Pseudonym - Das Shakespeare-Komplott von Uwe Klausner

Buchvorstellungund Rezension

Pseudonym - Das Shakespeare-Komplott von Uwe Klausner

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Pseudonym - Das Shakespeare-Komplott“,, 307 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

London anno 1599. William Shakespeare ist am Höhepunkt seines Erfolges angelangt. 'Ein Sommernachtstraum', 'Richard III.' und 'Julius Cäsar’ sind in aller Munde. Dann wird Shakespeares ehemaliger Weggefährte James Norton, Ex-Mitglied von Londons bekanntester Theatertruppe, des Mordes angeklagt. Clayton Percival, Jurist aus Überzeugung, übernimmt die Verteidigung. Doch James Norton schweigt. Schnell wird dem Anwalt klar, dass dieser Fall von äußerster Brisanz ist und möglicherweise bis in Shakespeares Umfeld reicht. Nichts ist, wie es zu sein scheint.

Das meint Histo-Couch.de: „Ein Krimi um den Autor der Werke Shakespeares“80

Rezension von Carsten Jaehner

Im London des Jahres 1599 wird ein Mann nachts erstochen, was an sich erst einmal nichts Besonderes ist. Doch ist es der Schauspieler James Norton, Ex-Mitglied in Shakespeares Theatertruppe, der den Mord begangen haben soll. Eine geheimnisvolle Frau beauftragt den Juristen Clayton Percival, die Verteidigung zu übernehmen.

Zur gleichen Zeit ergattert Joost de Witte aus Flandern eine neue Arbeit bei seinem neuen Herrn und entdeckt, dass diese heimlich Theaterstücke schreibt, Gedichte und Dramen, und da er von diesen fasziniert ist, bietet er diese ungefragt und heimlich bei William Shakespeare an, der von nun an mit seiner Schauspieltruppe allen anderen in London den Rang abläuft und damit auch Neider auf den Plan ruft. Bis Joosts Herr selber einmal eine dieser Aufführungen besucht …

Jahre später, nach Shakespeares Tod, schaut dessen Witwe Anne Hathaway den Nachlass durch und berichtet ihrer Schwester, dass sie wenigstens 30 Theaterstücke als Manuskripte gefunden hätte. Sie könnten aber nicht von ihrem Mann stammen, denn dieser hätte eine ganz andere Handschrift gehabt, sie als seine Gattin könne dies bezeugen. Wer also ist der Autor der Stücke von William Shakespeare?

Mythos Shakespeare

Begründet auf dem Mythos, dass von Shakespeares eigener Handschrift keine seiner Werke vorliegen, nur Unterschriften von ihm, gibt das reale Leben Shakespeares genügend Raum für diverse Spekulationen, bis dahin reichend, ob es ihn überhaupt gegeben habe oder er eigentlich selbst ein Mythos sei und es ihn nie gegeben habe, seine Werke daher aus einer fremden Feder stammen müssten. Diese Unstimmigkeiten nutzt Uwe Klausner als Ausgangsstellung für seinen Roman Pseudonym das Shakespeare-Komplott aus dem Gmeiner-Verlag.

Neben der fremden Urheberschaft der Werke Shakespeares gilt es einen Mord aufzuklären, zuständig ist Clayton Percival, Strafverteidiger am Kriminalgericht in London, dessen bester Freund Brendan OReilly zufällig Leitender Leichenbeschauer der City of London ist und somit für Ermittlungen der geeignetste Kompagnon, den man sich denken kann. Gemeinsam versuchen sie, den Mord an James Norton, einem ehemaligen Mitglied in William Shakespeares Theatertruppe aufzuklären. Norton war ein beliebter Schauspieler und kam bei einer Messerstecherei ums Leben, an sich nichts Besonderes zu dieser Zeit in London, aber der Bekanntheitsgrad des Opfers lässt doch auf Intrigen und unlautere Machenschaften schliessen.

Interessantes Ermittlerduo

Klausner holt den Leser in die Zeit der Renaissance und schafft es, ihn durch die eine oder andere Beschreibung und historische Hinweise, in die Zeit zu versetzen. Störend wirken dagegen einige Dialoge, bei denen der Autor den Personen Phrasen und Vokabeln in den Mund legt, die Modernismen sind und die so damals niemand von sich gegeben haben wird. Das ist schade, denn passiert nur gelegentlich, so dass man meinen könnte, es wäre dem Autor unkontrolliert herausgerutscht. Hier könnte er künftig mehr wert drauf legen.

Der Fall selber ist geschickt konstruiert und durch einen protokollartigen Erzählstil wird eine gewisse Dringlichkeit bei den Verhören erreicht. Die Nebenhandlung mit dem jungen Flandern Joost de Witte erzählt schon den vermuteten Handlungsstrang des wahren Autors der Stücke Shakespeares, der nichts vom Glück seiner eigenen Veröffentlichung weiss. Warum der junge de Witte dies letztendlich tut, bleibt im Letzten nicht ganz klar, hier hätte man auf eine etwas handfestere Erklärung gehofft.

Viel Beiwerk

Allerdings führt der Autor die beiden Erzählstränge geschickt zusammen, eingerahmt durch die Rahmenerzählung von Anne Hathaways Brief an ihre Schwester. Trotz dreier Erzählebenen verliert der Autor nicht den Überblick und nimmt den Leser mit auf eine interessante Zeitreise mit Protagonisten mit Ecken und Kanten. Gerade die kleinen Wortscharmützel zwischen Percival und OReilly sind Höhepunkte des Romans.

Ohne zu viel zu verraten, ist dem Autor ein interessanter Einblick in die Zeit Shakespeares gelungen, der aus einer ungewöhnlichen Perspektive geschieht und den vielen Spekulationen um die Person William Shakespeare und den vielen „Ungereimtheiten“ seiner Biografie Rechnung trägt. Wer sich für Shakespeare und seine Zeit interessiert, macht hier einen netten Griff, wie real die Handlungskonstruktion ist, mag jeder für sich entscheiden, schließlich ist es ein Roman und keine Biografie. Interessant wird sein, wie Klausner sein Ermittlerteam in einen nächsten Fall schickt, der vom Verlag bereits angekündigt ist.

Neben seinem ansprechenden Buchcover besticht der Roman durch eine grobe Karte Londons des Jahres 1599, Tabellen von Tageseinteilungen, Währungseinheiten, Löhne und Preise, einer Vorbemerkung, einem Chiffre für Shakespeare und einer Dramatis Personae. Viel Beiwerk für einen gelungenen Roman, der eine spannende Geschichte erzählt, dies sprachlich aber noch verbessern kann. Trotzdem darf man auf Clayton Percivals neuen Fall gespannt sein. Vielleicht der Beginn einer Reihe von Renaissance-Krimis? Wir werden sehen und lesen …

Ihre Meinung zu »Uwe Klausner: Pseudonym - Das Shakespeare-Komplott«

U.Vollmer zu »Uwe Klausner: Pseudonym - Das Shakespeare-Komplott«18.03.2017
Von jeglicher Sachkenntnis ungetrübt vergeudet der Autor seine an sich nicht schlechte Idee, indem er die abstruse Verschwörungstheorie, Shakespeare sei ein Strohmann gewesen, aufgreift. Offenbar wurde hier null Recherche betrieben. Weder das damalige Theater, das einerseits sowohl dauernd neue Stücke verlangte, deren Mauskripte an die jeweiligen Aufführungsbedingungen und Vorlieben/Schwächen der Schauspieler angepasst wurden - was die persönliche Anwesenheit des Autors bei den Proben voraussetzte - andererseits auch die routinemäßige Zusammenarbeit mehrerer Autoren (nachweislich z.B. Shakespeare/Fletcher) noch die weitverbreitete Praxis von Plagiat und Raubdruck finden Berücksichtigung (keine Theatertruppe und erst recht nicht ein am Gewinn beteiligter Hausautor hätte Interesse daran gehabt, die aktuellen "Blockbuster" in gedruckter Form allgemein zugänglich zu machen). Außerdem wird geflissentlich die neuere Entwicklung in der seriösen Shakespeareforschung ignoriert, z.B. das Auffinden eines mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Shakespeare selbst geschriebenen Bruchstücks von "Sir Thomas More". Ich frage mich wirklich, wie jemand, der Erfahrung im Schreiben von historischen KRIMINAL(!)romanen hat, einen derartigen Unsinn verzapfen kann.
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