Luzifers Töchter von Gabriele Breuer

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Luzifers Töchter“,, 416 Seiten.ISBN 3-548-28646-1.

»Luzifers Töchter« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

Kurzgefasst:

Köln im 13. Jahrhundert: Vom Hunger geplagt, schließen sich die verwaisten Zwillingsschwestern Yda und Griet einem Wunderheiler an. Als Yda ernsthaft erkrankt, verliert Griet beinahe jede Hoffnung. Bis sie sich in den jungen Henkersknecht Luca verliebt. Noch während Luca versucht, Yda zu heilen, wird Köln plötzlich belagert  und die Schicksalsgemeinschaft verliert sich in den Wirren aus den Augen ...

Ihre Meinung zu »Gabriele Breuer: Luzifers Töchter«

mabuerele zu »Gabriele Breuer: Luzifers Töchter«20.09.2015
„...Nichts ist mehr wert als ein Leben an deiner Seite...“

Yda und Griet sind Zwillingsschwestern. Ihre Mutter starb bei der Geburt. Wir befinden uns im 13. Jahrhundert. Damals war der Volksmund der Meinung, dass ein Mann nur eine Tochter in einer Nacht zeugen kann, die zweite muss vom Teufel stammen. Nach dem Tode des Vaters wurden sie deshalb vom Onkel in eine Hütte am Dorfrand verbannt. Dort haben sie sich eingerichtet. Neben der Feldbestellung füttern sie einen Esel und ein Schwein. Dann aber kommen Söldner ins Dorf und brennen die Hütte nieder. Das Schwein stirbt. Der Onkel verweigert den Mädchen einen Platz an seinem Hof. Als Quirin, ein Wunderheiler, ihnen begegnet, beschließen die Mädchen, mit ihm zu gehen. Ihr gleiches Aussehen soll für ihr Auskommen sorgen.
Die Autorin hat einen fesselnden und vielschichtigen historischen Roman geschrieben. Das Buch lässt sich gut lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Der eigentliche geschichtliche Hintergrund ist die Auseinandersetzung der Stadt Köln mit dem Erzbischof. In diese Zeit legt die Autorin ihre Geschichte von Yda und Griet. Gleichzeitig entwickelt sie dabei ein beeindruckendes Zeitgemälde.
Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Ich möchte mich auf einige beschränken. Obwohl Zwillinge und von gleichem Aussehen sind Yda und Griet charakterlich unterschiedlich. Yda ist die aktivere von beiden. Es braucht Zeit, Griet von ihren Ideen zu überzeugen. Trotzdem haben beide eine tiefe innere Verbindung. Sie spüren, wenn es der anderen nicht gut geht. In Köln treffen sie auf Luca, Sohn einer Hure und Gehilfe des Henkers. Außerdem kennt er sich gut in der Heilkunst aus.
Der Schriftstil ist den heutigen Gepflogenheiten angepasst, verwendet aber an wenigen Stellen auch zeittypische Begriffe. Die Verhältnisse in Köln und bei der Residenz des Erzbischofs werden detailgenau geschildert. Deutlich arbeitet die Autorin heraus, dass es zwischen dem Adel und den Patriziern der Städte nicht wenige Gemeinsamkeiten gab. Prügel für Untergebene und das Durchsetzen der eigenen Interessen sind nur zwei davon. Um den Erzbischof zu schaden, werden die Dörfer der leibeigenen Bauern niedergebrannt und ihnen damit die Lebensgrundlage entzogen.
Die Schattenseiten von Lucas Beruf werden mehrmals thematisiert. Da der Henker mehr besoffen als nüchtern ist, wird Luca zunehmend zu Hinrichtungen herangezogen. Das aber ist psychisch nicht einfach zu verarbeiten. Ein zweiter Aspekt der Handlung ist das Leben im Hurenhaus. Viel Wert legt die Autorin auf die Darstellung der Emotionen. Griets Angst um die Schwester, Lucas Wut und Rachegedanken, Overkamps Wahnvorstellungen zum Beispiel werden nicht nur mit Worten, sondern häufig punktgenau mit Taten beschrieben. Besonders behutsam geht die Autorin mit den ersten zarten Gefühlen der Mädchen um. Ohne Mutter aufgewachsen und ohne weiblichen Ansprechpartner lässt sie ihnen und ihren Partnern Zeit, zueinander zu finden. Sehr schön fand außerdem ich, wie der liebevolle Umgang von Luca mit seiner Schwester dargestellt wird. Obiges Zitat fällt im letzten Kapitel? Von wem? Da hilft nur, das Buch zu lesen. Der zukünftige Leser wird weitere Feineinheiten und interessante historische Themen im Buch finden.
Das Cover mit der jungen Frau vor dem Schloss und der Landschaft passt zum Genre.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat ein Stück Geschichte lebendig werden und durch den fesselnden und gekonnt eingesetzten Schriftstil mich mit den Zwillingen hoffen und bangen lassen.
Ihr Kommentar zu Luzifers Töchter

Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.