Der Mut zur Freiheit von Katja Maybach

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Der Mut zur Freiheit“,, 304 Seiten.ISBN 3-426-52008-7.

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Kurzgefasst:

Margarita, ihre Tochter Valentina und deren Tochter Olivia, sie leben, wie sie lieben: leidenschaftlich und frei. Im Madrid der späten 1940er Jahre teilen sich die drei Frauen nicht nur ein Haus, sondern auch ein Schicksal: Die Liebe wird ihnen zum Verhängnis. So wurde die schwangere Margarita von ihrer streng katholischen Familie verstoßen und musste Valentina allein groß ziehen. Valentinas große Liebe, Olivias Vater, ist ein verheirateter Mann. Und die 24-jährige Olivia, eine engagierte Tierschützerin, hat ihr Herz an einen Stierkämpfer verloren, einen Mann, den sie eigentlich nicht lieben kann ...

Das meint Histo-Couch.de: „Frauenschicksal im Franco-Spanien“87Treffer

Rezension von Rita Dell'Agnese

Olivia ist eine junge, gefeierte Flamenco-Tänzerin. Neben ihrer Leidenschaft für den Tanz gilt ihr ganzes Augenmerk dem Tierschutz. Sie kämpft engagiert gegen den Stierkampf. Das aber ist im von Franco-Regime hart geführten Spanien im Jahr 1947 nicht gern gesehen der Stierkampf gehört zu den geliebten Traditionen des Landes. Obwohl sie mit dem Mut der Jugend kämpft, trifft es Olivia hart, als ihr Engagement zu einem Knick in der Karriere führt. Doch die junge Frau lässt sich nicht in die Knie zwingen. Sie ist ganz Margaritas Enkelin. Die Grossmutter liess sich Anfang des Jahrhunderts mit dem Sohn des Gutsbetreibers ein, ist sich aber dessen nicht bewusst, dass sie als Mädchen aus ärmlichem Haus bestenfalls eine Spielerei des Herrensöhnchens ist. Als der Vater seiner schwangeren Tochter empört die Türe weist, nimmt eine Tante das verzweifelte Mädchen auf und gibt ihr die Möglichkeit, sich trotz des unehelichen Kindes zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau zu entwickeln. Die aus der unglücklichen Liaison entstandene Tochter Valentina bekommt von ihrer Mutter nicht nur die Chance geboten, eine Berufsausbildung zu machen, sie bekommt auch Rückhalt, als sie selber eine uneheliche Tochter – Olivia zur Welt bringt. Obwohl alle drei Frauen starke Persönlichkeiten sind, leben sie teilweise in einem Spannungsverhältnis zueinander. Das wird noch schwieriger, als sich Margarita erlaubt, auf das Werben eines Unbekannten einzugehen.

Subtiles Bild der Machtverhältnisse

Die Besonderheit dieses Romans liegt nicht in der Familiengeschickte von Margarita, Valentina und Olivia – sie liegt in der subtilen Beschreibung der gesellschaftlichen Vorgänge im Franco-Spanien. Die Autorin Katja Maybach macht die Zusammenhänge sichtbar, erzählt, wie schwer es für die Einwohnerinnen und Einwohner war, sich gegen die Doktrin Francos zu behaupten, selbst wenn es um sehr persönliche oder kleine Dinge ging. Der Autorin gelingt mit diesem Roman ein eindrückliches Zeitportrait, das sich süffig liest, aber seine Spuren hinterlässt und zum Nachdenken anregt. Katja Maybach holt die Leserinnen und Leser in eine Welt, die sie nur aus Geschichtsbüchern kennen.

Herz-Schmerz gehört dazu

So schön der Roman von seiner Einbettung in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts und deren gesellschaftliche Konventionen ist, so einfach gestrickt sind die jeweiligen Lebensgeschichten der drei Protagonistinnen. Hier greift die Autorin stark in die Herz-Schmerz-Kiste und scheut auch nicht vor einer etwas sehr rührigen Fassung zurück. Einzig die Geschichte Margaritas vermag etwas mehr Tiefe zu entwickeln, ihre Begegnung mit dem geheimnisvollen Fremden und die damit verknüpften politischen Ereignisse sind gut und sehr feinfühlig ausgearbeitet. Generell ist die Grossmutter im Gefüge der drei Generationen die spannendste Figur, auf ihr hätte ruhig das Gesamtgewicht des Romans liegen können. Das Publikum hätte noch mehr über das Schicksal beziehungsweise den Überlebenskampf der jungen Mutter erfahren können

Unterhaltsame Lektüre

Mit dem Roman Der Mut zur Freiheit präsentiert Katja Maybach einen sehr soliden, durchaus unterhaltsamen Roman, der gerade hinsichtlich seiner Ansiedelung im Franco-Spanien nicht ohne Zündstoff ist. Er ist süffig geschrieben und kommt ohne Längen oder zu tiefschürfende Erläuterungen aus. Auch wenn einige Passagen etwas gar stark an der Oberfläche dümpeln und die ständige Wiederholung des Schicksals (uneheliche Tochter etc.) teilweise arg bemüht wirkt, lohnt es sich durchaus, sich mit der Geschichte zu beschäftigen und sich auf das Frauenportrait einzulassen.

Ihre Meinung zu »Katja Maybach: Der Mut zur Freiheit«

Gina1627 zu »Katja Maybach: Der Mut zur Freiheit«22.06.2018
Ein sehr besonderes und intensives Lesehighlight!

Beim Betrachten eines Familienbildes blickt Margarita auf eine bewegende Vergangenheit zurück und Erinnerungen kommen hoch. Von ihrer großen Liebe hintergangen und geschwängert wird sie von ihrem Vater aus dem Haus geworfen und verbannt. Unterschlupf findet sie bei ihrer Tante Leonora, einer modernen Frau, die sich in Madrid eine kleine Existenz aufgebaut hat und in der frauenfeindlichen Zeit des Franco-Regimes durchzusetzen weiß. Margarita unterstützt sie und ermöglicht dabei ihrer Tochter Valentina eine bessere Zukunft. Doch auch ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern und ihr bleibt aus dieser Beziehung nur ihre wundervolle Tochter Olivia, die eine anerkannte Flamenco Tänzerin wird. Ausgerechnet sie verliebt sich als engagierte Tierschützerin leidenschaftlich in einen berühmten Stierkämpfer und sie erregen dadurch das öffentliche Interesse auf jede mögliche Art. Erhält ihre Liebe endlich eine Chance?

„Der Mut zur Freiheit“ ist eine wundervolle und bewegende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund, die gleichzeitig auch eine Hommage an die Liebe und den Mut für ein selbstbestimmtes Leben ist. Katja Maybach verzaubert einen von Anfang an durch ihren unglaublich fesselnden, lebendigen und herzerwärmenden Schreibstil und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Perfekt wird hier die Geschichte von Margarita, Valentina und Olivia mit Leben gefüllt und ihnen sehr liebevoll interessante und stark polarisierende Charaktere an die Seite gestellt. Alle drei Serrano Frauen scheinen kein Glück in der Liebe zu haben, doch ein Schatz blieb ihnen immer aus dieser Beziehung und es ist beachtungswert, wie sie sich zur damaligen Zeit während Francos Diktatur so behaupten konnten. Jede von ihnen steht zu ihren Handlungen und so müssen sie auch mit ihren Konsequenzen leben, wenn sie sich über Konventionen hinwegsetzen. Man spürt die Unsicherheit und die Angst im Nacken der Menschen, die so ein totalitäres Regime mit sich bringt und es wird zwischendurch auch schon mal ein beklemmendes Gefühl beim Lesen erzeugt.

Für mich ist es eine hohe Kunst, wie gekonnt und ausdrucksstark die Autorin hier die geschichtlichen Einbindungen platziert hat. Alles fließt so meisterhaft ineinander über und man ist gefühlt mit in der damaligen Zeit.

Unglaublich feinfühlig und emotionsvoll werden, in drei sich abwechselnden Erzählsträngen, Details aus dem Leben der faszinierenden Frauen offenbart und ich kann gar nicht sagen, bei welchem ich auf das weitere Geschehen am meisten hin gefiebert habe.
Mit meiner Lieblingsfigur Margareta, die am längsten für ihre Familie kämpfen musste und deren Mut und Wille ich bewundernswert finde? Ihre Sehnsucht nach gesellschaftlicher Anerkennung und einer erfüllten Liebe lässt einen immer für sie mit hoffen. Oder für Valentina, die es ebenfalls weit in ihrem Leben gebracht hat und deren Glück eigentlich so nahe liegt? Letztendlich auch für Olivia, die aus purer Leidenschaft für ihren Tanz, ihr Engagement für den Tierschutz und der unerwarteten Liebe zu einem Stierkämpfer, besteht?
Katja Maybach schafft es unvergleichlich, das man sein Herz für alle drei Frauen öffnet und mit ihnen hofft, leidet, fiebert und liebt.

Zusammen mit ihnen den Anfang, den Umbruch und den Start in eine neue erfüllte Zukunft zu gehen, war ein sehr besonderes Lesehighlight!

Mein Fazit:

Katja Maybach konnte mich mit „Der Mut zur Freiheit“ vollkommen in den Bann der Geschichte ziehen und es war für mich ein besonderes und bewegendes Leseerlebnis. Für diesen Roman spreche ich sehr gerne eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe hierfür absolut verdiente 5 Sterne!
leseratte1310 zu »Katja Maybach: Der Mut zur Freiheit«21.05.2018
Im Jahre 1947 leben in Madrid drei Frauen zusammen, die viel miteinander verbindet. Da ist zunächst einmal die verwandtschaftliche Beziehung, denn es handelt sich um Margarita Serrano Garciá, deren Tochter Valentina und die Enkelin Olivia. Aber auch ihre Lebenseinstellung und ihr Schicksal verbindet sie. Sie leben ihr Leben ohne Männer, was im katholischen Spanien zu jener Zeit fast schon anrüchig ist.
Dies ist mein erstes Buch von Katja Maybach, aber es wird sicherlich nicht das letzte sein, denn mir die Erzählweise der Autorin gut gefallen. Ihre bildhafte Sprache hat mich wundervoll die spanische Atmosphäre in Madrid spüren lassen.
Margarita wurde von ihrer Familie verstoßen, als sie schwanger wurde. Der Vater ihres Kindes hatte längst die Hochzeit mit einer anderen geplant. Sie kam bei ihrer Tante Leonora in Madrid unter und musste ihre Tochter Valentina alleine aufziehen. Obwohl sie die Verachtung der Menschen gespürt hat, hat sie sich durchgebissen. Auch Valentina hat es nicht einfach, sie liebt einen Deutschen, der sie verlässt um zu heiraten. Außerdem wird in ihrem Job gegen sie integriert. Olivia ist Tänzerin und nutzt ihre Berühmtheit, um gegen die Corrida zu kämpfen; dennoch verliebt sich ausgerechnet in einen Stierkämpfer.
Im Spanien der Franco-Diktatur ist das Leben nicht leicht. Die ständige Beobachtung von Francos Geheimpolizei schafft eine bedrückende Atmosphäre. Nie kann man sich sicher sein, ob man nicht in ihre Fänge gerät. Die Regeln machen es den Frauen schwer, selbstbestimmt zu leben, denn das Sagen haben immer nur die Männer. Doch Margarita, Valentina und Olivia nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und gehen ihren Weg, auch wenn ihnen der Wind permanent ins Gesicht bläst. Sie wachsen mit den Widerständen, die ihnen das Leben schwer machen. Dabei müssen sie so einige Schicksalsschläge hinnehmen.
Mir haben diese selbstbewussten und kämpferischen Frauen gut gefallen und ich habe mit ihnen gefühlt und gelitten.
Eine fesselndes und sehr emotionales Buch, das ich sehr empfehlen kann.
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