Thor Vilhjálmsson

Der isländische Schriftsteller Thor Vilhjálmsson wurde 1925 als Sohn eines Reeders im schottischen Edinburgh geboren und machte 1944 seinen Schulabschluß. Er studierte an der Universität von Island in Reykjavík, an er Universität von Nottingham und schließlich an der Sorbonne in Paris, wo er 1952 seinen Abschluß machte.

Von 1953 bis 1955 war er Bibliothekar an der Nationalbibliothek Islands und arbeitet von 1956 bis 1959 am Nationaltheater, nebenbei war er auch als Fremdenführer tätig. 1955 war er zudem Mitbegründer der Kulturzeitschrift Birtungur, zu deren Redaktion er auch bis 1968 gehörte. Von 1959 bis 1960 leitete er den isländischen Schriftstellerverband und wieder von 1966 bis 1968. Zudem war er auch in den Vorständen zahlreicher weiterer Schriftsteller- und Künstlerverbände, beispielsweise im Vorstand der Alliance Française. Er zählt zu den Mitbegründern des Schreibfestivals von Reykjavík und war außerdem einige Jahre Leiter des Reykjavíker Judo-Verbandes und Vorsitzender des isländischen PEN-Clubs.

Seine erste Veröffentlichung war Maðurinn er alltaf einn (dt. Der Mensch ist immer allein) im Jahr 1950. Seitdem hat er zahlreiche Romane, Gedichte, Theaterstücke und Artikelserien in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht und gilt als einer der Schriftsteller, die nach dem Zweiten Weltkrieg die isländische Prosa erneuert haben. Er war auch als Übersetzer tätig, u.a. für die Werke von Umberto Eco. Neben seinem literarischen Schaffen hat er auch gemalt und seine Bilder häufig ausgestellt, und er hat über zahlreiche isländische bildende Künstler Porträts geschrieben.

Für seine Romane ist er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, so auch 1987 für Grámosinn glóir (dt. Graumoos bzw. Das Graumoos glüht), für das er den Literaturpreis der Nordischen Länder gewann. Zweimal erhielt er den Literaturpreis der Zeitung DV, und 1992 wurde er von der Schwedischen Akademie mit einem Literaturpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. 1992 und 1996 erschienen seine Memoiren in zwei Bänden. Sein historischer Roman Morgunþula í stráum (dt. Morgengebet) von 1998 beruht auf der isländischen Sturlungen-Saga und gehört zu den bedeutendsten Werken des Autors.

Thor Vilhjálmsson starb am 2. März 2011 und hinterließ seine Frau Margrét Indriðadóttir, eine ehemalige Nachrichtenmoderatorin, und die beiden Söhne Örnólfur und Guðmundur Andri Thorsson.

Historische Romane von Thor Vilhjálmsson:

  • (1998) Morgengebet
    Morgunþula í stráum
  • (2002) Sveigur

Weitere Romane von Thor Vilhjálmsson:

  • (1968) Fljótt, fljótt sagði fuglinn
  • (1970) Óp bjöllunnar
  • (1973) Folda; þrjár skýrslur
  • (1975) Fuglaskottís
  • (1976) Mánasigð
  • (1979) Turnleikhúsið
  • (1986) Das Graumoos glüht (auch unter Graumoos erschienen)
    Grámosinn glóir
  • (1989) Náttvíg
  • (1994) Tvílýsi: myndir á sýningu