Terror von Dan Simmons

Buchvorstellungund Rezension

Terror von Dan Simmons

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Terror“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 992 Seiten.ISBN 3-453-02905-4.Übersetzung ins Deutsche von Friedrich Mader.

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Kurzgefasst:

England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

Das meint Histo-Couch.de: „;Reise ins ewig eisige Herz der Finsternis“;100Treffer

Rezension von Michael Drewniok

Der Suche nach einer Nordwestpassage, die eine Seefahrt zwischen Europa und Asien entlang der Nordkante des nordamerikanischen Kontinents ermöglicht, hat Sir John Franklin sein Leben geweiht. Er sieht sich als kühnen Entdecker und Eroberer im Dienst des britischen Königreiches, nachdem er bereits mehrfach die polaren Regionen dieses Planeten erkundet hat. Franklin ist ein typisches Produkt seiner Epoche und seines Standes – ein Mann, der fest davon überzeugt ist, einer „;besseren“ Klasse Mensch anzugehören, dessen Willen sich die Natur zu beugen hat.

Doch die Arktis ist ein unwirtlicher Ort, an dem kein Platz für solchen Dünkel ist. 1845 begibt sich Franklin als Kommandant der Schiffe „Erebus“ und „Terror“ auf eine schlecht vorbereitete und von Pannen begleitete Expedition in den hohen Norden. Die Ratschläge erfahrener Reisender schlägt er in den Wind und bringt die 129köpfige Besatzung beider Schiffe in Lebensgefahr, als er sie wider besseres Wissen ins Ewige Eis lenkt, das sie einschließt und auch im Sommer 1846 nicht mehr freigibt.

An Rettung ist auf Jahre nicht zu denken, aber solange die Brennstoff- und Nahrungsvorräte reichen, bleibt die Stimmung an Bord ausgeglichen. Dann jedoch taucht aus dem Eis der Tuunbaq, ein riesiges Monster, auf. Es ist der unwirtlichen Umwelt bestens angepasst, scheinbar unverwundbar und bricht mordend immer wieder aus Nacht und Nebel. Die „Erebus“ und „Terror“ verwandeln sich in belagerte Festungen, aber als die Schiffe unter der Gewalt des Eises zerbrechen, müssen sie aufgegeben werden. Ein Wettlauf gegen Kälte und Hunger beginnt, denn die Männer müssen mildere Regionen erreichen. Während sie unmenschliche Strapazen auf sich nehmen, folgt ihnen die Kreatur und pickt sich ihre Opfer nach Belieben aus den Reihen der Erschöpften und Verzweifelten. Es gibt kein Entrinnen und bald markiert eine lange Reihe durch Hunger gezeichneter oder zerrissener Leichen den Weg der Flüchtenden in den rettenden, unendlich weit entfernten Süden …

Historie & Horror als gelungene Mischung

Die Geschichte der Franklin-Expedition gehört zu den großen, immer wieder gern aufgerollten Tragödien der Geschichte. 129 Männer brachen 1845 unter gewaltigem Medienrummel auf – und verschwanden scheinbar spurlos. Weil Sir John Franklin zu den A-Prominenten der englischen Gesellschaft gehörte und seine Gattin seine Rettung zu ihrem Lebenszweck erklärte, wurden über viele Jahre immer neue Suchexpeditionen ausgeschickt. Sie fanden Spuren, die von Hunger, Mord und Kannibalismus kündeten, konnten das eigentliche Rätsel aber nicht lösen: Wieso starben ausnahmslos alle Teilnehmer der Franklin-Expedition?

Einen Historienroman mit Horror-Einsprengseln präsentiert der vielseitige Schriftsteller Dan Simmons den Lesern dieses Mal. Die Verknüpfung der beiden Genres gelingt leidlich, obwohl sich bald die Frage stellt, ob der Auftritt des Monsters nicht primär jenem Teil des Publikums geschuldet ist, das Simmons als Verfasser fantastischer Geschichten kennt und schätzt. „Terror“ erzählt eine Geschichte, die objektiv betrachtet kein Monster benötigt. Tatsächlich geht der Tuunbaq beinahe unter in der schier endlosen Abfolge von Faktoren, die Franklins Expedition zum Scheitern bringen. Im Grunde ist sie schon misslungen, bevor sie wirklich begonnen hat. Zwar bieten die Schiffe „Erebus“ und „Terror“ nach zeitgenössischen Standards den bestmöglichen Schutz vor der Gewalt des nordpolaren Eismeers, doch man rüstet sie mit viel zu schwachen Dampfmaschinen aus, spart an der notwendigen Kohle und beauftragt einen betrügerischen Fabrikanten mit der Herstellung von Konserven, die entweder verderben oder tödliche Lebensmittelvergiftungen hervorrufen.

John Franklin ist mit seinen mehr als 60 Jahren viel zu alt für die Strapazen einer solchen Reise. Er klammert sich an die Vorschriften „;seiner“ Marine, ist unflexibel, beratungsresistent und trifft in der Regel die falschen Entscheidungen. Seine Untergebenen sind freilich ebenso fehl am Platze wie er. Wo die einheimischen Inuit oder Eskimos sogar im Polarwinter warm bleiben und satt werden, leiden die Männer der „Erebus“ und „Terror“ unter Erfrierungen, Hunger und Angst. Sie begreifen zu spät, dass sie sich auf die Arktis einlassen müssen, um zu überleben.

Der Mensch ist wie stets des Menschen Wolf

In den anderthalb Jahrhunderten, die seit der Franklin-Expedition verstrichen, konnten viele Fragen gelöst werden. Dennoch bleiben Erkenntnislücken, die große Interpretationsspielräume bieten. Dan Simmons hat die bekannten Fakten gesichtet und in den Lücken seine Fantasie spielen lassen. Lassen wir das Monster an dieser Stelle außen vor, gelingt ihm die grandiose Rekonstruktion einer vor allem an sich selbst scheiternden Mission. So wie hier beschrieben könnte es in der Tat gewesen sein, könnten die wackeren Polarfahrer Nagel um Nagel in ihre eigenen Särge getrieben haben. Die von Simmons beschriebenen Fehler und Versäumnisse sind von anderen Expeditionen belegt. Das eigentliche Drama besteht für den Leser aus dem hilflosen Verfolgen von Ereignissen, die aus heutiger Sicht schierer Wahnsinn sind. Simmons stellt dar, wie sich Fehler zu Fehler addiert, bis das Verhängnis unaufhaltsam seinen Lauf nimmt.

Grundsätzlich bedarf es wie gesagt keines Monsters, um das Grauen anschaulich wirken zu lassen: „;Aber das ganze Leben hier ist doch wie ein einziges großes Ungeheuer“, sagte Edward Couch schließlich. „;Und von Anfang an versucht es uns zu verschlingen.“ (S. 828). Simmons setzt den Tuunbaq vor allem allegorisch ein. „Terror“ heißt eines der Schiffe, mit denen die Expedition in ihren Untergang fährt – ein Name, der von einer Arroganz kündet, die sich gegen die allzu stolzen Entdecker wendet. „Terror“ nennen die Männer auch die Kreatur, die sie erbarmungslos in Stücke reißt. Simmons hat sie nach einem klassischen Polarmonster gestaltet – dem „Ding aus einer anderen Welt“, das John W. Campbell jr., 1938 als in der Arktis gestrandeten Außerirdischen unsterblich machte und dessen Kultstatus durch die gelungenen Verfilmungen von 1951 und 1982 noch unterstrichen wurde. Auch der Tuunbaq ist ein E. T., wobei Simmons ihm freilich eine eigenständige Herkunftsgeschichte entwickelt, die tief in der urzeitlichen Legendenwelt der Inuit wurzelt.

Simmons „;Terror“ ist aber nicht nur die Verkörperung der ansonsten schwer fassbaren Schrecken des Eises und der Kälte, die unpersönlich töten, wer sich ihnen nicht anzupassen vermag. Wie üblich benötigt der Mensch keine Hilfe, um sich selbst das Leben zur Hölle zu machen. Disziplin und Kameradschaft sind menschliche Eigenschaften, die sich unter allzu großem Druck in Nichts auflösen. Wahnsinn, brutaler Egoismus und Mord lauern dichter unter der Oberfläche, als sich der „;zivilisierte“ Zeitgenosse (alb)träumen lassen würde.

Detailreichtum, Spannung und erzählerischer Anspruch

Ein Roman von knapp 1.000 Seiten ist ein Wagnis, denn Quantität ist nicht zwangsläufig identisch mit Qualität. Dank des unerhörten Detailreichtums, mit dem Simmons die Franklin-Expedition aufleben (und untergehen) lässt, wird indes kein Leser diesen Roman bis zum gleichzeitig bitteren und unerwarteten Ende aus der Hand legen. Ausgiebig hat Simmons recherchiert und erzählt seine Geschichte unter sorgfältiger Berücksichtigung der historischen Fakten. Die Arktis weiß er mitreißend sowohl als Ort des Grauens als auch als lebenswürdige Heimat darzustellen. (An dieser Stelle muss die Übersetzung lobend erwähnt werden, die vor einigen Herausforderungen stand, die lesenswert gemeistert wurden.) Das große Rätsel der Franklin-Expedition findet schließlich eine Auflösung, die rational wie fiktional überzeugt.

Simmons lässt seine Geschichte nicht aus der Sicht eines allwissenden Erzählers abrollen. Die Ereignisse werden uns durch diverse Besatzungsmitglieder und Offiziere an Bord der „Erebus“ und „Terror“ berichtet, wobei Überlappungen vorkommen. Auf diese Weise wird die stringente Darstellung aufgebrochen, was die Isolation und Uneinigkeit der Reisenden unterstreicht, die als Eroberer und Entdecker – in dieser Reihenfolge! – kommen und von der Arktis gedemütigt, gebrochen und schließlich getötet werden.

Figuren werden zu Menschen

Das Scheitern der Franklin-Expedition lässt sich wie schon angesprochen nicht durch den Tuunbaq, das mysteriöse Wesen aus der Eiswüste, erklären. Auch ohne dessen Attacken hätte sie ein grausames Ende genommen. Die Arktis ist kein Ort für die Männer, die sie 1845 bereisen. Vor allem Sir John Franklin, der Befehlshaber, begreift nie, dass Anpassung der einzige Schlüssel zum Überleben im Ewigen Eis ist. Dennoch ist er keineswegs der Bösewicht unserer Geschichte – im Gegenteil: Franklin ist in den Augen seiner Zeitgenossen ein oft allzu weichherziger Mensch, der Gehorsam und Disziplin fordert, aber nie über die Leichen seiner Mannschaften gehen würde, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Die mangelnde Flexibilität wird Franklins Verhängnis, das er, ohne es zu wollen, über seine Expedition bringt. Er begann zu lernen, doch bevor er sein Wissen anwenden konnte, kam das Ungeheuer über ihn.

Francis Crozier ist ein erfahrener Seefahrer, der seinen Job von der Pike auf gelernt hat und durch Erfahrung gereift ist. Freilich ist er auch ein verbitterter, trunksüchtiger Mann, der nicht verwinden kann, dass ihm sein niederer gesellschaftlicher Status die Karriere verwehrt, die er verdient. Crozier ist deutlich tüchtiger als Franklin, der seinen Rat in den Wind schlägt und seinen Kapitän immer wieder vor den Kopf stößt, ohne dies zu bemerken. Als Crozier nach Franklins Tod das Oberkommando erhält, ist es zu spät – für ihn und für seine Männer, denn sie sitzen in einer Falle, aus der sie auch Crozier nicht befreien kann. Nur er selbst findet den Ausweg, doch dies nur für den Preis der Aufgabe seiner Identität: Aus Francis Crozier wird Taliriktuq, der niemals in die Zivilisation zurückkehren kann und will.

Wohltuend unaufdringlich integriert Simmons die Inuit in seine Geschichte. Er verkneift sich die politisch korrekte, aber falsche Idealisierung dieser „;ökologischen“ Ureinwohner, die im Einklang mit der Natur leben und vom bösen, weißen Eroberer verdorben wurden. Die Inuit sind Menschen, die sich ihrer Umgebung hervorragend angepasst haben, aber Menschen mit allen positiven wie negativen Eigenschaften geblieben sind. So treten sie hier kitschfrei auf, was ihre Mythologie einschließt. Gerade die religiösen Vorstellungen der Inuit werden als Beispiele für „;Weisheit“ und „;Reinheit“ gern instrumentalisiert. Simmons schildert die Inuit-Mythen als Spiegel ihrer Lebensweise – nicht mehr, nicht weniger. Er fragt nicht nach ihrer Wahrheit, sondern setzt sie behutsam für die Geschichte ein, die er zu erzählen gedenkt.

Als sich der Vorhang nach 1.000 Seiten schließt, ist das Kapitel Franklin-Expedition aus arktischer Sicht abgeschlossen. Die Eiswelt hat die Eindringlinge bezwungen und getilgt. Sie sind und waren nie wichtig in dieser Welt, die ihren eigenen Rhythmus hat. Das hat zumindest Francis Crozier endlich begriffen, und das ist auch die Lehre, mit der Simmons seine Leser aus diesem in jeder Hinsicht fantastischen Roman entlässt.

Ihre Meinung zu »Dan Simmons: Terror«

Reinhard Sturm zu »Dan Simmons: Terror«31.01.2014
Das Buch bekam ich als ich 4 Monate in der Uni-Klinik lag. Es ist spannend, aber ich konnte es entgegen meiner Gewohnheiten nur in vielen Etappen lesen. Mir war es zu langatmig und die erdachte Geschichte zu unwahrscheinlich. Trotzdem beschäftigt mich das Buch immer noch und würde es auch weiterempfehlen.
Torsten zu »Dan Simmons: Terror«25.01.2014
Ein wirklich aussergewöhnlicher Roman, den man als Meisterwerk würdigen wird wenn man weiss was einen erwartet und sich darauf einlässt - denn eines ist der Roman nicht, auch wenn es dick auf dem Klappentext steht: "Die Geschichte der Franklin-Expedition". Da es keine Überlebenden dieser Expedition gibt und ihr Schicksal trotz diverser Funde und Erkenntnisse letztlich noch völlig ungeklärt ist, kann es keine exakte Geschichte geben.
Dan Simmons hat aber einen faszinierenden, berührenden und fesselnden Roman darüber geschrieben wie es hätte sein können. In diese Geschichte hat er nahezu vollständig sämtliche bekannten Fakten integriert, von der Ausrüstung und Mannschaft über alle belegten Stationen der Schiffe, sämtliche gefundenen Gräber, die einzige Nachricht die gefunden wurde, ja sogar die Situation im aufgefundenen Beiboot mit den zwei Skeletten ist exakt beschrieben.
Alle persönlichen Geschichten und Details sind natürlich fiktiv - aber genauso hätte es sein können. Die Stimmung und Lage an Bord und später auf dem vergeblichen Marsch sind beklemmend realistisch.
Die vielfach geäusserte Kritik an "dem Wesen" teile ich auch überhaupt nicht. Natürlich ist das eine Allegorie auf das allgegenwärtige Grauen dem die Besatzung ausgesetzt war. Geschickt und fast zwangsläufig bedient sich Simmons dazu eines existierenden Inuit-Mythos. Die Besatzung könnte sogar wirklich an ein solches Wesen geglaubt und auch so wahrgenommen haben - schliesslich litten alle mehr oder weniger stark an Bleivergiftung durch die mangelhaften Konservendosen, deren Symptome ja u.a. auch Wahnvorstellungen sind.
Auch das Ende ist gar nicht so lächerlich wie es einige empfinden - Gerüchte über Überlebende die sich den Inuit angeschlossen haben statt "in die Zivilisation" zurückzukehren gibt es nämlich durchaus.
Francis Crozier als letzter Überlebender, als "Last Man Standing" ist sogar Titel eines entsprechenden Buches über sein Leben.
Stefan83 zu »Dan Simmons: Terror«24.02.2011
Wenn am Ende des Jahres mich jemand fragen würde, welches Buch mich am meisten nachhaltig beeindruckt und beschäftigt hat, gäbe es nur eine Antwort: „Terror“. Dan Simmons historisches Epos über die sagenumwobene Franklin-Expedition kann sich damit rühmen, Grauen und Ekel, aber auch Trauer und Mitleid bei mir ausgelöst zu haben. Ihm ist gelungen, was bisher noch fast jedem Film versagt geblieben ist: Mir sprichwörtlich das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Noch nie war der Horror, der Schrecken so sehr greifbar, noch nie die Distanz zwischen historischen Figuren und der Gegenwart derart gering. „Terror“ ist eine Zeitreise, welche man nicht authentischer oder plastischer hätte auf Papier bringen können. Ein Trip in das eisige Herz der Finsternis, der, grandios übersetzt, die Macht des geschriebenen Wortes beeindruckend deutlich macht und der den Leser, trotz vieler sicherlich nicht wegzudiskutierender Längen, über die gesamte Distanz nicht aus seinen Fängen lässt. Wie Simmons uns Einblick in die Abgründe der menschlichen Natur gewährt, zerrt hart an den Nerven. Er zeigt, wo die Bruchpunkte von Moral und so genannter Zivilisation liegen. Zeigt, zu was ein Mensch imstande ist, wenn er gezwungen ist, um sein Leben zu kämpfen.

Fundament für Simmons' Werk ist die bereits oben genannte Expedition von Sir John Franklin, welcher im Mai des Jahres 1845 mit zwei Schiffen der königlich-britischen Marine, der HMS „Erebus“ und HMS „Terror“, aufbricht, um die legendäre Nordwest-Passage zu finden, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Von diesem Seeweg erhofft man sich neben der Zeitverkürzung vor allem Ruhm, und damit einmal mehr auch einen Beweis für die Dominanz und das Können der britischen Navy. Insgesamt 129 Mann befinden sich an Bord der beiden Schiffe, die kurz vor ihrer Durchfahrt der kanadischen Arktis ein allerletztes Mal von Walfängern in der Baffin-Bay gesichtet werden. Danach verliert sich ihre Spur, denn kein einziger Mann der Besatzung taucht je wieder auf. Sie sind bis heute verschwunden, verschollen im Eis.

Erst Jahre später werden Gräber von Matrosen gefunden, aus denen sich der weitere Weg der Expedition teilweise rekonstruieren lässt. Nachrichtenfetzen auf der King-William-Insel legen die Vermutung nahe, dass beide Schiffe fast ganze zwei Jahre im Packeis festsaßen, bis die Mannschaft sie letztlich aufgaben und ihr Heil im Süden suchten. Berichten von Eskimos zufolge scheinen sie auf dem Weg dorthin verhungert zu sein. Knochenfunde deuten daraufhin, dass es zu Kannibalismus gekommen ist. Trotz dieser belegten Fakten bleibt viel Raum zur Spekulation.

Warum hat die Mannschaft ihre Schiffe nicht früher verlassen? Wieso sind die Männer verhungert, wo doch der Proviant laut Berechnungen eigentlich mindestens für ganze fünf Jahre hätte reichen müssen? Was genau ist an Bord der Schiffe vorgefallen?

Simmons hat eben diese und andere Fragen aufgegriffen und aus ihnen einen unheilvolle, düstere Geschichte gesponnen, die sicherlich keinen Anspruch auf historische Genauigkeit hat, aber dafür einen überzeugenden Einblick in die Unwirtlichkeit dieser finsteren Eiswüste und die hoffnungslose Situation der Besatzung gibt. Und er zeigt auf, dass diese lang geplante Expedition eigentlich schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. So sind die „Erebus“ und die „Terror“ zwar äußerlich und in ihrem Aufbau bestens für das feste Packeis gewappnet, ihre Dampfmaschinen aber bei weitem nicht stark genug, um dieses zu durchbrechen. Der Kohlevorrat ist zu knapp bemessen, Schutzbrillen fehlen genauso wie Ausrüstungsgegenstände zur Jagd. Und besonders letzteres wiegt später schwer, da der Nahrungsmittelzulieferer, den man aufgrund seiner niedrigen Preise auswählt, bei der Herstellung seiner Konserven gepfuscht hat. Diese verderben bereits nach verhältnismäßig kurzer Zeit und haben teilweise sogar tödliche Lebensmittelvergiftungen zur Folge. All das führt letztlich dazu, dass man einer in dieser Epoche längst überwunden geglaubten Krankheit Tür und Tor öffnet: dem Skorbut.

„Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her“. Ein Sprichwort, welches ebenfalls auf diese Expedition zutrifft, denn Sir John Franklin ist mit seinen mehr als 60 Jahren nicht nur viel zu alt für eine derart kräftezehrende Reise, sondern auch zu unflexibel, um auf die sich stetig verändernden Begebenheiten reagieren zu können. Die weitaus erfahreneren Kapitäne der beiden Schiffe, James Fitz-James und Francis Crozier, stoßen mit ihren Ratschlägen bei dem sturen Befehlshaber auf taube Ohren, der in der Regel die falschen Entscheidungen trifft und in Simmons' Buch letztlich auch dafür verantwortlich ist, dass die „Erebus“ und die „Terror“ im Packeis auf offener See festfrieren. Franklin steht damit sinnbildlich und stellvertretend für den Geist des britischen Empire, das es gewohnt ist, sich die Natur genauso Untertan zu machen, wie die Ureinwohner bisher unerforschter Landstriche, welche es zu zivilisieren gilt. Gerade diese Einstellung ist es, die dann auch verhindert, dass den hungernden Matrosen Hilfe durch die Inuits zuteil wird, welche im Gegensatz zu den hungernden und frierenden Expeditionsteilnehmern auch im tiefsten polaren Winter noch zu überleben wissen. Als man erkennt, was die Arktis erfordert, was die Natur abverlangt, ist es bereits zu spät.

Und auch die Natur weigert sich nicht nur, sich zu beugen. In Simmons „Terror“ schlägt sie in Gestalt eines über vier Meter großen Menschenfressers sogar zurück. Als ob die klirrende Kälte des Eises und der drohende Hungertod nicht bereits genug sind, werden die Matrosen nun auch noch von einem teuflisch schlauen Wesen gejagt, das scheinbar aus dem Nichts auftaucht und sich nach und nach seine Beute holt. Die schlecht ausgerüsteten Engländer sind nicht in der Lage es aufzuhalten und nachdem Sir John Franklin selbst zum Opfer dieser Bestie wird, beginnt man in den Kreisen der abergläubischen Seeleute an den Teufel selbst zu glauben.

Warum Dan Simmons sich entschieden hat, dieses Monster in seine Geschichte einzubauen, ist eine Frage, die wohl nur er selbst beantworten kann. Aus meiner Sicht hätte es sicherlich keines mythischen Wesens bedurft, um das Grauen zu beschreiben, dass die im Eis festsitzenden Matrosen erlebt haben müssen. Ganz im Gegenteil. Mit Ausnahme der atemlosen Flucht des Eislotsen Blanky durch die Takelage des eingeschlossenen Schiffes überzeugen in erster Linie die Passagen, in denen das tödliche Schneemonster durch Abwesenheit glänzt.

„Simmons „Terror“ ist aber nicht nur die Verkörperung der ansonsten schwer fassbaren Schrecken des Eises und der Kälte, die unpersönlich töten, wer sich ihnen nicht anzupassen vermag. Wie üblich benötigt der Mensch keine Hilfe, um sich selbst das Leben zur Hölle zu machen. Disziplin und Kameradschaft sind menschliche Eigenschaften, die sich unter allzu großem Druck in Nichts auflösen. Wahnsinn, brutaler Egoismus und Mord lauern dichter unter der Oberfläche, als sich der „;zivilisierte“ Zeitgenosse (alb)träumen lassen würde.“ So schreibt Michael Drewniok in seiner grandiosen Rezension, die genau das trifft, was ich auch selbst bei der Lektüre empfunden habe. Es heißt keine Fiktion ist so schlimm wie die Realität. Und genau das stellt „Terror“ erschreckend unter Beweis. Stellvertretend dafür ist die ergreifende Szene kurz vor Ende des Romans, in dem ein völlig entkräfteter skorbutkranker Seemann sich aus seinem Zelt hervorkämpft, nur um unter Tränen mitzuverfolgen, wie sich seine Kameraden mit dem einzigen Boot auf die Fahrt in den Süden aufmachen. Seine leisen Schreie um Hilfe verhallen in der Ewigkeit des Eises, bleiben unerhört … und treffen doch haargenau ins Herz des Lesers. Mir war es für viele Minuten unmöglich an dieser traurigen Stelle weiterzulesen, die für mich wie keine andere im Buch, die Dramatik und Hoffnungslosigkeit dieser Expedition widerspiegelt.

Bis hierhin könnte es für manchen Leser ebenfalls ein Kampf gewesen sein, da ganz sicher nicht jedermann Dan Simmons detailreiche Schreibe liegt, welche noch die kleinste Schiffsplanke in Form und Farbe beschreibt und der schlichten Weiße des Schnees immer wieder neue Facetten abringt. Hier liegt für mich jedoch die größte Stärke des Romans, denn gerade diese feinsinnige Betrachtung braucht es, um die Isolation der Seeleute, die eintönigen Tagesabläufe und das Fehlen jedweder Fluchtmöglichkeit nachvollziehen zu können. Und das kann man schließlich fast mehr als einem lieb sein kann. Bedingt durch die Tatsache, dass Simmons das Geschehen stets aus den Blickwinkeln mehrerer Expeditionsmitglieder zeigt, geht uns das Schicksal jedes Einzelnen an die Nieren, kann man die Verzweiflung, die Angst und den Hunger in einem Maß nachfühlen, wie das sonst wohl nur Augenzeugenberichte vermögen. Vom grobschlächtigen, aber kämpferischen Trinker Kapitän Crozier über den hilfsbereiten Dr. Goodsir und den witzigen Blanky bis hin zum Gentleman Irving. Simmons ist es vortrefflich gelungen den Namen (die übrigens im fast 30 Seiten umfassenden Anhang nochmal aufgeführt werden) Leben einzuhauchen, ihnen Charakteristika und einen persönlichen Hintergrund zu verleihen. So trifft fast jeder Tod eines Besatzungsmitglieds hart, fühlt man den Verlust trotz der Tatsache, dass man ja eigentlich von Seite eins an weiß, dass niemand überleben wird. Und dennoch bleibt das Buch über die gesamte Länge spannend. Dennoch hofft und betet der Leser, dass es ihnen irgendwie gelingen wird, dem grausamen Eis mit seinen tobenden Stürmen und den dunklen Wintertagen zu entkommen.

Hätte Dan Simmons nach gut 880 Seiten den Stift an die Seite gelegt, eine Maximalwertung für „Terror“ wäre genauso unumgänglich gewesen wie das Prädikat literarisches Meisterwerk. Leider hat Simmons dies nicht getan und nachträglich versucht, das Monster mittels der Inuit-Mythologie zu erklären. Ein Versuch ist es geblieben, denn dieser überflüssige Stilbruch nimmt dem Buch völlig unnötig einen Großteil seiner Atmosphäre. Er hätte uns im Ungewissen, das Ende unerzählt lassen sollen. Nur so wären die Mitglieder der Expedition das geblieben, was sie gewesen sind – eine Fußnote in der Unendlichkeit des ewigen Eises, das seine eigenen Gesetze hat und sich nicht erobern lässt.

Es ist der einzige, aber leider meines Erachtens sehr schwerwiegende Kritikpunkt in einem großartigen Roman, der gekonnt historische Fakten und Figuren mit Elementen des Horrors verbindet und unbekannten Schicksalen nachvollziehbares und vor allem nachfühlbares Leben einhaucht. Großartig, schrecklich, aber auch halt „Terror“, der mir bei der Lektüre viel abverlangt hat. Danke, Mr. Simmons, für diesen äußerst gelungenen Wurf.
tedesca zu »Dan Simmons: Terror«06.04.2010
Es geht um die berühmte Franklin-Expedition, die sich mit den Schiffen "Erebus" und "Terror" auf die Suche nach der Nord-West-Passage gemacht hat und auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist. Sprachlich fand ich das Buch sehr gut, Simmons hat einen ansprechenden Erzählstil, die Sprache ist niveauvoll und auch immer schön an denjenigen angepasst, um den es in der Geschichte gerade geht. Die Meinung , dass dieser im Grunde historische Roman gut auf ein menschenfressendes Monster hätte verzichten können, hat sich immer weiter verstärkt, vor allem, nachdem ich den Schluss gelesen hatte, der mir viel zu esoterisch war. Es ist ja schön, die Innuit mit ihren Bräuchen und Mythen in die Geschichte einfließen zu lassen, aber das war mir doch zu viel des Guten. Auch das holprige Reinpacken historischer Fakten fand ich unnötig. Visionen, intellektuelle Diskussionen zwischen Seeleuten, nur um Dinge unterzubringen, die die Besatzung der beiden Schiffe so garnicht wissen konnte, das fand ich sehr störend. Zu langatmig waren mir auch die Beschreibung der Schiffe, der Ladung und der Besatzung, aber damit konnte ich dann schon gut leben, denn wirklich fasziniert hat mich die einfühlsame Schilderung der Beziehungen zwischen den einzelnen Männern in all ihrer Sensibilität und natürlich auch Grausamkeit. Man kann sich schon vorstellen, dass es so gewesen sein könnte, mal wirklich abgesehen von dem absurden Schluss.


Und wenn es jemanden interessiert, kann man sich bei wikipedia dieses letzte Schreiben der beiden Kapitäne anschauen, das verleiht dem Roman noch einmal mehr Würze. Ganz abgesehen davon, dass man drei der Toten fast unversehrt in ihren Gräbern gefunden hat, Eismumien, die vor einigen Jahren genauestens untersucht wurde. Dazu gibt es ein interessantes Sachbuch, Der eisige Schlaf: Das Schicksal der Franklin-Expedition. Und wer dann immer noch nicht genug von John Franklin hat, der sollte die Romanbiografie von Sten Nadolny lesen, Die Entdeckung der Langsamkeit.

Das ungekürzte Hörbuch von audible.de gewinnt auf jeden Fall durch die wandelbare Stimme von Detlef Bierstedt.
Michael Perricone zu »Dan Simmons: Terror«06.02.2010
"Terror" ist kein Horror-Roman, sonst wäre jeder Abenteuerroman, in dem ein wildes Tier vorkommt einer.
"Terror" ist auch kein Historienroman, sonst wäre jeder Roman, der in einem früheren Jahrhundert spielt einer.

"Terror" ist ein unglaublich tief gehendes, lehrreiches, auf historischen Fakten beruhendes Stück Literatur, dass vor allem eines beobachtet: die Menschliche Natur in einer absoluten Extremsituation.
100 Männer müssen, festsitzend im ewigen Eis bei Temperaturen von Minus 10 bis Minus 60 Grad, erfahren, dass es kaum noch ein Entkommen gibt - über tausend Meilen trennen sie von Nahrungsmitteln, Wasser und Wärme. Es ist ein Kampf gegen die Zeit und gegen eine Natur, die sich nicht mehr hergibt.

Ein rundum fesselnder und lehrreicher Roman. In keinem Moment langweilig wird das karge und angstvolle Überleben der beiden Schiffcrews im ewigen Eis beschrieben - über Monate herrscht zudem vollkommene Finsternis.
Durch den einfachen, aber effektiven Kniff, die Kapitel nicht einer Chronologie folgen zu lassen und die Geschichte aus der Sicht von mehreren Besatzungsmitgliedern zu entwickeln, finden sich im Buch immer wieder klassische Cliffhanger.
Dazu schreibt Simmons eine schnörkellose, klare und sehr gepflegte Sprache. Besonders stark dünkt mich der Schluss des Buches: Obwohl man das Ende zu kennen glaubt, taucht Simmons mit dem Leser in einen phantastischen Schluss ab, weit weg von Kitsch, weit weg von gekünstelter Spannung, vielmehr mit einem raffinierten Dreh - lassen Sie sich überraschen.

Im Gegensatz zu einigen Rezensionen hier bin ich nicht der Meinung, dass das "Wesen", wie es im Buch genannt wird, der Geschichte schadet - im Gegenteil:
Man versteht das "Wesen" - das tun auch die Besatzungsmitglieder über lange Zeit - einfach als besonders starken und grossen Eisbären. Erst im Laufe der Geschichte wird den Männern, - und den Lesern -, klar, dass es sich um etwas besonderes handeln muss. Sie nennen es "Wesen", weil sie seine Art nicht definieren können und mit der Zunahme der Vorfälle erst merken, dass es schlauer und stärker sein muss als ein normaler Eisbär.

Das "Wesen" aber ist keinesfalls der Handlungsfaden im Buch. Es kommt und geht eher zufällig und die Männer tun das, was sie tun, unabhängig von der Existenz dieses Wesens. Denn sie sind ihm ganz und gar ausgeliefert, so, wie sie der Natur ganz und gar ausgeliefert sind.
Es ist nicht das "Wesen", welches die Expedition primär bedroht oder gar scheitern lässt, es ist lediglich die tödliche Begleiterscheinung, die an diesem Ort auf den Menschen wartet. So sterben denn auch viel mehr Männer an Kälte, Skorbut, Unterernährung und Vergiftung als dass durch das Wesen umgebracht werden.

Das "Wesen" stellt eine Allegorie für das Unbekannte, das Schreckliche, das Übermenschliche dar, das im ewigen Eis auf die Menschen wartet: Die Natur, die nicht bezwungen werden kann, nicht in dieser Weltengegend, nicht mit den Mitteln dieser frühen Expedition.
Roughtrade zu »Dan Simmons: Terror«01.09.2009
Zuallererst, ich liebe die Bücher von Dan Simmons.
Ich habe Hyperion, Endymion mehrfach gelesen und auch Ilium & Olympos verschlungen. Aber Terror ist das mit Abstand beste Werk von Ihm. Es ist so gut, dass ich, in den Nächten als ich es las, davon Träumte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt; Das Wort "Lapislazuli" kommt nicht einmal darin vor. Wer die anderen Werke von Simmons gelesen hat, weiß wovon ich rede ;-)
Keera zu »Dan Simmons: Terror«31.01.2009
Ich wollte an dieser Stelle eine eigene Rezension schreiben, finde aber, nachdem ich die Rezi der Histo Couch gelesen habe, diese so gut und vielschichtig, dass mir eigentlich nicht viel Neues oder Weitergehendes mehr einfällt. Eine Super Rezension zu einem Superbuch!
Ich finde, der „historische Teil“ des Buches ist hervorragend gelungen. So stelle ich mir einen historischen Roman vor: alle bekannten Fakten werden berücksichtigt und in eine selbst „erfundene“ Handlung eingebaut. Dass Simmons auch stimmige, sich entwickelnde Charaktere schafft und stilistisch ausgezeichnet schreibt, macht das Buch zu einem Lesegenuss.
Zum „phantastischen Teil“: Ich hatte zunächst etwas Probleme, das Auftauchen des Tuunbaq zu akzeptieren, habe dann aber, als Crozier in die Inuit Mysthik eintaucht, akzeptiert, dass das Monster das Einbrechen „fremder“ Schrecken, Werte und Bewältigungsstrategien in die „westliche“ Welt der Seeleute versinnbildlicht. Am Beispiel von Crozier wird hier m. E. aufgezeigt, dass ein „Besiegen“ der fremden Welt, was sich die technikgläubigen Engländer ja vorgenommen haben, nicht möglich ist. Er kann nur überleben, indem er sich dieser Welt völlig unterwirft.
So, jetzt wurde doch noch ‚ne Rezi daraus!
johannes zu »Dan Simmons: Terror«03.11.2008
An Rettung ist auf Jahre nicht zu denken, aber solange die Brennstoff- und Nahrungsvorräte reichen, bleibt die Stimmung an Bord ausgeglichen. Dann jedoch taucht aus dem Eis der Tuunbaq, ein riesiges Monster, auf. Es ist der unwirtlichen Umwelt bestens angepasst, scheinbar unverwundbar und bricht mordend immer wieder aus Nacht und Nebel. Die „Erebus“ und „Terror“ verwandeln sich in belagerte Festungen, aber als die Schiffe unter der Gewalt des Eises zerbrechen, müssen sie aufgegeben werden. Ein Wettlauf gegen Kälte und Hunger beginnt, denn die Männer müssen mildere Regionen erreichen. Während sie unmenschliche Strapazen auf sich nehmen, folgt ihnen die Kreatur und pickt sich ihre Opfer nach Belieben aus den Reihen der Erschöpften und Verzweifelten. Es gibt kein Entrinnen und bald markiert eine lange Reihe durch Hunger gezeichneter oder zerrissener Leichen den Weg der Flüchtenden in den rettenden, unendlich weit entfernten Süden …







das ist der beste teil
Bartensen zu »Dan Simmons: Terror«17.02.2008
Ein großartiges Buch, Dan Simmons verschmelzt hier bekannte Fakten, Theorien zum Scheitern der Expedtion und eine gehörige Portion Fiktion (zu der auch einzelne Schicksale der Expeditionteilnehmer und der Schiffsalltag auf Erebus und Terror gehören) zu einem Roman allererster Klasse. Die Arktis wir hier zum Leben erweckt in all ihrer eisigen, kargen und tödlichen Pracht. Spannend für mich auch deshalb, da ich bereits einige Sachbücher zu diesem Thema gelesen habe und beim Lesen doch mehrere Aha-Erlebnisse hatte (z.B. Harry Peglars Tagebuch, das Grab von Lt. John Irving).
Ein Happy End wir man hier nicht finden ... es ist wie bei der Titanic, man weiß, das es ein schreckliches Ende nehmen wird, doch man kann nicht aufhören zu Lesen.
Sicherlich hat TERROR auch eine Schwäche, in einer absolut menschenfeindlichen Umgebung, in der die isolierten Expeditionsteilnehmer fremd und unerfahren sind, bzw. deren klimatischen Bedingungen sie vollkommen unterlegen sind ... dort braucht man keinen nahezu übermächtigen Gegner um Horror zu erzeugen. Dieser Anteil des Buch ist auch dramaturgisch eigentlich vollkommen unnötig gewesen ...
Shrike zu »Dan Simmons: Terror«11.02.2008
Es stimmt, die Beschreibungen sind großartig! Man lebt, friert und ist dabei. Simmons schreibt uns in die Kälte.
Der Traum ist die unheimliche Vision, das Ungeheuer lauert irgendwo. Immer!
Doch finde ich hat das Buch verloren. Es ist zu viel: Ein historischer Horror-, ein Abenteuer- bis Schicksals-Roman. Von Simmons gut in Szene gesetzt, doch gerade deswegen verliert es an Spannung.
Ich stehe wohl mit meiner Meinung etwas alleine da, aber ich hatte mehr erwartet...

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