Dornenjahre von Eva-Maria Bast

Buchvorstellungund Rezension

Dornenjahre von Eva-Maria Bast

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Dornenjahre“,, 376 Seiten.ISBN 3839219760.

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Kurzgefasst:

Eine Generation, die nie zur Ruhe kommt: Sophie, Johanna und Luise kämpfen während der Zeit des Nationalsozialismus für unterschiedliche Ziele. Sophie, die bei ihrem Mann in Frankreich lebt, wird zur Widerstandskämpferin. Luise, die gerade das elterliche Gut in Ostpreußen wiederaufgebaut hat, muss erneut alles zurücklassen und vor dem Feind fliehen. Und Johanna profitiert als Firmenchefin von den Nazis, doch ihre Tochter liebt einen Juden und gerät in Gefahr. Um sie zu retten, trifft Johanna eine folgenschwere Entscheidung.

Das meint Histo-Couch.de: „Schwächerer dritter Teil der Reihe vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges“60

Rezension von Eva Schuster

Der Zweite Weltkrieg ist ausgebrochen und sorgt dafür, dass Sophie, ihre Nichte Johanna und Sophies Schwägerin Luise erneut für ihr Glück kämpfen müssen. Sophie lebt mit ihrem Mann in Frankreich und wird gemeinsam mit ihm zur Widerstandskämpferin. Pierre wird jedoch verhaftet und kommt in ein Konzentrationslager.

Luise hat unterdessen das elterliche Gut in Ostpreußen wiederaufgebaut. Hier verliebt sie sich ausgerechnet in einen polnischen Zwangsarbeiter. Erneut muss sie fliehen und alles hinter sich lassen.

Johanna hingegen profitiert zunächst von den Nationalsozialisten, fertigt ihre Textilfabrik in Überlingen doch Uniformen und Judensterne an. Johannas Tochter Susanne allerdings liebt einen Juden und gerät dadurch in Gefahr …

Drei Frauenschicksale im Zweiten Weltkrieg

Die Geschichte der drei Frauen Sophie, Johanna und Luise geht mit Dornenjahre in die dritte Runde. Nunmehr bildet der Zweite Weltkrieg den Hintergrundschauplatz und beleuchtet die Gräuel aus unterschiedlichen Perspektiven -  die systematische Vernichtung der Juden, die Gefahren der Widerständler, die heimlichen Beziehungen und Freundschaften zwischen Deutschen und Verfolgten, die desillusionierten Soldaten und schließlich auch die Opportunisten.

Unter den verschiedenen Handlungssträngen berührt vor allem die Geschichte um Luise. Ganz behutsam nähert sie sich dem verschlossenen polnischen Zwangsarbeiter Roman an, der ihrem Gut zugeteilt wurde. Auch ohne viele Worte begreift sie sein schmerzliches Schicksal, seinen Kummer um den Verlust seiner Familie. Obwohl sie beide um die Gefahren wissen, lassen sie sich auf eine intensive Beziehung ein, die von Anfang an unter einem bedrohlichen Stern steht. Der Strang um Sophie und Pierre in Frankreich gewährt Einblicke in das Leben der Widerstandskämpfer, ihre geheimen Treffen und Besprechungen und ihre Suche nach weiteren Unterstützern. Dieser Teil des Romans ist weniger anrührend im Vergleich zu Luise und Roman, weiß aber dennoch solide zu unterhalten. Johanna schließlich ist aufgrund ihres opportunistischen Verhaltens eine interessante Figur: Einerseits profitiert ihre Firma finanziell von den Nationalsozialisten, andererseits schämt sie sich gegenüber den Juden, erst recht gegenüber denen in ihrem direkten Umfeld.

Historische Handlung solide, Gegenwartsstrang schwächer

Gut gelungen ist die Abbildung der Kriegsentwicklung. Erst nach und nach wird den Protagonisten das Ausmaß des Krieges bewusst; anfangs hoffen sie noch optimistisch auf einen schnellen – und natürlich guten – Abschluss. Doch stattdessen weitet sich das Kampfgeschehen immer weiter aus, und spätestens als die Japaner Pearl Harbor angreifen, dämmert ihnen die Wahrheit. Die politischen und militärischen Hintergründe werden zwischendurch immer mal informativ in die Handlung eingeflochten, ohne zu sehr auszuufern.

Deutlich schwächer als die historische Haupthandlung ist der Strang, der in der Gegenwart spielt. Dort hat die junge Zita im ersten Band ein altes Tagebuch erworben und wird dadurch in das Schicksal von Sophie, Johanna und Luise sowie deren Nachfahren hineingezogen. Eigentlich keine schlechte Idee, doch Zita ist eine sehr blasse Figur, und das Gegenwartsgeschehen ist noch uninteressanter als in den vorherigen Bänden. Teilweise wirkt es beinah störend, wenn man aus der historischen Handlung herausgerissen und in die Gegenwart entführt wird. Im historischen Teil fällt negativ auf, dass des Öfteren wichtige Entwicklungen nur sehr beiläufig erwähnt werden. Das ist beispielsweise der Fall, als eine Figur ihre Gesinnung von Grund auf wandelt, was ganz lapidar in einem Satz abgehandelt wird. Während weniger bedeutsame Dinge oft recht ausführlich geschildert werden, gibt es an anderer Stelle viel zu spärliche Informationen.

Insgesamt überzeugt Dornenjahre weniger als die beiden Vorgänger, bietet aber dennoch eine solide Lektüre für die Leser, die sich für das weitere Schicksal der Hauptfiguren interessieren.

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