Das Licht der Welt von Daniel Wolf

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „Das Licht der Welt“,, 1152 Seiten.ISBN 3-442-48050-7.

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Kurzgefasst:

Varennes-Saint-Jacques im Jahre des Herrn 1218: Eine Stadt, drei Menschen, drei Schicksale. Der Buchmaler Rémy Fleury träumt von einer Schule, in der jedermann lesen und schreiben lernen kann. Sein Vater Michel, Bürgermeister von Varennes, will seine Heimat zu Frieden und Wohlstand führen, während in Lothringen Krieg herrscht. Die junge Patrizierin Philippine ist in ihrer Vergangenheit gefangen und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Sie alle eint der Wunsch nach einer besseren Zukunft, doch ihre Feinde lassen nichts unversucht, sie aufzuhalten. Besonders der ehrgeizige Ratsherr Anseau Lefèvre hat geschworen, die Familie Fleury zu vernichten. Niemand ahnt, dass Lefèvre selbst ein grausiges Geheimnis hegt ...

Das meint Histo-Couch.de: „Opulente Fortsetzung der Geschichte Varennes“92Treffer

Rezension von Alexandra Hopf

1218 herrscht Krieg in Oberlothringen. Die Fehde wird zwischen König Friedrich und Herzog Thiébaut ausgetragen. Nachdem Thiébaut sich in Streitereien in der Champagne eingemischt hatte, beschuldigte der König ihn, Verrat an die Krone begangen zu haben. Da Varennes dem König Heerfolge leisten muss, waren sie verpflichtet ein Aufgebot mit Bürgern der Stadt zu senden. Angeführt wurde die Gruppe vom Ratsherrn Anseau Lefèvre. Thiébaut hatte sich in der Burg bei Amance verschanzt und wurde von den Gruppen des Königs belagert. Der ruhmessüchtige  Kaufmann und Wucherer Lefèvre bestand darauf, dass seine Männer stets an vorderster Front kämpften um dem König zu gefallen. Dabei nimmt er keine Rücksicht darauf, ob er das Leben der Männer leichtsinnig gefährdet. Ehe Michel Fleury von den wahnwitzigen Einsätzen seiner Bürger erfährt und zum Ort des Geschehens eilt, sind schon mehrere Männer gestorben. Michel entzieht Lefèvre in Amance das Kommando. Damit hat er sich einen mächtigen Feind geschaffen.   

Lefèvre kommt für sein Fehlverhalten bei Amance nach einem Gottesurteil ungeschoren davon, doch der Vorsteher der Schmiede, Jean Caboche, dessen Sohn zu den fünfzehn Gefallenen Varennes gehört, empfindet von da an nur noch tiefen Hass gegen den unbeliebten Ratsherrn.

Nachdem sich die Wogen etwas geglättet haben, kann sich Michel endlich wieder den Stadtgeschäften Varennes widmen. Unter seiner Leitung hat es die kleine Handelsstadt zu einer ansehnlichen Stellung gebracht. Nun träumt der Bürgermeister Fleury davon, einmal im Jahr eine eigene Messe in Varennes abzuhalten. Um sich bei Fleury für die erfolgreichen Kriegsverhandlungen zu bedanken, erteilt der König dem Bürgermeister hierfür die Erlaubnis. Mittlerweile hat die Bürgerschaft Varennes neu gewählt und Anseau Lefèvre gehört nicht mehr der Ratsversammlung an. Trotzdem tut er alles um die Vorhaben von Fleurys Seite zu boykottieren. So wird der Baumeister, der die neue benötigte Herberge bauen soll, niedergeschlagen und das Bauvorhaben kommt in einen zeitlichen Engpass. Kurz vor der Messe brennt die neugebaute Herberge ab. Jeder vermutet, dass der böswillige Anseau dahintersteckt, man kann ihm aber nichts beweisen. Anseau Lefèvre verbreitet nur negative und böswillige Empfindungen. Kaum einer ahnt welch dunkles Geheimnis den Wucherer umgibt.

Der Erfolg der Messe ist in Gefahr. Der Brand und alle daraus resultierenden Schwierigkeiten kosten Varennes sehr viel Silber. Der allseits beliebte Bürgermeister Michel wird erstmals in Frage gestellt. Wird es Michel gelingen, die Geschicke seiner geliebten Stadt wieder in die richtigen Bahnen zu leiten?

Vater und Sohn in den Hauptrollen

Mit Das Licht der Welt liefert Daniel Wolf einen ebenso umfangreichen zweiten Teil nach Das Salz der Erde ab. Auch dieses Buch beeindruckt durch den gewaltigen Umfang von über 1100 Seiten. Hinter dem Pseudonym Daniel Wolf verbirgt sich der Autor Christoph Lode, der eher im Fantasy-Genre anzusiedeln ist. Doch mit diesem Werk beweist er einmal mehr, dass er durchaus in der Riege der bekannten historischen Autoren bestehen kann. Obwohl die Geschichte um die Fleurys rein fiktiv ist, gelingt es ihm, auch über diesen gewaltigen Umfang seiner Romane den Leser mit gut recherchierten Details rund um den Handel des 13. Jahrhunderts zu verzaubern. Die Spannung bleibt fast über das gesamte Werk auf hohem Niveau und nur gelegentliche Längen sorgen für einen kurzen Spannungsabfall. Das Vorkommen historisch realer Personen ist von ihm geschickt in seine Geschichte eingepasst. Sollte er bezüglich der zeitlichen Vorkommnisse Änderungen vorgenommen haben, um es besser im Fortgang der Geschichte unterzubringen, weist er am Ende des Buches in einem kurzen Nachwort extra darauf hin.

Die Geschichte des zweiten Bandes umfasst im Kern den Zeitraum 1218-1232. Abgerundet werden die Ereignisse durch einen kurzen Prolog von 1214 und einem abschließendem Epilog von 1248.

Wie im Vorgängerroman ist auch hier der Hauptprotagonist Michel Fleury. Mittlerweile ist er friedlich mit seiner großen Liebe Isabelle vereint und gemeinsam betreiben sie das gutgehende Handelsunternehmen. Beide erscheinen als durchwegs sympathische Charaktere. Einzig die Tatsache, dass eine Frau im 13. Jahrhundert eine derart einflussreiche Position innehat und dermaßen viel geschäftliches Mitspracherecht besitzt, verblüfft etwas. Doch wie schon im Salz der Erde hat Michel einen mächtigen Gegenspieler. Diese Rolle nimmt diesmal der Wucherer Anseau Lefèvre ein. Der „kranke“ Charakter dieser Person ist durch und durch von Schlechtem geprägt. Als Leser baut man richtiggehend Abneigung und Aggressionen auf, vor allem dann wenn die Bösartigkeit und Durchtriebenheit ihm ein ums andere Mal den Kopf retten.

Der junge Fleury schafft es nicht ganz an die Sympathien des Vaters anzuknüpfen. Zwar ist er auch ein intelligenter Genosse seiner Zeit mit modernen Gedanken, aber durch sein eher eigenbrötlerisches Verhalten kann er nicht vollends positiv überzeugen.

Handel, Bruderschaften, Politisches Ränkespiel

Dem Autor gelingt es durch seine lebhaften Schilderungen, dass der Leser komplett in die mitreißende Handlung eintaucht und das doch sehr umfassende Werk schnell gelesen werden kann.

In seine Geschichte eingebettet erfährt man viel Wissenswertes über das Handelswesen der damaligen Zeit. Außerdem gewährt er interessante Einblicke in den Aufbau der Stadtstruktur angefangen beim kleinen Bauern über die Bruderschaften und Patrizierfamilien.

Rein optisch ähnelt das Buch seinem Vorgänger. So ist es ebenfalls in beige gehalten. Die Schrift des Titels ist diesmal blau und der Anfangsbuchstabe ist wieder mit den für das Mittelalter typischen Buchmalereien verziert. Auch dieses Werk ist beim Goldmann Verlag erschienen.

Um bei der umfangreichen Geschichte nicht den Überblick zu verlieren, findet man am Anfang neben einer Landkarte ein ausführliches Personenregister. Am Ende gibt Daniel Wolf einige Informationen über den historischen Hintergrund und fügt abschließend ein nützliches Glossar mit den wichtigsten mittelalterlichen Worten an.

Freudige Erwartung der Fortsetzung

Obwohl man nun zwei sehr umfangreiche Bände über die Kaufmannsfamilie Fleury hinter sich hat, ist man der Geschichte noch nicht überdrüssig und kann mit freudiger Erwartung Band drei entgegenfiebern.

Ihre Meinung zu »Daniel Wolf: Das Licht der Welt«

Paul Schmitz zu »Daniel Wolf: Das Licht der Welt«04.07.2017
Nun habe ich das zweite Buch direkt nach dem ersten gelesen und kann meine Meinung zum ersten Buch eigentlich wiederholen.

Der Autor schaffe eine Sprache, die einfach und gradlinig zu lesen ist. Dadurch ist man im Buch gefangen und kann es nahezu nicht mehr weglegen. Also ein wirklich zu empfehlender Autor mit einem fesselnden Thema und tollen Protagonisten.

Leider ist es wie im ersten Buch, dass man durchaus die Story auch auf 700 - 800 Seiten hätte schreiben können. Ohne zu spoilen, hätte man den Konflikt mit Metz kürzen, dadurch den Städtebund ein wenig mehr beschreiben können. Andersherum wären beides auch Themen für ein eigenes Buch.

Leider, wie beim ersten Buch auch, kam mir das Ende dann doch zu abrupt. Leider auch ein wenig zu "Happy End". Es ist klar, dass die Geschichte der Stadt Varenne nun zu Ende ist und (auch wenn ich den Inhalt des dritten Buches schon kenne) etwas Neues kommen muss. Fast 2.400 Seiten über Varenne reichen dann auch. Daher kann ich das Buch "nur" mit 80° bewerten.

Ich bin aber doch auf den dritten Band gesapnnt, der ja deutlich kürzer ist und auch einen anderen Handlungbereich offenbart.
Rainer zu »Daniel Wolf: Das Licht der Welt«07.12.2016
Der zweite Teil der Saga um die Familie Fleury und die Stadt Varennes , der sich jedoch auch hervorragend als Einzelroman lesen lässt . Ich bin z. B. durch dieses Buch erst auf den ersten Teil aufmerksam geworden . Die Erzählung beginnt mit Michel`s Wirken als Bürgermeister und wird so nach und nach auch zur Lebensgeschichte seines Sohnes Rémy , der seine eigenen Träume und Talente ausleben möchte , anfangs nicht immer im Einklang mit den Vorstellungen seines Vaters .
Dem Autor ist es gelungen nach gleichem Schema und im selben flüssigen , aber keinesfalls oberflächlichem , Schreibstil eine Fortsetzung dar zu legen , die nicht wiederholt , sondern ergänzt . Auch dieses Buch habe ich nach ebendfalls gut 1100 Seiten Lesevergnügen enttäuscht , darüber , das es zu Ende ist , zur Seite gelegt . Mehr davon........
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