Die Tulpenkönigin von Enie van Aanthuis

Buchvorstellungund Rezension

Die Tulpenkönigin von Enie van Aanthuis

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Die Tulpenkönigin“,, 362 Seiten.ISBN 3-499-24363-6.

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Kurzgefasst:

Während in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts in Deutschland der Dreißigjährige Krieg tobte, drehten im Nachbarland die Holländer durch: Grund waren unscheinbare Tulpenzwiebeln, die zum Spekulationsobjekt wurden und einen nie da gewesenen hysterischen Boom auslösten. Bei der 'Großen Tulpenmanie’ wurden die Zwiebeln, die bis zum heutigen Tag zu den bekanntesten und beliebtesten Export-Produkten der Niederlande gehören, plötzlich das begehrteste Luxusobjekt, das man überhaupt besitzen konnte …

Das meint Histo-Couch.de: „Von Tulipanen und Meisjes“86Treffer

Rezension von Katharina Lewald

Im Blumengarten an der Ecke oder direkt beim Gärtner gibt es allerlei Blumensorten für wenige Euro zu kaufen – für uns Normalität. Aber wussten Sie, dass es um 1630 eine wahre Tulpenhysterie in Holland gab? Diese ist als „;Tulpenwahn“ in die Geschichte eingegangen und entbehrt bis heute jeglicher wissenschaftlicher Erklärung. Über dieses Phänomen hat Enie van Aanthuis, übrigens ein Pseudonym von Martina Sahler und Hendrik Gruner, einen unterhaltsamen historischen Roman geschrieben.

Das Rad der Fortuna

Als der Vater der jungen Mareikje Hoorn stirbt, ist das Mädchen plötzlich fast ganz allein auf der Welt. Nur Rieke und Henk, die treuen Dienstleute, sind ihr geblieben, da ihre Mutter schon seit einigen Jahren tot ist. Zwar vermacht ihr der Vater genügend Geld, um über die Runden zu kommen, doch Mareikje ist noch zu jung und ihr Onkel verwaltet bis auf Weiteres das Erbe.

Mehrmals deutet Mareikjes Onkel an, dass sie langsam heiraten und somit ihren Lebensabend absichern sollte. Neben dem Weiberheld Pitt Henseler interessiert sich auch der wohlhabende, junge Kaufmann Antonius van Halder für das Mädchen und beide haben ihre Vor- und Nachteile, wie Mareikje findet. Jedoch verliebt sie sich in den mittellosen Maler Wim Straaten – der ihr aber einen Korb gibt, weshalb sie mit Antonius und Pitt auf den großen Käsemarkt nach Gouda mitfährt, um dort ihre Verlobung mit dem Tuchhändlerssohn bekannt zu geben.

Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich und bald schon blühen im Hoornschen Garten die Tulpen, deren Zwiebeln man im Nachlass von Mareikjes Vater fand. Diese werden kurze Zeit später zum Dorfgespräch – überhaupt redet man in ganz Holland nur noch über Tulipane! Mareikje, die eigentliche Eigentümerin der wertvollen Blumen,  ist jedoch in Gouda und erfährt von alledem zunächst nichts …

Halt! Dieses Buch verkündet alle Geheimnisse der Tulpen. Wie man sie jedes Jahr erneut zum Erblühen bringt und wie man die begehrtesten Formen und Farben züchtet. Wie man aus einer Zuchtzwiebel zwei macht, und aus den zweien vier, und dann acht. Überlegt nur: Nächstes Jahr könntet Ihr acht Zwiebeln Euer Eigen nennen! Mit vieren könntet Ihr in Amsterdam Euren Einsatz vervielfachen, und aus den anderen vieren macht Ihr erneut acht.

Wie man an diesem Ausschnitt sehen kann, dreht sich die Handlung in der Tat um die begehrten Tulipane, aber nicht nur. Mareikje Hoorn, Mittelpunkt der Geschichte, wird vom naiven Mädchen zur selbstbewussten jungen Frau, die ganz genau weiß, was sie will. Nicht jeder ist damit einverstanden und doch erhält sie viel Unterstützung von ihrem Onkel, seiner Frau und ihren treuen Dienstleuten Rieke und Henk.

„;Die Tulpenkönigin“ ist ein spannender historischer Roman, der überraschend anders ist. Dies wird wahrscheinlich durch den eher untypischen Handlungsort Holland erreicht, der sich schon in „;Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ großer Beliebtheit erfreute. Andererseits aber mit Sicherheit auch durch den gelungenen, flüssigen Stil des Autorenpärchen, durch den selten Langeweile aufkommt und wenn, dann nur für kurze Zeit.

Mehr von den Tulipanen, bitte!

Trotz des unterhaltenden Geschehens fällt auf, dass die Tulipane nicht der Hauptbestandteil der Geschichte sind. Mehr Informationen über den Tulpenwahn wären noch interessanter gewesen, wenn man den historischen Aspekt nicht außer Acht lässt. Die Literaturliste im Anhang beweist, dass hier mehr möglich gewesen wäre. Möglicherweise wollten die Autoren sich aber noch einiges für den 2. Teil aufheben, der im Nachwort angekündigt wird.

Weiterhin fiel mir persönlich eine Sache auf, die mich fast um den Verstand gebracht hat. Es mag ja sein, dass in Holland das Wort MEISJE normal ist (vielleicht auch heute noch), aber muss es deshalb in jedem zweiten Satz vorkommen? Ich konnte dieses Wort irgendwann nicht mehr sehen. Dabei gibt es doch so viele Synonyme für das Wort Mädchen: Fräulein, Jungfrau (junge Frau), Mädel …hier wünsche ich mir für den 2. Band etwas mehr Einfallsreichtum. Immerhin war MEISJE das nahezu einzige holländische Wort, das in beinahe jedem Satz verwendet wurde.

„;Die Tulpenkönigin“ ist von der unterhaltenden Wirkung nicht zu verachten, wenn sich Geschichtsliebhaber auch vielleicht noch mehr Infos zum Tulpenwahn in Holland gewünscht hätten. Ob es im 2. Teil wohl noch mehr über die Tulpenhysterie zu erfahren gibt? Wir können gespannt sein.

Ihre Meinung zu »Enie van Aanthuis: Die Tulpenkönigin«

Ute L. zu »Enie van Aanthuis: Die Tulpenkönigin«23.01.2016
Ein historischer Roman wie ich ihn liebe. Szenenwechsel immer zur rechten Zeit, also keine zu langen Kapitel und immer so, dass man neugierig ist wie es weitergeht. Die Charaktere der einzelnen Personen sind so gut beschrieben, dass man ihre Handlungen sehr gut nachvollziehen kann, auch wenn das was sie tun nicht immer richtig ist.
Ein spannendes und gelungenes Buch das ich nur weiterempfehlen kann.
Ich hoffe es gibt einen zweiten Teil.
T. Davidsen (Flensburg) zu »Enie van Aanthuis: Die Tulpenkönigin«10.01.2009
Lese selten historische Romane aber für mich ist dieser ein wahres Schmuckstück. Ein Buch, bei dem es mir schwer viel es zwischendurch aus der Hand zu legen. Traurig war ich nur, das das Ende der Geschichte so schnell kam. Es läßt allerdings Platz für eine Fortsetzung dees hoffentlich geben wird. Ich denke die Geschichte kannj noch weitererzählt werden.
Meiner Meinung nach sehr lesenswert.
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