Die Oleanderfrauen von Teresa Simon

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Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Die Oleanderfrauen“,, 544 Seiten.ISBN 3-453-42115-9.

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Kurzgefasst:

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

Ihre Meinung zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«

Orange zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«21.02.2018
„Die Oleanderfrauen“ ist bereits der dritte Roman der Autorin Teresa Simon und konnte mich genauso begeistern wie seine beiden Vorgänger.
Jule betreibt in Hamburg ein kleines Kaffee. Auch wenn es gut läuft, hat sie Sorgen. Eine saftige Mieterhöhung steht ins Haus und auch ihr zweites Standbein „ich schreib dir dein Leben“ wird ihr dabei nicht weiterhelfen.
Beim Aufräumen des Dachbodens findet die betagte aber rüstige Johanna das Tagebuch ihrer Mutter und zusammen mit Jule ergründet sie das Leben der Familie Terhoven.
Sophie Terhoven, Tochter der gesellschaftlich hoch angesehen Kaffeedynastie, verliebt sich in 1930er Jahren in Hannes, Sohn der Köchin der Familie und damit nicht standesgemäß. Doch der Liebe der beiden steht auch ein altes Familiengeheimnis im Weg.
Wie in den beiden Vorgängerromanen bedient sich die Autorin auch hier zweier Zeitschienen um ihre Geschichte zu erzählen und gerade die Geschichte um Sophie und Hannes hat mir ausgezeichnet gefallen, obwohl ich auch Jule und Johanna sehr mochte.
Und das zeichnet Teresa Simon in meinen Augen aus. Ihr gelingt es immer wieder, ihre Figuren auf liebevolle Art zu zeichnen und so Sympathien oder Antipathien zu wecken und den Leser so zu fesseln. Von der ersten Seite an war ich voll im Geschehen, konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Dabei bindet die Autorin in ihren Roman geschickt geschichtliche und politische Verhältnisse ein. So werden der Aufstieg der Nazis, die Judenverfolgung aber auch Olympia in Berlin thematisiert.
Dabei ist der Roman auch wieder mit einen wunderschönen Cover gestaltet. Ein historisches Nachwort sowie Rezepte aus Jules „Strandperlchen“ machen den Roman rund.
Mir hat Teresa Simon mit „Die Oleanderfrauen“ wieder ein absolutes Lese-Highlight beschert und ich warte schon jetzt auf ihr neustes Werk.
Sagota zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«14.02.2018
Ich hatte von Teresa Simon noch keine Romane gelesen und muss vorab anführen, dass ich sowohl stilistisch als auch vom Romaninhalt her mehr als begeistert bin!

"Die Oleanderfrauen" von Teresa Simon erschien 2018 als tb im Heyne-Verlag und erfüllt, ja übertrifft sogar alle Erwartungen, die man als Leser im Klappentext findet und sich für das Buch entscheidet: Es geht um Liebe, um Familiengeheimnisse, um den Nationalsozialismus als dunkelstes Kapitel der deutschen Geschichte, um die Vorkriegsjahre und das Leid, das der 2. Weltkrieg über Familien brachte; aber auch um Standesunterschiede und Kaffee und um die Stadt Hamburg in der Vorkriegszeit. Desweiteren geht es auch um Freundschaft über Generationen hinweg und um das gemeinsame Lüften von Geheimnissen. Schließlich umfasst es auch noch die literarische Motivation, das im Leben zu tun, was einem wirklich wichtig ist und den eigenen Fähigkeiten entspricht, was man am Beispiel von Jule in ihrem "Strandperlchen"-Café entdecken kann - und last but not least: Vom Glück, das trotz aller Unbill immer im Leben auftauchen kann....

Der Roman verflicht zwei Handlungsstränge sehr gekonnt miteinander: In der Vergangenheit (1936) lernt man Sophie Terhoven, die Tochter eines Hamburger Kaffeebarons, kennen - die sich in Hannes, den Sohn der Köchin Käthe Kröger, schon als Kind verliebt hat - und die trotz aller Standesdünkel zu ihrer Liebe steht. Obgleich sie ein sorgloses Leben führt, steht sie den aufziehenden "Braunhemden" kritisch gegenüber, die im Roman sehr treffend in der Figur des SS-Obersturmbannführers Hellmuth Moers gezeichnet wird: Was hat es mit diesem Mann auf sich und warum lässt er sich nicht abschütteln, auch wenn er ein alter Freund ihres Vaters ist?

Im Handlungsstrang der Gegenwart begegnet man Jule - die ihr Geschichtsstudium abbrach, um endlich das zu tun, wozu sie sich "berufen" fühlt: Sie eröffnet ein kleines Café, das Strandperlchen und hat noch eine weitere Idee: Durch ihr Projekt "Ich schreibe dir dein Leben" lernt sie Johanna Martens kennen, eine pensionierte und sehr sympathische Lehrerin, die auf dem Dachboden ein altes Tagebuch findet und mit angehaltenem Atem zu lesen beginnt... Später sollte sie sich damit an Sophie wenden, die ihr hilft, das Dunkel in der Familiengeschichte zu enträtseln: Das Tagebuch schrieb niemand anders als Sophie Terhoven, die im Jahre 1943 ein Mädchen zur Welt brachte, inmitten der fürchterlichen Kriegswirren und Bombardierungen Hamburgs, die in dieser Zeit auf die Stadt niedergingen...

Der Roman entwickelt durch brillante Erzählweise und Stil der Autorin eine regelrechte Sogwirkung, der man sich anhand der Spannung, die bis zum Schluss bestehen bleibt, schwerlich entziehen kann: Die Romanfiguren und auch der zeitliche und politische Kontext, in dem sie sich bewegen, sind so authentisch, emotional und bildhaft dargestellt, dass man sich durch die atmosphärische Dichte, die hinzukommt, jenes Geschehen so gut vorstellen kann, als ob man es miterlebt. Dies ist für mich eine große Kunst, die nicht jeder Autor beherrscht. Sehr gut gefallen hat mir der gut recherchierte Hintergrund des Lebens in der Vorkriegs- und Kriegszeit, der die Gleichschaltung, die Diskriminierung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung nicht ausspart, die Lebensgefahr, unter der Homosexuelle im Dritten Reich standen sowie auch die politischen Ereignisse, denen sich die Menschen stellen mussten.

Sowohl Sophie in der damaligen schweren Zeit als auch Jule sind charakterstarke und toughe Frauen, die das beste aus ihrer jeweiligen Situation machen. Im historischen Nachwort lernt man einiges über Kaffee und der Bedeutung der Hansestadt Hamburg als Umschlagplatz ("Speicherstadt"), über die Verfolgung der Homosexuellen im NS-Regime und die Bombardierungen Hamburgs, was den Roman als einen Teil der Zeitgeschichte werden lässt: Der Autorin ist an einer Aufarbeitung der Traumatisierungen und des Nationalsozialismus gelegen und sieht diesen Roman als Beitrag dazu: Ich kann nur sagen, dass dies meiner Meinung nach sehr gelungen ist!

Fazit:

Ein sprachlicher wie auch inhaltlicher "Hochkaräter" voller Spannung in einer schweren Zeit dunkelster Geschichte, aber auch der Gegenwart, der mit einer bewegenden und ebenso berührenden Familiengeschichte einhergeht. Besser hätte man die Geschichte wohl kaum schreiben können; ein Chapeau der Autorin und 5* sowie 96° auf der "Histo-Couch" von mir sowie ein Dank für die tolle Begleitung in einer Leserunde!
Xanaka zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«23.01.2018
Als Johanna Martens das Haus nebst dem Dachboden ihrer Mutter ausräumt findet sie neben vielen alten wichtigen und unwichtigen Erinnerungsstücken einen alten Pappkoffer. Dieser Pappkoffer, den sie zuvor niemals gesehen hatte, enthält alte Babykleidung, ein Medaillon an einer zerrissenen Kette und ein Tagebuch einer ihr unbekannten Frau namens Sophie. Johanna beginnt das Tagebuch zu lesen und versinkt in der Geschichte von Sophie, die in den 30er Jahren in Hamburg beginnt.

In einem weiteren Handlungsstrang erfahren wir von Jule Weisbach, die in Hamburg ein kleines, sehr besonderes Cafe "Strandperlchen" betreibt. Sie schenkt in ihrem kleinen Cafe nicht nur Kuchen, sondern auch besondere Kaffeesorten aus, die man so als Normalverbraucher gar nicht kennt.

Dass Johanna und Jule sich kennenlernen, ist eher einem Zufall geschuldet. Beide merken schnell, dass sie sich mögen und vor allem sich gegenseitig unterstützen können. Jule hat sich, um ihr Cafe unterhalten zu können, ein weiteres Standbein aufgebaut. Sie schreibt für andere Menschen deren Familiengeschichte auf. Johanna vertraut ihr die Tagebuchaufzeichnungen von Sophie an und beide begeben sich auf Spurensuche.

Bereits bei ihrem Buch "Die Holunderschwestern" überraschte mich Teresa Simon mit ihrer wundervollen Erzählweise. Obwohl das Buch sich fast abwechselnd über zwei Zeitepochen bewegt, verliert sie nie den Faden und schafft es dabei noch Spannung zu erzeugen. In dem historischen Abschnitt erfahren wir sehr viel über die Familie Terhoven, einer alteingessenen Kaffeedynastie aus Hamburg und deren Leben in den dreißiger Jahren. Sophie als Erzählende lässt uns hinter die Fassade blicken und teilt mit uns ihre Geheimnisse. Dabei offenbart sich während des Lesens die gesamte Dramatik der Geschehnisse in dieser Zeit und die Familientragödie auf die alles hinausläuft.
Doch was hat Johanna damit zu tun?

Schon während des Lesens kreisen die Gedanken und man fängt an eigene Vermutungen über die Ereignisse der damaligen Zeit anzustellen. Doch Teresa Simon lässt uns das eine oder andere Mal geschickt in die Irre laufen. Die ganz große Überraschung gelingt ihr dann am Schluss. Zum Ende ist man auf der einen Seite betroffen, ob der tragischen Ereignisse. Auf der anderen Seite war ich trotz alledem mit dem Ende zufrieden. Als Besonderheit hat die Autorin zum Schluss erneut Rezepte, dieses Mal rund um den Kaffee und die Kuchen, die es bei Jule im "Strandperlchen" gab, mit gegeben.

Mir hat dieses Buch in dem ich sehr viel, vor allem über die Geschichte Hamburgs und den Kaffee erfahren habe, wunderbar gefallen. Von mir gibt es einen ganz lieben Dank an Teresa Simon, dass ich dieses Buch im Rahmen einer Leserunde mit ihr lesen durfte, eine ausdrückliche Leseempfehlung an alle und verdiente fünf Lesesterne.
Elke Seifried zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«21.01.2018
Tessa Simon hat mich mit ihrem „Die Oleanderfrauen“ regelrecht verzaubert und derart in den Bann gezogen, dass ich nicht nur gelesen, sondern vielmehr inhaliert habe. Ich konnte das Buch, einmal angefangen, unter keinen Umständen mehr aus der Hand legen. Mit einem solchen Lesehighlight ins Jahr 2018 zu starten, macht es allen nachfolgenden Romanen extrem schwer.

Hamburg 1936: Was geschieht, wenn die 17-jährige Tochter eines einflussreichen Kaffebarons eigentlich eine gute Partie machen sollte, aber sich in den Sohn der Köchin nicht nur verliebt, sondern sogar ein Kind von ihm erwartet?


Hamburg 2016: Jule, laut ihrer Mutter „Jule ohne Plan“ hat ihr Geschichtsstudium abgebrochen und sich ihren Traum von einem kleinen Café verwirklicht. Im „Strandperlchen“ verwöhnt sie ihre Kunden mit ganz besonderen Kaffeekreationen und selbst gebackenen Kuchen. Da sie jedoch immer noch alte Geschichten liebt und auch gerne in der Vergangenheit gräbt, hat sie sich mit ihrem Angebot „Ich schreib dir dein Leben“ ein zweites Standbein geschaffen, indem sie nach Auftrag Biographien verfasst. Johanna, die pensionierte Lehrerin, bekommt genau so eine alte fesselnde Lebensgeschichte in die Hände, als sie den Dachboden ihrer verstorbenen Mutter räumt.


Die Autorin spielt mit zwei Zeitebenen, die mehr als gelungen ineinander verwoben sind und sowohl die Handlung im Jetzt als auch die in der Vergangenheit sind so voller Problemen, Fragen und Entwicklungen, dass ich beide gebannt gelesen habe. Im Jetzt begleitet man Jule bei ihrer Arbeit, weiß um ihre finanziellen Probleme wegen einer drohenden Pachterhöhung und trifft dann mit ihr auf Johanna. Durch diese und ihren Tagebuchfund wird der Übergang zum historischen Strang geschaffen. Dort gilt es mit Sophie und Hannes um die verbotene Liebe zu fiebern, Standesdünkel und deren Folgen auszubaden, aber auch die Vorkriegszeit zu erleben, den Kriegsbeginn und schließlich den zweiten Weltkrieg mit all seinen Schrecken, die natürlich auch vor dem jungen Paar und deren Lieben keinen Halt machen.


Schon der Prolog bewegt und wirft so viele Fragen auf, dass klar ist, das wird interessant und ergreifend. Aber nicht nur das, als Leser bekommt man einen historischen Roman, der an Spannung einem Krimi oder gar Thriller nachsteht. Ich habe gebannt gelesen, weil es immer wieder neue Hinweise, die Vermutungen über den Haufen werfen, und neue Details, die die Geschichte unheimlich spannend machen, gibt. Und wenn ich schon dachte, es gibt keine Steigerung mehr, weil ich so derart rate, kombiniere , grüble und unbedingt dem Geheimnis auf die Spur kommen will, hatte die Autorin noch ein Quäntchen mehr parat, sodass es gegen Ende hin schon fast nicht mehr erträglich war, im positiven Sinne, natürlich.


Die Autorin verfügt über einen derart lockeren, fesselnden Sprachstil, dass sie den Leser von Beginn an gefangen nimmt. Gefühle werden so bildlich dargestellt, dass man sich gar nicht entziehen kann, die Szenen so lebendig gemalt, dass man beim Lesen einen Film vor Augen hat, die Personen so authentisch gezeichnet, dass man meint sie zu kennen oder sich gar selbst zum Freund zu haben wünscht, und ab und an darf man auch schmunzeln, weil sie geschickt eine ganz feine Prise an Humor zum Würzen ihrer Geschichte verwendet. So schnürt die Autorin ein Gesamtpaket, das mich absolut begeistert hat.


Die Charaktere sind derart authentisch, individuell und großartig gezeichnet und ich denke gerade das ist auch einer der vielen Gründe, warum man hier so mitfiebert. Sophie war mir von Anfang an super sympathisch. Klar ich kann Standesdünkel nicht ab, und dass sie sich bewusst für Liebe und gegen Geld entscheidet, ist schon ein Grund dafür gewesen. Ich bewundere sie für ihren Lebensmut. Waren die Zeiten und die Schicksalsschläge auch noch so schwer zu ertragen, sie hat sich stets tapfer durchgekämpft. Auch in ihren geliebten Hannes konnte ich mich gut hineindenken. Da ich natürlich um ihn gebangt habe, sind wohl auch die Kriegstraumata für mich so deutlich spürbar gewesen, leidet er doch immens unter dem Blut, das durch sein Leben als Soldat an seinen Händen klebt. Ein richtiger Freund ist Sophie mit Sicherheit Malte, der Schulkamerad, der nach einer Kinderlähmung unter einem Hinkebein leidet. So ein wertvoller Mensch, so herzlich, so fürsorglich und so selbstlos, ich habe ihn regelrecht geliebt und das macht noch deutlicher wie verabscheuenswert die Naziparolen waren, die in einem „Krüppel“ einen minderwertigen Menschen sahen. Auch im Jetzt war ich so richtig in die etwas tollpatschige Jule vernarrt, habe mit ihr gefiebert, dass sie ihr Café halten kann, gerade weil ihr ihre Mutter ja nichts zutraut. Ebenso wie Jule hat Johanna, die das Tagebuch so nicht mehr loslässt, wie mich dieser Roman losgelassen hat, so viel Charme, dass man sich ihr auf gar keinen Fall entziehen kann. Ich könnte noch ewig weiter machen, was wenig Sinn macht. Nur so viel noch auch die Nebendarsteller sind alle raffiniert erdacht, beim kühlen Vater Sophies Friedrich Terhoven, der scheinbar gar keine Gefühle hat, über den SS-Mann Moers, dem ich Gift hätte geben können, weil er so ein Widerling ist, bis hin zu Nils, dem vermeintlichen Querulant, der sich als doch gar nicht so verkehrt entpuppt.


Wenn Geschichtsunterricht nur ein bisschen etwas von diesem Roman hätte, unsere Schüler wären Geschichtsprofis. Die Autorin versetzt den Leser derart gekonnt in die Zeit kurz vor und während dem Zweiten Weltkrieg. Ich habe mich gefühlt, wie wenn ich die Entbehrungen mit erleiden müsste, habe die Angst mit gelebt, das Elend, das hier widerfährt mehr als deutlich vor Augen gehabt und habe auch ganz vieles Interessantes aus der Alltagsgeschichte erfahren, ohne dass es je an einer Stelle langweilig geworden wäre. Von wie ging es im Adlon zu, wie wurden die olympischen Spiele erlebt, über welches Highlight war es ein Kondom zu ergattern, bis hin zu welche Traumata erlebten die Soldaten im Krieg, welche Entbehrungen mussten ertragen werden, wie wurden Luftangriffe überstanden, wie Juden nach und nach „entfernt“ oder wie musste man leben, wenn man homosexuell war, wird hier unheimlich viel angesprochen. Dabei gibt es keinerlei Schönfärberei, authentisch, einfühlsam beschrieben, hat mich dies sehr betroffen gemacht.


Alles in allem ist bei diesem Roman der Spannungsfaktor enorm und die Geschichte herzerwärmend schön. Eine breite Gefühlspalette hat mich als vollends erfasst - ich habe gelitten, gefiebert und gebangt, aber mich auch mit den handelnden Figuren gefreut. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen und gäbe es sechs Sterne, „Die Oleanderfrauen“ wäre so ein Buch, das diese wirklich redlich verdienen würde.
Katjuschka zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«17.01.2018
DUM SPIRO SPERO
Das bekannte Zitat von Cicero geht noch weiter:
"Dum spiro spero. Dum spero amo. Dum amo viro" - "Solange ich atme, hoffe ich. Solange ich hoffe, liebe ich. Solange ich liebe, lebe ich".


Dies steht perfekt zu dieser unglaublich spannend geschriebenen Familiengeschichte.
Im Mittelpunkt steht die zu Beginn 17jährige Sophie. Die Liebe zu ihrem Freund aus Kindertagen scheint unmöglich, denn Sophie ist die Tochter des reichen Kaffeehändlers Friedrich Terhoven und Hannes "nur" der Sohn der Köchin.
Doch die beiden treffen sich heimlich und werden in der Zeit des aufstrebenden Nazi-Regimes ein Paar.
Der Leser erlebt diese bittersüße Liebesgeschichte genauso hautnah mit, wie den schleichenden Wandel der Zeit.
Die Lebensumstände, sowie die Emotionen der verschiedenen Protagonisten, werden sehr lebensnah und eindringlich vermittelt, ohne aufdringlich zu wirken.
Das betrifft auch "Nebencharaktere" wie z.B. Sophies Bruder Lenny, der sehr früh in die Fänge der HJ gerät, oder ihren besten Freund, den homosexuellen Malte, dessen Qualen mich besonders berührt haben.

Ich möchte auf noch so viel mehr eingehen, so sehr hat mich dieses Buch bewegt. Aber ich will den Lesegenuss nicht schmälern, denn gerade von den vielen grandios beschriebenen Personen und dem unglaublichen Spannungsbogen lebt das Buch!
Ich kann den Schreibstil nur als fesselnd beschreiben - und das ist schon fast untertrieben: Ich habe die Geschichte quasi inhaliert!

Umrahmt wird die Geschichte von Jule und Johanna. 
Jule ist die Besitzerin eines kleines Cafés und betreibt dazu noch einen Service für Familienchroniken
Johanna ist eine ältere Dame, die auf dem Dachboden im Haus der verstorbenen Mutter ein altes Tagebuch findet.
Gemeinsam vertiefen sich die zwei Frauen in die gleichermaßen bewegenden, wie spannenden Seiten der Vergangenheit und entdecken Erstaunliches - und Gemeinsamkeiten!
 
Genau wie Jule und Johanna mag man sich kaum von den Seiten lösen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergegangen ist!
Denn mit " Die Oleanderfrauen" ist Teresa Simon ein hervorragend recherchierter Roman gelungen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat!


Abgerundet wird das Buch durch ein historisches Nachwort und einige Rezepten aus Jules Café.
Bettina Hertz zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«17.01.2018
Die Oleander Frauen
Autor: Teresa Simon

Hamburg 1936: Die siebzehnjährige Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben in einer prächtigen Villa in einer der besten Gegenden von Hamburg. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an vertraut. Der innigen Kinderfreundschaft entwachsen, fühlen fühlen beide plötzlich ganz anders füreinander und merken, dass sie sich verliebt haben. Sophie ist überzeugt, die große Liebe gefunden zu haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, eine Hürde, die in dieser Zeit kaum zu erklimmen ist. Zusätzlich macht ein dunkles Geheimnis ihrer Eltrn die junge Liebe unmöglich. Und über allem braut sich ein politischer Tsunami zusammen, der unaufhörlich auf alle Beteiligten zurollt...

Hamburg 2016: Johanna findet auf dem Dachboden ihrer Mutter einen alten Koffer mit einem Tagebuch. Wer ist die Verfasserin des Geschriebenen, betrifft es ihre eigene Familie? In einem kleinen Café Hamburgs, dem Strandperlchen, macht sie Bekanntschaft mit der Inhaberin Jule Weisbach. Diese bietet neben ihren äußerst delikaten Kaffees und Törtchen einen kleinen Nebendienst an und zwar unter dem Motto „ Ich schreib dir dein Leben“ bringt sie diverse Familiengeschichten, verzweigte, komplizierte Stammbäume zu Papier. Würde Jule ihr über die Herkunft des Tagebuchs helfen können?

Die Oleander Frauen ist der neue Roman aus der Feder von Teresa Simon vor historischer Kulisse Hamburgs um 1936. Der Schreibstil ist einfach einzigartig. Er ist spannend, super flüssig zu lesen, höchst emotional, man durchlebt einfach alle Gefühlsebenen mit den Protagonisten hautnah mit.

Jule, Johanna und Sophie sind wunderbare authentische Charaktere, die durch die Geschichte führen. Diese wird in zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, einmal aus Sicht von Sophie in der Vergangenheit (Tagebucheinträge) und aus Sicht von Jule und Johanna in der Gegenwart. Sophie kämpft in der Vergangenheit um ihre Liebe und wächst über sich hinaus, während dessen sich über all ihren Lieben der Sturm des Naziregiems zusammenbraut und zu dieser Zeit kaum jemand die Ausmaße erahnen konnte. Ich möchte hier auf keinen Fall zu viel vom Inhalt verraten, denn Teresa Simon ist es genial gelungen, beide Erzählstränge miteinander zu verknüpfen. Sie lässt uns bis zum Ende ganz schön zappeln, aber man wird mit einem höchst spannenden und emotionalen Finale belohnt.

Ich war am Ende des Romans tief berührt und sehr aufgewühlt über das Gelesene. Ich kann „Die Oleander Frauen“ absolut weiterempfehlen und vergebe fünf volle sehr verdiente Sterne.
Isabel Rommel zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«16.01.2018
Ich muss ganz ehrlich gestehen beim Anblick des Covers hatte ich leichte Kost erwartet. Ein schöner historischer Frauenroman ohne viel Tiefgang. Ich muss euch jedoch sagen, ich hätte falscher nicht liegen können! Schon die ersten Zeilen des Prologs nahmen mich gefangen und hätte ich nicht immer wieder arbeitsbedingt Pausen einlegen müssen, ich hätte das Buch wohl in einem Rutsch verschlungen, so sehr hat mich die Geschichte gefesselt.
Die mir bis dato unbekannte Autorin hat ihren Roman in zwei Zeitstränge verpackt. Beide spielen in Hamburg, der eine jedoch in den 30er/40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der andere in der Gegenwart. Während Jule im Jetzt mit ihrer finanziellen Zukunft und ihrer Einsamkeit kämpft, geht es bei der jungen Sophie im Damals schlichtweg um Leben und Tod. Sie findet sich nach ihrer Jugend gefangen in den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs und verloren in einer Liebe, die so nie hätte stattfinden dürfen.
Wer hier jedoch eine tragisch-kitschige Lovestory erwartet, den muss ich enttäuschen. Geschickt verwebt Teresa Simon die Gegenwart mit der Vergangenheit. Ein Geheimnis nach dem anderen lüftet sie und hält so einen Spannungsbogen aufrecht, den man in manchen Thriller vergebens sucht.
kelo24 zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«16.01.2018
„Irgendwie ist es seltsam: Einerseits muss ich wissen, wie es ausgeht, und gleichzeitig habe ich große Angst davor. Weil dann ja alles vorbei ist." (Seite 357, 2. Absatz)

Genau so ist es mir gegangen. Geflutet von Emotionen nachdem sich alle noch offenen Fragen gelöst hatten und mit einem riesigen „wow-Gefühl“ im Bauch über diese berührende und mitreißende Geschichte, aber zuklappen mochte ich das Buch einfach noch nicht...

Aber der Reihe nach:

Der Prolog war bereits ein gelungener Einstieg in das Buch, der bei mir nicht nur einen Kloß im Hals zurückgelassen sondern auch Neugierde geweckt und viele Fragen aufgeworfen hat. Und im Laufe der Handlung spielt er noch eine große Rolle.

Die Geschichte gliedert sich in 2 Handlungsstränge, die beide in Hamburg spielen: der erste Mitte der 30-er Jahre, der zweite in der Gegenwart.

Im Hamburg der Vorkriegszeit lernen wir die junge Sophie kennen, die als Tochter eines Kaffeebarons das privilegierte Leben in einer Villa mit allen seinen Vorzügen genießt. Aus der Kinderfreundschaft zu Hannes, dem Sohn der Köchin, entwickelt sich eine große Liebe, die nicht ohne Folgen bleibt. Der Standesdünkel ist dabei das kleinste Problem des jungen Paares, denn es gibt ein dunkles Familiengeheimnis, das nun offenbart werden muss.

In der Gegenwart kämpft die chaotische Jule, Cafebetreiberin mit Leidenschaft und dem Herz am rechten Fleck, mit finanziellen Problemen. Da sie auch Spaß am Schreiben und historischer Recherche hat verfasst sie nebenbei noch unter dem Motto „Ich schreib dir dein Leben“ Biografien.

Einen solchen Auftrag erhält sie von Johanna, einer liebenswerten älteren Dame, die ihr einen Dachbodenfund aus dem Haus ihrer Mutter übergibt. An dieser Stelle gelingt es Teresa Simon auf raffinierte Weise beide Handlungsstränge zu verbinden, handelt es sich bei dem Gegenstand doch um Sophies Tagebuch. Mit einem fesselnden Schreibstil gelingt es der Autorin, den Spannungsbogen konstant hoch zu halten. Die Handlung bleibt dabei immer lebendig, die Personen sind authentisch; Teresa Simon versteht es meisterhaft, Spuren zu legen, streut dezent Hinweise, die immer wieder das Kopfkino in Gang setzen, verrät aber dabei nie zu viel. Als Leserin sind meine Gefühle Achterbahn gefahren;, ich habe mich mit gefreut, aber genauso mit gelitten.

Bisher haben mir in ähnlichen Büchern immer die Handlungsstränge in der Vergangenheit besser gefallen. In diesem Roman ist eine Trennung gar nicht möglich, da der eine nicht ohne den anderen bestehen kann, und das hat mir auch sehr gut gefallen.

Gleich zu Beginn des Jahres an so ein Lesehighlight zu gelangen, ist ein echter Glücksgriff und die Latte für alle Bücher, die ich noch lesen werde, hängt jetzt sehr hoch.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch und 5 Sterne (mehr gibt es leider nicht zu vergeben)
Gina1627 zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«13.01.2018
Schon lange hat mich kein Buch mehr so emotional berührt und mitgenommen! Mein absolutes Lesehighligt!

Sorgenfrei, unbeschwert und heimlich verliebt genießt Sophie ihr junges Leben als Tochter des Kaffeeunternehmers Friedrich Terhovens. Doch gerade diese Liebe stellt sie vor so manches Hindernis. Der Standesdünkel ihrer Familie im Jahre 1936 lässt eine Beziehung zu Hannes Kröger, dem Sohn ihrer Köchin, nicht zu und ihre Treffen finden im Verborgenen statt. Ihr Lieblingsort ist das Gewächshaus ihrer Mutter, in dem es verschwenderisch nach Oleandersträuchern duftet und ihnen ein Versteck und eine einzigartige Atmosphäre bietet. Als ihre Liebe jedoch entdeckt wird gerät alles aus den Fugen, lang verschwiegene Geheimnisse kommen ans Tageslicht und lösen schicksalshafte Entscheidungen aus.

Unvergleichlich schön, berührend und voller Emotionen entführt uns Teresa Simon mit ihrem Buch in die Kulisse nach Hamburg ins Jahr 1936. Schon alleine ihr Prolog, in dem ein sehr bewegender und leidvoller Brief geschrieben wird, fängt einen sofort ein. Ihr Schreibstil, der so voller Lebendigkeit, Gefühlen und Spannung steckt, löste wahre Begeisterung in mir aus. Man verfällt regelrecht in einen Leserausch, blendet alle Nebensächlichkeiten aus und taucht voller Erwartung und Spannung immer tiefer in die schicksalhafte Geschichte ein. Durch ihre sehr authentischen und liebevoll beschriebenen Charaktere schlüpft man automatisch in ihre Rollen hinein und erlebt unvergleichlich schöne aber auch grausame und herzerreißende Momente. Die Charaktere werden zu Freunden und man teilt mit ihnen alle Geheimnisse und Gefühle. Ja, man lebt hier wirklich die Geschichte hautnah mit!

Auch die geschichtlichen Einbindungen wurden hier sehr gekonnt mit eingebaut. Sie sind eindringlich und bedrückend aber stehen nicht im Vordergrund und lassen der Familiengeschichte den Raum, die den Leser so fasziniert.

Durch zwei sich abwechselnde Erzählstränge in der Vergangenheit und Gegenwart fiebert man immer auf den Jeweiligen hin. Für mich war das gemeinsame Lesen mit Johanna und Jule in den Tagebucheinträgen von Sophie der stärkste Erzählpart der Geschichte. Hier wurde herzerfrischend, leidenschaftlich und sorgenvoll ein ganzes Leben als Erinnerung für die Nachwelt festgehalten. Man spürt Sophies Gefühlswelt die voller Liebe, Sehnsucht, Enttäuschung, Verzweiflung, Fassungslosigkeit und Hass steckt. Das Buch lebt durch Sophie, die hier einen wirklich sehr besonderen Charakter verkörpert. Sie ist mutig, leidenschaftlich und gibt nie die Hoffnung auf.

Immer wieder findet man sich zwischendrin im zweiten Erzählstrang in der Gegenwart wieder und hat auch hier die Charaktere voll in sein Herz geschlossen. Jule, die junge Frau ohne Plan in ihrem Leben, deren neuestes Projekt ein gutgehendes Café ist und hier für andere Menschen Geschichten über ihr Leben schreibt und Johanna eine rüstige alte Dame, die nach ihrer Berufswelt auf der Suche nach einem neuen Sinn und neuer Lebensfreude für ihr weiteres Leben ist. Die beiden werden zu Freundinnen und sie verbindet eine tiefgehende Seelenverwandtschaft.

Wunderschön werden hier die Schicksale der Vergangenheit und Gegenwart langsam zusammengeschmolzen und man ist ergriffen und zu Tränen gerührt aber auch glücklich über so manche Wendung, die einem das Herz öffnet.

Mein Fazit:

Teresa Simon hat mir mit „Die Oleanderfrauen“ ein unvergleichliches Lesevergnügen bereitet. Was gibt es Schöneres als vollkommen von einem Buch begeistert und gefangen zu sein.
Für diesen außergewöhnlichen historischen Roman hätte ich gerne noch mehr wie 5 Sterne vergeben!

Titel: Schon lange hat mich kein Buch mehr so emotional berührt und mitgenommen! Mein absolutes Lesehighligt!
LEXI zu »Teresa Simon: Die Oleanderfrauen«12.01.2018
Die Süße und die Bitternis der Liebe – wie untrennbar sind sie doch miteinander verbunden!

„Wir Terhovens in der weiblichen Linie sind Oleanderfrauen. Jede von uns musste lernen, das zur Süße der Liebe auch viel Bitternis gehört. Es ist wie in der alten Geschichte von Hero und Leander – die, die wir wirklich lieben, sind für uns unerreichbar.“

„In dieser anmutigen Pflanze wohnt der Tod. Sie ist immens giftig, die Blätter, die Blüten, die Wurzeln, einfach alles. Die Bitternis neben der Süße. Manche Leute behaupten ja, genau das sei das Charakteristikum der Liebe – die bei aller Schönheit stets auch sehr gefährlich sein kann.“

Sophie Terhoven ist siebzehn und führt als Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons ein komfortables Leben in der elterlichen Villa in Hamburg. Ihre wunderschöne elegante Mutter Delia widmet sich bevorzugt ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen, ihr Vater Friedrich geht seinen Geschäften nach. Die unkonventionelle Sophie genießt ihren großen Freiraum, ihre beiden besten Freunde sind Malte Voss und Hannes Kröger. Während sie im feinsinnigen, sensiblen und äußerst intelligenten Malte eher einen engen Vertrauten und Kumpel sieht, wurde aus ihrer innige Kinderfreundschaft mit Hannes im Verlauf der Jahre die große Liebe ihres Lebens. Als unehelicher Sohn der Köchin der Familie Terhoven ist der charismatische junge Mann mit dem unwiderstehlichen Lächeln als Heiratskandidat jedoch völlig indiskutabel. Die beiden Liebenden leiden unter dieser Situation, ihr einziger Kontakt besteht in heimlichen Treffen im Gewächshaus zwischen den duftenden Oleanderpflanzen. Ein folgenschweres Ereignis sorgt schließlich dafür, dass Sophie und Hannes ihre Liebe nicht mehr verheimlichen können…

Teresa Simon erzählt in diesem prachtvollen Familienepos die Geschichte der Terhovens, umrahmt von den tragischen Ereignissen der Vorkriegszeit in Deutschland. Hierbei werden unter anderem auch der Fackellauf der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, die Olympischen Sommerspiele in Berlin, die Unterdrückung und Verfolgung der Juden und anderer Minderheiten sowie der Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges thematisiert. Die Autorin präsentiert einen von äußerst authentischen Figuren und ausgezeichnet recherchierten historischen Fakten getragenen Roman, der durch seinen einnehmenden Schreibstil und eine wunderschöne Sprache punktet.

Die Haupthandlung besteht aus zwei parallelen Erzählsträngen, die gegen Ende hin zusammengeführt werden. Während sich der erste Strang mit den Ereignissen der Gegenwart befasst, in der die dreißigjährige Barista Jule Weisbach um den Fortbestand ihres kleinen Cafés kämpft, handelt der zweite Strang von den Ereignissen der Vergangenheit, welche in Form von Tagebucheinträgen der Sophie Terhoven nach und nach aufgerollt werden. Durch diese sukzessiven Enthüllungen entsteht ein hoher Spannungsbogen, der konstant aufrecht gehalten wird.

Die Autorin hat sowohl ihre Hauptakteure Jule, Sophie und Hannes, als auch die zahlreichen Nebenfiguren äußerst detailliert und authentisch gezeichnet. Meine ganz besondere Sympathie galt dem Lyrik- und Swingfan Malte Voss, der Sophie in aufrichtiger und rückhaltloser Freundschaft zugetan war. Bei den Ereignissen in der Gegenwart zählte Johanna Martens zu meinen favorisierten Nebenfiguren. Die unverheiratete ältere Dame findet unter dem Gerümpel auf dem Dachboden ein altes Tagebuch, dessen Inhalt sie nicht mehr loslässt – und das letztendlich ihr Leben verändert. Neben einigen weiteren Statisten spielt der attraktive, eiskalte und äußerst gefährliche SS-Offizier Hellmuth Moers eine bedeutende Rolle, er fungiert zudem als Antagonist dieses Buches.

Neben dem beeindruckenden Inhalt und einer übersichtlichen Gliederung besticht auch die optische Aufmachung dieses Buches. Eine vom Betrachter abgewandte elegant gekleidete Frau blickt zu einer wunderschönen Villa inmitten einer prachtvollen Gartenanlage, umgeben von zarten rosafarbenen Oleanderblüten. Der Autorenname wurde in warmen Rottönen dargestellt, der Buchtitel lenkt durch seine zentral platzierten erhobenen Lettern in dunkelroter glänzender Farbe die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Mein einziger Kritikpunkt ist die Wahl der Schriftform bei der Darstellung der Tagebucheinträge der Sophie Terhoven. Die festgehaltenen Gedanken der Protagonistin werden im Buch als "steile, bisweilen schwer leserliche Jungmädchenschrift" beschrieben - und genau so wurde diese Schrift seitens Verlag auch dargestellt. Diese Authentizität geht jedoch leider zu Lasten der Leser. Da den Tagebucheinträgen viel Raum gewidmet wurde, gestaltet sich die Lektüre dieser Passagen auf längere Zeit gesehen als ziemlich anstrengend.

Fazit:
Teresa Simon hat mir mit dieser imposanten Familiengeschichte ein exquisites Lesevergnügen mit großen Emotionen und sehr hohem Spannungsfaktor bereitet. Ich möchte dieses Buch jedem Leser mit einem Faible für niveauvolle Familien- und Liebesromane und ausgezeichnet recherchiertem historischen Hintergrund ans Herz legen. „Die Oleanderfrauen“ war mein erstes Buch dieser Autorin, aber mit Sicherheit nicht mein letztes. Ich freue mich bereits auf weitere Werke aus der Feder Teresa Simons.

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