Das Blut der Pikten von Zach/ Bauer

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Das Blut der Pikten“,, 560 Seiten.ISBN 3-453-41939-1.

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Kurzgefasst:

Grönland, 937 A. D.: Das Volk der Pikten ist nahezu ausgelöscht worden. Die wenigen Überlebenden hat es nach Grönland verschlagen, wo sie unter härtesten Naturbedingungen ihr Dasein fristen. Als die Gemeinschaft eines Tages von Nordmännern angegriffen wird, begibt sich eine Schar kampferprobter Pikten unter dem Krieger Kineth auf die große Queste ins Reich ihrer Vorfahren, um eine alte Prophezeiung zu erfüllen. Auf ihrer gefahrvollen Reise geraten die Unerschrockenen zwischen britannische Heeresführer und marodierende Wikinger &

Ihre Meinung zu »Zach/ Bauer: Das Blut der Pikten«

tassieteufel zu »Zach/ Bauer: Das Blut der Pikten«09.01.2017
Nach verheerenden Kämpfen wurde das Volk der Pikten fast ausgelöscht, die letzten Überlebenden haben sich nach Grönland gerettet und fristen dort seit einigen Generationen ein eher mühsames Dasein. Als ein Wikingerschiff auf der Insel landet, gelingt es einigen Kriegern, das Schiff in ihre Gewalt zu bringen, nun kann eine ausgewählte Kriegerschar in die verlorene Heimat aufbrechen um eine alte Prophezeiung zu erfüllen.

Nachdem mir die Morbus Dei Trilogie der beiden Autoren so gut gefallen hatte, war die Erwartungshaltung und die Freude auf das neue Buch natürlich groß. Leider muß ich sagen, dass ich vom "Blut der Pikten" ziemlich enttäuscht war und das eigentlich um so mehr, da ich ja wußte, dass es die beiden Autoren wesentlich besser können.
Zunächst beginnt die Geschichte in Grönland, die Pikten erobern ein Wikingerschiff, dass sich zufällig in ihr unfreiwilliges Exil verirrt hat, der Start war hier eigentlich ganz spannend, zumal ein Teil der Nordmänner ja von einer merkwürdigen Krankheit heim gesucht wurde. Dann jedoch wird der Leser mit einer Unmenge an Namen konfrontiert, Brude Sohn des Wredech, Danaidh, Sohn des Earwine, Kineth, Sohn des Uist..... (das könnte man noch ewig weiterführen) aber außer den Namen erfährt man kaum etwas über die Charaktere, sind die groß oder klein, dick oder dünn, blond oder dunkelhaarig? Hier bekommt man als Leser nur wenig Informationen, auch was sie für Kleidung und Waffen tragen, bleibt weitgehend unklar. Fast am Ende des Buches wird z.B. erwähnt, dass Unen, der hühnehafte Krieger seinen Bart abrasiert, den er schon sein ganzes Leben lang hat wachsen lassen. Da sind aber Informationen, die man eigentlich am Angang bekommen müßte, um sich so ein besseres Bild von den einzelnen Figuren machen zu können, so bleiben alle Charaktere blass und konturlos. Über Bjorn, Egills Kampfgefährten, der nur ganz kurz in der Geschichte vorkommt, erfährt man insgesamt mehr als über die wichtigen Hauptfiguren, hier fehlte mir irgendwie die richtig Ausgewogenheit und so konnte mich das ganze Buch über keine Figur so richtig bewegen und an seinem Schicksal mitfiebern lassen, lediglich Kinteh und Egill bekommen im Laufe der Geschichte ein wenig Profil und wirklich sympathisch wurde mir nur Tynan der Wolf.
Außerdem hätte dem Buch auf jeden Fall ein Karte gut getan, zumindest im eBook ist keine vorhanden. Da ist z.B. vom Land Innis Ban die Rede oder vom Land Alba usw., man kann sich natürlich ein wenig zusammen reimen, dass es hier eben um Grönland, England und Irland geht, aber man bekommt keine richtige Vorstellung davon, wo sich das Ganze nun abspielt und da wäre eine Karte schon sehr hilfreich gewesen. Auch das eher karge Glossar gibt nicht viel Aufschluß und so tappt man auch hier im Dunkeln.
Die Geschichte an sich ist nicht unspannend, aber auch hier wird wieder viel Potenzial verschenkt, weil Szenen die für den Fortgang der Geschichte ganz unwesentlich sind, wesentlich detaillierter behandelt werden, als wichtige Szenen, die manchmal ganz abrupt enden. Nachdem die Gruppe um Kineth in See gestochen ist, kommen die Ereignisse Schlag auf Schlag, alles wird viel zu schnell abgehandelt, ständig werden neue Figuren eingeführt, ohne dass man zu den vorherigen eine Beziehung hätte aufbauen können. Zudem hat sich mir nicht wirklich erschlossen, was die Pikten in ihrer alten Heimat zu finden hoffen. Dort leben längst viele andere Menschen, die sicher nicht einfach so das Feld räumen werden. Zwar wurde geschrieben, dass sie einer alten Prophezeiung folgen, aber genauso planlos wie sie von Grönland losgezogen sind, so unbedacht und chaotisch stolpern sie weiter durch ihre diversen Abenteuer und auch in Handlungsstrang auf Grönland, der die Entwicklung im Heimatdorf schildert, bleibt vieles unklar.
Das Ende ist dann ziemlich abrupt und offen und wird wohl erst im nächsten Teil Aufschluß über die weiteren Entwicklungen geben, ob ich einen 2. Teil lesen werde, steht aber noch in den Sternen.


FaziT: die Geschichte an sich ist nicht uninteressant und wird von den Autoren flott und rasant erzählt, allerdings wird viel Potenzial verschenkt, weil wichtige Szenen abrupt enden, andere, die für den Fortgang der Geschichte aber uninteressant sind, recht weitschweifig ausgeführt werden. Auch die Figurenzeichnung war sehr enttäuschend, die Charaktere bleiben aber allesamt blass und konturlos und es gelingt den Autoren nicht, große Empathien zu wecken. Schade, für mich war das Buch sehr enttäuschend und das doppelt, weil ich mich so drauf gefreut hatte.
Werner Vorhofer zu »Zach/ Bauer: Das Blut der Pikten«14.09.2016
Wie schon bei den Vorgänger-Büchern "Morbus Dei", so glänzt auch dieses Werk durch bildhafte Beschreibungen! Dank der profunden Recherche im Hintergrund wird neben einer spannenden Geschichte auch ein historisch interessanter Einblick vermittelt. Die Charaktere sind kurzweilig und keine Stereotypen, bemerkenswert ist auch, dass Frauen durchaus eine starke Rolle (aus)spielen. Kurz: Eine spannende Reise in die Welt der Pikten und deren Widersacher. Mehr davon!
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