehr durchsichtig geraten ist. Im Grunde besteht der Roman nur aus Kinderkreuzzug und Verfolgungsjagd durch Hildesheim, und die Resthandlung wurde dazu genutzt, um diese beiden Aspekte irgendwie miteinander zu verbinden. Das hätte man durchaus geschickte machen können, oder sich nur auf die Kinderkreuzzüge beschränken sollen, denn dieser Teil des Romans ist der weitaus gelungenere.

Altertümlicher Sprachstil

Sprachlich weiß der Autor jedoch zu überzeugen, wenngleich er in der Danksagung selber von sich sagt, einen „bisweilen überbordenden altertümlichen Sprachstil“ zu pflegen. Ja, dies ist so, und dies zieht auch den Roman noch einmal in die Länge. Dass gerade Osman diesen Sprachstil somit ebenfalls pflegt, ist dem Autor wohl auch aufgefallen und hat dafür schließlich auch eine Begründung gefunden. Dennoch liest sich der Roman flüssig und bruchlos, was ja auch nicht immer von Romanen zu erwarten ist.

Auch wenn man im ersten Drittel des Buches schon einiges über die beiden Protagonisten Robert und Osman erfährt, so hätte die Beziehung der beiden zueinander doch noch mehr dargestellt werden können. Man erwartet irgendwie, dass die Kreuzzugerzählung den Leser auf das vorbereitet, was nachher zu lesen sein wird, aber beides hat überhaupt nichts miteinander zu tun, so dass man sich schon fragt, warum es zur dürftigen Hildesheim-Handlung diesen langen und ausschweifenden, wenngleich interessanten, Vorlauf gegeben hat. Die weiteren Figuren der Handlung wie Albert, Abt Georg oder Hauptmann von Stenweden bleiben dagegen ebenfalls etwas blass.

Immerhin ergänzen ein Nachwort und eine Karte von Hildesheim den Roman, und der Schlusssatz „Weit war ihr Weg nach Cölln, und viele Abenteuer hatten sie noch zu bestehen – doch das ist eine andere Geschichte“ deutet darauf hin, dass es vielleicht noch weitere Romane mit Robert und Osman geben wird, die durch kleine Hinweise aus der Vergangenheit schon angedeutet sein könnten. Man wird den beiden Reisenden gerne noch eine weitere Chance geben, dann aber gerne mit mehr Zusammenhang zwischen den Handlungselementen und mehr Tempo in der Erzählung. Und vielleicht einem passenderen Titel, denn Das Geheimnis des Goldmachers ist letztlich genauso irreführend wie der Klappentext, hier darf ruhig noch nachgebessert werden. Somit ist viel Potenzial für weitere Romane vorhanden, wenn entsprechend nachgebessert wird.

 

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