Das Mädchen aus dem Vinschgau von Ursula Flacke

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Das Mädchen aus dem Vinschgau“,, 496 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

Laas in Südtirol, 1519. Die junge Luzia ist unsterblich in den verarmten Bergbauer Toni verliebt. Doch ihr Vater, ein aufstrebender Marmorhändler, zwingt Luzia zur Verlobung mit Diethard, einem angesehenen Geldleiher für Steinmetzarbeiten. Sofia ist völlig verzweifelt, ihr Herz gehört nur Toni. Als der eines Tages spurlos verschwindet, zögert Luzia deshalb keine Sekunde und macht sich auf die gefährliche Suche nach ihm – unbarmherzig verfolgt von Diethard, der sich zurückholen will, was ihm gehört: Luzia ...

Das meint Histo-Couch.de: „Sympathische Protagonistin auf der Suche nach ihrer großen Liebe“80

Rezension von Karin Speck

Toni und Luzia fühlen sich zueinander hingezogen. Auch wenn Toni nur der Sohn eines armen Bergbauern ist und Luzia Diethard, einen Geldverleiher heiraten soll. Luzia ist verzweifelt und überlegt fieberhaft, wie sie sich dieser Ehe entziehen kann. Sie will den Vater umstimmen und nur den Toni zum Mann. Dann verschwindet dieser plötzlich und Luzia macht sich auf den Weg ihm zu folgen.

Das Flair der Berge wunderbar eingefangen

Ursula Flacke erzählt hier eine Geschichte aus Südtirol im Jahre 1519. Das Mädchen Luzia wird dem Leser schnell sympathisch, man möchte direkt mit ihr über die Wiesen laufen. Hier werden die Zeit und die Menschen eindrucksvoll beschrieben. Es entstehen sofort Bilder im Kopf von einer Berglandschaft, blühende Wiesen und Alpenglühen, von Menschen, die um ihr täglich Brot kämpfen und doch ihren Weg finden. Ein bisschen mutet die Geschichte schon an wie ein alter Heimatfilm, was vermutlich an dem Flair der Berge liegt. Die Autorin hat es aber trotzdem geschickt geschafft, den Leser in ihre Geschichte zu ziehen. So kann man gar nicht anders als immer weiter zu lesen und zu hoffen, dass gerade für Luzia alles gut wird. Schnell wird auch klar, dass die Menschen es nicht einfach hatten. Die meisten waren Bauern, die sich gerade so ernähren konnten. Nur wenigen ist es gelungen, mit der Hilfe von Marmor zu Wohlstand zu kommen. Geschickt erzählt Flacke davon, wie dieser Handel ablief und vor allem, wer alles Marmor brauchte und verarbeitete. Sie hat so einige Intrigen erschaffen und Spuren gelegt, die sich erst nach und nach zu einem Ganzen erschließen. Auf diese Weise entsteht Spannung, die einen davon abhält, das Buch aus der Hand zu legen.

Historisches geschickt gemischt mit einer fiktiven Handlung

Gerade Luzia strapaziert zwischendurch auch schon mal die Nerven des geneigten Lesers. Auf ihrer Suche nach Toni scheint sie nicht viel anderes zu tun zu haben, als sich ständig das Kleid zu waschen. Sie muss so einige Hürden überwinden, um an ihr Ziel zu kommen. Diese Probleme greift Flacke geschickt auf und vermittelt damit einiges Wissen aus dieser Zeit und von der politischen Situation. Auf diesem Wege fließt dann auch ein wenig von den Bauernaufständen Tirols mit ein. Sie lässt einige historische Persönlichkeiten auftreten und beschreibt historische Bauwerke. Allerdings hält Flacke sich dabei nicht immer an die korrekten historischen Daten, was zum Beispiel den aufständischen Peter Passler betrifft. In einem kurzen Nachwort klärt sie allerdings darüber auf, dass sie sich nicht ganz an die richtigen Daten gehalten hat. Dies sicherlich aus dramaturgischen Gründen für die Geschichte, obwohl es zeitlich wohl egal gewesen wäre, ob die Geschichte ein paar Jahre später gespielt hätte und dann mit den Geschichtsdaten gepasst hätte.

Schöne Liebesgeschichte vor dem Panorama der Alpen

Trotz kleiner Kritikpunkte erzählt Ursula Flacke eine schöne Liebesgeschichte vor dem Panorama der Alpen. Am Ende des Buches angekommen, scheint es aber noch nicht das Ende der Geschichte zu sein. Es bleiben einige lose Fäden und Fragen offen. Hier scheint sich die Autorin eine kleine Hintertür aufgelassen zu haben für eine Fortsetzung. Was sicher auch keine schlechte Idee wäre. 

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