Als der Himmel uns gehörte von Charlotte Roth

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Als der Himmel uns gehörte“,, 608 Seiten.ISBN 3-426-51664-0.

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Kurzgefasst:

London 2011. Die junge Läuferin Jennifer will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Jetzt aber drohen Panikattacken ihren Traum zu gefährden. Mit ihrem Trainer, dem Iren Gregory, der sie heimlich liebt, reist Jennifer nach Mandeville, auf den Landsitz ihrer Familie. Sie hofft, sich bei ihrer fast hundertjährigen Urgroßmutter Alberta Rat holen zu können. Auch diese hat einmal an einer Olympiade teilgenommen, damals in Berlin, im Jahr 1936. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte wird Jennifer lernen, worum es im Leben wirklich geht.

Das meint Histo-Couch.de: „Das Traumpaar des germanischen Sports“92Treffer

Rezension von Daniela Loisl

London 2011. Jennifer ist Langstreckenläuferin und träumt davon, bei der Olympiade teilzunehmen. Ihr Trainer jedoch traut ihr dies nicht zu, weil ihr vor dem Zieleinlauf regelmäßig die Nerven versagen. Als der Ire Gregory sie eines Tages beim Training anspricht und ihr anbietet sie zu trainieren, lehnt sie zuerst ab. Allerdings scheint Gregory über Jennifers Urgroßmutter, die selbst eine Goldmedaille bei einer Olympiade errungen hat, mehr zu wissen als sie selbst. Als Gregory ihr nahe legt, sich aufgrund ihres Nervenproblems Rat bei ihrer fast hundertjährigen Urgroßmutter Alberta zu holen, erfährt sie eine ihr gänzlich unbekannte Familiengeschichte, die ihr letztendlich hilft, dass sie ihre Zukunft in die richtigen Bahnen lenkt.

Zwei gänzlich unterschiedliche Zeiten

Charlotte Roth hat schon mit ihrem Roman Als wir unsterblich waren einen neuen Meilenstein des historischen Romans gelegt, und mit ihrem neuen Werk hält sie sich am selben Level. Als der Himmel uns gehörte erzählt die Geschichte zweier junger Frauen auf zwei Zeitebenen. Von Alberta, einer lebenslustigen Optimistin vor dem Zweiten Weltkrieg und Jennifer im London der heutigen Zeit.

Alberta, genannt Albi, die mit ihrer Zwillingsschwester Auguste, ihrem Vater und ihrer Tante ein geborgenes und angenehmes Leben führt, ist im Gegensatz zu ihrer eher introvertierten Schwester ein reines Energiebündel und Sport und Pferde sind für sie die schönsten Dinge der Welt. Als ihr Vater die Chance bekommt, nach Los Angeles zu den Olympischen Spielen zu reisen, nimmt er seine Töchter mit, nicht ahnend, dass sich dort sowohl für Albi als auch für Auguste zukunftsentscheidende Begegnungen ereignen werden. Die beiden lernen zwei Springreiter kennen, den Deutschen Hannes und den Engländer James. Das Schicksal der vier ist von nun an eng miteinander verwoben und steht trotz des zweiten Erzählstrangs mit Jennifer – im Focus des Romans.

Olympia – Kampf, Siege und Enttäuschungen

Die Autorin gibt wunderbare Einblicke in die Welt des Sports, speziell des Reitsports, ohne sich in unverständlichen Fachausdrücken zu verheddern, sodass auch weniger sportbegeisterte Leser kein Problem haben werden, einem beschriebenen Springwettkampf zu folgen. Und diejenigen, die von der Materie etwas verstehen, werden der Autorin Fachkenntnis kaum absprechen können. Selbst über die Organisation der Olympiade von 1936 und natürlich auch den geschichtlichen Umbruch der damaligen Zeit, erfährt der Leser viel, ohne von dem Wissen der Autorin erdrückt zu werden. Einige Fachausdrücke des Sports und Begriffe aus der Zeit des Nationalsozialismus sind auch in einem Glossar beschrieben.

Ausgereifte Sprache, niveauvoller Erzählstil

Sprachlich erkennt man die ausgereifte Autorin, die es wunderbar versteht, den Lesern die gefühlten Emotionen ihrer Protagonisten näherzubringen. Auf sehr subtile Weise schafft sie es, dass man sogar bestimmte Handlungen von Figuren nachvollziehen kann beispielsweise von Hannes, der sich oft regelrecht badet in seinem Selbstmitleid -, obwohl man kein so richtiges Verständnis dafür aufbringen kann. Man begleitet die Figuren doch über einige ihrer Lebensjahre hinweg, sodass auch die Entwicklung jeder einzelnen einen wichtigen Part einnimmt. Mit welcher Glaubwürdigkeit und Empathie die Autorin hier vorgeht, könnte so manchen ihrer Kollegen und Kolleginnen als Vorbild dienen.

Charlotte Roth hat sich für ihre Protagonistin Albi ein sehr ereignisreiches Leben erdacht und trotz der knapp 600 Seiten kommen nie Längen auf. Meint man am Schluss des Buches den Ausgang zu wissen, wartet Roth noch mit einer sehr überraschenden Wende auf, die dem Roman noch den letzten Kick verleiht, sodass das Buch nicht so schnell vergessen ist.

Ihre Meinung zu »Charlotte Roth: Als der Himmel uns gehörte«

spandaukarin zu »Charlotte Roth: Als der Himmel uns gehörte«10.03.2018
Ein toller Roman, der Einblick in die Olympischen Spiel von einst und jetzt gibt und die olympische Idee vielfach beleuchtet. Es ist, als wäre man selbst dabei gewesen. Dennoch finde ich einige Stellen zu ausführlich, weil sie für den späteren Handlungsverlauf unbedeutend sind. Der ganze Erzählstrang um den Widersacher von Hannes, um Giselher, hätte viel kürzer gefasst werden können. Andere Figuren hingegen wie der Ire Gregory O'Reilly bleiben ziemlich blass.
Der Roman ist dennoch absolut empfehlenswert, obwohl ich immer wieder über sprachliche Wendungen gestolpert bin, die ich als unangemessen empfunden habe. In meinen Augen zu oft werden die Begriffe "schlimmer Finger" und "Flotter Feger" benutzt, die so gar nicht um Sprachniveaus des Romans passen. Auch wenn der Roman zum großen Teil in Berlin spielt und ich auch aus Berlin stamme, sind mir diese Begriffe zwar bekannt, aber waren nicht unbedingt im Sprachgebrauch meiner Großeltern geläufig, die 1902 geboren waren.
Manfred Rathunde zu »Charlotte Roth: Als der Himmel uns gehörte«14.03.2017
CHARLOTTE ROTH –
Als der Himmel uns gehörte

Auf dem Cover ist ein kleiner Aufkleber, „Genau meins“. Besser hätte man es nicht treffen können. Charlotte Roth erzählt eine Geschichte, die man nie wieder vergessen wird. Und das Buch ein zweites Mal zu lesen, wird schon zur Pflicht. Jennifer bereitet sich im Jahr 2011 auf die Olympischen Spiele vor, die 2012 in Großbritannien stattfinden sollen, ihr Markenzeichen sind die Langstrecken im Stadion. Nur hat sie ein Problem, so dass ihr Trainer der Meinung ist, sie nicht wirklich starten zu lassen. Hier tritt Gregory auf den Plan, der selbst mit mehr als einer Tragödie in seiner Vergangenheit konfrontiert wurde, sich als Hilfestellung für die junge Frau anbietet, die dabei ist, sich selbst aufzugeben. Und sie, nach herzhaften Beknien und Überreden, dazu bringt, nach Mandeville zu fahren, wo ihre Urgroßmutter residiert. Alberta Bernhardt war, als Zuschauerin, bei Olympia 1932 in Los Angeles und als Aktive, im Bogenschießen für die deutsche Mannschaft, 1936 in Berlin dabei. Auch wenn die Handlungsaktiven von Charlotte fiktiver Natur sind, der Hintergrund und so einige Namen sind es nicht. Frau Roth lädt zu einer Zeitreise ein, einen Teil der sportlichen Geschichte nach zu erleben, der Menschen durchaus zusammen führen kann, zeigt aber auch schonungslos die Kehrseite, wenn die Politik der Meinung ist, sich irgendwo ran zuhängen, um ihre wahre Natur zu verschleiern, die Menschen und deren guten Willen nach Gutdünken zu missbrauchen. Charlotte lässt Alberta ihre Geschichte erzählen, von ihrer Geburt an, über ihre Kindheit, mit ihrer Zwillingsschwester Guste, bis hin zu der Zeit nach dem Krieg, als alle auf der Suche waren, wer und was in den Trümmern der zerstörten Welt noch übrig geblieben sein könnte, mit allen Höhen und Tiefen. Zusätzlich beschreibt Frau Roth die Anfänge der Paralympischen Spiele, recht anschaulich. Nebenbei flechtet sie die Erlebnisse von Jennifer und Gregory ein, macht quasi Zeitsprünge zur heutigen Zeit. Wo die Politik sich noch raffinierter an Sportereignissen heranzieht, die Wirtschaft sich solche Höhepunkte nicht entgehen lässt, milliardenschwer zu verdienen und der einfache Bürger so richtig hinter das Licht geführt wird. Wer Interesse am Lebenslauf der Goldmedaillengewinner im Springreiten bei der Olympiade 1932 in Amerika, Takeichi Nishi und seinem Pferd Uranos hat, sollte sich den Film „Letters from Iwo Jima“ von Clint Eastwood reinziehen. Frau Charlotte Roth hat ein hochinteressantes Buch abgeliefert, das man so schnell nicht aus der Hand geben wird, couragiert geschrieben, mit viel Herz. Im heutigen Kontext, einfach geil. Wenn draufsteht „Genau meins“, dann ist das auch genau so gemeint.

(Knaur)

ISBN 978-3-456-51664-5 593 Seiten 9,99€ (D) 10,30€ (A)

www.derweissedrache.de
allegra zu »Charlotte Roth: Als der Himmel uns gehörte«02.09.2015
Inhalt in eigenen Worten

Da ich bereits das erste Buch von Charlotte Roth „Als wir unsterblich waren“ geliebt habe, war ich sehr erfreut, als ich auch diesen Sommer mit einem weiteren Werk in die Welt von interessanten Charakteren zur Zeit des Nationalsozialismus sowie in der Gegenwart eintauchen konnte. Die Handlung im Jahre 2011 bildet die Rahmengeschichte. Darin lernen wir eine quirlige Londoner Familie kennen. Hauptfigur ist die ehrgeizige Jennifer, die sich in den Kopf gesetzt hat, an der Olympiade 2012 an den Start des 10 km Laufs zu gehen. Leider machen ihr schwere Panikattacken zu schaffen. Als sie mit ihrem Trainer, der ihr das nicht zutraut, bricht, nimmt sie das Angebot von Gregory O´Reilly an, sie zu trainieren. O´Reilly spricht Jennifer auf ihre Urgroßmutter Alberta an, die im Jahr 1936 als deutsche Bogenschützin an der „Hitler“-Olympiade teilgenommen hat.
Jennifer beginnt, sich mit ihrer Familie zu befassen. In den Rückblenden werden sowohl die Entwicklung von Alberta sowie die Bedeutung des Sports zur Zeit des Nationalsozialismus auf sehr eindrückliche Weise dargestellt. Die Handlungsstränge finden zueinander und zeigen auf, wie Sportler von den Nationalsozialisten für die Propaganda missbraucht wurden und wie Betroffene damit fertig wurden. Als sehr interessanten und zukunftsweisenden Aspekt der Welt des Sports wird die Entstehung der Paralympics aufgezeigt, die 2012 zum ersten Mal unmittelbar nach den olympischen Spielen am gleichen Schauplatz stattgefunden haben .


Meine Meinung

Dieses Buch hat mir die Türe zu einer, mir eher unvertrauten Welt geöffnet, der Welt des Sports. Bisher habe ich sowohl Weltmeisterschaften wie olympische Spiele nur immer als Ärgernis betrachtet, weil sie das Fernsehprogramm durcheinander brachten. In diesem Buch wir der Geist dieser Spiele sehr eindrücklich dargestellt. Man kann mit den begeisterten jungen Sportlern förmlich mit fühlen, wenn man das folgende Zitat liest: „Wir rennen dem Himmel die Tür ein. Und keiner hält uns auf.“

Durch die Rahmenhandlung erfährt man von Anfang an, dass es zumindest für einige der Protagonisten nach dem 2. Weltkrieg eine Fortsetzung gibt, was mich mit großer Hoffnung erfüllt hat. So spielen auch historisch verbürgte Personen eine Rolle, was dem Buch zusätzlich Authentizität verleiht.

Obwohl es natürlich einige Liebesgeschichten im Roman gibt und ich Liebesromane eigentlich nicht so lese, hat mir die Zeitreise, die ich mit Charlotte Roth von 1936 bis ins Jahr 2011 der Gegenwart machen konnte, sehr gut gefallen.


Mein Fazit

Ich empfehle dieses Buch Lesern, die historische Liebesromane mögen und der Welt des Sports nicht abgeneigt gegenüber stehen. Von mir erhält es 5 Sterne.
Jana68 zu »Charlotte Roth: Als der Himmel uns gehörte«30.08.2015
London 2011. Für Jennifer gibt es eigentlich nur eins - Laufen. Der Sport ist ihr Leben. Ehrgeiz und Disziplin zeichnen sie aus, die physische Leistungsfähigkeit hat sie und so träumt auch sie davon, bei der bevorstehenden Olympiade in ihrer Heimatstadt starten zu dürfen. Doch ihre Nerven machen ihr zu schaffen, immer wieder ist es im Wettkampf, als erstarre sie vor ihrer eigenen Leistungsfähigkeit.
Schließlich macht sie sich auf den Weg zu ihrer Urgroßmutter, die 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin dabei war, um ihre Geschichte zu hören...

Und so lesen wir von "Albi mit dem Bogen", die mit ihrer Zwillingsschwester und ihrem Vater, der als Radiomoderator arbeitet, bei Olympia 1932 in Los Angeles dabei ist. Dort begegnen die Mädchen dem Briten James und dem Deutschen Hannes, beide Springreiter, die für ihr Land an den Start gehen. Gemeinsam erleben Sie den Sommer ihres Lebens, der Spuren hinterlassen wird.
Währenddessen gewinnen in Deutschland die Nazis zunehmend an Macht und das läßt auch den Sport nicht unberührt. Die Nazis verstehen es leider viel zu gut, die Olympischen Spiele, die 1936 in Berlin stattfinden, für ihre Zwecke zu missbrauchen. Als die ersten jüdischen Sportler aus der Förderung ausgeschlossen werden, beginnt auch Albi nachzudenken, dennoch lassen sie und Hannes, die inzwischen ein Paar sind, sich auf die Propaganda ein und spielen für die Deutschen Herrenmenschen das arische Traumpaar des Sports - sie als Bogenschützin, er als Springreiter. Erst sehr spät und nicht ohne Schuldgefühle erkennt Albi, welche Gefahr von den Nazis ausgeht und bricht gerade noch rechtzeitig aus, um zu verhindern, dass ihr behinderter Neffe ihnen zum Opfer fällt.
Nach Ende des Krieges engagiert sie sich mit all ihrem Schaffen für die Paralympics, das ist ihre Antwort auf Ausgrenzung, Rassenhass und Größenwahn.
Für Jennifer bedeutet die Geschichte ihrer Urgroßmutter die Einsicht, dass Sport mehr ist, als nur die eigenen Leistungsfähigkeit. Sport ist für alle da, Sport verbindet die Menschen der Welt, gibt jedem die Chance zu fairem Wettkampf und eröffnet die Möglichkeit, über die Grenzen der Leistungsfähigkeit hinaus zu gehen. Die erstmals ausverkauften Paralympics in London 2012 geben ihr Recht.

Die Autorin schildert die einzigartige Atmosphäre bei Olympischen Spielen so treffend emotional, dass man sich als Leser mittendrin fühlt, Erinnerungen wach werden und man sich schon jetzt auf die nächsten Spiele freut. Es werden Ereignisse eingebunden, wie etwa die Dramatik des legendären Herren-Weitsprungfinales, in dem Luz Long und Jesse Owens ganz ohne Worte den Nazis die Stirn boten durch sportliche Fairness und Kameradschaft sowie Anerkennung und Respekt nicht nur für die sportlichen Leistungen.

Mit ihrem 2. Roman gelingt es Charlotte Roth erneut, mittels einer überzeugenden Geschichte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Brücke in unsere Tage zu schlagen. Am Ende steht eine klare und kraftvolle Aussage, eine Mahnung an unsere Generation, die richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen, nicht die Augen zu verschließen vor dem Geschehen unserer Zeit, sich klar zu positionieren und nicht zuzulassen, dass jene Kräfte erneut die Oberhand gewinnen, die sich über andere erheben, Andersgläubige ermorden und menschliches Erbe zerstören.
Welch eine besondere Symbolkraft haben da die Maccabi Spiele, die Ende Juli 2015, nur wenige Monate nach Erscheinen des Buches, in Berlin stattfanden - genau an jenem Ort, an dem 1936 die Olympischen Spielen durch die Nazis missbraucht wurden und wo jüdische Sportler und Sportlerinnen ausgeschlossen wurden.
-LENA- zu »Charlotte Roth: Als der Himmel uns gehörte«17.05.2015
Zwei Frauen träumen von Olympia. Jennifer trainiert verbissen als Läuferin, um an den olympischen Spielen 2012 in ihrer Heimatstadt London teilzunehmen. Alberta , ihre Urgroßmutter, nahm 1936 in Berlin daran teil. Der Werdegang beider Frauen, vor allen Albertas Geschichte behandelt der Roman in zwei Zeitsträngen.

Jennifer kämpft damit ihre Nerven unter Kontrolle zu bringen, wenn sie an Wettkämpfen teilnimmt. Als sie auf Gregory trifft, der ihr anbietet sie zu trainieren zögert sie zuerst, nimmt sein Angebot an und er fördert ihr Weiterkommen.
Ein Geheimnis umgibt Alberta, die in Mandeville lebt und Jennifer besucht sie auf Drängen von Gregory, der sehr viel über Alberta Bernhardt zu wissen scheint.

Verschiedene Handlungsstränge zu Beginn. die sich nach und nach ergänzen, fesseln den Leser, man wird in das Geschehen hineingezogen.
Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, witzige und ernste Begegnungen wechseln sich ab.
Die graugezeichneten Protagonisten, die aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen , ihr Zusammentreffen, ihre Beziehungen und ihr sportlicher Werdegang werden sehr einprägsam beschrieben. Man hofft mit ihnen, daß ihre Träume in Erfüllung gehen und verfolgt mit Spannung ihre Wege.
Alberta,das Bogenmädchen, lebt anfangs unbeschwert und entwickelt sich nach und nach zu einer Kämpferin im familiären Bereich.
Hannes versucht mit sehr viel Ehrgeiz sportliche Erfolge als Springreiter zu erzielen, will sich beweisen und wird dabei immer verbohrter.
James sieht dies alles viel gelassener. Er steht zu seinem Wort und ist mehr als ein Retter, wenn man ihn zu Hilfe ruft.

Bei der Schilderung der olympischen Spiele in Los Angeles und Berlin mit ihren Teilnehmern meint man selbst im Stadion zu sitzen.

In diese Zeit fällt die Machtergreifung der Nazis und man erlebt , wie die Protagonisten damit umgehen. Am Anfang die Hoffnung es ist nur eine vorübergehende Erscheinung. Diese Situation , welche Auswirkungen es für den Einzelnen bedeutet, welche Wandlungen es bei einigen gibt, wird von der Autorin sehr eindrucksvoll beschrieben . Auch die Mischung aus fiktiven und realen Personen zeichnen diesen Roman aus.

Ein Buch, das einen berührt,aufrüttelt und einen Nachhall hinterläßt, wenn man es zu Ende gelesen hat.

Ein Glossar und Register realer Personen befindet sich am Ende des Buches.

Ein facettenreicher Roman, der alles beinhaltet,was der Leser sich wünscht und den man unbedingt lesen sollte . Absolut empfehlenswert.

















Als der Himmel uns gehörte von Charlotte Roth/Carmen Lobato/Charlotte Lyne


Zwei Frauen träumen von Olympia. Jennifer trainiert verbissen als Läuferin, um an den olympischen Spielen 2012 in ihrer Heimatstadt London teilzunehmen. Alberta , ihre Urgroßmutter, nahm 1936 in Berlin daran teil. Der Werdegang beider Frauen, vor allen Albertas Geschichte behandelt der Roman in zwei Zeitsträngen.

Jennifer kämpft damit ihre Nerven unter Kontrolle zu bringen, wenn sie an Wettkämpfen teilnimmt. Als sie auf Gregory trifft, der ihr anbietet sie zu trainieren zögert sie zuerst, nimmt sein Angebot an und er fördert ihr Weiterkommen.
Ein Geheimnis umgibt Alberta, die in Mandeville lebt und Jennifer besucht sie auf Drängen von Gregory, der sehr viel über Alberta Bernhardt zu wissen scheint.

Verschiedene Handlungsstränge zu Beginn. die sich nach und nach ergänzen, fesseln den Leser, man wird in das Geschehen hineingezogen.
Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, witzige und ernste Begegnungen wechseln sich ab.
Die graugezeichneten Protagonisten, die aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen , ihr Zusammentreffen, ihre Beziehungen und ihr sportlicher Werdegang werden sehr einprägsam beschrieben. Man hofft mit ihnen, daß ihre Träume in Erfüllung gehen und verfolgt mit Spannung ihre Wege.
Alberta,das Bogenmädchen, lebt anfangs unbeschwert und entwickelt sich nach und nach zu einer Kämpferin im familiären Bereich.
Hannes versucht mit sehr viel Ehrgeiz sportliche Erfolge als Springreiter zu erzielen, will sich beweisen und wird dabei immer verbohrter.
James sieht dies alles viel gelassener. Er steht zu seinem Wort und ist mehr als ein Retter, wenn man ihn zu Hilfe ruft.

Bei der Schilderung der olympischen Spiele in Los Angeles und Berlin mit ihren Teilnehmern meint man selbst im Stadion zu sitzen.

In diese Zeit fällt die Machtergreifung der Nazis und man erlebt , wie die Protagonisten damit umgehen. Am Anfang die Hoffnung es ist nur eine vorrübergehende Erscheinung. Diese Situation , welche Auswirkungen es für den Einzelnen bedeutet, welche Wandlungen es bei einigen gibt, wird von der Autorin sehr eindrucksvoll beschrieben . Auch die Mischung aus fiktiven und realen Personen zeichnen diesen Roman aus.

Ein Buch, das einen berührt,aufrüttelt und einen Nachhall hinterläßt, wenn man es zu Ende gelesen hat.

Ein Glossar und Register realer Personen befindet sich am Ende des Buches.

Ein facettenreicher Roman, der alles beinhaltet,was der Leser sich wünscht und den man unbedingt lesen sollte . Absolut empfehlenswert.
TochterAlice zu »Charlotte Roth: Als der Himmel uns gehörte«04.05.2015
Albi mit dem Bogen ist es, die im Fokus dieses Buches steht: Alberta Bernhardt, ihres Zeichens Bogenschützin, Olympionikin, Kämpferin für die Gerechtigkeit und mit einem Faible für schöne, verführerische Männer, das ihr fast zum Verhängnis wird. Aber sie ist auch mit einem treuen Herzen und mit Familiensinn sondergleichen ausgestattet - und diesen überträgt sie auf jeden, den sie dessen für würdig erachtet.

Ein wahrhaft sportlicher Roman ist dies, den Charlotte Roth hier gezaubert hat, ein Buch über Kampfgeist, Treue, Sportsgeist, Mitgefühl - und vom Glauben an das Wahre im Menschen. Und wer Charlotte Roth kennt, weiß, dass es wieder ein historischer Roman vom Feinsten ist, einer, in dem man viele Details über Un- und Außergewöhnliches erfährt, Geschichten am Rande der Hauptstrecke quasi, die auf historischen Fakten basieren - und gerade die sind es, die den Charme des Romans ausmachen. Charlotte Roth schreibt mit dem Herzen - und genauso recherchiert sie auch.

Als ich erfuhr, dass der Nachfolgeroman von "Als wir unsterblich waren", einem meiner Highlights im Jahre 2014, erscheinen wird, war klar, dass ich ihn so schnell wie möglich lesen will, ja muss! Und das war auch der Fall und es geschah das (fast) Unvermeidliche: ein kleines bisschen war ich dann doch enttäuscht. Albi kann zwar durchaus mit Paula, der Heldin des Vorgängerromans mithalten, doch die Protagonistin der Gegenwart - denn auch diesmal wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt - Jennifer bleibt blass und konturlos im Vergleich zu Alex, die im Vorgängerroman quasi den neueren Erzählstrang präsentiert. Zudem ist der Erzählverlauf nicht durchgehend so klar und schlüssig, wie es in den "Unsterblichen" der Fall war - einige Figuren bleiben aus meiner Sicht ein bisschen farblos, einige Erzählstränge werden einfach fallen gelassen, einiges bleibt offen - und es ist eigentlich dieses absolut Abgerundete, bis zum Ende Durchgezogene, das ich am ersten Roman Charlotte Roths so liebte. Und das vermisse ich dann doch...

Aber dies beruht auf meiner individuellen Wahrnehmung und auf meinen Vorkenntnissen: Daher wird es einem anderen Leser, der noch nichts von der Autorin gelesen hat, womöglich gar nicht weiter auffallen und er kann sich auf einen packenden, vielschichtigen, farbigen und schillernden Roman ganz ohne Längen freuen! Zu empfehlen für Leute, die Lust haben, die ganze Nacht durchzuschmökern oder aber eine lange Zugfahrt vor sich haben!
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