Grimaldi - Der Fluch des Felsens von Catherine Aurel

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Grimaldi - Der Fluch des Felsens“,, 608 Seiten.ISBN 3328101683.

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Kurzgefasst:

Genua im 13. Jahrhundert: Raniero, der Erbe der reichen Familie Grimaldi, verliebt sich unsterblich in die schöne Babetje. Als die Grimaldi nach einem blutigen Umsturz aus der Stadt verbannt werden, opfert er sein Glück für die Zukunft seiner Familie und heiratet die Tochter eines Verbündeten. Mit Erfolg: Die Grimaldi erobern den Felsen von Monaco – ihre neue Heimat. Doch um die Macht zu wahren, begeht Raniero eine grausame Tat. Wie durch einen Fluch brechen fortan brutale Schlachten, perfide Intrigen und gnadenlose Schicksalsschläge über die Grimaldi herein. Der Kampf um das Fürstentum beginnt. Und um die Liebe.

Das meint Histo-Couch.de: „Der Aufstieg einer Fürstenfamilie“82

Rezension von Karin Speck

Raniero Grimaldi lebt in Genua in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Er ist zu dieser Zeit der Erbe des Vermögens und somit das Familienoberhaupt der Familie Grimaldi. Um seine Familie zu erhalten und um ihr zu mehr Reichtum, Land und Macht zu verhelfen, verrät er seine eigene große Liebe und opfert seine Zukunft. Er heiratet die Tochter eines Feindes und geht damit ein Bündnis ein. Aber nicht nur er selbst muss Opfer bringen, seine Entscheidungen sorgen dafür, dass auch andere Familienmitglieder viel opfern müssen und noch größeren Mut aufbringen müssen, um ihr Leben zu meistern. Ein Kampf um die Macht in Genua, um die Liebe und das Leben und um noch einiges mehr beginnt.

80 Jahre Grimaldi

Die Autorin Catherine Aurel erzählt über fast 80 Jahre von dem Leben der Fürstenfamilie. Von Intrigen, Verrat und dem Kampf um die Macht und den noch viel größeren Kampf um das eigene Glück und die Liebe. Sie erzählt, wie eine Entscheidung eines einzelnen Mannes alles verändern kann. In dieser Familie gilt, was das Oberhaupt sagt, wird gemacht, und zwar mit allen Konsequenzen. Auch Raniero stellt sein eigenes Glück über das Wohl der Familie. Dabei hat die Autorin so ihre ganz eigene Art zu erzählen. Immer wieder blitzt schwarzer Humor vom feinsten durch, aber auch tiefe Traurigkeit, was die Schicksale betrifft.

Die eigentliche Geschichte ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen erzählt die fiktive Protagonistin Giuditta aus ihrem Leben und damit gleichzeitig von dem Schicksal der Familie Grimaldi. Giuditta hat ihren Weg als illegitimes Kind von Lanfranco Grimaldi in diese Geschichte gefunden. Sie ist es nun, die rückblickend von diesen Jahren erzählt, als es für die Familie wichtig war, neben Geld und Macht auch Land zu besitzen. Sie beginnt im Jahre 1283.

Der zweite Handlungsstrang spielt nur im Jahre 1357. Zu diesem Zeitpunkt sind die Grimaldis mal wieder auf der Flucht vor ihren Feinden. Ein kleiner Junge lauscht den Erzählungen der inzwischen alten Frau. Diese Abschnitte sind wie kleine Lesepausen, sie nehmen ein wenig von der Dramatik der eigentlichen Geschichte und geben gleichzeitig der Erzählerin die Möglichkeit in den Jahren zu springen. So erzählt Giuditta aus dem Leben, von den Ereignissen und von der Eroberung Monacos. Da es hier über einen größeren Zeitraum geht, gibt es auch sehr viele unterschiedliche Charaktere und nicht immer ist es einfach, diese auseinanderzuhalten. Manchmal ist es auch ein wenig verwirrend, wenn wieder in der Zeit ein kleiner Sprung nach vorn gemacht wurde. Aber die Ereignisse der Zeit waren dafür angenehm zu lesen, um sich großartig daran zu stören. Außerdem befindet sich im Anschluss ein Personenregister, sodass man jederzeit die Möglichkeit hat, die Protagonisten noch einmal nachzulesen. Eine Zeittafel und ein kleines Nachwort befinden sich dort ebenfalls.

Liebe und Macht

Mehrere Liebesgeschichten haben zudem ihren Weg in diesen Roman gefunden. Sie sind ebenfalls unterhaltsam geschrieben, wenn sie doch auch einige traurige Momente haben. Der Fluch, der die Familie begleitet, wird hier ausführlich erklärt. Man kann gar nicht anders, als der Familie zu wünschen, es würde diesen Fluch nicht geben, zu traurig ist die Liebe zwischen Guiditta und ihrem Liebsten oder zwischen Raniero und seiner Babetje. Und noch so einigen anderen.

Gleichzeitig erzählt Aurel zudem auch von dem Schicksal Europas im 14. Jahrhundert. Sie gibt alle wichtigen Ereignisse der Zeit wieder und zieht die wichtigsten Verbindungen gekonnt zu den Grimaldis. Da die Männer als Piraten und große Kämpfer beschrieben werden, wundert es sicher nicht, dass sie auch bei einer der wichtigsten Schlachten der Zeit zwischen Frankreich und England dabei waren. Durch diese Szenen erhält der Roman den nötigen Schubs, damit die eigentliche Geschichte historisch gesehen auch authentisch bleibt. Catherine Aurel ist es jedenfalls gut gelungen, die Verbindung zwischen den Grimaldi und den historischen Ereignissen zu ziehen. Gleichzeitig hat sie einen wunderbaren Roman abgeliefert, der den Lesern gerade als solcher das Herz höher schlagen lässt.

Ihre Meinung zu »Catherine Aurel: Grimaldi - Der Fluch des Felsens«

leseratte1310 zu »Catherine Aurel: Grimaldi - Der Fluch des Felsens«02.05.2018
Über englische und deutsche Herrscher in vergangenen Zeiten habe ich schon viel gelesen, aber über die Geschichte der Grimaldi ist mir bisher noch kein Buch untergekommen. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch der Autorin Catherine Aurel.
Im 13. Jahrhundert lebte die reiche Familie Grimaldi in Genua. Schon immer hat es ein Machtgerangel zwischen den Ghibellinen und den Guelfen, zu denen die Grimaldis gehörten, gegeben. Raneiro Grimaldi hat sich gerade hals über Kopf in die schöne Flamin Babetje verliebt, als es zu blutigen Kämpfen in der Stadt kam und in Folge die Grimaldis verbannt wurden. Raneiro ist nun das Oberhaupt der Familie und opfert für die Familie seine Liebe, um die Tochter eines Verbündeten zu heiraten. Die Grimaldis erobern den Felsen von Monaco und wollen dort ihre Heimat haben. Aber bis es soweit ist, sind noch viele Kämpfe auszufechten und viele Schicksalsschläge hinzunehmen.
Die Autorin hat Raneiro eine fiktive Halbschwester namens Giuditta an die Seite gestellt, die uns die Geschichte der Grimaldis erzählt. Sie hat den richtigen Tonfall, so dass das Tragische der Geschichte etwas abgemildert wird. Wir erfahren so, wie es der Familie Grimaldi erging seit ihrer Verbannung aus Genua bis zur endgültigen Übernahme des Felsens. Doch es dauerte lange, bis Monaco als Heimat der Grimaldis gelten konnte, denn immer wieder wurde um diesen kargen Felsen gekämpft. Das Schicksal meint es nicht gut mit den Grimaldis. Raneiro opfert seine Liebe und trauert ihr ein Leben lang nach. Ausgerechnet während Kriegswirren begegnet er Babetje wieder und er tut etwas Schreckliches. Sein Bruder Francesco kann ebenfalls seine Liebe nicht haben und flüchtet als Pirat aufs Meer. Selbst Raneiros Sohn Carlo ist in der Liebe kein Glück beschieden und Giuditta hängt ihr Herz an einen bindungsscheuen Mann und erkennt erst nach langer Zeit, dass sie einen Fehler gemacht hat.
So viele Schicksalsschläge sind schwer zu ertragen, mir waren es ein paar Schläge zuviel. Aber es gibt wohl auch keinen Grimaldi, der sich das Leben nicht selbst schwer gemacht hat. Es gibt eigentlich kaum jemanden, der mit sympathisch war und mit dem ich mitfühlen konnte. Tahar war so ein Mensch, doch er war einigen ein Dorn im Auge und sie sorgten dafür, dass er Schlimmes ertragen musste. Auch den neugierigen Raneiro, der nach seinem Großvater Raneiro benannt wurde und der auf der Flucht an Giudittas Lippen hing, hat mir gut gefallen.
Interessant fand ich die historische Sicht auf das Geschehen rund um die Familie Grimaldi, die viele Kämpfe austragen musste, bis sie sagen konnte, dass Monaco ihre Heimat ist. Der Fluch des Felsens hat das Schicksal bestimmt und wenn man sich die neuere Geschichte der Familie anschaut, scheint er sich immer noch nicht ganz verflüchtigt zu haben.
Dieser historische Roman ist interessant, aber all die tragischen Schicksalsschläge und kriegerische Auseinandersetzungen waren mir fast zu viel.
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