Der Goldschatz der Elbberge von Martin Schemm

Buchvorstellungund Rezension

Der Goldschatz der Elbberge von Martin Schemm

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Der Goldschatz der Elbberge“,, 400 Seiten.ISBN 3831904200.

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Kurzgefasst:

Im Jahr 1065 lässt der Hamburger Erzbischof Adalbert eine Gruppe Männer durch einen alten Stollen in die Tiefe des Sollonbergs (Süllberg in Blankenese) hinabsteigen, um dort einen sagenumwobenen Schatz der zwergenhaften Schwarzalben zu heben. Mit der Beute hofft der Kirchenfürst seine politische Macht im Norden Europas und im Reich König Heinrichs IV. ausweiten zu können. Als die Männer tatsächlich in das Zwergenreich gelangen und Hand anlegen an den goldenen Schatz, vollzieht sich ein alter Fluchzauber, der das Land an der Elbe in Angst und Schrecken versetzt, während zugleich das Machtgefüge des Erzbischofs zerfällt …

Das meint Histo-Couch.de: „Ein phantastisch(er) historischer Roman“84

Rezension von Birgit Borloni

Hamburg im Jahr 1065: Der Erzbischof von Hamburg, Adalbert, ist auf dem Höhepunkt seiner Macht, da er der engste Ratgeber des jungen Königs ist und von diesem sehr geschätzt wird. Doch sein aufwendiger Lebensstil und seine Prunksucht verschlingen Unsummen an Geld und neue Quellen aufzutun wird zunehmend schwieriger. So hört er nur zu gern auf seinen Rategeber Notebald, der ihm von einem ungeheuren Goldschatz erzählt, der unter dem Sollonberg am Blanken Neeß liegen soll.

Auf Befehl des Erzbischofs bricht eine Gruppe auf, um den Schatz zu heben, doch das Abenteuer nimmt eine dramatische Wende, als die Männer feststellen müssen, dass die alten Sagen und Legenden über die Schwarzalben und Wächter des Horts der Wahrheit entsprechen. So wird ein uralter Fluch entfesselt, der die Leute am Blanken Neeß heimsucht. Gleichzeitig hat Erzbischof Adalbert mit ganz realen Problemen zu kämpfen: Seine Gegner und Widersacher im Reich, die ihm seine Position bei Hofe neiden, formieren sich zum Widerstand und versuchen, ihn zu Fall zu bringen …

Interessant und fesselnd mit einigem Lokalkolorit und interessanten Figuren

Nicht nur Hanseaten dürften an dem Roman von Martin Schemm Gefallen finden. Natürlich wird es für Hamburger besonders interessant sein, etwas über die Anfänge des Blanke Neeß (der heutige Hamburger Stadtteil Blankenese) zu erfahren, als es damals dort nur ein kleines Fischerdorf gab und auf dem Sollonberg (heute Süllberg in Blankenese) nur eine Burg und eine Propstei.

Doch das Buch wird auch ortsunkundige Leser in seinen Bann ziehen, denn der Autor versteht es, der damaligen Zeit ein Gesicht zu geben. Er beschreibt die politische Situation ebenso wie das tägliche Leben der verschiedenen Bevölkerungsschichten, angefangen von den Fischern am Blanke Neeß über die Soldaten auf der Burg bis hin zu den Mönchen der Propstei. So erfährt man einiges über den oft mühsamen Alltag, der damals besonders für die Armen ein täglicher Kampf ums Überleben war. Dem gegenüber stehen die höchsten Gesellschaftsschichten des Reichs, in denen es heftig gärt. Gespannt verfolgt man als Leser die Intrigen, die die Feinde Erzbischofs schmieden und die sie zu drastischen Maßnahmen greifen lassen.

Auch wenn die meisten Protagonisten relativ rasch in „gut“ und „böse“ einteilen lassen, so sind doch einige nicht so leicht fassbar, wie der Burgvogt, der Erzbischof, sein Berater Notebald oder auch der aus den nordischen Landen stammende Thorkil, der mit seinem magischen Wissen ein Teil der Expedition ist. Diese Figuren faszinieren und bereichern die Geschichte ungemein.

Geschickte Verwebung zwischen phantastischen und historischen Elementen

Neben dem historischen Teil ist die Einbettung der Phantastik ebenfalls hervorragend gelungen. Martin Schemm bedient sich alter Legenden und Erzählungen, in denen es um Schwarzalben, also Zwerge, geht, die unter den Bergen einen sagenhaften Goldschatz für die Götter anlegen. Ebenso haben Untote und ein Lindwurm ihren Auftritt und sie bringen die Welt der Lebenden ganz schön durcheinander. Dabei fügen sich diese Szenen glatt in die restliche Geschichte ein ohne störend zu wirken.

Allerdings muss der Leser die Bereitschaft haben, diese wahrgewordenen Sagen und Legenden auch zu akzeptieren um sich auf die Geschichte einlassen zu können. Wer mit Phantasik an sich gar nichts anfangen kann und sich für Sagen und Legenden nicht interessiert, der wird mit dem Buch über einige Strecken hinweg nichts anfangen können.
Insgesamt gesehen ist Der Goldschatz der Elbberge ein erfrischend anderer Roman, der geschickt die historischen Gegebenheiten mit den alten Sagen und Legenden verwebt und für alle Leser, die mit wahrgewordenen phantastischen Gestalten kein Problem haben, in seinen Bann ziehen dürfte.

Ihre Meinung zu »Martin Schemm: Der Goldschatz der Elbberge«

Tobias Dahlmann zu »Martin Schemm: Der Goldschatz der Elbberge«01.01.2015
Ich habe jedenfalls selten so einen Schrott gelesen. Das Buch ist langatmig ohne Ende, und kommt selten auf den Punkt. Diese Zwerge sind eine kurze Episode, auf der dann ewig herumgeritten wird. Nur an Adjektiven fehlt es nicht. Die "historischen Kenntnisse" des Autors erschöpfen sich in der Aufzählung sinnfreier Details, die mit dem Plot wenig zu tun haben. Konkreter: Wappenlegenden werden unkritisch für vorheraldische Zeiten als Tatsachen geschildert. Burgmauern werden ohne jede Verteidigung aufgegeben. Diese Aufzählung könnte man beliebig fortsetzen. Fazit: Oh Gott, ist dieser Autor ein Trottel...
Stef@anie zu »Martin Schemm: Der Goldschatz der Elbberge«07.09.2010
Wirklich ein tolles Buch! Es ist unglaublich spannend zu lesen, mit vielen historischen Details und auch mit einfallsreichen Fantasy-Elementen. Erinnert fast ein wenig an Tolkien, und ist doch gleichzeitig historisch. Die Charaktere sind gut und glaubwürdig dargestellt, die Handlung ist spannend und perfekt ausgefeilt. Hat mir viel Spaß gemacht.
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