Die Bärenführerin von Lea Weisz

Buchvorstellungund Rezension

Die Bärenführerin von Lea Weisz

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Die Bärenführerin“,, 348 Seiten.ISBN 1503900711.

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Kurzgefasst:

In der Eifel, 1347: Agnes, die siebzehnjährige Tochter des Grafen Werner von Langerode, ist mit Bernard von Hinzweiler verlobt. Doch bereits beim ersten gemeinsamen Ausritt stellt sich heraus, dass er eine hochmütige und brutale Ader hat. Ihre forsche Schwester Beth versucht vergeblich, ihr die Angst vor der Heirat zu nehmen. Als ihr treuer Hund stirbt, engagiert der Graf eine Gauklergruppe, um seine Töchter aufzuheitern. Agnes hat von Kindheit an eine tiefe Verbundenheit zu Tieren sowie die Gabe, sich in deren Wesen hineinzuversetzen. Als der Tanzbär der Gauklergruppe schwer erkrankt, steht sie ihm in seinen letzten Stunden bei. Dabei knistert es gewaltig zwischen ihr und dem Bärenführer Kilian. Doch diese Verbindung wäre nicht standesgemäß, denn die Grafentochter würde unwiderruflich die Ehre der Familie zerstören, und auch für Kilian hätte es schlimme Folgen. Agnes muss eine Entscheidung treffen – soll sie dem Ruf Ihres Herzens folgen oder den Wünschen ihres geliebten Vaters gerecht werden?

Das meint Histo-Couch.de: „Eine Liebesgeschichte mit historischer Kulisse“26

Rezension von Karin Speck

Mitte des 14. Jahrhunderts in der Eifel: Hier leben die siebzehnjährige Agnes und ihre Schwester Beth. Ihr Vater ist der Graf Werner von Langerode. Die Mädchen wachsen ungezwungen auf. Sie leben in den Tag hinein. Doch Agnes muss sich auf ihre Hochzeit vorbereiten. Sie soll Bernard von Hinzweiler heiraten. Schnell stellt sich für Agnes heraus, dass er keine gute Partie für sie ist. Er scheint unberechenbar und brutal zu sein. Dann kommt auch noch eine Gauklertruppe auf die Burg und mit ihnen Kilian, ein junger gut aussehender Mann. Schnell ist die gute Erziehung der Mädchen vergessen. Kilian erobert das Herz von Agnes im Sturm.  

Unglaubwürdige Szenen für diese Zeit

Die Autorin beginnt ihre Geschichte damit, dass sie die junge Agnes mit ihrem Verlobten allein einen Ausritt machen lässt. Niemand begleitet die zwei und der Vater verlässt sich einzig und allein auf das Versprechen des jungen Mannes, dem Mädchen nicht zu nahe zu kommen. Agnes ist eine junge Adlige und als solche darauf bedacht, dass ihr Ruf keinen Schaden nimmt. Diese Szene wirkt sehr unglaubwürdig, bedenkt man die Zeit, in der dieser Roman spielen soll. Leider gibt es von solchen Szenen einige, würde man Die Bärenführerin einfach als Fantasieroman mit historischem Einschlag betiteln, wäre es wohl auch kein Problem, aber da es hier eben als historischer Roman deklariert wird, passen solche Szenen nicht, sie klingen nicht wirklich glaubwürdig.

Gerade die beiden Charaktere der Grafentöchter werden sehr selbstbewusst und selbstständig dargestellt. Sie dürfen sich pausenlos in den Stallungen aufhalten, mit den Knechten schäkern und sich Ratschläge von dem Stallmeister holen. Auch wenn es hier offensichtlich keine Gräfin gab, (irgendwann verstorben und durch neue Stiefmutter ersetzt) würden Mädchen solche Freiheiten wohl eher nicht zugestanden werden, oder zumindest nicht so offensichtlich wie hier geschildert.

Bärenführerin verzweifelt gesucht

Im Klappentext steht, dass Agnes eine Gabe hat, mit Tieren umzugehen. Sie kann sich in sie hineinversetzen und fühlen was sie fühlen. Eigentlich klingt dies nach spannender Unterhaltung, leider ist dies aber eher nicht der Fall. Irgendwie sterben Agnes die Tiere unter den Fingern weg. Gleich zu Beginn stirbt ihr geliebter Hund, später dann ein Bär und so geht es durch die ganze Geschichte. Wer jetzt erwartet, dass Agnes sich eben als jene angekündigte Bärenführerin erweist, wird schwer enttäuscht. Dieser besagte Bär taucht erst im letzten Drittel auf und ist dann auch schon fertig erzogen und kann ordentliche Kunststückchen.

Der Erzählstil ist zwar angenehm leicht zu lesen, aber dafür auch sehr modern gehalten. Die Dialoge sind dabei eher oberflächlich.  Die Gauklertruppe, die ihren ersten Auftritt bei dem Grafen und seinen Töchtern hat, soll hier wohl davon erzählen, wie es im 14. Jahrhundert in diesen Randgruppen zu ging, aber auch diese Erzählungen wirken nicht wirklich spannend. Es will einfach kein Gefühl für die Zeit aufkommen. Eigentlich könnte diese Geschichte genauso gut in einer anderen Zeit spielen, es würde weder an der Handlung noch an den Charakteren etwas ändern.

Ein Nachwort gibt es hier leider auch nicht. So bleibt die Frage ungeklärt, woher die Autorin die Idee zu ihrer Geschichte genommen hat und was davon Fiktion oder der Wahrheit entspricht. Wobei sich diese Frage auch erübrigt, da vermutlich die ganze Geschichte ins Reich der Fantasie gehört. Wer gern Geschichten liest, die in die Welt der Märchen/Fantasie gehört, ist hier genau richtig, aber wer einen aussagekräftigen historischen Roman lesen möchte, ist hier leider falsch. Vielleicht gelingt es der Autorin ja noch, die Geschichte besser zu erzählen, in ihrem angekündigten zweiten Band.

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