Echo der Toten von Beate Sauer

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Echo der Toten“,, 384 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Januar 1947: Über dem Land liegt eine Decke aus Schnee und Eis, zwischen Ruinen kämpfen die Menschen ums Überleben, als in der Eifel ein Mord geschieht. Richard Davies von der britischen Military Police soll das Verbrechen aufklären. Doch der einzige Zeuge ist ein sechsjähriger Junge, der sich weigert zu sprechen. Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln wird Richard zur Seite gestellt. Sie kommt, wie der Junge, aus Ostpreußen und findet einen Zugang zu seiner verletzten Seele. Doch die Erinnerungen an die schrecklichen Erlebnisse während der Flucht sind noch so frisch, dass Friederike an ihrer Kraft zweifelt. Und Richard Davies muss mit Menschen zusammenarbeiten, die schwere Schuld auf sich geladen haben.

Das meint Histo-Couch.de: „Eiskalter Nachkriegswinter“79

Rezension von Karin Speck

Nachkriegszeit, Winter, Köln, 1947. Eis und Schnee haben die Menschen fest im Griff, als in der Eifel ein Mann erschlagen aufgefunden wird. Ein kleiner Junge hat die Tat beobachtet, aber er ist total verschüchtert. Selbst ein Opfer und Flüchtling aus Ostpreußen, traut er sich nicht zu berichten, was er gesehen hat.

Zuständig ist hier die Britisch Royal Military Police und somit Richard Davies. Da er der Meinung ist, Unterstützung zu brauchen, fordert er eine weibliche Polizistin an. Friederike Matthée ist diese junge Frau, die ihm helfen soll. Sie selbst ist erst kurz in diesem Beruf unterwegs und hat noch mit ihren eigenen Dämonen aus dem Krieg zu kämpfen. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Täter.

Neue Krimireihe

Mit dem Roman Echo der Toten startet Beate Sauer eine neue Krimireihe. In dem Prolog schildert sie die Tat, sodass die Leser zwar wissen, wie es geschah aber nicht warum und wer hier getötet hat. Die losen Fäden verbinden sich erst so nach und nach. Die Autorin hat es gut verstanden, ihre Handlung so zu schildern, dass Spannung entsteht. Sie verrät immer nur so viel, wie zum Verständnis der Geschichte nötig ist. Langsam entwickelt sich die Handlung und die Zusammenhänge erschließen sich.

Die Autorin erzählt aber auch aus dem privaten Umfeld von Frederike. Schildert die Situation nach dem Krieg, von dem Hungerwinter, von den zerbombten Städten und den Menschen, denen jegliche Hoffnung zu fehlen scheint. Die Atmosphäre dieser Zeit wird gut eingefangen. Sie schildert sie genauso, dass man beim Lesen durchaus Bilder vor Augen hat. Das Schicksal von Frederike wird dabei so nach und nach offenbart, aber nur immer häppchenweise, sodass noch genügend Fragen zurückbleiben und man gespannt auf den nächsten Band warten kann. Der Mord und die Verbrechen in Echo der Toten werden aber komplett aufgeklärt.

Historisch gut ausgearbeitet

Vor allem ist an dieser Geschichte interessant, wie die Polizeistrukturen zu dieser Zeit gewesen sind. Frederike ist zwar eine weibliche Polizistin, es wird aber auch schnell klar, dass ihre Möglichkeiten begrenzt sind. Die Autorin hat es verstanden, genau dies herauszuarbeiten. Ihre Protagonistin hat nicht immer die Möglichkeit so zu handeln, wie sie es möchte oder wie ihr Verstand es ihr sagt. Aber trotz dieser Schwierigkeiten versteht sie es, sich durchzusetzen. Sicherlich macht sie Fehler, manchmal ist sie auch ein wenig zu ängstlich, dafür dass sie aus einem adligen Haus stammt. Eigentlich dürfte sie genügend Selbstbewusstsein mitbekommen haben. Aber gerade diese kleinen Fehlverhalten machen die junge Frau auch sympathisch und zeigen vor allem, welch schreckliche Jahre hinter ihr liegen. Als Leser fühlt man mit ihr mit.

Von Geheimnissen und Gefühlen

Auch Richard Davies an ihrer Seite lernt, dass Frauen durchaus mehr können, als ihnen zugetraut wird. Hier in diesem Fall wachsen die beiden zu einem Team zusammen. Sie klären nicht nur den Mord auf. Sie geben auch nach und nach von ihrer eigenen Vergangenheit einiges wieder. Denn sowohl Frederike wie auch Richard haben so ihre Geheimnisse, die sie nicht unbedingt preisgeben wollen.

Auch wenn die Geschichte nicht immer rund klingt, ab und an wirkt sie etwas holprig, macht sie trotzdem Lust auf mehr. Manchmal bekommt man den Eindruck, dass gerade Frederike nicht immer so recht was sie macht, sondern mehr aus dem Gefühl heraus handelt. Man darf also gespannt sein, wie es mit Frederike und Richard weitergeht. In ihrem Nachwort klärt Beate Sauer noch kurz Fiktion und Wahrheit und geht ein bisschen darauf ein, wie sie auf die Idee zu diesem Roman gekommen ist.

Ihre Meinung zu »Beate Sauer: Echo der Toten«

wampy zu »Beate Sauer: Echo der Toten«19.03.2018
Buchmeinung zu Beate Sauer – Echo der Toten

Meine Meinung:
Dieses Buch überzeugt durch die düstere Atmosphäre, die in diesem kalten Winter über Köln und der Eifel liegt. Die Menschen sind noch durch den Krieg gezeichnet und die Versorgungslage ist ziemlich schlecht. So blüht der Schwarzmarkt, auf dem es fast alles zu kaufen gibt. Die beiden Hauptfiguren sind durch ihre Vergangenheit gezeichnet und haben Ecken und Kanten. Richard Davies ist gebürtiger Deutscher, der auf Seiten der Engländer gekämpft hat. Er muß feststellen, dass auch ehemalige Nazis einen Weg in die neue Verwaltung gefunden haben, aber auch, dass Militärangehörige auf dem Schwarzmarkt Geld machen wollen. Friederike Matthee ist ein Flüchtling aus Ostpreußen, die fast alles bei der Flucht verloren hat. Zudem gibt es massive Probleme bei der Eingliederung der Flüchtlinge. Dies betrifft auch den Jungen, der Augenzeuge eines Mordes in der Eifel geworden ist. Eindrucksvoll wird die schwierige Lage der Flüchtlinge gezeichnet, die meist am Rande der Gesellschaft einen Platz zu finden versuchen. Frau Matthee ist aus der Not heraus Hilfspolizistin geworden und kämpft verzweifelt um ihren Arbeitsplatz, der ihr auch eine Wohnung und einen schmalen Verdienst bringt. Herr Davies und Frau Matthee müssen notgedrungen bei einem Mordfall zusammen arbeiten. Am Anfang ist ihre Beziehung von Mißtrauen und Vorsicht geprägt, verbessert sich aber im Laufe der Geschichte. Die Beschreibung der vorsichtigen Annäherung der beiden Hauptfiguren ist eine Stärke des Buches. Es liegen dunkle Schatten der Vergangenheit über den Figuren und jeder versucht so gut es geht damit zu Recht zu kommen. Frau Matthee und Herr Davies sind keine uneingeschränkten Sympathieträger, aber sie sind Kämpfer, die versuchen, ihre Stärken auszuspielen. Sie sind durch ihre Vergangenheit gezeichnet und im Laufe der Geschichte erfährt der Leser Details dazu.
Manchmal rückt der Kriminalfall in den Hintergrund und der Fokus liegt deutlich auf der Entwicklung der Figuren. Die Autorin hat viele Themen in den Roman gepackt und aus meiner Sicht dabei etwas überzogen. Vieles wird angerissen und angedeutet und dann fallen gelassen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Hingegen ist die atmosphärische Zeichnung der Nachkriegszeit sehr gelungen und der Leser hat den Eindruck, direkt vor Ort zu sein.

Fazit:
Ein historischer Kriminalroman mit mehr Stärken als Schwächen. Es werden zu viele Themen angerissen, die dann nicht ausdiskutiert werden können. Sehr überzeugend ist die dichte Atmosphäre und die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. So vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.
Sagota zu »Beate Sauer: Echo der Toten«15.02.2018
"Echo der Toten" von Beate Sauer erschien (TB, broschiert) im Ullstein-Verlag, 2018.Die Autorin, bereits durch viele historische Romane bekannt, legt hier ihren ersten - hoffentlich nicht letzten und für mich sehr gelungenen historischen Kriminalroman vor.

Januar 1947:

Friederike Mathée, mit ihrer Mutter aus Ostpreußen geflüchtet, ist noch nicht lange bei der "Weiblichen Polizei" in Köln und ist trotz aller Beengtheit froh, ein Dach über ihrem Kopf und eine Arbeit zu haben: Gesine Langen, ihre Vorgesetzte, hält sie für zu zart besaitet und zweifelt an ihren Fähigkeiten als Polizistin, als jedoch die Royal Military Police, konkret Richard Davies, Verstärkung anfordert, wendet sich das Blatt: Friederike kann gut mit Kindern und Jugendlichen umgehen und spricht Englisch: Gute Voraussetzungen, um als Unterstützung für Davies in der Eifel und im Umland von Köln Ermittlungen in einem Mordfall aufzunehmen, der an einem bekannten Schwarzmarkthändler verübt wurde: Jupp Küppers.
Zur Aufklärung des Mordfalles kommt noch Zeugenschutz hinzu: Ein kleiner Junge, wie Friederike mit seiner Mutter aus Ostpreußen geflohen, hat die Tat aus Zufall beobachtet. Wer hatte ein Motiv, Küppers zu töten und was hat es mit dem "Goldenen Militärverdienstkreuz" aus dem 1. Weltkrieg auf sich, das bei Küppers gefunden wurde?

Meine Meinung:

Von Beginn an schafft die Autorin Spannung, die durch sehr authentische Schilderungen und atmosphärische Dichte diesen Krimi aus der frühen Nachkriegszeit, als Deutschland in Schutt und Asche lag, auszeichnet: Der Leser wird ins Jahr 1947 katapultiert, in dem die Bevölkerung hungert und durch den harten Winter friert, die Alliierten das Land in Besatzungszonen aufgeteilt hatten, Entnazifizierungsprogramme laufen und es Lebensmittel nur auf Karten gibt (sofern etwas Essbares im Laden vorhanden). Demzufolge blüht der Schwarzmarkthandel und alte Seilschaften belassen Mitarbeiter in ihren Positionen, die sie auch bereits während der Zeit des NS-Regimes innehatten...

Zentrale Themen sind hier die Aufarbeitung (bzw. das vereinzelte Festhalten) der Ideologie des Nationalsozialismus, Antisemitismus, der Holocaust, Flucht, Vertreibung und Gewalt bis hin zu Vergewaltigungen in Kriegszeiten, denen Frauen ausgesetzt waren. Die (noch unbewaffnete) deutsche Polizei arbeitet mit der RMP der Briten zusammen und Davies und Friedericke spüren, dass die antijüdische Gesinnung mancher Personen, die befragt werden, sich nicht geändert hat... Beide Ermittler werden sehr glaubhaft dargestellt und tragen schwer an all dem Erlebten: Beate Sauer beschreibt beide sympathischen, aber auch traumatisierten Charaktere sehr einfühlsam; ebenso fand ich die Beschreibung der damaligen polizeilichen Ermittlungsarbeit (Notizblock, Abtippen von Protokollen etc.) sehr spannend, detailreich und authentisch, was auch für zahlreiche Nebenfiguren zutrifft, von denen man sich als Leser ein Bild machen kann (z.B. die britische Offiziersgattin). Hier handelt es sich zum Einen um einen Kriminalfall, zum anderen aber auch - und das ist das für mich Wesentliche - um ein Stück Zeitgeschichte, das in diesem Roman zum Leben erweckt wird: Es wird nichts verschwiegen, was in der NS-Zeit an Gräueltaten verübt wurde und die Auseinandersetzung damit ist immer präsent, spürbar. Letzteres hat mich (ein Nachkriegskind, das gottlob erst 11 Jahre nach Kriegsende geboren wurde) sehr berührt und betroffen gemacht, aber auch zum Nachdenken angeregt - besonders, wenn man bedenkt, wie der Rechtspopulismus und die größte Flüchtlingswelle seit dem 2. Weltkrieg, die Europa in diesen Tagen "stemmen" sollte, die Menschen teilweise wieder in alte reaktionäre Ecken zu ziehen versucht....

Fazit:

Ein spannender, stimmiger, sehr authentischer und rundum gelungener Nachkriegskrimi um den ersten Fall von Friederike Mathée und Richard Davies, nach dessen Lektüre man sich nur wünscht, dass es noch weitere Fälle geben wird: Ich würde mit Sicherheit wieder zugreifen und vergebe die volle Punktzahl, 5* und eine ganz klare Leseempfehlung!
Venatrix zu »Beate Sauer: Echo der Toten«22.01.2018
Im strengen Winter des Jahres 1947 wird in der Eifel der Schwarzmarkthändler Jupp Küppers erschlagen. Einziger Zeuge ist der kleine Peter Asmuss, der mit seiner Mutter als Flüchtling nun hier lebt. Peter spricht seit seiner Beobachtung kein einziges Wort. Die englische Militärpolizei, in Person von Lieutnant Richard Davies, soll den Fall aufklären. Er fordert eine englisch sprechende, weibliche Polizistin an und bekommt Friederike Matthée, eine junge Frau, die mit ihrer Mutter aus ihrer ostpreußischen Heimat geflohen ist, zugeteilt. Als Tochter eines Gutsbesitzers muss sie nun, als eine der ersten weiblichen Polizistinnen Kölns, sich selbst und ihre kranke Mutter durchbringen.

Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig, weil nicht klar ist, wer aller noch dem Nazi-Regime nachtrauert. Friederike schafft es, den kleinen Jungen zum Sprechen zu bringen. Noch bevor die beiden Entscheidendes herausfinden, wird ein Pfarrer ermordet, der mit dem ersten Mordopferbefreundet war.


Meine Meinung:

Beate Sauer zeichnet ein authentisches Abbild der rauen Wirklichkeit im britisch besetzten Nachkriegsdeutschland gelungen. Sowohl die tristen Lebensumstände zwischen den Ruinen als auch die Ressentiments Fremden und Juden gegenüber sind gut getroffen. Wenn die Vermieterin meint, dass Friederike und ihre Mutter ihrer Albträume wegen in die Irrenanstalt gehörten, anstatt „ordentlichen“ Deutschen die Wohnmöglichkeit zu nehmen, hat sich mit dem verlorenen Krieg wenig in den Köpfen der meisten Menschen geändert.
Der Argwohn der Displaced Persons in den Lagern der deutschen Polizei gegenüber ist berechtigt, wie das Ende des Krimis beweist.
Die Autorin hat gewissenhaft recherchiert. Die Person Richard Davies steht für viele Emigranten bzw. deren Söhne, die als „German Legion“ an der Befreiung Deutschlands und Österreichs von den Nazis mitgeholfen haben.
Eindringlich, jedoch ohne Pathos sind die Zweifel und Rachegefühle von Richard dargestellt. Ich habe gleich zu Beginn an so eine Verbindung gedacht – und recht behalten.

Der Schreibstil ist elegant und sehr gewählt. Ich konnte hier die Gutsherrentochter gut heraushören. Dass Friederike unsicher wirkt, hat nicht nur mit der Vertreibung aus Ostpreußen und den schrecklichen Erlebnissen auf der Flucht zu tun. Man gibt ihr immer wieder zu verstehen, dass sie als Ostflüchtig nicht willkommen ist. Das nagt natürlich an der Psyche. Andererseits gewinnt sie das Vertrauen mancher Zeugen und hat eine gute, manchmal auch kritische Auffassungsgabe. Ich denke, Friederike wird es gelingen, auch gegen den Willen ihrer strengen Vorgesetzten ihren Weg machen.

Die historischen Begebenheiten sind behutsam in die Kriminal-Geschichte eingeflochten, die durchaus als politisch angesehen werden darf.

Fazit:

Ein fesselnder Auftakt einer Krimi-Reihe. Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne.
-LENA- zu »Beate Sauer: Echo der Toten«20.01.2018
Der Roman spielt in den Zeiten des Jahrhundertwinters 1946/47, passend zum Cover, der beide Ermittler in einer tiefverschneiten Landschaft zeigt.
Im Januar 47 geschieht ein Mord in der Eifel. Die Spuren führen nach Köln . Die britische Military Police wird eingeschaltet, denn es geht um Schwarzmarktgeschäfte.
Der kleine Flüchtlingsjunge Peter gilt als einziger Zeuge, doch er spricht nicht.
Friederike Matthée gehört zu der Einheit der weiblichen Polizei in Köln und ermittelt gemeinsam mit dem Briten Richard Davies.
Gelingt es den Beiden Peter zum Sprechen zu bringen? Welches Motiv steckt hinter dem Mord? Was ergeben die Nachforschungen in der Eifel? Gibt es in den Verwaltungen noch Verbindungen aus der Nazizeit? Was bedeuten die Displaced Persons- Lager ?

Knapp zwei Jahre nach Ende des Krieges steht das Rheinland unter britischer Besatzung. Menschen leben sehr beengt in Wohnungen, sofern es diese noch gibt. Beschlagnahmte Villen werden von Briten bewohnt. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert nur streckenweise und man starrt beim Vorbeifahren auf Ruinen. Dazu kommt die große Kälte und die rationierte Lebensmittelversorgung. Verwaltungen arbeiten noch eingeschränkt und stehen unter Beobachtung. Diese Situation für die Bevölkerung kann man auf jede Stadt in Deutschland übertragen. Diese Nachkriegszeit schildert die Autorin eindrucksvoll und oft ertappt man sich bei den Gedanken: welches Glück man hatte in Friedenszeiten geboren worden zu sein.

Nach und nach erfährt man mehr über traumatischen Erlebnisse die beiden Protagonisten , die sich zu Beginn sehr distanziert begegnen. Friederike, die neu in diesen Beruf und noch unsicher ist. Richard, der mit Menschen zusammen arbeiten muß und sich ständig fragt; welche Rolle hatten sie in der Vergangenheit. Man kann sich gut vorstellen wie schwierig es ist das Erlebte zu verarbeiten. Im Vordergrund stehen die Ermittlungen zu dem Mordfall und das Umfeld des Mordopfers zu erkunden. Lange ist unklar, welcher Grund wirklich ausschlaggebend war.

Beate Sauer ist es gelungen einen spannenden, atmosphärischen, flüssig zu lesenden Krimi in einem zerstörten Nachkriegsdeutschland zu schreiben. Empfehlenswert.
Orange zu »Beate Sauer: Echo der Toten«19.01.2018
Deutschland im Hungerwinter 1947. Die Menschen leiden zwei Jahre nach den Krieg Not und Mangel. Der Hunger und die Wohnungsnot sind groß, der Handel auf dem Schwarzmarkt blüht. Da wird in der Eifel der Schwarzmarkthändler Jupp Küpppers ermordet. Der kleine Peter ist Zeuge der Tat, weigert sich aber zu sprechen. Da in Küppers Lager auch Waren aus britischen Beständen gefunden wurden, soll Lieutenant Richard Davies von der Royal Military Police in den Fall ermitteln. Zur Seite wird ihn die zur Weiblichen Schutzpolizei gehörende Friedericke Mattheé gestellt. Da sie, genau wie der Junge aus Ostpreußen stammt, findet sie Zugang zu ihn. Friedericke und ihre Mutter haben genau wie Peter auf der Flucht schreckliches erlebt. Auch bei ihnen ist die Not groß und manchmal findet Friedericke kaum die Kraft zum weiterleben. Doch auch Richard Davies kämpft mit den Schatten seiner Vergangenheit. Im Laufe der Ermittlungen erfährt der Leser auch hierzu mehr.
Beate Sauer kannte ich als Autorin historischer Romane. Mit ihren neuen Roman wagt sie sich nun an ein neues Genre heran.
Dabei beschreibt sie sehr bildhaft die Not und das Elend der Menschen in den Nachkriegsjahren und ihren Kampf ums tägliche Überleben. Auch Friedericke Mattheé, Richard Davies, Peter und all die anderen Protagonisten sind gut gezeichnet. Sie haben Ecken und Kanten, ihre Stärken und Schwächen und zeichnen so ein für mich realistisches Bild dieser schlimmen Zeit.
Mit hat „Echo der Toten“ gut gefallen. Der Schluss lässt vermuten, dass es ein Wiedersehen mit Friedericke Mattheé geben wird.
Ein ausführliches und interessantes Nachwort rundet den Roman ab.
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