Gloria und die Londoner Liebschaften von Marlene Klaus

Buchvorstellungund Rezension

Gloria und die Londoner Liebschaften von Marlene Klaus

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Gloria und die Londoner Liebschaften“,, 276 Seiten.ISBN 3940855715.

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Kurzgefasst:

London 1889: Lady Gloria Wingfields Projekt eines Frauenbildungsvereins nimmt Formen an. Doch am Eröffnungsabend geschieht während der Feierlichkeiten ein Mord. Das sorgt einerseits für Aufmerksamkeit für den Verein, andererseits aber für jede Menge Ärger. Zusammen mit dem Journalisten Morris beginnt Gloria, Nachforschungen anzustellen. Was ihrem Freund Lord Lyndon gar nicht gefällt. Wie sich herausstellt, hat er seine Gründe.

Das meint Histo-Couch.de: „Frauenarbeit im 19. Jahrhundert“60

Rezension von Karin Speck

Dies ist der dritte Band, der von der reizenden Lady Gloria Wingfield erzählt. Diesmal ist sie in London und bereitet ein großes Projekt vor. Sie engagiert sich in einem Frauenbildungsverein. Ein großes Fest soll den Verein eröffnen. Alles ist vorbereitet und scheint gut zu laufen. Doch dann geschieht ein Mord und alles gerät durcheinander. Die Presse wird aufmerksam und so bekommt der Verein ungewollte Aufmerksamkeit. Morris ist ein Journalist, der dem Ganzen besondere Aufmerksamkeit schenkt. Schon bald beginnt Gloria gemeinsam mit ihm eigene Ermittlungen anzustellen.

Wenig ernsthafte Ermittlungen, dafür intensive Einblicke in die Bildung der Frauen

Der vorliegende Roman soll ein Krimi im viktorianischem Stil sein, so steht es jedenfalls auf dem Buch, aber leider kann von Krimi nicht wirklich die Rede sein. Die ernsthaften Ermittlungen der Lady Gloria bleiben diesmal völlig außen vor.

Dafür schildert die Autorin aber intensiv, wie schwer es gerade für Frauen in dieser Zeit war, an Bildung zu kommen. Lady Gloria ist eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, wie wichtig Bildung ist. Sie versucht hier ihr Wissen weiterzugeben und engagiert sich eben in diesem Frauenbildungsverein und das macht sie richtig gut.

Wenig Krimi, dafür viel Gefühl

Weiterhin steht die Beziehung zu Lord Lyndon im Vordergrund. Lady Gloria wäre wohl nicht Lady Gloria, wenn sie sich nicht auch noch in andere Richtungen orientieren würde. So bleibt es nicht aus, dass der Journalist Morris für sie nicht uninteressant ist. Lebhaft werden nun diese Beziehungen und Gefühle geschildert. Aber so interessant auch die Frauenarbeit ist und so unterhaltsam die Dreiecksbeziehung der Protagonisten, es bleibt dabei doch die intensive Suche nach dem Mörder auf der Strecke. Sicher, am Ende werden sie fündig, auch gibt es genug Hinweise, die in die richtige Richtung deuten, aber richtige Krimispannung will nicht aufkommen.

Unterhaltung im viktorianischem Stil

Gloria und die Londoner Liebschaften ist mehr ein Unterhaltungsroman in viktorianischer Zeit als ein Krimi. Sicher ist es amüsant zu lesen, wie Lady Gloria sich engagiert, mit sich ringt, welchem Mann sie nun ihre Aufmerksamkeit schenken soll und am Ende genauso schlau ist, wie zu Beginn. Unterhaltung ist garantiert, nur fehlen eben ein wenig die Krimielemente. Dafür wird der Leser aber mit den authentischen Schilderungen dieser Zeit belohnt.

Ihre Meinung zu »Marlene Klaus: Gloria und die Londoner Liebschaften«

wampy zu »Marlene Klaus: Gloria und die Londoner Liebschaften«26.06.2017
Buchmeinung zu Marlene Klaus – Gloria und die Londoner Liebschaften

„Gloria und die Londoner Liebschaften“ ist ein historischer Kriminalroman von Marlene Klaus, der 2017 bei Dryas als Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der dritte Band der Serie um Lady Gloria.

Zum Autor:
Marlene Klaus ist ausgebildete Buchhändlerin. Bevor sie sich als Autorin selbständig machte, jobbte sie als Taxifahrerin, Kellnerin, Postbotin und Bibliothekarin.

Klappentext:
London 1889: Lady Gloria Wingfields Projekt eines Frauenbildungsvereins nimmt Formen an. Doch am Eröffnungsabend geschieht während der Feierlichkeiten ein Mord. Das sorgt einerseits für Aufmerksamkeit für den Verein, andererseits aber für jede Menge Ärger. Zusammen mit dem Journalisten Morris beginnt Gloria, Nachforschungen anzustellen. Was ihrem Freund Lord Lyndon gar nicht gefällt. Wie sich herausstellt, hat er seine Gründe.

Meine Meinung:
In diesem historischen Roman wird die Gleichberechtigung der Frau thematisiert. Im viktorianischen London ist gerade in den besseren Kreisen die Frau ein Anhängsel ihres Mannes. Lady Gloria geht das Problem von der Wurzel an und gründet einen Frauenbildungsverein. Der Autorin gelingt es vortrefflich die Rolle der Frau und ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu schildern. Die Figurenzeichnung fällt dagegen leider ab. Die Figuren sind recht stereotyp und Gloria ist eher eine leidenschaftliche als eine talentierte Ermittlerin. Sie agiert sehr selbstbewußt und handelt im Stil einer modernen Frau. Zusätzlich zum Kriminalfall wird auch noch eine Liebesgeschichte erzählt, die der Spannung nicht gut tut. Die Geschichte ist leicht und angenehm zu lesen. Sehr gelungen sind die eingestreuten kleinen Geschichten wie der Fahrradkauf oder die Ruderbootfahrt. Bei diesen Episoden wird die viktorianische Zeit lebendig. Dabei tritt der Kriminalfall in den Hintergrund und wird auch durch die amourösen Abenteuer Glorias doch arg vernachlässigt.

Fazit:
Zusammenfassend hat das Buch seine Stärken in der Beschreibung der historischen Begebenheiten. Der Spagat zwischen Historie, Kriminalfall und Liebesabenteuer gelingt dagegen nicht überzeugend, der Kriminalfall wird zu sehr vernachlässigt. So vergebe ich drei von fünf Sternen (60 / 100 Punkte).
tassieteufel zu »Marlene Klaus: Gloria und die Londoner Liebschaften«13.03.2017
Lady Gloria Wingfield hat es mit viel Zeitaufwand und Organisationstalent und mit Hilfe gleichgesinnter Damen endlich geschafft, ihren Frauenförderverein zu gründen. Endlich steht die feierliche Eröffnung an, doch gerade während dieser Feierlichkeit wird Alfred von Sachsfeld und Thalburg, einer der Sponsoren des Vereins mit einem afrikanischen Dolch erstochen. Und gerade dieser Dolch hatte zuerst für Aufsehen gesorgt. Das wertvolle Geschenk stammte von James Labulo Dickson, einem weiteren Sponsoren des Vereins, der dieses Präsent erst kurz vorher den Gründerinnen überreicht hatte.
Lady Gloria beginnt wieder einmal eigene Ermittlungen, weil sie den von der Polizei verdächtigten Bedwin Sands für unschuldig hält. Hilfe erhält sie dabei von Reporter Gregory Morris, sehr zum Ärger von Lord Lyndon, denn Gloria fühlt sich zu dem gut aussehenden Journalisten sehr hingezogen.

Um es gleich vorweg zu nehmen, so gut wie die beiden Vorgänger haben mir "Die Londoner Liebschaften" nicht gefallen! Das lag zum einen an dem etwas zähen Einstieg in das Buch. Hier wird man schon auf den ersten Seiten mit unzähligen Namen, Persönlichkeiten und deren beruflichen oder privaten Aktivitäten konfrontiert, die sicher für den Frauenförderverein von Wichtigkeit sind, in ihrer geballten Masse aber sehr unübersichtlich sind und sich zudem wie eine Abhandlung lesen lassen. Zum Glück gibt es am Ende des Buches ein Personenverzeichnis, in dem man immer mal wieder nachlesen kann und muß, welche Person eigentlich diese oder jene Funktion erfüllt. Wenn man den historischen Hintergrund betrachtet, den die Autorin sicher wieder sehr gut recherchiert hat, ist es natürlich schon lesenswert, welche historisch verbürgten Personen sich für Frauenrechte einsetzten, aber gerade am Anfang wirkt die geballte Informationsflut einfach nur langatmig und trocken.
Ein weiterer Kritikpunkt war für mich diesmal auch Lady Gloria, die ich in den beiden Vorgängerbänden wirklich mochte, die mir aber diesmal mehr als nervig erschien. Da entdeckt sie einerseits ihre Gefühle von Lord Lyndon, verfällt aber in eine geradezu mädchenhafte Schwärmerei für den ach so gut aussehenden Reporter Morris. Dass der Mann soooo attraktiv ist, wird so oft wiederholt, dass ich es dann irgendwann nicht mehr lesen konnte.
Der Krimifall ist an sich ganz gut konstruiert und vor allem auch in das historische Geschehen integriert, das hat mir gut gefallen, auch wenn ein versierter Krimileser schon recht bald erkennt, wo hier der Hase lang läuft, da wäre dann doch ein wenig mehr Raffinesse nötig gewesen. Insgesamt liegt der Fokus aber hier doch mehr auf dem Aspekt Gesellschaftsroman mit Liebesgeschichte als auf dem Krimibereich, der Krimianteil hätte für meinen Geschmack durchaus etwas größer sein dürfen, dafür etwas weniger Geseufze über den ach so attraktiven Mr. Morris!
Was mir am Besten im Buch gefallen hat, ist wieder die wirklich gelungen eingefangene Atmosphäre des viktorianischen Zeitalters. Hier bekommt man als Leser einen sehr guten Einblick in eine spannende Zeit im Umbruch. Frauenrechte werden ebenso thematisiert, wie Veränderungen im Pressebereich. Durch moderne Technik gab es eine ganze Flut von Magazinen und Zeitungen, ebenso änderte sich die Form der Berichterstattung und auch der Rufmord durch Falschmeldungen wird hier angeschnitten, so dass man hier einen sehr gelungenen Einblick in die viktorianische Ära bekommt, die durch eine Vielzahl von historisch verbürgten Personen gekonnt abgerundet wird.
Der Krimifall wird am Ende schlüssig aufgelöst und es gibt einen Ausblick auf einen eventuell weiteren Fall für Lady Gloria.
Sehr schön ist wieder das Cover des Dryas Verlages, das zum einen gut zu den beiden Vorgängern paßt und sich ebenso stimmig in die "Baker Street" Reihe einfügt.

FaziT: Teil 3 der Lady Gloria Reihe konnte mich nicht ganz so begeistern wie die beiden Vorgänger, neben einem etwas zähen Einstieg in das Buch kann auch das Verhalten der Hauptfigur nicht wirklich überzeugen und für meinen Geschmack hätte der Krimianteil ruhig etwas größer sein dürfen. So ist am Ende nicht ganz ersichtlich, wo die Autorin eigentlich hin wollte, Gesellschaftsroman oder Krimi? Sehr schön ist aber wieder der historische Hintergrund, der viel Zeitgeist und Lokalkolorit vermittelt und den Leser in die viktorianische Ära eintauchen läßt.
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