Tod im Höllental von Astrid Fritz

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Tod im Höllental“,, 272 Seiten.ISBN 3-499-27347-0.

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Kurzgefasst:

November 1416: Die ehemalige Begine Serafina heiratet endlich ihre große Liebe, den Stadtarzt Achaz. Sie bleibt der Schwesternsammlung aber nach wie vor verbunden. Die plagen seit kurzem große Sorgen: Ein Basler Wanderprediger hetzt gegen die freien Schwestern auf, an ihren Häusern prangen schon Wandschmierereien. Und dann der Schock: Eine Lämmlein-Schwester wird in einer Gasse erschlagen aufgefunden.
Die Situation spitzt sich zu, als Catharina, die Meisterin der Beginen, schwer verletzt von ihrer Reise nach Konstanz zurückgebracht wird, wo sie den Bischof als Fürsprecher gewinnen wollte. Sie musste den Weg durch die enge Schlucht bei der Ruine Falkenstein nehmen, genannt Höllental, und wurde an einer Engstelle blutüberströmt vorgefunden. Nun beschließt Serafina, selbst nach Konstanz aufzubrechen. Dafür muss auch sie das Höllental passieren ...

Das meint Histo-Couch.de: „Das vierte Abenteuer für Serafina“80

Rezension von Karin Speck

Serafina hat bisher ihr Leben in einem Beginenkonvent verbracht. Nun aber steht ihre Hochzeit mit Achaz kurz bevor und sie muss die frommen Frauen verlassen. Für Serafina sind die Frauen Freundinnen. Als dann ein Wanderprediger die Beginen anprangert, fühlt sie sich selbst betroffen. Es wird aber nicht nur mit Worten gehetzt, eine Schwester aus der Gruppe des Lämmlein-Konvents wird erschlagen aufgefunden. Serafina muss wissen, was genau passiert ist und wer dahinter steckt. Auch als dann noch eine weitere Begine verletzt in einer Schlucht gefunden wird, ist für die junge Frau klar, dass sie handeln muss.

Macht Lust auf mehr

Auch wenn es sich bei Tod im Höllental bereits um den vierten Band einer Reihe handelt, kann man ihn auch problemlos einzeln lesen. Die Ereignisse rund um den Tod der jungen Schwester werden gut erläutert. Einige Rückblenden sorgen zudem dafür, dass man darüber im Bilde ist, was sich schon alles im Leben Serafinas zugetragen hat. Es scheinen nicht wenige Ereignisse gewesen zu sein. Man bekommt durchaus Lust, auch die Vorgänger zu lesen.

Der Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen, er erlaubt einen raschen Einstieg in das Buch. Die Autorin baut die Spannung nach und nach auf und schickt ihre Leser mit Serafina auf die Suche nach dem oder die Täter. Astrid Fritz versteht es, den Leser ein wenig in die Irre zu führen und so die Tat und deren Hergang zu verbergen. So hat man die Möglichkeit mitzuraten und vor allem mit den Protagonisten mitzufiebern. Vielleicht wird ein klein wenig zu viel entführt, verprügelt oder verwirrt, aber im Ganzen ist die Geschichte unterhaltsam zu lesen. Auch fehlt nicht der historische Aspekt. Das Leben in dieser Zeit spiegelt sich ein wenig wieder und lässt den Leser in die Höllenschlucht abtauchen.

Charaktere mit Ecken und Kanten

Astrid Fritz hat ihre Charaktere wunderbar gezeichnet. Sie haben Ecken und Kanten und dürfen auch mal Fehler machen. Dadurch wirken sie authentisch und sympathisch. Sie machen zwar nicht alles richtig und man möchte hilfreich eingreifen, aber genau das ist es auch, was diese Geschichte lebendig werden lässt.

Für den besseren Überblick sorgen eine Karte, ein Personenregister und ein Glossar. Das kleine Nachwort zum Schluss fehlt auch hier nicht.

Unterhaltung mit Krimieffekt

Tod im Höllental ist ein unterhaltsam zu lesender historischer Roman. Er hat einige schöne Krimielemente, ist so aufgebaut, dass die Spannung von Seite zu Seite steigt, und hat am Ende eine glaubwürdige Lösung parat. Auch wenn es sich um eine Reihe handelt, hat der Leser seinen Lesespaß mit diesem Buch.

Ihre Meinung zu »Astrid Fritz: Tod im Höllental«

wampy zu »Astrid Fritz: Tod im Höllental«12.02.2018
Buchmeinung zu Astrid Fritz – Tod im Höllental

Meine Meinung:
Manchmal frage ich mich, wie so ein Klappentext zustande kommt. Da stimmt diesmal so Einiges nicht. Das ist zumindest ärgerlich, aber ansonsten punktet das Buch ordentlich. Dies fängt mit einem Kartenausschnitt an, der die Handlungsorte beinhaltet und einem ausführlichen Personenregister zu Beginn des Buches, welches auch schon eine gewisse Klassifizierung aufweist. Die Ausstattung des Buches wird durch ein Nachwort der Autorin und ein umfängliches Glossar abgerundet.
Die Sprache ist relativ modern, aber passend zum Charakter der Figuren. Die Figurenzeichnung hat mir gut gefallen und ist sicherlich eine Stärke des Romans. Fast alle Figuren weisen Grautöne auf und jede Figur hat eine Schwäche. Dies macht die Figuren realistisch und auch sympathisch. Serafina steht ein wenig über den anderen Figuren. Sie agiert sehr selbstbewußt und scheut auch kein Risiko. Im historischen Bereich erfährt der Leser viel über die Strukturen einer Stadt wie Freiburg und über die Rolle der Beginen. Auch das Zusammenspiel kirchlicher und weltlicher Macht wird deutlich.
Die Beschreibung der Rolle eines Hasspredigers macht deutlich, dass dies keine neuzeitliche Erscheinung ist und insbesondere der Schaden, den sein Wirken anrichtet, ist immens. Auch Personen, die es besser wissen sollten, lassen sich beeindrucken, aber erst recht unbedarfte Jugendliche.
Der Kriminalfall ist durchaus nicht simpel und der Leser wird mehrfach in die Irre geleitet. Serafina gerät in Gefahr und auch ihr Sohn sowie der Stadtmedicus geraten beim Versuch, Serafina zu helfen, in Schwierigkeiten. Beeindruckt hat mich, dass die Figuren in der Lage waren, ihre Stärken erfolgsversprechend einsetzen zu können.
Ich habe von Anfang an mit den Figuren mitgefiebert und auch mitgelitten.

Fazit:
Mir hat dieser Historische Kriminalroman gut gefallen. Die Figurenzeichnung ist gerade für einen Historischen Roman überdurchschnittlich und auch die historische Komponente stimmt. Ich vergebe gerne gute vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.
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