Mord auf der Donau von Beate Maly

Buchvorstellung

Mord auf der Donau von Beate Maly

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Mord auf der Donau“,, 272 Seiten.ISBN 978-3740804565.

»Mord auf der Donau« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

Kurzgefasst:

Entlang der Donau, 1923: Auf einem Luxusdampfschiff, das von Wien nach Budapest fährt, stirbt ein Gast. Zuerst sieht es aus, als wäre ihm die Szegediner Fischsuppe nicht bekommen, doch die pensionierte Lehrerin Ernestine Kirsch und ihr Freund Anton Böck haben ihre Zweifel: Einige der Schiffspassagiere scheinen ein Motiv für einen Mord zu haben. Gemeinsam gehen sie der Sache auf den Grund – und damit dem Mörder fast in die Falle.

Ihre Meinung zu »Beate Maly: Mord auf der Donau«

Petra Sch. zu »Beate Maly: Mord auf der Donau«28.10.2018
ein historischer Kriminalfall auf einem Luxusdampfer im Miss Marple-Stil


Kurz zum Inhalt.
Wien, Juli 1923. Ernestine Kirsch, Latein-Lehrerin in Pension, hat von Bekannten zwei Tickets für eine Donau-Schifffahrt nach Budapest erhalten. Zu dieser Luxuskreuzfahrt nimmt sie ihren guten Bekannten Anton Böck, ehemals Apotheker, mit.
Doch die Kreuzfahrt verläuft nicht so entspannt wie gedacht: ein Passagier stirbt, angeblich an der Szegediner Fischsuppe. Doch Ernestine und Anton haben Zweifel am natürlichen Tod: viele der anderen Mitreisenden hätten gute Gründe für einen Mord gehabt...


Meine Meinung:
"Mord auf der Donau" ist der 3. Band um Ernestine Kirsch und Anton Böck. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und humorvoll zu lesen. Ernestine und Anton haben einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Und mit ihrer neugierigen Nase und ihrem detailgetreuen Gedächtnis kommt Ernestine jedem Mörder auf die Spur...
In diesem Band hat mir Anton jedoch fast noch eine Spur besser gefallen, seine Coolness und Schüchternheit sind einfach nur zum Ins-Herz-Schließen.
Auch die Beziehung zwischen Anton und Ernestine hat sich ein kleines Stück weiterentwickelt und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den beiden im nächsten Band weitergeht.

Es werden viele historische Details erwähnt und man lernt als Leser einiges dazu, zB auch über die Technik der damaligen Dampfschiffe, die unterhaltsam in die Geschichte eingeflochten werden.
Die Geschichte hat mich sehr an die Kriminalfälle von Miss Marple erinnert und hat mich wunderbar unterhalten, ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Beate Maly hat es geschafft, den Leser in die Irre zu führen: man hat viele falsche Täter am Schirm und auf den Mörder bin ich nicht gekommen. Die Auflösung ist jedoch authentisch und nachvollziehbar.


Fazit:
Humorvoller Krimi à la Miss Marple mit zwei charmanten Protagonisten, viel Lokalkolorit und historischen Details. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Abenteuer mit Ernestine und Anton!
Venatrix zu »Beate Maly: Mord auf der Donau«23.10.2018
Ernestine Kirsch und Anton Böck erhalten zwei Tickets für eine Flusskreuzfahrt auf der Donau mit dem Ziel Budapest geschenkt. Anton ist nicht wirklich begeistert, denn die beiden letzten Male sind sie in Kriminalfälle verwickelt worden. Aber, weil Anton nicht so ist und seiner Angebeteten eine Freude machen will, treten sie die Reise an.

Doch die scheint nicht unbedingt unter einem guten Stern zu stehen. Über einige kleinere Unzulänglichkeiten zu Beginn können die Passagiere noch amüsiert tratschen. Doch als nach dem Genuss einer feurig scharfen Fischsuppe Graf von Jesenky tot in seiner Kabine aufgefunden wird, ist Schluss mit lustig.

Ernestine kommt der plötzliche Tod des Familienoberhauptes ein wenig spanisch vor und das voreilige Beseitigen eventueller Spuren durch den Kapitän, lässt ihren Spürsinn von der Leine. Apropos Kapitän – der umschwirrt Ernestine ziemlich auffällig und Anton fühlt sich an den Rand gedrängt. Doch als Ernestine auf ihren Erkundungstouren niedergeschlagen wird, ist Anton der Einzige, der ihr glaubt.

Meine Meinung:

Beate Maly hat wieder einen fesselnden Krimi à la Agatha Christie geschrieben. Die Autorin führt uns mit vielen falschen Spuren gekonnt in die Irre.

Wer hat ein Motiv? Die Kinder des Ermordeten, weil er sich den Gegebenheiten der Nachkriegsordnung nicht fügen will? Oder Dr. Kandel, dessen Vater seine ungarischen Besitzungen an den Grafen verloren hat? Oder vielleicht seine Pflegerin? Fragen über Fragen, die sich Ernestine und Anton stellen.

Die Charaktere sind wie immer sehr gut gezeichnet. Sehr anschaulich sind z.B. Antons Bedenken Erich Felsberg gegenüber. Der junge Kriminalbeamte macht Antons verwitweter Tochter Heide den Hof und versteht sich mit Rosa, der kleinen Tochter, bestens. Ernestine arbeitet daran, dass Anton den Polizisten als möglichen Ehemann für Heide akzeptiert. Vielleicht feiern wir ja im nächsten Band eine Hochzeit. Interessant ist, dass für Anton und Ernestine eine Ehe nicht vordergründig im Raum steht und sich beiden freundschaftlich, aber doch nach wie vor Siezen.

Eine ebenso schillernde wie dubiose Figur ist Fräulein Gardener, die als Medium gerne mit Toten spricht und allerlei düstere Prophezeiungen von sich gibt.

Die Familie derer von Jesenky ist eine typische Familie, die nach dem Zusammenbruch der Monarchie noch nicht ganz in der neuen Zeit angekommen ist. Der alte Graf lebt nach wie vor in der „guten alten Zeit“ (die, wie wir wissen ja gar nicht so gut war). Er verunglimpft ständig seine Schwiegertochter, weil sie „nur“ eine Verkäuferin ist. Der zweite Sohn Thomas hat ein Verhältnis mit der Pflegerin des Vaters, die nun ein Kind von ihm erwartet – auch keine Verbindung, die dem Herrn Grafen konveniert. So bricht auf dieser Dampfschifffahrt die Familie fast auseinander.

Dieser Krimi ist auch ohne die vorhergehenden Bücher gut zu lesen. Ich persönlich empfehle trotzdem die Lektüre von „Tod am Semmering“ und „Tod an der Wien“, weil Ernestine und Anton leben einfach so liebenswürdig sind. Ernestine ist mit Scharfsinn und Mut daran, etwaige Verbrechen aufzuklären.

Beate Malys Schreibstil ist flott und flüssig. Sie steckt viel Arbeit in die Recherche, um die 1920er Jahre wieder auferstehen zu lassen. So machen wir hier einen Spaziergang durch Budapest und kehren in dem wohl berühmtesten Kaffeehaus Ungarns, dem Gerbeaud, ein.

Gekonnt sind auch die technischen Details des Dampfschiffes „Jupiter“ eingeflochten, mit denen der Kapitän Ernestine doch beeindruckt.
Witzig finde ich die manchmal pikiert wirkenden Bemerkungen der Mitreisenden „Aha, das haben Sie wohl alles im Reiseführer gelesen?“. Vermutlich wollten sich diejenigen nicht an eine Lehrerin in ihrer Schulzeit erinnern (lach).

Fazit:

Mir hat der Ausflug mit der „Jupiter“ sehr gut gefallen. Gerne gebe ich hier wieder 5 Sterne und freue mich auf einen weiteren Kriminalfall.
Ihr Kommentar zu Mord auf der Donau

Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.