Freundinnen fürs Leben von Donna Douglas

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „The Nightingale Girls“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 592 Seiten.ISBN 3-404-17260-4.Übersetzung ins Deutsche von Ulrike Moreno.

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Kurzgefasst:

London, 1934. Das berühmte Nightingale Hospital sucht neue Krankenschwestern. Unter den Kandidatinnen sind drei junge Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Während Dora aus ärmlichen Verhältnissen stammt, ist Millie eine waschechte Aristokratin, die lieber etwas Sinnvolles tut, als sich einen Ehemann zu suchen. Helen dagegen leidet unter ihrer dominanten Mutter, vor der sie ein Geheimnis verbirgt. Doch welche von ihnen hat das Zeug dazu, eine echte Nightingale-Schwester zu werden?

Das meint Histo-Couch.de: „Wandeln auf den Spuren Florence Nightingales“81

Rezension von aho

Im ärmlichen Londoner Stadtteil Bethnal Green befindet sich das berühmte Nightingale Hospital. Im Jahr 1934 bewirbt sich dort die aus demselben Distrikt stammende Dora Doyle um eine Lehrstelle als Krankenschwester. Obwohl die Ausbildungsstätten in diesem renommierten Krankenhaus eher Mädchen aus der Mittelschicht vorbehalten sind, schafft sie es, die Oberin zu überzeugen, dass sie eine Chance erhält.

Ihre Zimmergenossinnen im Schwesternheim sind Helen Tremayne und Millie Benedict. Helen ist unnahbar, sehr strebsam und befindet sich bereits im zweiten Lehrjahr. Als Tochter der strengen Constance Treymane, die selbst Krankenschwester ist, hat sie bei den anderen Lernschwestern einen schweren Stand. Keiner möchte mit ihr befreundet sein. Sie denken, dass sie der Spitzel von Constance ist, welche Mitglied des Verwaltungsrates ist. Millie Benedict heisst eigentlich Lady Amelia Benedict. Sie entstammt der sogenannten Upper class. Wenn es nach dem Willen ihrer Großmutter, der Gräfin von Rettingham ginge, sollte sie sich besser um eine standesgemäße Hochzeit als um eine Ausbildung zur Krankenschwester kümmern.

Jedes der drei Mädchen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Dora plagen Selbstzweifel. Dies wird vor allem durch die Sticheleien der aus besserem Hause stammenden Lucy Lane hervorgerufen. Sie lässt keine Gelegenheit aus, Dora auf ihre ärmliche Herkunft hinzuweisen. Helen leidet unter der Fuchtel ihrer Mutter. Sie taut erst etwas auf als sie den Patienten Charlie Denton kennenlernt.

Millie ist recht lebensfroh. Diese Tatsache und der Umstand, dass sie leider auch recht tollpatschig ist, bringt sie bei den gestrengen Lehrschwestern des Öfteren in Schwierigkeiten. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie das Vorpraktikum nicht besteht und noch einmal von vorn anfangen muss. Das Lehrjahr am Nightingale wird durch viele turbulente Geschehnisse begleitet.

Historischer Unterhaltungsroman

Mit Freundinnen fürs Leben liefert Donna Douglas den ersten Teil der Reihe Die Nightingale Schwestern. Sie erscheint im Bastei Lübbe Verlag. Im ersten Moment fühlt sich der Leser eher an einen Groschenroman erinnert wenn er das Cover betrachtet. Aber wenn man den Roman beginnt fühlt man sich recht schnell in das London der 1930iger Jahre zurückversetzt. Das Buch ist in einer flüssigen, leicht verständlichen Sprache geschrieben. Es stehen eher zwischenmenschliche Beziehungen als geschichtliche Aspekte im Vordergrund. Trotzdem ist die Lektüre kurzweilig und gibt Einblicke, unter welchen Bedingungen damals die Ausbildung der Krankenschwestern stattfand.

Die drei Protagonistinnen wirken jede auf ihre Art sehr sympathisch. Sie sind nicht nur charakterlich grundverschieden, sondern stammen auch aus drei völlig unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Dadurch bedingt, ergibt sich für jedes Mädchen eine eigene Problematik. Donna Douglas gelingt es exzellent, die verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu verbinden und dem Leser kurzweilig nahezubringen.

Auf den Spuren von Florence Nightingale

Bei Helen neigt man dazu, ein gewisses Mitleid für das Mädchen zu empfinden. Es ist ein schweres Los, die Tochter der unfehlbaren Constance Tremayne zu sein. Die kaltschnäuzige penible Art dieser Frau ruft beim Betrachter nur negative Gefühle hervor.

Mit der Person Dora Doyle bekommt der Leser eine sehr genaue Vorstellung, welche Probleme die arme Bevölkerung damals in den „Slums“ Londons zu bewältigen hatten. Trotzdem versucht das unscheinbare East End Mädchen die Doppelbelastung mit der schweren Ausbildung und ihre familiären Probleme gut zu bewältigen.

Millie ist allseits bei den Lehrschwestern beliebt, bei den Ausbilderinnen dagegen weniger. Ihre tollpatschigen Aktionen bringen ihr die Sympathien des Lesers ein und lässt diesen hin und wieder schmunzeln. Die Hintergründe der Protagonistin Lady Amelia entführen einen kurzzeitig in die gehobene Schicht des alten Londons.

Die Lektüre des Buches erscheint zu keiner Zeit langatmig. Durch den geschickten Wechsel der verschiedenen Handlungsstränge geht es stets flüssig weiter. Man darf kein geschichtliches Epos erwarten, und auch ohne medizinische Vorkenntnisse erhält man ein recht genaues Bild über die Entstehung des Berufes des Krankenschwester nach Vorbild der Begründerin Florence Nightingale. Durch die schöne Beschreibung der damaligen Schwesterntracht zeichnet sich im Kopf des Lesers ein genaues Bild wie Krankenschwestern der damaligen Zeit wohl ausgesehen haben.

Gerne wird man die Fortsetzungen zur Hand nehmen, um zu erfahren wie die Geschichten im nächsten Lehrjahr weitergehen.

Ihre Meinung zu »Donna Douglas: Freundinnen fürs Leben«

constanze zu »Donna Douglas: Freundinnen fürs Leben«09.08.2017
Das Buch hat mir so gut gefallen, daß ich mir die anderen Bücher dieser Serie auch noch holen werde. Ich finde den Schreibstil sehr flüssig, die Personen und Orte sehr gut beschrieben. Man sieht alles so richtig vor sich. Und ich wurde an die beiden Bücher von Jennifer Worth erinnert, die ja die "Call the Midwife"-Bücher geschrieben hat. Den dritten Teil dieser Serie müßte man auch noch ins Deutsche übersetzen. Aber Donna Douglas hat eine sehr schöne Serie ins Leben gerufen. Hier schreibt ein neuer Fan dieser Serie.
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