Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque

Buchvorstellungund Rezension

Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque

Originalausgabe erschienen 1929unter dem Titel „Im Westen nichts Neues“,, 263 Seiten.ISBN 3-462-02285-7.

»Im Westen nichts Neues« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

Kurzgefasst:

Paul Bäumer gehört zu einer Gruppe von Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg. In der Ruhestellung hinter der Front erinnert er sich zurück an seine Schulzeit. Die patriotischen Reden seines Lehrers Kantorek hatten die ganze Klasse überzeugt, sich freiwillig zu melden. Unter dem Drill ihres Ausbilders Unteroffizier Himmelstoß mußten sie bereits in der Grundausbildung lernen, daß alle ihnen bislang in der Schule vermittelten Werte auf dem Kasernenhof ihre Gültigkeit verlieren.

Sie wurden an die Westfront verlegt, wo sie von einer Gruppe alter Frontsoldaten um den erfahrenen Katczinsky in die Gefahren an der Front eingewiesen wurden. Zwischen „Kat“ und Bäumer hat sich ein Vater-Sohn ähnliches Verhältnis entwickelt. Paul lernt, zu überleben, die verschiedenen Geschosse schon am Klang zu unterscheiden, auch unter widrigsten Bedingungen etwas zu essen zu finden, und sich gegen den wirklichen Feind zu wehren – den Tod.

Bei einem kurzen Heimataufenthalt stellt Bäumer fest, wie sehr ihn die Erlebnisse an der Front verändert haben. Es ist ihm unmöglich, seiner Familie die grausamen Erfahrungen aus dem Schützengraben mitzuteilen. Enttäuscht kehrt er zurück zu den Menschen, die ihm nun am nächsten sind, seinen Kameraden an der Front.

Bei einem Angriff wird er durch Splitter verwundet und verbringt ein paar Wochen im Lazarett. In den nächsten Monaten zurück an der Front zerfällt Bäumers Gruppe. Einer nach dem anderen stirbt durch die Gas- und Granatenangriffe, im Trommelfeuer oder im Kampf Mann gegen Mann. Bis zuletzt auch er, nachdem er Verwundung und Wochen im Lazarett überlebt hat, als letzter seiner Gruppe kurz vor Ende des Krieges tödlich getroffen wird, „an einem Tag, der so ruhig und so still war, daß der Heeresbericht sich auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden.“

Das meint Histo-Couch.de: „Ein zeitloses Plädoyer gegen den Krieg!“100Treffer

Rezension von Christina Wohlgemuth

Europa, im Ersten Weltkrieg. Die Westfront: die Armeen sind ins Stocken geraten. Das, was als schnelle Angelegenheit geplant war, ist zum Stellungskrieg geworden. Tagelang wird um wenige Meter gekämpft, unzählige Leben gehen verloren, um einen Schützengraben zu halten. Während die Heimatfront mit ermutigenden Nachrichten bei Laune gehalten wird, ist an der Front jede Euphorie verflogen. Unter ihnen ist auch Paul Bäumer, der gemeinsamen mit seinen Kameraden versucht, zu überleben. Doch selbst diejenigen, deren Körper unversehrt bleibt, kehren mit zerschundener Seele nach Hause zurück …

„Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.“

So beginnt Remarque seine Geschichte. Und gleichzeitig fast dieses Zitat die Geschichte zusammen. Es geht um den Krieg, und es geht darum, auf welch vielfältige Weise er Menschen zerstören kann. Jeder Charakter, der dem Leser begegnet, wird vom Krieg gezeichnet: durch Verwundung, durch Angst, durch Stress. Paul Bäumer, der Ich-Erzähler, lässt uns teilhaben an den Schlachten, am stundenlangen Maschinengewehrfeuer. Aber auch an den elenden Zuständen im Lazarett, an den vermeintlich glücklichen Momenten im Fronturlaub, an dem bangen Warten hinter der Front, bis es wieder losgeht.

Starke Individuen, die zu Herzen gehen

Remarques Charaktere sind ganz normale Menschen. Schüler, Handwerker, Beamte jeder Art. Es sind ganz normale Menschen, die dem Wahnsinn begegnen und irgendwie verhindern müssen, selbst dem Wahnsinn anheim zu fallen. An der Front, in Uniform, verschwinden die Grenzen, die Herkunft, Stand und Beruf zwischen ihnen ziehen – das Gefühl der Kameradschaft ist das einzige (auch trügerische) Hochgefühl, dass Remarque seinen Charakteren gönnt. Schon früh wird der Leser mit der Sterblichkeit konfrontiert – im Lazarett, an der Front. Die Episoden der Erholung, in denen der Leser durchatmen kann werden immer kürzer, der Schrecken immer größer. Die Sinnlosigkeit des Krieges wird dem Leser schonungslos vor Augen geführt.

Die Erlebnisse werden episodenweise erzählt – mal sind es Paul Bäumers Erinnerungen an die kurze, harte Ausbildung, mal sind es Gedanken an den kurzen Heimaturlaub, mal sind es Geschehnisse, in die der Leser direkt hineingezogen wird: die Schlachtenszenen, in der Gegenwartsform geschrieben, binden den Leser ein, bringen ihm Geschehnisse nahe, die man eigentlich nicht in Worte fassen kann. Das Pfeifen der Artillerie ist ebenso zu hören wie das Knattern des Maschinengewehrs. Und wenn der größte Schrecken des Krieges – das Giftgas – zum Einsatz kommt, hält auch der Leser unmittelbar die Luft an.

Stilistisch ansprechend und hoch philosophisch

Remarques´ Stil ist eine besondere Betrachtung wert. Er pendelt – je nachdem, wovon Paul Bäumer uns erzählt. Eine rascher, knapper, fast schon militärischer Stil in der Gegenwartsform, wenn wir die Geschehnisse an der Front direkt miterleben. Eine ruhige, sanfte, fast schon poetische Sprache, wenn Paul und seine Kameraden einen kurzen Moment der Ruhe genießen können, wenn Paul über den Krieg und seine Folgen nachdenkt. Es sind die besonderen Momente dieses Buches, die im Gedächtnis bleiben und in ihrer Schlichtheit der Wahrheit sehr nahe kommen müssen. Die Momente, in denen deutlich wird, dass eine ganze Generation um ihre Jugend gebracht wurde. Die erschütternde Erkenntnis, dass niemand ungezeichnet aus der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ entkam.

Im Westen nichts Neues ist für jeden empfehlenswert: es ist eine Geschichte vom Krieg, eine Geschichte gegen den Krieg. Leider verliert sie nicht an Aktualität: aktuelle Geschehnisse beweisen uns immer wieder, dass die Menschheit offenbar noch immer nicht genug vom Krieg hat. Und so wird man wohl noch in 100 Jahren Remarques Geschichten empfehlen müssen, um die Menschen daran zu erinnern, dass es am Krieg nichts Gutes gibt.

Ihre Meinung zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«

Leidenschaftlicher Leser zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«08.04.2018
"Im Westen nichts Neues" ist ein Roman der sich klar gegen den Krieg richtet, gleichwohl die Intention von Erich Maria Remarque eine andere war. Das Hauptaugenmerk liegt stets auf den Schrecken des Krieges; nichts wird so detailliert beschrieben wie die Gefahrensituationen und die Opfer der Schlacht.
"Im Westen nichts Neues" ist durchgehend mitreißend und spannend. Die Selbstreflexionen von Paul Bäumer sind geprägt von einer pazifistischen Grundhaltung und des Unverständnisses für den Krieg. Man kann davon ausgehen, das in diesem Buch zu großen Teilen eigene Erfahrungen in neu gewichteter Form eingebracht wurden.

Das Buch ist sehr zu empfehlen für jeden, der gerne Kriegsromane oder Bücher, die sich gegen Krieg richten ließt. Nicht zu empfehlen ist es, wenn man eine neutrale Schilderung von Kriegserlebnissen sucht. Zu empfehlen wäre hierbei "In Stahlgewittern" von Ernst Jünger.
I.R. Meerländer zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«16.02.2018
39 geboren bin ich selbst Flüchtling vor den
Schrecken, dem Tod eines "totalen" Krieges gewesen. Wir haben wieder große Zeiten "great again"
...wer warnen will, den straft man mit Verachtung. Die Dummheit wurde zur Epidemie. So groß wie heute war die Zeit noch
nie
das Volk versinkt in geistiger Umnachtung sagte schon ErichKästner
Fine zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«14.01.2017
Hinter diesem Buch steht nicht eine ausgedachte Geschichte sondern Remarques perönliche Erfahrungen. Somit wirkt Pauls Geschichte wahr und seine Gedanken sind nachvollziehbar und verständich. In dem Buch wird nichts übertrieben, was mir persönlich gut gefällt. Dieses Buch ist ein literarisches Meisterwerk, aus dem noch heute Lehren und Warnungen gelesen werden können. Schade nur, dass Remarque dafür nicht den Friedensnobelpreis gewonnen hat, er hätte ihn mehr verdient als manch andere...
Crlschlz zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«04.09.2015
Dieses Buch ist eine sehr eindrucksvolle Darstellung der Verhältnisse im Ersten Weltkrieg. In einer Gruppenarbeit haben wir festgestellt das dieses Buch auch als Antikriegspropaganda verstanden werden kann, welche vorm 2. Weltkrieg dringend notwendig war weil da schon der Zerfall der Weimararer Republik abzusehen war und man davon ausgehen konnte das durch die rechtspopulistische NSDAP Hitler an dir macht kommen würde und mit ihm an der macht ein nächster Weltkrieg nicht abzuwenden war. Ich denke das dieses Buch eines der letzten Versuche war die deutsche Bevölkerung zu besinnen
Kamazibel zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«09.06.2014
Naja auch wenn ich dass Buch für die schule lesen müsste fand ich ein paar Teile nicht altersgerecht... Ich hoffe aber es hat euch spass gemacht es zu lesen. Ich persönlich würde dieses buch umgehend weiterempfehlen doch nach einem mal lesen kann man es noch nicht ganz verstehen also nicht wegstellen... ^^
Volkhardt Fischer zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«03.07.2011
Alle Werte,alle Moralvorstellungen, einfach alles, was uns heute selbstverständlich erscheint, wird in Frage gestellt. Esist leicht, heute den moralischen Zeigefinger zu heben und zu sagen "Wenn ich damals gelebt hätte, dies und das hätte ich niemals gemacht!"
Helmut Kohl sprach einmal von der "Gnade der späten Geburt", wofür er sehr kritisiert wurde. Wir alle sind Kinder unserer Zeit und die allerwenigsten können über ihren eigenen Schatten springen.
Natalie zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«04.06.2011
Ich kann die Meinung von Johanna ÜBERHAUPT NICHT nachvollziehen. Es ist nun mal sein Leben, welches er da beschreibt, natürlich beeinflussen seine Gefühle und Gedanken dieses Buch zu einem großen Teil.
Vielleicht hast du gedacht das es da mehr um Krieg geht, wo auf jeder2. Seite jemand umgebracht wird. Aber das Buch ist eindeutig mehr als das!
Und gerade das in dem Buch so viel philosophiert wird, muss den Leser doch nachdenklich machen, doch wenn dir das dzu hoch ist und du das Buch deshalb nicht gut findest ist es dein Problem.
Ich jedenfalls finde es genial und es ist auch nicht das einzigste Buch von Remarque welches mich überzeugt hat.^^
Johanna zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«04.01.2011
Ich finde das Buch viel zu langatmig. Seine Gefühlsbeschreibung wiederholt sich häufig und wirkt dadurch etwas langweilig, jedoch sin manche Szenen recht spannend. Mir persönlich wird in dem Buch zu viel philosophiert und es hat mich auch nicht, wie unten beschrieben, gefesselt...
lola zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«03.11.2010
Ich lese gerade "Im Westen nichts Neues" und werde darüber im Deutschunterricht ein Referat halten. Mich interessiert das Thema Krieg, besonders Erster und Zweiter Weltkrieg sehr, deshalb gefällt mir Remarques Buch auch so gut.
Es zeigt alle Gefühle, Ängste, Sorgen, Wünsche und Gedanken der Soldaten an der Front. Ein sehr bewegendes Buch, ich kann es nur empfehlen.
Ich zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«08.06.2010
Ich habe das Buch "Im Westen nichts Neues" gerade fertig gelesen. Mich haben die detaillierten Beschreibungen des Leiden und Sterbens der Soldaten sehr schockiert. Der Inhalt des Buches und der Schreibstil Erich Maria Remarques sind sehr ergreifend. Ziemlich schnell hatte ich mich in das Geschehen hinein versetzt. Nun verstehe ich weshalb das Buch in 32 Sprachen übersetzt und nach der Bibel das meist gedruckte Buch ist. Ich bin dankbar, dass ich dieses Buch lesen durfte und plediere dafür, dass jeder Schüler dieses Werk lesen soll.

Jasmin zu »Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues«

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 16.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Im Westen nichts Neues

Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.