Das zerrissene Land von David Gilman

Buchvorstellungund Rezension

Das zerrissene Land von David Gilman

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Scourge of Wolves“,deutsche Ausgabe erstmals 2018, 576 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Anja Schünemann.

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Kurzgefasst:

Frankreich, im Winter 1361. Nach zwanzig Jahren Kampf hat Edward III. mit dem französischen König Frieden geschlossen. Große Territorien sollen für die Freiheit Johns II. an England abgetreten werden. Doch für den kläglichen Überrest des französischen Königreichs haben gewinnsüchtige Söldnerbanden und Lehnsherren jahrelang gekämpft. Niemals werden sie ihre Beute einem geschlagenen König zuliebe aufgeben. Wenn England das Land haben will, muss es darum kämpfen – Thomas Blackstone muss darum kämpfen. Aber Blackstone wird verraten, sein Name verleumdet, seine Männer hingemetzelt, seine Familie gejagt. Erneut zieht er gegen die Franzosen in die Schlacht. Dieses Mal allein. Ohne die Engländer in seinem Rücken.

Das meint Histo-Couch.de: „Blut, Geld und eine gnadenlose Gräfin“ 94Treffer

Rezension von Annette Gloser

Frankreich, 1361: Thomas Blackstone und seine Männer haben den Auftrag, im Namen des englischen Königs französische Städte in Besitz zu nehmen. Zur gleichen Zeit tobt in der Bretagne ein Bürgerkrieg und marodierende Söldnertruppen ziehen durch das Land. Sowohl der Dauphin als König Edward wollen gegen die Söldner kämpfen, mit sehr unterschiedlichen Zielen. Durch einen hinterhältigen Spion in den eigenen Reihen verliert Blackstone das Geld, welches für seinen König bestimmt war. Auf der Spur dieses Geldes und auf der Suche nach dem Verräter treffen Blackstones Männer auf Gräfin Catherine de Val, die einen ganz speziellen Kampf gegen die Söldner führt. Doch die schöne Gräfin hat viele Geheimnisse und die sind schon so manchem zum Verhängnis geworden.

Ein endloser Krieg

Der Roman spielt in der Zeit nach dem Abschluss des Vertrages von Brètigny, der endlich Frieden bringen sollte. König Johann hat auf einen großen Teil seines Landes verzichtet und es der Herrschaft Edwards III. unterstellt. In dieser Zeit schließen sich arbeitslos gewordene Söldner zu ganzen Armeen zusammen und verwüsten das Land. Zugleich unterstellen sich viele französische Städte nicht widerstandslos der Herrschaft Edwards. So ist der Frieden nur ein scheinbarer, das Land blutet aus vielen Wunden und an ein sicheres Leben ist nicht zu denken. In diese schwierige Situation stellt David Gilman seine Romanfiguren, führt sie in moralische Konflikte und blutige Kampfhandlungen. Für den Leser entsteht dabei das Panorama eines endlosen Krieges, geschürt von persönlichen Ambitionen einzelner Adliger und den Machtinteressen zweier Herrscherhäuser. Der Autor versteht es meisterhaft, seinen Lesern all dies zu erzählen, ohne dabei zu langweilen, ohne sich in lehrbuchhaften Ausschweifungen zu ergehen, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Gilmans Sprache ist einfach, seine Schilderungen oft lakonisch, immer wieder flackert der bissige Humor auf, den die Männer Blackstones untereinander pflegen. So entstehen für den Leser lebendige Szenen, in die man sich gut hineinversetzen kann und in denen man versteht, welche Last dieser Krieg für die Menschen in sowohl Frankreich als auch in England war.

Ein alter und ein etwas jüngerer Haudegen

Die eingeschworene Männergemeinschaft rund um Thomas Blackstone dezimiert sich zwar nach und nach, die beiden Leuchtpunkte Blackstone und Killbere haben jedoch offenbar Bestandsschutz. Ihre Dialoge sind Ausdruck einer ganz besonderen Freundschaft, aber auch einer Kriegerphilosophie, mit der man sich als Leser oft identifizieren kann. Blackstone, als düsterer und auch oft tragischer Held, hat die Sympathien sowieso auf seiner Seite. Der bärbeißige Killbere hat es da nicht ganz so leicht, aber auch er ist ein Mann von Ehre und mit moralischen Ansprüchen, man merkt es nur nicht immer sofort. Generell ist Blackstones Truppe ein Haufen ausgesprochen rauer, aber durchaus imponierender Typen, keineswegs furchtlos, aber pflichtbewusst, treu und mit vielen angenehmen Seiten. Echte Kerle also, denen man gern von einem Abenteuer zum nächsten folgt.

Bitte mehr davon!

Das zerrissene Land ist Band 5 der Romanreihe „Legenden des Krieges“ und bisher ist nicht zu erkennen, dass die Reihe schwächelt. Nach furiosem Einstieg folgte Band auf Band spannender Lektüre, gespickt mit Fakten, basierend auf intensiver Recherche und beeindruckendem Erzähltalent. Man kann nur hoffen, dass diese Reihe noch lange weiter fortgesetzt wird. Danke an rororo für diese Bereicherung der Histo – Literaturlandschaft! Aber einen Wermutstropfen gibt es doch: Wer Das zerrissene Land lesen möchte, sollte vorher unbedingt die anderen Bücher in chronologischer Reihenfolge lesen. Großer Trost: Es lohnt sich unbedingt!

Ihre Meinung zu »David Gilman: Das zerrissene Land«

Roland's Bücherblog zu »David Gilman: Das zerrissene Land«29.08.2018
"Das zerrissene Land" ist der fünfte Band aus der Reihe "Legenden des Krieges" von David Gilman. Noch immer sind wir in der ersten Phase des hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich. Thomas Blackstone soll für Edward III die überlassenen Städte sichern. Doch in Frankreich herrscht kein Friede. Söldnerbanden ziehen durch das Land und der Dauphin Karl, Sohn des französischen König Johann II, ist besessen davon Frankreich wieder erstarken zu lassen und die lebende Soldatenlegende Thomas Blackstone zur Strecke zu bringen. So greift er zu allen Raffinessen, spinnt Intrigen und stellt Thomas Fallen, teils mit Hilfe von bezahlten Söldnerbanden. Für Thomas und seine Getreuen bedeutet dies nur eins: Sie treffen auf große Widerstände und müssen eine Schlacht nach der anderen auf sich nehmen. Und das genau zeichnet diesen Band aus. Sind es weniger diesmal die Irrungen und Wirrungen des Krieges oder politische Machenschaften, sondern die Sicherung der Territorien für Edward III und die Zustände im geschlagenen Frankreich. "Das zerrissene Land", ein gut gewählter Titel dafür. Als Leser kann man sich bestens vorstellen, welch grausame Zeit dies für die Bevölkerung war. Zum einen gebeutelt von der Pest, zum anderen Kriegsherren und Söldnerbanden ausgesetzt. Thomas Blackstone und seine Getreuen sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Ein Protagonist, der Held für seine Mannen ist, aber eigentlich immer getrieben das Richtige seiner Überzeugung durchzusetzen. In diesem fünften Band ist er mit seiner Truppe wieder mal auf sich gestellt und das Hauptaugenmerk des Autors scheint diesmal auf den zu schlagenden Schlachten zu liegen. Brutal und grausam sind diese, aber als Leser konnte ich mich dem Kampfgetümmel nicht entziehen. Bei jedem Schwerthieb fieberte ich mit und das Kopfkino das Gilman entstehen lässt, zog mich mitten hinein in das Jahr 1361. Auch dieser Band ist ihm daher wieder hervorragend gelungen und obwohl man sich als Leser auch wieder von Wegbegleitern von Blackstone trennen muss, war ich wieder fasziniert von der Geschichte. Für mich sind Blackstones Geschichten während des hundertjährigen Krieges immer spannend und faszinierend und ich freue mich schon auf die nächsten Kapitel, die David Gilman dazu aufschlagen wird.
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